Die Eidechsen La Palmas: Schnell, scheu und allgegenwärtig
Man steht auf einem Lavakamm, der Wind zieht warm übers Gesicht — und plötzlich huscht etwas über den Stein. Blitzschnell. Lautlos. Perfekt getarnt. Willkommen in der Wildnis La Palmas. Die Insel gilt als karg, als wenig fäunistisch reichhaltig. Aber wer genau hinschaut, findet echte Natur — und kein Tier begegnet einem häufiger als die Eidechse.

Auf La Palma leben mehrere heimische Reptilienarten. Am häufigsten begegnet man der ausschließlich auf La Palma vorkommenden Unterart der Kanareneidechse (Gallotia galloti palmea). Hinzu kommen der Kanaren-Gecko (Tarentola delalandii), der Westkanaren-Skink (Chalcides viridanus) sowie gelegentlich Meeresschildkröten vor der Küste. Giftige Reptilien oder Schlangen gibt es auf der Insel nicht.
Die Westkanareneidechse (Gallotia galloti palmea)
Die Gallotia galloti palmea ist die Eidechse, der man auf La Palma am häufigsten begegnet. Sie sonnt sich auf Lavasteinen, Trockenmauern und Felsen oder verschwindet blitzschnell zwischen den Basaltblöcken. Die Unterart palmea kommt ausschließlich auf La Palma vor und zählt damit zu den endemischen Tierarten der Insel.

Männchen erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 30 Zentimetern. Während der Paarungszeit fallen besonders die intensiv blau gefärbten Wangen- und Kehlpartien auf, die einen starken Kontrast zum dunklen Vulkangestein bilden. Weibchen und Jungtiere sind deutlich unauffälliger gefärbt und besitzen überwiegend braune bis olivgraue Zeichnungen.
Wer die Tiere aus nächster Nähe beobachten möchte, bleibt einfach einige Minuten ruhig sitzen. Nach kurzer Zeit verlassen sie meist wieder ihre Verstecke. Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten bieten Trockenmauern, ältere Lavafelder sowie die Wanderwege rund um Las Tricias oder den Mirador de Los Dragos.
Fun Fact:
Die Kanareneidechsen sind ausgesprochen neugierig. Bleibt man einige Minuten regungslos sitzen, kehren sie oft zurück und kommen erstaunlich nah heran. Viele Wanderer können sie so hervorragend fotografieren, ohne die Tiere zu stören.
Geckos: Die unsichtbaren Mitbewohner
Geckos gehören auf La Palma zum alltäglichen Bild. Die häufigste heimische Art ist der Kanaren-Gecko (Tarentola delalandii). In einigen Küstenorten kommt inzwischen auch der eingeschleppte Mauergecko (Tarentola mauritanica) vor. Vor allem nach Sonnenuntergang sitzen Geckos an Hauswänden, Mauern oder in der Nähe von Lampen und jagen Mücken, Nachtfalter und andere Insekten. Sie sind völlig harmlos, lautlos unterwegs und leisten einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung.

Mit etwas Glück entdeckt man außerdem den Westkanaren-Skink (Chalcides viridanus). Sein langgestreckter Körper mit den kleinen Beinen lässt ihn fast schlangenartig wirken. Er lebt meist verborgen unter Steinen oder in dichter Vegetation und wird deshalb deutlich seltener beobachtet als die Eidechsen.
Fazit:
Die Eidechsen La Palmas gehören zu den eindrucksvollsten Wildtieren der Insel. Ob auf Lavagestein, Trockenmauern oder sonnigen Wanderwegen – die blau gefärbten Männchen der Gallotia galloti palmea sind ein typischer Anblick. Zusammen mit Geckos und Skinks zeigen sie, wie einzigartig die Tierwelt der Isla Bonita ist.
Häufige Fragen
Welche Eidechsen leben auf La Palma?
Sind die blauen Eidechsen gefährlich?
Gibt es Schlangen auf La Palma?
Wo lassen sich Eidechsen besonders gut beobachten?
Wovon ernähren sich Eidechsen und Geckos?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


