Franceses & Gallegos: La Palmas vergessene Nordküste
Es gibt Orte auf La Palma, die fernab der bekannten Ausflugsziele liegen. Franceses und Gallegos gehören dazu. Die beiden kleinen Weiler an der wilden Nordküste der Gemeinde Garafía sind durch den historischen Camino Real, den heutigen Fernwanderweg GR-130, miteinander verbunden. Lange bevor Straßen die abgelegenen Siedlungen erschlossen, führte dieser Königsweg durch die tiefen Schluchten des Nordens. Wer hierherkommt, sucht die ursprüngliche Seite La Palmas – zu Fuß oder mit einem kurvenfesten Mietwagen.

Nur noch wenige Menschen leben heute in den beiden abgeschiedenen Weilern. Geblieben sind traditionelle Gärten, historische Häuser und eine Landschaft, die ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Besonders die typischen Tea-Holz-Häuser verleihen Franceses und Gallegos ihren unverwechselbaren Charakter.
Die Häuser aus Tea-Holz
Die historischen Häuser in Franceses und Gallegos zählen zu den architektonischen Besonderheiten La Palmas. Viele Dächer sind mit Tejuelas, traditionellen Holzschindeln aus dem harzreichen Kernholz der Kanarischen Kiefer (Tea), gedeckt. Die Schindeln werden überlappend befestigt und bilden eine äußerst widerstandsfähige Dachdeckung. Durch den hohen Harzgehalt quillt das Holz bei Feuchtigkeit leicht auf und schließt die Dachfläche besonders zuverlässig gegen Regen und Wind ab. Im Laufe der Jahrzehnte nimmt das Tea-Holz seine charakteristische dunkelbraune bis fast schwarze Färbung an und trotzt selbst den feuchten Passatwinden des Nordens.

Wandern durch die Schluchten
Von Barlovento aus führt eine eindrucksvolle Wanderung über den Mirador La Tosca nach Gallegos. Unterwegs durchquert man den größten zusammenhängenden Drachenbaumwald La Palmas. Im Gegensatz zu den Drachenbäumen von Las Tricias, wirkt der Bestand bei La Tosca deutlich ursprünglicher – die Wegstrecke ist von Farnen und Moosen geprägt.

Von Gallegos führt der historische Camino Real (GR-130) weiter nach Franceses. Für die rund 2 bis 3 Stunden lange Etappe muss der tief eingeschnittene Barranco de Franceses vollständig durchquert werden. Auf einen langen, steilen Abstieg folgt unmittelbar der kräftezehrende Gegenanstieg. Trittsicherheit, eine gute Kondition und festes Schuhwerk sind deshalb unerlässlich.
Urige Einkehr und Einkauf vor Ort
Franceses und Gallegos sind bis heute vom ursprünglichen Dorfleben geprägt. Kleine Víveres – die auf den Kanaren typische Kombination aus Dorfladen und Bar – bieten teilweise Getränke, einfache Snacks und Waren des täglichen Bedarfs an. Sie sind jedoch meist nur morgens und abends für einige Stunden geöffnet und schließen oft während der Mittagszeit. Wer eine Wanderung plant oder den Nachmittag in den Weilern verbringt, sollte deshalb ausreichend Wasser und Proviant dabeihaben. Eine größere Auswahl an Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten findet man entlang der LP-1 oder in den umliegenden Ortschaften.
Fazit
Franceses und Gallegos gehören zu den ursprünglichsten Orten La Palmas. Wer die ungezähmte Nordküste, historische Königswege und traditionelle Dörfer abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erleben möchte, findet hier eine Landschaft, die sich ihren ursprünglichen Charakter bis heute bewahrt hat.
Häufige Fragen
Wie erreicht man Franceses und Gallegos?
Was ist das Besondere an den Häusern in Franceses und Gallegos?
Gibt es Einkehr- oder Einkaufsmöglichkeiten?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


