La Palma Natur: Die grüne Insel des Atlantiks
La Palma hat keinen einzigen breiten Sandstrand, keine flachen Lagunen und keinen Teide. Was La Palma hat, ist etwas anderes: den Nationalpark Caldera de Taburiente — eine der größten Erosionscalderas der Welt. Den Lorbeerwald von Los Tilos — ein lebendes Fossil aus dem Tertiär. Den Roque de los Muchachos mit dem besten Sternenhimmel Europas. Und seit 2021 den Tajogaite — den jüngsten Vulkankegel der Kanaren, der zwei neue Halbinseln ins Meer schuf.

La Palma, die Grüne Insel, trägt diesen Beinamen zu Recht. Sie ist die artenreichste und am stärksten geschützte Kanareninsel — mit einem Nationalpark, einem Naturpark, mehreren Naturschutzgebieten und dem UNESCO-Biosphärenreservat-Status für die gesamte Insel. Kaum eine andere Atlantikinsel vereint auf so kleiner Fläche subtropische Küsten, uralte Kiefernwälder, tief eingeschnittene Barrancos, Nebelwälder und alpine Vulkanlandschaften mit Höhen von über 2.400 Metern.
Die wichtigsten Naturhighlights im Überblick
Caldera de Taburiente (Nationalpark seit 1954): ein rund 8 Kilometer großer Erosionskrater, dessen nahezu kreisförmiger Gebirgskessel zu den eindrucksvollsten Landschaften der Kanarischen Inseln zählt, Wanderparadies, heiliger Felsen Roque Idafe. La Cumbrecita mit Reservierungspflicht ist der bekannteste Einstieg.

Lorbeerwald Los Tilos (UNESCO-Biosphärenreservat 1983): Lebendiges Fossil des tertiären Urwalds, Heimat der seltenen, endemischen Bolle’s Lorbeertaube (Columba bollii) und der Silberhalstaube (Columba junoniae), zwei charakteristischen Vogelarten der kanarischen Lorbeerwälder, Wanderung zu den Marcos y Cordero Quellen. Die Wanderung führt durch mehrere wasserführende Tunnel. Eine Taschenlampe sowie wasserfeste Kleidung gehören deshalb zur Grundausstattung. Da der Weg nach Starkregen oder Steinschlag zeitweise gesperrt werden kann, sollten die aktuellen Bedingungen vor der Tour überprüft werden. Für die Anfahrt zum Startpunkt werden häufig geländegängige Sammeltaxis genutzt.

Cumbre Vieja (Naturpark): Aktiver Vulkankamm, Ruta de los Volcanes, Tajogaite 2021. Roque de los Muchachos (2.426 m): Höchster Punkt, Sternwarte, Starlight Reserve.

Zwei Klimawelten auf einer Insel
La Palmas Natur ist zweigesichtig: Die Ostseite ist feucht, grün und von Lorbeerwäldern geprägt — der Passat bringt Wolken, die sich an den Bergen stauen. Die Westseite ist sonnig, trocken und von Bananenplantagen und Vulkankegeln geprägt. Beide Seiten sind in weniger als einer Stunde Fahrzeit verbunden; der Cumbre-Tunnel ist das dramatischste Wetter-Erlebnis La Palmas.

Die Wolkenkaskade der Cumbre Nueva
Ein besonders eindrucksvolles Naturphänomen ist die sogenannte Wolkenkaskade (Cascada de Nubes). Feuchte Passatwolken steigen an der Ostseite La Palmas auf, überqueren den Gebirgskamm der Cumbre Nueva und fließen anschließend wie ein gewaltiger Nebelwasserfall über die Bergkante in Richtung Westen. Besonders gut lässt sich dieses Schauspiel von Aussichtspunkten entlang der Cumbre Nueva beobachten und zählt zu den spektakulärsten Wetterphänomenen der Insel.

Für wen ist La Palma die richtige Insel?
La Palma ist für alle, die Natur suchen — nicht als Hintergrundmotiv, sondern als Hauptdarsteller. Wanderer finden 1.000 Kilometer Wanderwege. Astronomen finden den besten Nachthimmel Europas. Taucher finden Lavaformationen und klares Wasser. Botaniker finden Endemiten, die nirgendwo sonst wachsen. Und alle, die einfach atmen, regenerieren und von Massentourismus Abstand gewinnen wollen, finden hier, was andere Inseln nicht mehr bieten können.

Blütenpracht in den Hochlagen
Im Frühjahr verwandeln zahlreiche endemische Pflanzen die kargen Vulkanlandschaften rund um den Roque de los Muchachos in eine überraschend farbenfrohe Gebirgswelt. Besonders auffällig sind der blaue Natternkopf (Echium webbii) sowie verschiedene Ginsterarten, deren intensive Blüte einen eindrucksvollen Kontrast zu den dunklen Vulkanfelsen bildet. Viele dieser Pflanzen kommen ausschließlich auf den Kanarischen Inseln vor und haben sich an die extremen Bedingungen der Hochlagen angepasst.

| Nationalpark | Caldera de Taburiente (seit 1954) · Reservierung für La Cumbrecita pflicht |
|---|---|
| Biosphäre | Gesamte Insel UNESCO-Biosphärenreservat seit 2002 |
| Sternenhimmel | Weltweit erste Starlight Reserve (2012) · bester Nachthimmel Europas |
| Vulkan | Tajogaite 2021 — jüngster Vulkan der Kanaren |
Fazit: Die grüne Insel des Atlantiks
La Palma ist die Kanareninsel für alle, denen Natur mehr bedeutet als Sandstrand. Nationalpark, Lorbeerwald, Vulkane, Sternenhimmel — kein anderer Ort des Archipels bietet so viel Natur auf so wenig Fläche.
Häufige Fragen
Was macht La Palma zur grünen Insel?
Welche Schutzgebiete gibt es auf La Palma?
Ist La Palma für Wanderer geeignet?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


