Klimazonen La Palmas: Vom Strand zum Gipfel in 30 Kilometern
Eine der faszinierendsten Eigenschaften La Palmas ist, dass man innerhalb von 30 Kilometern Horizontaldistanz durch fünf vollständig verschiedene Klimazonen wandert. Vom schwarzen Lavastrand auf Meeresniveau bis zum Roque de los Muchachos auf 2.426 Metern liegen Jahrestemperaturen, Vegetation und Ökosysteme, die auf anderen Inseln Tausende von Kilometern auseinanderliegen.

Zone 1: Küste und Tiefland (0–300 m)
Die unterste Zone ist die trockenste und heißeste. An der Westküste — Tazacorte, Puerto Naos, Fuencaliente — dominieren Wolfsmilchgewächse, Tabaibas und Kandelaber-Euphorbien. Die Vegetation wirkt karg; die Sonnenstunden sind maximal. Die Bananenplantagen, die sich von der Küste bis etwa 300 Meter erstrecken, brauchen künstliche Bewässerung. Im Winter sinken die Temperaturen selten unter 15 Grad, im Sommer steigen sie kaum über 28 Grad.

Zone 2: Übergangswald (300–700 m)
In der mittleren Zone beginnt die Vegetation dichter und vielfältiger zu werden. Hier treffen trockene Pflanzen der unteren Höhenlagen auf feuchtere Waldgesellschaften; je nach Ausrichtung der Hänge können Wolfsmilchgewächse und erste Lorbeerarten nebeneinander vorkommen. Die Feuchtigkeit steigt, weil die Passatwolken an den Hängen häufiger Einfluss nehmen.
Weinberge, Avocadoplantagen und Gemüsegärten nutzen das milde Klima. Dörfer wie El Paso und Tijarafe liegen teilweise in dieser Übergangszone — warm genug für Früchte, kühl genug für ein angenehmes Leben.

Zone 3: Lorbeerwald / Laurisilva (700–1.600 m)
Der Lorbeerwaldgürtel ist die feuchteste Waldzone La Palmas. Hier liegen die Passatwolken häufig über den Bergen; die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Moose, Farne und alte Lorbeerbäume bilden ein dichtes grünes Dach, unter dem es selbst im Sommer kühl und schattig bleibt.
Die typischen Gebiete dieser Zone liegen vor allem an den feuchten Nord- und Nordosthängen der Insel: Los Tilos, Cubo de la Galga, Barlovento und die Wälder von Garafía gehören zu den eindrucksvollsten Beispielen der kanarischen Laurisilva.
Die Temperaturen liegen meist deutlich unter denen der Küstenregionen.

Zone 4: Kiefernwald (1.200–2.000 m)
Die Kanarische Kiefer dominiert den großen Bergwaldgürtel La Palmas. Auf der trockeneren Westseite beginnt dieser Wald bereits ab etwa 1.200 Metern Höhe und reicht bis in die oberen Berglagen knapp unterhalb des Hochgebirges.
Ihre langen Nadeln kämmen die Passatwolken und tragen durch Kondensation zur Wasserversorgung der Insel bei. Der Kiefernwald ist licht und sonnig — über der Inversionsschicht der Wolken scheint hier häufig die Sonne, selbst wenn die Küste im Nebel liegt.
Wanderungen durch den Kiefernwald auf 1.500 bis 1.800 Metern Höhe zeigen eine völlig andere Landschaft als die Küstenregionen.

Zone 5: Hochgebirge (über 2.000 m)
Über 2.000 Metern ist die Vegetation spärlich. Codeso-Büsche, Teide-Ginster und in der Blütezeit die Tajinaste prägen die Hochlagen. Die Luft ist extrem trocken und klar — keine Wolken, kein Nebel, nur Sonne und Wind.
Im Winter kann Frost auftreten; gelegentlich fällt Schnee. Am Roque de los Muchachos (2.426 m) kann die Temperatur selbst im Juli auf etwa 10 Grad sinken.

Fazit:
La Palmas Klimazonen machen die Insel zu einem Mikrokosmos der Erde — in nur 30 Kilometern von der trockenen Küstenlandschaft bis zum alpinen Hochgebirge. Wer diese Übergänge bewusst erlebt oder durchwandert, versteht die außergewöhnliche Vielfalt der Insel und sieht La Palma ganz anders.
Häufige Fragen
Wie viele Klimazonen hat La Palma?
Wie verändert sich die Temperatur mit der Höhe auf La Palma?
Warum wachsen auf La Palma Kiefernwälder oberhalb der Lorbeerwälder?
Warum kann man auf La Palma so viele Klimazonen auf so kleiner Fläche erleben?
Welche Klimazone ist zum Wandern auf La Palma am besten geeignet?
Wie entstehen die unterschiedlichen Klimazonen auf La Palma?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


