El Paso: Das Tor, das in zwei Welten führt
El Paso liegt genau dort, wo La Palma seine größten Gegensätze zeigt: auf der Westseite der Insel, zwischen dem uralten Naturraum der Caldera de Taburiente im Norden und der jungen Vulkanlandschaft des Tajogaite im Süden. Wer El Paso besucht, steht mit einem Fuß in einem der eindrucksvollsten Schutzgebiete Spaniens – und mit dem anderen auf dem jüngsten Stück Land der Insel, das der Vulkan im Jahr 2021 geschaffen hat.Diese Verbindung aus Millionen Jahre alter Landschaft und frisch entstandener Erde macht El Paso zu einem der spannendsten Orte La Palmas.

Rund 7.500 Menschen leben in El Paso und seinen Ortsteilen wie Las Manchas und Tajuya. Die Gemeinde wurde vom Tajogaite-Ausbruch besonders geprägt, hat aber ihren Charakter bewahrt: ruhig, ursprünglich und eng mit der Natur verbunden. Gleichzeitig ist El Paso ein wichtiger Ausgangspunkt für die Erkundung der Caldera de Taburiente und der neuen Vulkanlandschaften der Cumbre Vieja.
Der Nationalpark — Eingang zur Caldera de Taburiente
Das offizielle Centro de Visitantes des Nationalparks Caldera de Taburiente befindet sich am Ortsrand von El Paso. Hier erhält man Informationen zu Wanderrouten, aktuellen Wegbedingungen, Reservierungen und der einzigartigen Flora und Fauna der Caldera.

Wer den berühmten Aussichtspunkt La Cumbrecita besuchen möchte, sollte die begrenzten Parkmöglichkeiten beachten: Die Zufahrt mit dem eigenen Mietwagen ist nur mit einer vorherigen Online-Reservierung eines Parkplatzes möglich. Die Schranke an der Zufahrtsstraße öffnet sich automatisch über die Kennzeichenerkennung.
Das kostenlose Ticket ist an ein festes Zeitfenster gebunden und sollte besonders in der Hauptsaison sowie an Wochenenden frühzeitig reserviert werden. Wer keinen Parkplatz bekommt, kann alternativ ein Taxi ab dem Besucherzentrum oder aus El Paso nutzen.

La Cumbrecita gehört zu den beeindruckendsten Aussichtspunkten der Insel. Beim ersten Blick öffnet sich plötzlich der riesige Kessel der Caldera de Taburiente: steile Schluchten, mächtige Kiefernwälder und gewaltige Felswände, die über Millionen Jahre durch Erosion geformt wurden. Man braucht einen Moment, um diese Dimensionen wirklich zu erfassen.
Das Tajogaite-Lavafeld: Eine Landschaft, die gerade erst entstanden ist
Im Ortsteil Las Manchas wird die gewaltige Kraft des Tajogaite-Ausbruchs von 2021 besonders deutlich. Tiefschwarze Lavamassen ziehen sich wie versteinerte Flüsse über die Hänge der Cumbre Vieja bis hinunter zur Küste. Am Horizont erkennt man die sogenannten Fajanas – neue Landzungen, die durch die Lava entstanden sind und die Fläche La Palmas vergrößert haben. Der Vulkan hat hier dem Atlantik neues Land abgerungen und die Küstenlinie dauerhaft verändert.

Das Besucherzentrum Caños de Fuego informiert anschaulich über die Entstehung der Vulkanlandschaft. Besonders eindrucksvoll sind die geführten Touren durch die unterirdischen Lavaröhren. Mit Helm und Stirnlampe geht man durch natürliche Tunnel, die durch die erkaltenden Lavaströme entstanden sind – ein Erlebnis, das die junge Geologie der Insel unmittelbar spürbar macht.
Hinweis
Für einzelne Bereiche des Lavafeldes gelten weiterhin Zugangsbeschränkungen aufgrund möglicher Gasaustritte. Aktuelle Informationen erhält man beim Besucherzentrum oder bei der Gemeinde El Paso.
Das Seidenmuseum: Ein fast vergessenes Handwerk
El Paso und Mazo gelten gemeinsam als das Zentrum des Kunsthandwerks auf La Palma. Wer sich für traditionelle Handarbeiten interessiert — Stickereien, Keramik, Textilien — findet in El Paso und Umgebung Ateliers, die auf Anfrage besuchbar sind. El Paso besitzt eine Besonderheit, die viele Besucher überraschen dürfte: das Museo de la Seda, das einzige Seidenmuseum der Kanarischen Inseln.
Die Seidenzucht und Seidenverarbeitung gelangte nach der Eroberung der Insel im 16. Jahrhundert durch spanische und flämische Siedler nach La Palma und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem wichtigen Handwerk. Besonders in El Paso wurde die Tradition bewahrt.
Während Mitte des 20. Jahrhunderts noch zahlreiche Webstühle in Betrieb waren, arbeiten heute nur noch wenige traditionelle Werkstätten weiter. Das Museum zeigt historische Webstühle, Seidenraupen, Produktionsschritte und fertige Textilien – ein stilles Zeugnis einer Handwerkskunst, die beinahe verschwunden wäre.
Fazit:
El Paso ist La Palmas Scharnierstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft: zwischen der gewaltigen Caldera de Taburiente und der jungen Vulkanlandschaft des Tajogaite. Wer Natur, Geologie und die ruhige Seite der Insel erleben möchte, findet hier einen idealen Ausgangspunkt.
Die Nähe zum Nationalpark, die spektakulären Lavafelder und das traditionsreiche Seidenhandwerk machen El Paso zu einem Ort, der mehr verdient als nur eine Durchfahrt.
Häufige Fragen
Wie bucht man die Reservierung für La Cumbrecita?
Fahren Busse nach La Cumbrecita?
Was kostet eine Tour durch die Lavaröhren bei El Paso?
Wo übernachtet man am besten in El Paso?
Wie weit ist El Paso von Los Llanos entfernt?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


