Vogelbeobachtung auf La Palma: Endemiten im Lorbeerwald
La Palma gilt vielleicht nicht als klassisches Birding-Ziel wie Fuerteventura oder Teneriffa. Doch Naturfreunde finden hier etwas, das den Reiz der Insel ausmacht: seltene Vogelarten und endemische Unterarten, die eng mit den uralten Lorbeerwäldern der Kanaren verbunden sind. Ein Spaziergang durch Los Tilos oder den Cubo de la Galga in den frühen Morgenstunden wird schnell zu einem unvergesslichen Erlebnis für Vogelbeobachter und Naturfotografen.

Die wichtigsten endemischen Arten
Die Lorbeertaube (Columba junoniae) zählt zu den seltensten Vögeln der Kanaren. Ihr kupfer- bis schokoladenbraunes Gefieder und vor allem das auffällige helle Endband am Schwanz machen sie im Flug gut erkennbar. Meist verrät sie sich jedoch zuerst durch ihr tiefes Gurren, bevor sie zwischen den Baumkronen des Lorbeerwaldes verschwindet.

Die Bolles Lorbeertaube (Columba bollii), auf den Kanaren auch Paloma turqué genannt, wirkt insgesamt dunkler schiefergrau. Ihr fehlt das helle Schwanzband der Lorbeertaube; stattdessen besitzt sie einen rötlichen Schnabel. Beide Arten sind eng an den Lorbeerwald gebunden und gehören zu den bedeutendsten Vogelarten der Kanaren.
Der La-Palma-Buchfink (Fringilla coelebs palmae) ist eine nur auf La Palma vorkommende Unterart des Buchfinks. Er ist dunkler gefärbt als seine mitteleuropäischen Verwandten und gehört sowohl im Lorbeer- als auch im Kiefernwald zu den häufigsten Singvögeln.

Die Graja (Pyrrhocorax pyrrhocorax barbarus), die palmerische Unterart der Alpenkrähe, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel. Mit ihrem glänzend schwarzen Gefieder und dem leuchtend roten Schnabel ist sie unverwechselbar. Besonders häufig ist sie an den Felswänden der Caldera de Taburiente sowie in den tiefen Barrancos des Nordens und Nordwestens zu beobachten.

Der Kanarenpieper (Anthus berthelotii) gehört zu den häufigsten Vogelarten La Palmas. Er besiedelt offene Landschaften vom Küstenbereich über landwirtschaftliche Flächen bis in die Hochlagen der Insel und ist deshalb fast überall anzutreffen.

Beste Vogelbeobachtungs-Hotspots
Los Tilos (San Andrés y Sauces): Einer der besten Orte zur Beobachtung von Lorbeertaube, Bolles Lorbeertaube, La-Palma-Buchfink sowie Kanaren-Zilpzalp und Kanarengoldhähnchen. Besonders lohnend sind die frühen Morgenstunden im Barranco del Agua.
Cubo de la Galga (Puntallana): Dicht bewachsener Lorbeerwald mit hervorragenden Chancen, beide Lorbeertauben und zahlreiche Waldvögel zu entdecken.
Roque de los Muchachos und der Caldera-Kamm: Hier lassen sich Grajas besonders gut beobachten. Auch Turmfalke und Kanarenpieper gehören zu den typischen Arten der Hochlagen.
Salinen von Fuencaliente: Vor allem im Herbst und Frühjahr einer der interessantesten Beobachtungsplätze der Insel. Watvögel, Reiher und verschiedene Zugvogelarten nutzen die Salinen als Rastplatz auf ihrem Zug zwischen Europa und Afrika.

Fazit:
La Palmas Vogelwelt ist keine Massenattraktion — sie ist ein stilles Versprechen an alle, die früh aufstehen und in den Lorbeerwald gehen. Lorbeertaube, Graja und La-Palma-Buchfink: drei Gründe, die Kamera mitzunehmen.
Häufige Fragen
Welche Vögel sind typisch für La Palma?
Wann ist die beste Zeit für Vogelbeobachtung auf La Palma?
Braucht man Fernglas für die Vogelbeobachtung?
Wo sieht man die Graja am häufigsten?
Wo kann man Lorbeertauben am besten beobachten?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


