Wanderung Llano de las Moscas auf den Pico Nambroque
Der Pico Nambroque (1.922 m) ist der zweithöchste Gipfel der Cumbre Vieja — und der ungewöhnlichste. Während die meisten Nachbarvulkane hauptsächlich aus Schlacke bestehen, fußt der Nambroque auf einem massiven Basaltgebilde und weist felsige Phonolith-Dome auf. Am Gipfel führen tiefe Lava- und Entgasungsschlote direkt in das Innere des Berges. Die Wanderung ab Llano de las Moscas auf dem SL-LP 125 ist 9 km, 454 Hm, moderat, 3:00–3:30 Stunden.

Startpunkt ist die nicht bewirtschaftete Schutzhütte Refugio de las Moscas. Für die Anfahrt ist laut Sunhikes ein 4×4-Fahrzeug erforderlich — die Pista de Cabrito von der LP-301 zwischen km 8 und 9 ist stellenweise sehr schlecht befahrbar. Wer kein Geländefahrzeug hat, parkt an der Kreuzung mit dem PR-LP 16 (ca. 1,4 km vor der Hütte) und geht die letzten 1,4 km zu Fuß.
Die Route bietet wunderbare Einblicke in den Vulkanismus der Cumbre Vieja und traumhafte Ausblicke über die Insel La Palma. Auslastung: gering — einer der ruhigsten Gipfelwege im Naturpark.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Hin- und Zurück |
|---|---|
| Distanz | 9,0 km |
| Höhenmeter | 454 Hm Aufstieg / 450 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 1.908 m (Gipfel Nambroque: 1.922 m) |
| Niedrigster Punkt | 1.501 m (Refugio de las Moscas) |
| Dauer | 3:00–3:30 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat (trittsicher, leicht zu folgen) |
| Startpunkt | Refugio de las Moscas — Anfahrt Pista de Cabrito, LP-301 km 8–9 — 4×4 empfohlen |
| Wegmarkierung | SL-LP 125 (grün-weiß) |
| Schutzstatus | Naturpark Cumbre Vieja |
| Ausrüstung | Proviant, Wasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz |

Anfahrt
Von der LP-301 (Cumbre-Straße) zwischen km 8 und 9 auf die Pista de Cabrito abbiegen — an der Abzweigung befindet sich eine bepflanzte Verkehrsinsel, die ersten Meter sind noch asphaltiert. Nach einer kleinen Schlucht und einer Basaltwand führt die Piste parallel zum Berghang. Nach etwa 2,6 km: Kreuzung mit kleiner Steinhütte (links). Hier trifft der PR-LP 16 auf die Piste. Wer kein 4×4 hat, parkt hier und geht die letzten 1,4 km über den Wanderweg zur Hütte. Der Fahrweg über die erste, rechts bergauf abzweigende Piste führt in 1,9 km zum Refugio de las Moscas.
Die Route im Detail
Refugio de las Moscas bis Hoyo Negro (km 0–5)
Vom Refugio de las Moscas auf dem SL-LP 125 (grün-weiß) durch lichten Kiefernwald bergauf. In zahlreichen Kurven windet sich der Weg aufwärts. Unterwegs: Ausblicke entlang der Ostküste bis zur Hauptstadt Santa Cruz, Ausblicke auf den roten Vulkankegel des Montaña Calero. An einer Wegkreuzung mit Steinhaufen nach links bergauf zum Nambroque abbiegen.

An einem Basaltwall führt der Weg über eine kleine Natursteintreppe durchs Gestein und windet sich dann gestützt auf Mäuerchen an der Rückseite der Felsformation entlang. Rechts unterhalb: tiefe Erosionsrinne im losen Vulkangestein. Erste Ausblicke auf die Cumbre Vieja. Dann: Querung der Rinne auf einen weitläufigen, mit braun-schwarzem Lapilli bedeckten Berghang. Diagonal bergauf. Oben: Wegkreuzung mit GR-131. Dann weiter auf der Ruta de los Volcanes Richtung Hoyo Negro.

Am Hoyo Negro: der tiefe, dunkle Explosionskrater des Nambroque an seiner Westflanke. Beeindruckende Gesteinsschichtungen in unterschiedlichen Brauntönen. Blick Richtung Süden über den Montaña del Fraile mit dem Krater Duraznero bis zu den Gipfeln des Deseada.
Aufstieg zum Gipfel Pico Nambroque (km 5–9)
Links oberhalb des Kraters weiter Richtung Süden. Nach kurzem Anstieg: Kiefernwäldchen. Dann dem nach links abzweigenden Weg zum Nambroque folgen. Auf dem Weg zum Gipfel: ein kleiner Krater, dann ein runder Schlot mit etwa einem Meter Durchmesser — ein alter Lava- und Entgasungsschlot des Vulkans. Weiter durch eine Senke und über einen steilen, rutschigen Pfad zum Kraterrand. Unterwegs eine schmale Felsspalte, die eine Öffnung zum Hauptkrater bildet.

Am Gipfel des Pico Nambroque (1.922 m): spektakulärer Panoramablick über den Höhenrücken der Cumbre Vieja bis zur Gipfelkette der Caldera de Taburiente. Im Süden: die höchsten Gipfel der Vulkanroute. Die imposanten Phonolith-Dome erheben sich markant vor der Gipfelkuppe. Zwischen den hellen Felsklippen: Ausblick auf die Ostküste La Palmas. Rückweg auf demselben Weg. Am Steinhaufen-Wegedreieck Abkürzung über den Forstweg möglich.
Phonolith-Dome: was den Nambroque besonders macht
Der Pico Nambroque ist der einzige Berg der Cumbre Vieja mit felsigen Merkmalen in Form von Phonolith-Domen. Phonolith — auch Klingstein genannt — ist ein helles, feinkörniges Vulkangestein, das aus langsam aufgestiegener, silikatreicher Lava entsteht. Es unterscheidet sich fundamental von den dunkelroten und schwarzen Schlacke-Kegeln der Nachbarvulkane. Die hellen Klippen des Nambroque-Gipfels sind von weitem sichtbar und geben dem Berg seine unverwechselbare Silhouette.

Die tiefen Lava- und Entgasungsschlote, die direkt in das Innere des Berges führen, sind ein weiteres geologisches Alleinstellungsmerkmal. Diese Schlote entstanden, als der Vulkan abkühlte und sich zusammenzog. Der runde Schlot mit einem Meter Durchmesser auf dem Aufstiegsweg ist einer davon — ein senkrechter Tunnel tief in den Vulkan, dunkel und geheimnisvoll.
Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Klare Fernsicht; Kiefernwald frisch | Optimale Bedingungen |
| Sommer (Juni–Aug) | Lapilli-Abschnitte heiß | Frühstart; viel Wasser |
| Herbst (Sept–Nov) | Bestes Panoramalicht | Gering frequentiert — fast immer allein |
| Winter (Dez–Feb) | Kühl und windig auf dem Kamm | Windschutz zwingend |
Unterkunft: El Paso — Clariso
Das Refugio de las Moscas liegt nahe El Paso. Ferienhäuser in El Paso auf clariso.eu — Ferienhäuser El Paso. El Paso ist die ideale Basis für alle Cumbre-Vieja-Touren.
Kombinierbare Touren
Die Llano-de-las-Moscas-Route verbindet sich nahtlos mit der großen Birigoyo-Nambroque-Runde. Wer den Nambroque von einer anderen Seite kennenlernen möchte, kombiniert beide:
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| Rundwanderung Pico Birigoyo und Pico Nambroque | 15,8 km, schwer | Nambroque von Norden über GR-131 |
| Rundwanderung auf den Pico Birigoyo | 5,1 km, moderat | Kurze Cumbre-Vieja-Runde am Folgetag |
| Ruta de los Volcanes | 18,7 km, schwer | Die große Vulkanroute vom gleichen Naturpark |

GPS-Track und 3D-Routenplaner
Der GPS-Track zeigt den Abzweig am Steinhaufen-Wegedreieck und die Abkürzung auf dem Rückweg über den Forstweg. Besonders der steile, rutschige Aufstieg zum Kraterrand ist im Track markiert. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die Route verlängern oder mit der Ruta de los Volcanes kombinieren — direkt im Browser, ohne App.
Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Llano de las Moscas auf den Pico Nambroque
3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren
Praktische Tipps
Notruf 112. Für die Anfahrt 4×4 empfohlen. Wer kein Geländefahrzeug hat: an der PR-LP-16-Kreuzung parken (2,6 km ab LP-301), Hütte in 1,4 km zu Fuß erreichen. Auslastung gering — auf dieser Route ist man oft allein. Ausreichend Wasser mitbringen, keine Quelle auf der Strecke.
Hinweis: Naturpark
Vollständig im Naturpark Cumbre Vieja. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.
Häufige Fragen
Brauche ich wirklich ein 4×4?
Was sind Phonolith-Dome?
Die Hochebene Llano de las Moscas
Das Llano de las Moscas — dt. Fliegen-Ebene — ist eine mit Baumheiden und Zistrosen bewachsene Hochebene auf 1.500 Metern Höhe im Naturpark Cumbre Vieja. Der ungewöhnliche Name verweist auf die vielen Insekten, die hier im Sommer über den Blüten der Zistrosen schwärmen. Die Schutzhütte Refugio de las Moscas liegt am Rand dieser Hochebene und ist trotz ihrer Abgelegenheit ein wichtiger Knotenpunkt: Mehrere Wanderwege kreuzen sich hier, darunter der PR-LP 16, der zum Refugio El Pilar führt.

Die Abgeschiedenheit des Llano de las Moscas ist Teil seines Reizes. Kein Lärm, keine andere Wanderer (Auslastung: gering), nur der Wind in den Kiefern und das Summen der Insekten. Wer morgens früh ankommt, erlebt die Hochebene im ersten Licht — die Zistrosen leuchten weiß-rosa, die Baumheiden bilden ein dunkles Gegenüber. Das ist ein Bild, das man nicht vergisst.
Der Hoyo Negro: Explosionskrater des Nambroque
Der Hoyo Negro an der Westflanke des Nambroque ist botanisch und geologisch faszinierend. Der Explosionskrater ist tief, dunkel und durch Erosion von Wind und Wasser stark überformt. Die Gesteinsschichtungen in unterschiedlichen Brauntönen zeigen die Geschichte mehrerer Ausbruchsphasen des Nambroque. Der Blick vom Rand des Hoyo Negro nach Süden — über den Montaña del Fraile, den Duraznero bis zu den Gipfeln des Deseada — ist einer der vollständigsten Blicke entlang der Vulkankette Cumbre Vieja.

Wer den Pico Nambroque von der anderen Seite kennt — von der großen Birigoyo-Nambroque-Runde oder der Ruta de los Volcanes — erlebt ihn vom Llano de las Moscas aus in einer völlig anderen Perspektive: Von Süden, tiefer, mit dem Hoyo Negro als Zwischenstufe, bevor man den Gipfel erreicht. Die Route ist ruhiger, kürzer und durch ihre Abgeschiedenheit ein Gegenpol zur gut frequentierten Ruta de los Volcanes. Auslastung gering — das ist hier ein echter Qualitätsvorteil.
Ein praktischer Hinweis: Die Pista de Cabrito ist nach Regen noch schlechter befahrbar als sonst. Wer im Winter oder nach Starkregen anreist, sollte auch mit 4×4 ab der PR-LP-16-Kreuzung parken. Die Piste ist auf dem oberen Abschnitt schmal und stellenweise abgerutscht — kein Risiko eingehen.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


