Playa de La Bombilla – Stiller Bruder von Puerto Naos
Wichtiger Hinweis vorab
La Bombilla befindet sich in einem kontrollierten Wiederöffnungsprozess. Nach dem Tajogaite-Ausbruch 2021 kehren langsam erste Anwohner zurück – der Ort erwacht wieder, aber unter strengen Auflagen und mit dauerhafter CO₂-Überwachung.
Das bedeutet nicht, dass er für Touristen offen ist. Aus dem Boden und den Gebäuden strömen weiterhin erhöhte Konzentrationen an Kohlendioxid (CO₂) – unsichtbar, geruchlos, gefährlich. Der Zutritt ist nur mit Genehmigung und zugelassenem CO₂-Messgerät erlaubt. Ein spontaner Badeausflug ist nicht möglich und verboten.
La Bombilla ist kein verlorener Ort – aber noch kein Ausflugsziel. Wer den aktuellen Stand kennen will: Gemeinde Tazacorte oder Cabildo Insular de La Palma.

Eine geschützte Bucht? Was La Bombilla war
La Bombilla war eine kleine Fischersiedlung an der Westküste La Palmas, zwischen Puerto Naos und dem Hafen von Tazacorte. Kein Sandstrand im klassischen Sinne – sondern eine felsige, geschützte Bucht aus großen, runden Lavakieseln, mit einer Betonrampe, über die Fischer ihre Boote zu Wasser ließen. Die bunten, teils informell gebauten Hütten direkt am Wasser prägten das Bild dieses Ortes.
Es gab hier keine Liegen, keine Strandfahnen, keinen Rettungsdienst. La Bombilla war kein Badestrand für Touristen – es war ein Arbeitsplatz für Fischer und ein rauer, authentischer Ort für alle, die genau das suchten: Lavafelsen, klares Wasser, Stille.
Die Unterwasserwelt vor der Bucht war tatsächlich bemerkenswert. Die Lavafelsformationen boten Lebensraum für kanarische Küstenfische – Papageifische, Muränen, Lippfische. Das Wasser der Westküste ist klarer als das der Ostküste. Für Schnorchler, die den Weg auf sich nahmen, war La Bombilla ein stiller Geheimtipp.
Baden & Sicherheit
Westküstenstrände haben häufig Unterströmungen – auch bei ruhiger Oberfläche. Aber aktuell ist hier Baden nicht drinnen und auch die Neugier auf das Lavagebiet sollte einen nicht zu einem Besuch verleiten.
Tajogaite 2021: La Bombilla und das Lavafeld
Der Vulkanausbruch des Tajogaite im September 2021 veränderte diese Küste grundlegend. Die Lava floss direkt nördlich an La Bombilla vorbei und ins Meer – und schuf dort das neue Lavadelta (Fajana), das man heute von Tazacorte aus sehen kann. Die Zufahrtsstraße nach La Bombilla wurde von der Lava vollständig verschluckt. Der Ort war nach dem Ausbruch vollständig gesperrt und für lange Zeit eine Geisterzone.
Das eigentliche Problem war aber nicht die Lava selbst, sondern was aus dem Boden kommt: Kohlendioxid. Vulkanische Böden geben nach einem Ausbruch über Jahre – teils über Jahrzehnte – CO₂ ab. In La Bombilla sind die Konzentrationen besonders hoch. Das Gas sammelt sich in Bodennähe, in Kellern, in Gebäuden, in windstillen Senken. Ein Mensch, der ahnungslos in eine CO₂-Wolke gerät, verliert innerhalb von Sekunden das Bewusstsein.
Das benachbarte Puerto Naos wurde nach umfangreichen Messungen, Belüftungssystemen und dauerhafter Überwachung schrittweise wieder freigegeben. La Bombilla dagegen blieb gesperrt.

Warum Menschen trotzdem hinfahren
Die Lavafelder des Tajogaite sind ein visuell überwältigendes Phänomen. Neues schwarzes Land am Atlantik, Dampfschwaden, die dramatische Küstenlinie – viele Reisende wollen das sehen, und das ist verständlich. Es gibt offizielle Aussichtspunkte und zugängliche Bereiche, von denen man die Lavafelder sichern kann.
Was nicht geht: Eigenständig in Sperrzonen vordringen, weil man glaubt, „kurz reinzugucken“ sei harmlos. CO₂ gibt kein Warnsignal. Wer ohne Messgerät in einen betroffenen Bereich gerät, merkt nichts – bis es zu spät ist.
Was heute zugänglich ist – und was nicht
Die Westküste La Palmas ist trotz des Ausbruchs weitgehend zugänglich und touristisch attraktiv. Puerto Naos ist wieder offen – mit Strand, Promenade und Gastronomie. Puerto de Tazacorte funktioniert normal, die Fischerrestaurants am Hafen, die Bootstouren zur Cueva Bonita, der Mirador del Time. Der Lavadelta selbst ist von sicheren Aussichtspunkten aus erlebbar.
La Bombilla als Ort ist Stand heute keine Destination für Tagesgäste. Ob und wann sich das ändert, entscheiden nicht Reisebeschreibungen, sondern Messgeräte.Tazacorte liegt wenige Kilometer nördlich – der Fischerhafen mit seinen Restaurants, den Bootstouren zur Cueva Bonita und dem Mirador del Time oben auf dem Kliff. Wer La Bombilla besucht, kombiniert gut mit einem Nachmittag in Puerto de Tazacorte: frischer Fisch, Hafenblick, und vielleicht eine Bootstour zu den Delfingründen.

| Lage | Westküste La Palmas, zwischen Puerto Naos und Tazacorte |
|---|---|
| Strand | Kein schwarzer Sandstrand |
| Brandung | Moderater als offene Westküstenstrände |
| Tajogaite | Zustand vor Besuch prüfen |
| Infrastruktur | keine |
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Das Aridane-Tal: Die produktivste Ecke La Palmas
La Bombilla liegt am Rand des Aridane-Tals – dem fruchtbarsten und wirtschaftlich aktivsten Teil der Insel. Die Terrassenhänge sind mit Bananenplantagen bedeckt, die den Plátano Canario produzieren, die bekannteste Exportfrucht La Palmas. Avocados, Mangos und tropische Früchte gedeihen auf den unteren Hängen. Von der Küste bei La Bombilla aus sieht man diese Landschaft in ihrer Fülle: Grün soweit das Auge reicht, bis die Cumbre Vieja die Hänge in die Höhe treibt.
Die Cueva Bonita: Per Boot von Tazacorte
Von Puerto de Tazacorte aus starten die Touren zur Cueva Bonita – der schönsten Meereshöhle La Palmas, die man nur per Boot erreicht. Das Lichtspiel in der Höhle, das blaue Wasser und die Stille unter dem Felsdach machen die Tour zu einem der beeindruckendsten Erlebnisse der Insel.

Westküste ganzjährig – Praktische Informationen
La Bombilla liegt im Regenschatten des Gebirgszugs Cumbre Vieja – die Westküste erhält rund 300 Sonnentage im Jahr und ist selbst im Januar und Februar meist klar und warm. Wassertemperaturen von 20 bis 22 Grad ermöglichen das Baden das ganze Jahr über. Diese ganzjährige Verlässlichkeit macht die Westküste zur wichtigsten Tourismusregion La Palmas aber nicht La Bombilla.
Puerto Naos – nächster zugänglicher Strand, wenige Kilometer entfernt, schwarzer Lavakies, Promenade, Gastronomie, in der Saison Rettungsdienst.
Puerto de Tazacorte – Fischerhafen, Restaurants, Ausgangspunkt für Cueva-Bonita-Touren und Walbeobachtungsfahrten.
Cueva Bonita – Meereshöhle, nur per Boot erreichbar, ab Puerto de Tazacorte. Lichtspiel im türkisblauen Wasser, eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse La Palmas.
Mirador del Time – Kliffaussichtspunkt oberhalb von Tazacorte, Blick über das gesamte Aridane-Tal und die Westküste.
Aktuelle Zugangsinformationen: Cabildo Insular de La Palma (cabildodelapalma.es) oder Gemeinde Tazacorte.
Aktueller Zustand nach Tajogaite
Der Ausbruch des Tajogaite 2021 veränderte die Küste zwischen Puerto Naos und Tazacorte. La Bombilla lag am Rand des Lavasgebiets – einige Küstenabschnitte wurden verändert, andere blieben unberührt. Der aktuelle Zustand der Playa de La Bombilla und ihrer Zufahrt sollte vor dem Besuch bei lokalen Informationsstellen oder über aktuelle Online-Berichte geprüft werden.
Fazit: Playa de La Bombilla
La Bombilla war ein stiller, rauer Ort – eine Fischersiedlung mit felsgepflasterter Bucht und klarem Wasser, kein Sandstrand, keine Infrastruktur, aber ein authentisches Stück Westküste La Palmas. Der Tajogaite hat diesen Ort verändert und vorerst unzugänglich gemacht.
Wer die Westküste kennenlernen will, findet in Puerto Naos, Tazacorte und den umgebenden Ausflugsmöglichkeiten mehr als genug. La Bombilla kommt zurück, wenn die Messwerte es erlauben – nicht früher.
Häufige Fragen
Warum heisst der Strand La Bombilla?
Hat der Tajogaite-Ausbruch die Playa de La Bombilla verändert?
Wie kommt man zur Playa de La Bombilla?
Gibt es Restaurants in der Nähe?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


