Playa del Callejoncito – Garafías versteckter Strand

Der Name Callejoncito bedeutet kleines Gässchen – und der Weg, der zu diesem Strand führt, verdient diesen Namen. Eng, steil, zwischen Fels eingeklemmt: wer die Playa del Callejoncito kennt, hat sie gefunden, nicht gesucht. Dieser Strand an der Nordküste von Garafía ist für die grosse Mehrheit der La-Palma-Besucher unsichtbar. Und das gehört zu seinem Wesen.

Blick zur Playa del Callejoncito an der Nordküste von Garafía – einer der verstecktesten Strände La Palmas
Blick zur Playa del Callejoncito an der Nordküste von Garafía – einer der verstecktesten Strände La Palmas

Eine Bucht am Ende des Weges

Die Playa del Callejoncito liegt in einem schmalen Einschnitt der Nordküste, den die Schlucht eines kleinen Barrancos geschaffen hat. Schwarzer Sand, Lavagestein, das Rauschen des Atlantiks – mehr gibt es hier nicht. Keine Einrichtungen, keine Strandfahnen, keine anderen Besucher. Der Abstieg verlangt Trittsicherheit und festes Schuhwerk; die letzten Meter sind eng und ausgesetzt.

Wer unten ankommt, steht in einer Bucht, die das Gefühl von Entdeckung nicht simuliert, sondern liefert. Garafía ist die entlegenste Gemeinde La Palmas – und die Callejoncito ist ihr entlegenster Strand.

Der Wanderweg zur Playa de Callejoncito an der Nordküste La Palmas
Der Wanderweg zur Playa de Callejoncito an der Nordküste La Palmas

Zugang & Sicherheit

Enger, steiler Abstiegspfad – Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind Voraussetzung.

Kein Rettungsdienst, keine Strandfahnen, keine Infrastruktur.

Schwimmen nur bei absoluter Ruhe und für sehr erfahrene Schwimmer.

Rückweg einplanen – der Aufstieg ist anstrengender als der Abstieg.

Garafía: Wo die Insel am wildesten ist

Garafía ist die nördlichste und wildeste Gemeinde La Palmas. Die Steilklippen fallen hier fast senkrecht ins Meer, Lorbeerwälder bedecken die Schluchten, und der Blick von den Aussichtspunkten auf die offene Atlantikküste ist einer der weitesten der Insel. Der Queso de Garafía – ein gereifter Ziegenkäse aus der Milch lokaler Palmenziegen – gilt als einer der besten der Welt.

Der Kulturpark La Zarza y La Zarcita mit den Petroglyphen der Ureinwohner liegt wenige Kilometer entfernt. Wer die Callejoncito besucht, verbindet den Küstenabstieg gut mit einem Besuch der Felsritzungen und einem Glas Vino de Tea, dem harzigen Kiefernholzwein, der für Garafía so typisch ist wie der Käse.

Küstenlandschaft von Garafía: die nördlichste und wildeste Gemeinde La Palmas
Küstenlandschaft von Garafía: die nördlichste und wildeste Gemeinde La Palmas

Die Nordküste als Ganzes

Die Playa del Callejoncito ist einer von mehreren Zugangspunkten zur Nordküste Garafías. Der benachbarte Porís de Santo Domingo hat historische Verladestationen und Wohnhöhlen. Der Puerto de Garafía bietet einen der vollständigsten Ausblicke auf die wilde Nordküste. Wer Garafía kennenlernen will, plant einen ganzen Tag: Küste, Kulturpark, Käse.

LageNordküste La Palmas, Gemeinde Garafía
ZugangEnger, steiler Abstiegspfad – nur für Trittsichere
StrandSchmale Bucht, schwarzer Sand, naturbelassen
SchwimmenNur bei ruhiger See, nur für sehr Erfahrene
KombinierbarKulturpark La Zarza · Porís de Santo Domingo · Queso de Garafía
UnterkunftClariso Garafía (3 Häuser)

Unterkunft in Garafía

Garafía hat das kleinste Clariso-Angebot La Palmas – drei Häuser, alle mit dem Charakter der Abgeschiedenheit, die zur Gemeinde passt. Buchung über Clariso Garafía.

Garafía zu Fuss: Barrancos und Pfade

Garafía ist eine Wandergemeinde – nicht weil es Wanderschilder gibt und organisierte Touren, sondern weil die Landschaft es verlangt. Die Schluchten, die sich von den Bergen zur Küste ziehen, sind der Schlüssel zu allem: zum Queso de Garafía, der in den Hochtälern produziert wird, zum Callejoncito, der im Barranco liegt, zu den Petroglyphen, die an den Schluchtenwänden geritzt wurden. Wer Garafía zu Fuss erkundet, kommt näher heran als jeder Aussichtspunkt es erlaubt.

Wanderweg durch den Barranco Fagundo – grüne Schlucht im Norden La Palmas
Wanderweg durch den Barranco Fagundo – grüne Schlucht im Norden La Palmas

La Zarza y La Zarcita: Zeichensprache der Vergangenheit

Wenige Kilometer von der Playa del Callejoncito entfernt liegt der Kulturpark La Zarza y La Zarcita. In der Schlucht darunter sind in den Fels geritzte Spiralen und geometrische Muster zu sehen – hinterlassen von den Benahoaritas, den Ureinwohnern La Palmas, vor der spanischen Conquest. Was diese Zeichen bedeuten, ist nicht vollständig entschlüsselt. Aber dass sie da sind, dass Menschen hier oben an dieser Küste lebten und ihre Gedanken in Stein schrieben – das ist ein Gedanke, der beim Abstieg zur Callejoncito nachwirkt.

La Zarza y La Zarcita – geheimnisvolle Petroglyphen der Ureinwohner im Norden La Palmas
La Zarza y La Zarcita – geheimnisvolle Petroglyphen der Ureinwohner im Norden La Palmas

Der Käse, der keine Werbung braucht

Der Queso de Garafía braucht keine Marketinggeschichte. Er schmeckt so gut, dass die Geschichte sich von selbst erzählt. Die Palmenziegen grasen auf den Hochflächen über der Callejoncito, die Milch wird in kleinen Molkereien verarbeitet, der Käse reift in kühlen Kellerräumen. Wer ihn direkt in Garafía kauft – in einem der kleinen Läden am Dorfplatz oder bei einem der Produzenten –, zahlt weniger als im Tourismusladen und bekommt frischere Ware. Das ist der beste Abschluss eines Tages in Garafía.

El Tablado: Das Dorf über der Küste

Nicht weit von der Playa del Callejoncito liegt El Tablado – eines der abgeschiedensten Weiler La Palmas, auf einem Bergkamm über dem Meer, umgeben von tiefen Schluchten. Früher nur zu Fuss erreichbar, heute über eine kurvenreiche Strasse. Das Dorf ist klein und still; wer hier aufgewachsen ist, weiss, was Garafía bedeutet. Ein kurzer Umweg auf dem Weg zur Küste lohnt sich.

El Tablado, La Palma – das Dorf zwischen zwei Schluchten
El Tablado, La Palma – das Dorf zwischen zwei Schluchten

Wann man nach Garafía kommt

Garafía ist das ganze Jahr besuchtbar, aber der Frühling ist die beste Zeit. Im April und Mai sind die Schluchten grün, die Lorbeerwälder tragen frisches Blattwerk, und die Küste hat das Licht, das Fotografen auf La Palma immer suchen. Im Winter kann die Nordküste rau und bewölkt sein – nicht unschön, aber anders. Wer Sonne will, fährt im Winter lieber in den Süden. Wer Ursprünglichkeit will, kommt zu jeder Jahreszeit nach Garafía.

Vino de Tea: Der Wein des Nordens

Garafía produziert einen Wein, der auf den Kanaren einzigartig ist: den Vino de Tea. Die Reifezeit in Fässern aus Teakiefernholz gibt ihm einen harzigen Charakter, der polarisiert – man liebt ihn oder man findet ihn seltsam. Wer ihn zum ersten Mal trinkt, versteht, warum Wein ein Kulturgut ist: er schmeckt nach dem Ort, an dem er gewachsen ist. Mit einem Stück Queso de Garafía dazu ist das ein Abschluss des Tages, den kein Restaurant der Insel besser hinbekommt.

Fazit: Playa del Callejoncito

Die Playa del Callejoncito ist La Palmas verstecktester Strand: ein enger Abstieg, eine schmale Bucht, kein Betrieb.

Garafía zeigt sich hier in seiner ursprünglichsten Form – für alle, die bereit sind, sie zu finden.

Häufige Fragen

Wie kommt man zur Playa del Callejoncito?

Über einen engen, steilen Abstiegspfad an der Nordküste von Garafía. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Voraussetzung. Den Rückweg bergauf immer einplanen.

Kann man in der Playa del Callejoncito schwimmen?

Nur bei absoluter Ruhe und nur für sehr erfahrene Schwimmer. Kein Rettungsdienst, keine Strandfahnen.

Was ist der Vino de Tea?

Ein kanarischer Wein, der in Garafía in Fässern aus Teakiefernholz gereift wird – mit einem einzigartigen harzigen, rauchigen Charakter. Zusammen mit dem Queso de Garafía eine der besonderen kulinarischen Erfahrungen La Palmas.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com