Porís de Candelaria – Die Piratenbucht
Manche Orte erklären sich von selbst, sobald man sie sieht. Porís de Candelaria ist so ein Ort. Unter einem gigantischen Felsüberhang drängen sich rund zwanzig kleine weisse Häuschen ans Meer – ein Teil in den Fels gehauen, ein Teil dazwischen gequetscht, als hätte jemand ein Dorf gebaut, das nicht gesehen werden wollte. In dieser Abgeschiedenheit liegt der Name: Piratenbucht.

Eine Bucht mit Geschichte
Die Überlieferung sagt, dass hier Piraten und Schmuggler Zuflucht fanden. Glaubwürdig ist das – die Bucht ist von der Küstenstrasse aus unsichtbar, von der See aus kaum auszumachen und zu Fuss nur über steile Pfade erreichbar. Wer hier ankam, wollte nicht gefunden werden. Heute sind es Fischer und Familien aus der Region, die an Sommerwochenenden ihre Häuschen öffnen, Boote ins Wasser lassen und einen Alltag leben, der mit dem Touristenbetrieb der Insel nichts zu tun hat. Unter der Woche ist die Bucht still.
Mythos der Piraten: Der Name „Piratenbucht“ ist ein touristischer Marketingbegriff. Einheimische nennen den Ort ausschließlich Porís de Candelaria. Früher diente er als wichtiger Umschlagplatz für den legalen Handel; eine Piratenbasis hat es dort nie gegeben.

Das Licht der Nachmittagsstunden
Vor allem nachmittags zeigt die Bucht ihr bestes Gesicht. Dann erreicht die Sonne selbst die hintersten Häuschen, die Steilwände leuchten orange, und das Wasser davor ist das Türkis, das man auf La Palma überall findet – aber hier, in diesem Rahmen aus Fels und Häusern, sieht es anders aus als anderswo. Die Piratenbucht ist ein Bild. Wer es einmal gesehen hat, trägt es mit.

Wie man hinkommt: Wanderung oder Boot
Zwei Wege führen nach Porís de Candelaria. Die Wanderung Wanderung Barranco del Jurado zur Piratenbucht steigt vom Mirador Barranco del Jurado in Tijarafe hinunter – anspruchsvoll, steil, für trittsichere Wanderer. Von Puerto de Tazacorte starten regelmässig Bootstouren, die die Bucht von der Seeseite zeigen: das ist die Perspektive der Piraten.
Man kann mit dem Auto bis zu einem kleinen Parkplatz oberhalb der Bucht fahren – von dort sind es nur noch etwa 5 bis 10 Minuten zu Fuß über einen asphaltierten Weg. „Unsichtbar“ und abgeschieden ist die Bucht aber trotz der Straße geblieben.
Zugang & Sicherheit
Zu Fuss erreichbar: Abstieg ca. 45–75 min – festes Schuhwerk und Trittsicherheit Pflicht.
Per Boot: Aussicht auf die Bucht von der Seeseite – kein Anlegen, Rückfahrt mit dem Boot.
Schwimmen nur bei ruhiger See und nur für erfahrene Schwimmer – kein Rettungsdienst.
Den Rückweg bergauf einplanen: er ist anstrengender als der Abstieg.
Die Cueva Bonita nebenan
Wenige Kilometer die Steilküste entlang liegt die Cueva Bonita – La Palmas schönste Meereshöhle, nur per Boot erreichbar. Wer von Puerto de Tazacorte aus eine Bootstour plant, kann beide in einem Ausflug verbinden: zuerst die Höhle mit ihrem Lichtspiel, dann die Piratenbucht mit ihren Häuschen. Das ist die vollständigste Antwort auf die Frage, was die Westküste La Palmas zu bieten hat.

| Lage | Westküste La Palmas, Gemeinde Tijarafe, nahe Cueva Bonita |
|---|---|
| Zugang | Wanderung Wanderung Barranco del Jurado zur Piratenbucht (45–75 min) oder Bootstour ab Tazacorte |
| Schwimmen | Nur bei ruhiger See und für Erfahrene |
| Besonderheit | Wochenendsiedlung unter Felsüberhang |
| Beste Zeit | Sommer, nachmittags – wenn die Sonne in die Bucht fällt |
| Unterkunft | Clariso Tijarafe (37 Häuser) |
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Tijarafe: Das Dorf über der Bucht
Tijarafe ist klein und unaufgeregt. Der Ortskern selbst tritt kaum hervor: eine Kirche mit einem der schönsten Holzgewölbe der Westküste, ein Kirchplatz mit alten Bäumen, ein paar Bars – mehr braucht es hier nicht. Drumherum ein Geflecht aus Wegen, Gärten und einzeln stehenden Häusern, manche frei mit Blick aufs Meer, andere an steile Hänge geschmiegt. Großen Touristenbetrieb sucht man vergebens. Was Tijarafe dafür hat: die Piratenbucht, traumhafte Sonnenuntergänge und Wanderwege, die kein Ende nehmen wollen.

Wanderweg Wanderung Barranco del Jurado zur Piratenbucht: Strecke und Charakter
Die Route Wanderung Barranco del Jurado zur Piratenbucht führt vom Mirador Barranco del Jurado hinunter durch die Schlucht und dann entlang der Westküste nach Porís de Candelaria. Der Abstieg durch den Barranco dauert je nach Kondition 45 bis 75 Minuten. Der Küstenabschnitt danach ist wilder als erwartet – kein markierter Weg, sondern Lavagestein und Orientierung am Meer. Wer weitermacht, erreicht nach weiteren 90 Minuten die Piratenbucht. Fünf bis sieben Stunden für die Gesamttour hin und zurück: ein langer Tag, einer der besten auf der Insel.

La Palma in seinen besten Stunden
Die Piratenbucht ist in der Nachmittagssonne am schönsten – wenn das Licht tief in den Felsüberhang fällt und die weissen Häuschen leuchten. Aber auch im Morgenlicht, wenn man als erster ankommt und die Bucht noch still ist, hat sie etwas Ergreifendes. Es ist nicht der schönste Strand La Palmas. Es ist kein Strand überhaupt, im eigentlichen Sinn. Es ist ein Ort, an dem man versteht, wie Menschen auf einer Vulkaninsel gelebt haben – mit dem Fels, nicht gegen ihn.
Schwimmen in der Piratenbucht
Bei ruhiger See ist das Wasser vor der Piratenbucht das, was man auf La Palma überall sucht: türkis, klar, kalt genug um wach zu bleiben, warm genug um zu verweilen. Felsige Eintritte, kein Sand unten – Badeschuhe sind sinnvoll. Die Brandung schläft hier gelegentlich wirklich, besonders in den frühen Morgenstunden. Kein Rettungsdienst, keine Strandfahnen: wer ins Wasser geht, entscheidet selbst.
Ferienhäuser direkt in der Bucht
Einige der Häuschen in der Piratenbucht sind gelegentlich zu mieten – über lokale Vermittler in Tijarafe, keine Buchungsplattform, kein Komfort im üblichen Sinn. Was man bekommt: vier Wände im Fels, das Meeresrauschen als einzige Geräuschkulisse, und das Gefühl, an einem Ort zu wohnen, den man sonst nur kurz besucht. Wer das sucht, fragt vor Ort in Tijarafe nach.
Jahresrhythmus: Stille und Wochenenddorf
Montag bis Freitag: leer. Samstag und Sonntag im Sommer: Fischer, Familien, offene Häuschen, Boote im Wasser. Das ist der Rhythmus der Piratenbucht – ein Ort, der zweimal die Woche lebt und fünfmal schläft. Wer unter der Woche kommt, hat die Bucht für sich. Wer am Wochenende kommt, erlebt, was ein Küstendorf ist, das nicht für Touristen existiert. Das Sunhikes-Video zeigt die Bucht und den Blick auf die Landschaft – ein gutes erstes Bild, bevor man selbst den Weg antritt.
Was die Bootstour bietet
Wer die Piratenbucht per Boot von Tazacorte aus besucht, sieht sie, wie man sie sonst nicht sieht: von der Seeseite. Die Häuschen tauchen plötzlich aus dem Fels auf, der Überhang ist von unten noch imposanter, und das türkise Wasser zwischen Boot und Fels hat eine Tiefe, die man von oben nicht ahnt. Auf dem Rückweg führen die meisten Touren noch durch die Cueva Bonita – ein Bonus, der die Fahrt doppelt lohnenswert macht.
Fazit: Porís de Candelaria
Die Piratenbucht ist La Palmas spektakulärstes Küstenjuwel: ein Felsüberhang, zwanzig Häuschen, türkises Wasser – und eine Geschichte, die das Wort Piraten verdient.
Nur zu Fuss oder per Boot erreichbar, und genau deshalb unvergesslich.
Häufige Fragen
Wie kommt man zur Piratenbucht Porís de Candelaria?
Kann man in der Piratenbucht schwimmen?
Kann man in der Piratenbucht übernachten?
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Was ist der kürzeste Weg zur Piratenbucht?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


