Playa del Faro – Kiesstrand unter den Leuchttürmen

Ganz an der Südspitze La Palmas, unterhalb der beiden Leuchttürme von Fuencaliente, liegt die Playa del Faro. Klein, kieselig, unprätentiös – und trotzdem einer jener Strände, an die man sich erinnert. Nicht wegen der Grösse oder der Ausstattung, sondern wegen der Kulisse: Leuchtturm oben, Atlantik vorne, Lavaklippen rechts und links.

Die Playa del Faro – Kiesstrand direkt unterhalb der Leuchttürme von Fuencaliente an der Südspitze La Palmas
Die Playa del Faro – Kiesstrand direkt unterhalb der Leuchttürme von Fuencaliente an der Südspitze La Palmas

Ein Kiesstrand mit Charakter

Die Playa del Faro ist klein. Der Kies ist grob und macht Badeschuhe zur Pflicht – wer barfuss über den Strand geht, bereut es schnell. Aber diese Bescheidenheit ist Teil des Reizes: kein touristischer Betrieb, keine Liegestühle, keine Massen. Direkt oberhalb liegt eine kleine Fischersiedlung, die an schönen Tagen gut besucht ist.

Direkt in der Siedlung liegt ein legendärer Fischkiosk, der fangfrischen Fisch und ein kühles Glas Wein serviert – mit Blick auf die Leuchttürme und den tosenden Atlantik. Lapas auf dem Lavastein, Vinagrillo mit Mojo, ein Glas lokalen Weisswein: das ist die Küche der Südspitze, schlicht und gut. Wer nach dem Strandbesuch hungriger als erwartet zurückkommt, ist hier genau richtig. Tipp: Da der Kiosk meist am späten Nachmittag schließt, eignet er sich ideal für ein ausgiebiges Mittagessen.

Kiesstrand der Playa del Faro – grober Lavakies, klares Wasser, Leuchttürme im Rücken
Kiesstrand der Playa del Faro – grober Lavakies, klares Wasser, Leuchttürme im Rücken

Baden & Sicherheit

Die Strandfahnen geben täglich Auskunft über die Badebedingungen:

Grün: Ungefährliches Baden möglich.

Gelb: Vorsicht – Wellengang oder Strömung. Kinder und unsichere Schwimmer an Land.

Rot: Absolutes Badeverbot. Missachtung ist lebensgefährlich.

Badeschuhe sind Pflicht – der Kiesgrund ist scharf und schmerzhaft bei Barfussgang.

Kein Rettungsdienst vor Ort. Auf Strömungen achten, besonders bei auflandigem Wind.

Die Leuchttürme von Fuencaliente

Direkt oberhalb der Playa del Faro stehen die beiden Leuchttürme von Fuencaliente: der alte, gemauerte Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert und der moderne Neubau daneben. Vom Fussweg zwischen den Türmen hat man einen der weitesten Panoramablicke der Insel – bei klarer Sicht bis La Gomera, El Hierro und Teneriffa mit dem Teide.

Die Salinas de Fuencaliente, die historischen Meerwassersalinen, liegen ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Der Komplex aus Strand, Leuchttürmen und Salinen macht die Südspitze zu einem der kompaktesten und eindrucksvollsten Ausflugsziele La Palmas.

LageSüdspitze La Palmas, Gemeinde Fuencaliente, unter den Leuchttürmen
StrandKleiner Kiesstrand, grober Lavakies
BadeschuhePflicht – Kies ist scharf
InfrastrukturFischersiedlung oberhalb, kleine Bar mit Fischküche
LeuchttürmeAlter + neuer Leuchtturm direkt oberhalb, Panoramablick
KombinierbarSalinas de Fuencaliente · Playa Echentive · Vulkankrater San Antonio

Geschichte: Zwei Leuchttürme, eine Küste

Der alte Leuchtturm von Fuencaliente stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde 1903 in Betrieb genommen Als der Vulkan Teneguía 1971 ausbrach, kam die glühende Lava zwar haarscharf vor dem Gebäude zum Stehen, doch die heftigen seismischen Erschütterungen beschädigten den historischen Steinturm schwer. Weil die Struktur dauerhaft instabil blieb, errichtete man 1985 direkt daneben einen neuen, doppelt so hohen Betonturm. Heute steht der alte Turm als historisches Denkmal neben seinem modernen Nachfolger – ein seltenes Bild, das Vulkangeschichte und Seefahrtshistorie in einem einzigen Blickfeld vereint. Von der Terrasse zwischen den beiden Türmen öffnet sich einer der weitesten Panoramablicke La Palmas: nach Osten, wo La Gomera und El Hierro bei klarer Sicht sichtbar sind.

Faro de Fuencaliente: Zwei Leuchttürme, eine Küste – Südkap La Palma
Faro de Fuencaliente: Zwei Leuchttürme, eine Küste – Südkap La Palma

Wandern entlang der Südküste: Zwei Richtungen, zwei Welten

Von den Leuchttürmen an der Südspitze aus trennen sich die Wege in zwei völlig unterschiedliche Welten. Wandert man nach Osten, bleibt man auf Meereshöhe: Vorbei an den leuchtenden Salzgärten der Salinen folgt man der wilden Küstenlinie nach Norden bis zur einsamen, von Lavagestein umrahmten Playa de las Cabras mit Lavaklippen und alten Fischerpfaden..

Zieht es einen von den Leuchttürmen aus stattdessen nach Nordwesten, lässt man den Ozean hinter sich und steigt über den Wanderweg GR-131 steil hinauf in die karge Vulkanwelt. Durch tiefe, pechschwarze Aschefelder wandert man erst zum jüngeren Krater des Volcán de Teneguía hinauf und schließlich weiter bis zum mächtigen, kiefernbewachsenen Kraterrand des Volcán San Antonio. Das Gelände ist abwechslungsreich, die Wege teilweise anspruchsvoll – festes Schuhwerk ist auch hier die Grundausstattung.

Volcán San Antonio, Fuencaliente – Kraterblick
Lavalandschaft am Volcán Teneguía – Wandern am Südkap La Palmas

Anreise und praktische Hinweise

Von der Hauptstraße im Süden führt die steile Küstenstraße LP-2071 zur Anfahrt, ausgeschildert bis zum Parkplatz direkt an den Leuchttürmen. Wegen der vielen Kurven sollte für die Fahrt ausreichend Zeit eingeplant werden: Sowohl von Santa Cruz im Osten als auch von Los Llanos de Aridane im Westen dauert sie jeweils etwa 45 bis 55 Minuten. Da die Straßen durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut sind, ist ein Mietwagen für diesen Ausflug definitiv die komfortabelste Option.

Der Weg zur Playa del Faro ist kurz und unkompliziert – vom Parkplatz bei den Leuchttürmen geht man zu Fuss in wenigen Minuten hinunter. Der Faro de Fuencaliente steht auf öffentlichem Gelände und ist frei zugänglich. Kein Eintritt, kein Ticket – nur der Atlantik und die Aussicht.

Naturdenkmal Los Volcanes de Teneguía: Auf den Spuren der Urgewalten

Etwa 15 bis 20 Fahrminuten von der Playa del Faro entfernt thront das Naturdenkmal Los Volcanes de Teneguía mit seinen zwei mächtigen Kratern über der Südspitze. Am Volcán San Antonio führt ein gesicherter Pfad auf einen Teil des Kraterrandes, von wo aus man einen Blick in die Tiefe des pinienbewachsenen Kessels und über die gesamte Südküste genießt. Spürbar steiler und wilder zeigt sich der jüngere Nachbar Teneguía, der erst 1971 entstand: Über eine kurze Wanderung durch die pechschwarze Aschelandschaft lässt er sich erreichen. Kombiniert mit der Playa del Faro und den bunten Salinen wird daraus ein faszinierender, ausgiebiger Tagesausflug in die geologisch dramatischste Ecke La Palmas.

Volcán San Antonio, Fuencaliente – Kraterblick
Volcán San Antonio, Fuencaliente – Kraterblick

Sal de Teneguía: Das Salz neben dem Strand

Neben dem Strand, an der Basis des Leuchtturm-Kliffs, liegen die Salinas de Fuencaliente. Hier wird das Sal de Teneguía gewonnen – von Hand, in flachen Becken, nach einer Methode, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert hat. Das Salz ist auf den Kanaren bekannt und in vielen Restaurants der Insel zu finden. Ein kurzer Spaziergang von der Playa del Faro zu den Salinen und zurück dauert kaum eine halbe Stunde.

Sal de Teneguía, Fuencaliente – das Salz neben dem schwarzen Strand
Sal de Teneguía, Fuencaliente – das Salz neben dem schwarzen Strand

Beste Reisezeit Fuencaliente

Dank des milden Küstenklimas eignet sich die Südspitze La Palmas hervorragend als Ganzjahresziel. Im Winter liegen hier Temperaturen um 20 Grad, während die Nordküste oft unter Wolken liegt. Die Gemeinde liegt im Regenschatten des Gebirgszugs Cumbre Vieja, der Wolken aus dem Norden aufhält. Während die Nordküste in Passatwolken liegt, scheint in Fuencaliente fast immer die Sonne. Das macht die Playa del Faro auch im Dezember und Januar zu einem attraktiven Ziel – wenn andere Strände La Palmas von Wolken und Wind geprägt sind, liegt die Südspitze im Sonnenlicht. Wassertemperaturen von 19 bis 22 Grad machen auch das Schwimmen im Winter möglich.

Playa del Faro im Tagesablauf

Der ideale Tagesplan für die Playa del Faro: Morgens ankommen, wenn der Parkplatz bei den Leuchttürmen noch leer ist. Abstieg zum Strand. Baden – oder nur schauen. Aufstieg zurück. Kurzer Besuch bei den Leuchttürmen. Salinen-Spaziergang. Mittagessen in der Fischersiedlung. Nachmittags Weiterzug zu den Vulkankratern oder Weinbergen.

Fazit: Playa del Faro

Klein, kieselig, unvergesslich: die Playa del Faro ist kein Komfortstrand – sie ist der Strand am Ende der Insel, unter den Leuchttürmen, mit Blick aufs Meer.

Badeschuhe einpacken, Fisch bestellen, Leuchtturm anschauen: das ist der Plan für einen halben Tag an der Südspitze La Palmas.

Häufige Fragen

Warum heisst der Strand Playa del Faro?

Faro bedeutet Leuchtturm. Der Strand liegt direkt unterhalb der beiden Leuchttürme von Fuencaliente an der Südspitze La Palmas – daher der Name.

Braucht man wirklich Badeschuhe?

Ja, unbedingt. Der Kies ist grob und scharfkantig. Wer ohne Badeschuhe kommt, kann den Strand kaum geniessen.

Gibt es etwas zu essen in der Nähe?

Ja – in der kleinen Fischersiedlung an der Playa gibt es eine Bar mit frischem Fisch und Wein. Einfach, aber gut – und mit einem der schönsten Blicke auf die Südspitze.

Was kann man in der Nähe noch besichtigen?

Die beiden Leuchttürme (alter und neuer Faro de Fuencaliente), die Salinas de Fuencaliente und die Vulkankrater San Antonio und Teneguía.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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