Charco Azul – Naturschwimmbecken bei San Andrés
Charco Azul bedeutet blaue Lagune – oder, bescheidener übersetzt, blaue Pfütze. Was sich dahinter verbirgt, ist eines der schönsten Naturbäder La Palmas: drei Meerwasserbecken im Lavagestein, geschützt vor der Atlantikbrandung, zwischen San Andrés und dem Puerto Espíndola gelegen. Ruhig, gepflegt und beliebt – vor allem bei Einheimischen.

Drei Becken im Lavagestein: Der Charco Azul
An der Uferpromenade Paseo Marítimo de San Andrés liegen die Naturschwimmbecken des Charco Azul. Die normalerweise starke Brandung an diesem Küstenabschnitt wurde mit Wellenbrechern abgeschwächt, die Becken mit Betonmauern gegen das offene Meer abgegrenzt. Entstanden sind drei Bereiche: ein grosses Schwimmbecken, ein kleines Kinderbecken und das Charco de las Damas – die Lagune der Damen.
Die Becken sind vom Lavagestein umschlossen und werden je nach Gezeitenstand und Brandung mit frischem Meerwasser versorgt. Auf den löchrigen Lavasteinen rund um die Becken huschen kleine schwarze und rote Krebse umher – ein stiller Hinweis darauf, dass man hier im Lebensraum des Atlantiks sitzt, nicht in einem Freibad.

Baden & Sicherheit
Die Strandfahnen geben täglich Auskunft über die Badebedingungen:
Grün: Ungefährliches Baden möglich.
Gelb: Vorsicht – Wellengang oder Strömung. Kinder an Land.
Rot: Absolutes Badeverbot. Missachtung ist lebensgefährlich.
Bei Flut und starker Brandung brechen Wellen über den Damm – vom Schwimmen ist dann dringend abzuraten.
An ruhigen Tagen bieten die Becken sicheres und familienfreundliches Baden.
Ausstattung und Infrastruktur
Für ein Naturbad ist die Anlage großzügig ausgestattet: Weitläufige Liegeterrassen, Umkleidekabinen, Duschen, Toiletten und ein kleiner Kinderspielplatz stehen zur Verfügung. Da der Zugang komplett öffentlich und kostenlos ist, lässt sich problemlos ein eigenes Picknick mitbringen. Wer sich lieber bewirten lässt, findet direkt oberhalb der Becken ein urig-kanarisches Restaurant mit fantastischer Meerblick-Terrasse, auf der fangfrischer Fisch serviert wird.
An Sommerwochenenden geht es an den Becken lebhaft zu, vor allem einheimische Familien zieht es dann hierher. Wer Ruhe sucht, kommt besser unter der Woche oder außerhalb der Hauptsaison.
Lage und Anfahrt
Vom historischen Ortszentrum San Andrés führt eine von Bananenplantagen gesäumte Straße in wenigen Minuten hinab zum Charco Azul; direkt an der Anlage steht ein großer Parkplatz bereit. Wer lieber zu Fuß geht, kann alternativ einen malerischen Klippenpfad zum Bad nehmen. Trotz seiner Beliebtheit hat sich der wilde Nordosten La Palmas hier seinen unverfälschten, ursprünglichen Charakter bewahrt.
| Lage | Uferpromenade Paseo Marítimo de San Andrés, zwischen San Andrés und Puerto Espíndola |
|---|---|
| Becken | 1 grosses Schwimmbecken + 1 Kinderbecken + Charco de las Damas |
| Meerwasser | Frischwasserzufuhr durch Gezeiten und Brandung |
| Infrastruktur | Sonnenschirme, Liegen, Duschen, Umkleiden, Spielplatz, Restaurant |
| Geeignet für | Familien, Kinder, ruhige Schwimmer |
| Belebung | Wochenenden im Sommer stark frequentiert |
| Anfahrt | Von San Andrés über Bananenplantagen-Strasse zur Küste |
Die Naturanlage
Statt gegen die Elemente anzukämpfen, setzt der Charco Azul auf Naturmaterialien, organische Formen und eine harmonische Einbettung in die Küstenlinie – ein Paradebeispiel nachhaltigen, kanarischen Designs. Restaurant, Liegeterrassen und geschwungene Wege respektieren das raue, pechschwarze Lavagestein, statt es zu verdecken. Die vulkanischen Felsformationen wurden geschickt als natürliche Mauern und Windschutz integriert, sodass die Anlage wie ein organischer Teil der wilden Steilküste wirkt.

San Andrés und die Nordostküste
Im fruchtbarsten Landesteil La Palmas liegt San Andrés. Die Nordostküste zeigt sich ganzjährig grün und feucht, geprägt von weitläufigen Bananenplantagen und den nahen Lorbeerwäldern. Ein echtes Juwel ist der historische Ortskern von San Andrés: Kopfsteingepflasterte Gassen, denkmalgeschützte Herrenhäuser aus der Kolonialzeit und eine idyllische Plaza verleihen ihm ein herrlich authentisches Flair. Zusammen mit dem malerischen Küstenwanderweg und dem kleinen Fischerhafen Puerto Espíndola bildet das nahegelegene Naturbad Charco Azul den perfekten Ausgangspunkt für einen ausgiebigen Entdeckertag in dieser Region.

Puerto Espíndola – der Nachbarhafen
Direkt neben dem Charco Azul liegt Puerto Espíndola, einer der charaktervollsten kleinen Häfen La Palmas. Fischer reparieren Netze, bunte Boote schaukeln im Wasser. Das Hafenbecken ist für Schwimmer freigegeben – das Wasser ist hier tiefer und klarer als in den Becken des Charco Azul. Ein kurzer Abstecher lohnt sich immer.
Die Gezeiten: Wann sind die Bedingungen am besten?
Das Badeerlebnis im Charco Azul hängt stark von Gezeiten und Wellengang ab. Bei ruhiger See und moderatem Wasserstand lässt es sich angenehm und sicher in den Becken schwimmen. Besonders reizvoll wird es bei auflaufendem Wasser oder moderater Flut, wenn die Wellen sanft über die Begrenzungsmauern schwappen und die Becken mit frischem, glasklarem Atlantikwasser auffüllen. Bei starkem Sturm und hoher Brandung dagegen brechen die Wellen mit gewaltiger Kraft über den Damm und verwandeln die Pools in aufgewühlte, gefährliche Gischt – dann gilt striktes Badeverbot.

Lorbeerwald Los Tilos in der Nähe
Wenige Kilometer von San Andrés entfernt liegt das UNESCO-Biosphärenreservat Los Tilos – eine der letzten intakten Lorbeerwälder der Welt. Der Wanderweg durch die Schlucht, vorbei an Wasserfällen und alten Bewässerungstunneln, ist einer der eindrucksvollsten La Palmas. Eine Kombination aus Naturbad am Charco Azul und Lorbeerwaldwanderung in Los Tilos macht aus einem Tagesausflug in den Nordosten ein vollständiges Erlebnis.

Anreise und Unterkunft
Am besten erreicht man San Andrés über die Hauptstraße LP-1, die die Ostküste La Palmas von Süden nach Norden durchzieht. Auf Höhe von Los Sauces zweigt die Küstenstraße LP-104 ab, die direkt hinab in den Ort und zum gut ausgeschilderten Charco Azul führt. Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt von Santa Cruz aus über die gut ausgebaute Strecke etwa 20 bis 25 Minuten.
Bei der Unterkunft gilt: Das größte Angebot an Hotels und Ferienwohnungen findet sich im nahen Santa Cruz oder in den touristischeren Orten im Osten. Wer lieber direkt im wilden Nordosten übernachten möchte, findet in San Andrés, Los Sauces oder Barlovento charmante, ländliche Ferienhäuser (Casas Rurales) und vereinzelte Apartments – das Angebot ist überschaubar, dafür aber die Ruhe umso größer.
Charco Azul für Familien
Der Charco Azul ist einer der familienfreundlichsten Badeorte der Insel. Das Kinderbecken ist flach und durch den Lavadamm geschützt. Der Spielplatz liegt direkt an der Anlage. Duschen und Umkleiden sind vorhanden. Rettungsschwimmer sind in der Hauptsaison im Dienst. Das Restaurant oberhalb bietet zwar keine expliziten Kindermenüs, hält aber mit Fischkroketten, Pommes oder Tintenfischringen genug Auswahl für kleine Gäste bereit.

Öffnungszeiten und Eintritt
Ganzjährig frei zugänglich und ohne Eintritt lässt sich das Naturbad Charco Azul besuchen. Die gemeindeeigenen sanitären Anlagen sind tagsüber verlässlich geöffnet; die Öffnungszeiten des angrenzenden Restaurants können hingegen schwanken – wer fest zum Mittagessen einkehren möchte, sollte vorab kurz die aktuellen Zeiten prüfen. In der Hauptsaison von Juli bis September füllen sich vor allem die Wochenenden. Für einen entspannten Restaurantbesuch empfiehlt sich daher eher ein Werktag: ruhiger, mit kürzeren Wartezeiten, bei gleichbleibender Qualität des fangfrischen Fischs. Wichtig bleibt in jedem Fall der Blick aufs Wetter – bei roter Flagge ist das Schwimmen lebensgefährlich und strikt untersagt.

Meerwasserbäder im Vergleich
La Palma hat mehrere natürliche Meerwasserbäder: Charco Azul in San Andrés, La Fajana bei Barlovento und kleinere Becken entlang der Küste. Charco Azul ist das bekannteste und am besten ausgestattete. La Fajana ist wilder und etwas abgelegener. Wer Zeit hat, besucht beide – sie liegen ca. 15 – 20 Minuten Fahrzeit auseinander und ergänzen sich gut: Charco Azul für Komfort und Infrastruktur, La Fajana für Wildheit und Stille. Beide zusammen an einem Tag ist möglich, erfordert aber einen frühen Start.
Fazit: Charco Azul
Charco Azul ist das schönste Naturbad der Nordostküste – mit drei Meerwasserbecken im Lavagestein, Kinderbecken, guter Infrastruktur und einem Restaurant mit Aussicht.
Kein Sandstrand, aber auch kein Kompromiss: wer Baden mit Naturkulisse verbinden will, ohne auf Komfort zu verzichten, ist hier genau richtig.
Besonders empfehlenswert für Familien und alle, die das ruhige, tourismussparliche La Palma im Nordosten kennenlernen wollen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Charco Azul?
Ist Charco Azul für Kinder geeignet?
Gibt es ein Restaurant am Charco Azul?
Wann ist es am Charco Azul am ruhigsten?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


