El Remo – Wo der Fisch noch frisch ist
Es gibt Orte auf La Palma, die man nicht besucht, weil sie schön sind. Man besucht sie, weil sie echt sind. El Remo ist so ein Ort: ein kleiner Küstenort südlich von Puerto Naos, mit einem schwarzen Sandstrand, einigen Fischerhütten und Restaurants, in denen das auf dem Tisch landet, was morgens noch im Netz war.

Der Ort und sein Fisch
Die Restaurants von El Remo gelten unter Kennern als einige der besten der Westküste. Das Angebot ist simpel und wechselt täglich: Vinagrillo, Sama, Cherne, Bocinegro – kanarische Fischarten, die auf touristischen Speisekarten selten stehen. Dazu Papas arrugadas, Mojo aus dem Haus, ein Glas Malvasia. Wer bestellen will, was heute frisch ist, fragt einfach. Das ist immer die richtige Frage in einem Küstenort.
Der Strand
Der Strand von El Remo ist das, was ein Hafenstrand ist: schwarzer Sand, Fischerboote, Einstiegsleiter am Fels, Lavagestein am Rand. Baden ist möglich, aber wer wegen des Strandes kommt, fährt lieber nach Puerto Naos oder Charco Verde. Man kommt nach El Remo wegen der Atmosphäre: dem Geruch nach Fischfang, dem Geräusch von Netzen, dem Gefühl, nicht in einer für Touristen angelegten Kulisse zu sein.

Baden & Sicherheit
Auf Strandfahnen achten – Westküstenstrände haben häufig Unterströmungen.
Badeschuhe empfehlenswert – Lavagestein am Strandrand.
Kein Rettungsdienst vor Ort.
Aktuellen Zustand nach Tajogaite 2021 vorab prüfen.
Anreise und Lage
El Remo liegt von Puerto Naos aus wenige Kilometer südlich entlang der Küstenstrasse, die hier in einer Sackgasse endet. Mietwagen empfohlen. Los Llanos de Aridane, die grösste Stadt der Insel, liegt ein paar Kilometer oberhalb – mit Markt, Supermärkten und dem dichtesten Unterkunftsangebot der Westküste.
Nach dem Tajogaite 2021
Der Ausbruch des Tajogaite 2021 veränderte die Küste nördlich von El Remo. Lavaströme flossen ins Meer und schufen neues Küstenland. El Remo lag am Rand dieses Geschehens – zeitweise gesperrt, seit 2025/2026 weitgehend wieder zugänglich. Das Lavafeld beginnt nördlich des Hafens.
| Lage | Westküste, südlich von Puerto Naos, Gemeinde Los Llanos |
|---|---|
| Highlight | Fischrestaurants – frischster Fisch der Westküste |
| Strand | Schwarzer Sand, Hafencharakter |
| Parken | Am Hafen |
Das Tajogaite-Lavafeld: Neues Küstenland
Vom Mirador de Las Hoyas an der Straße nach Puerto Naos sieht man das Lavafeld des Tajogaite-Ausbruchs von 2021. Neues Land, noch warm, noch dunkel, noch ohne Geschichte – das Kap, das der Vulkan schuf, trifft hier auf das Meer.

Der Küstenpfad nach Puerto Naos
Ein einfacher Küstenpfad verbindet El Remo mit Puerto Naos im Süden – etwa 45 Minuten zu Fuss. Der Weg führt durch eine Landschaft, die zeigt, wie die Westküste La Palmas ohne Strasse aussieht: Lavagestein, Bananenplantagen an den Hängen, das Meer davor. Wer morgens in Puerto Naos startet, entlang des Küstenpfads nach El Remo läuft und dort zu Mittag isst, hat die Westküste mit den Füssen verstanden.
Warum El Remo wichtig ist
Es gibt auf La Palma genug Orte, die für Besucher gemacht wurden. El Remo ist keiner davon. Das Lavafeld dahinter ist kein Ausflugsziel, es ist die jüngste Schicht der Inselgeschichte. Manche schwärmen dann von Ursprünglichkeit, andere sehen nur ärmliche Behausungen. Wer nach El Remo kommt, ist Gast in einem echten Ort – und das merkt man.
Frühmorgens in El Remo
Um 7 Uhr ist die Bucht schon wach. Die Kleinfischer ziehen ihre Boote über die Steine ins Wasser, richten die Netze, tauschen ein paar Sätze im Vorbeigehen – mehr braucht dieser Morgen nicht. Kein Kai, an dem sich etwas inszeniert, kein Hafenbecken, das den Blick lenkt. Nur Felsen, Wasser, Boote, die ablegen. Mittags, wenn die Restaurants öffnen, ist davon nichts mehr zu sehen: El Remo hat zwei Gesichter, und dieses hier zeigt sich nur denen, die früh genug da sind.
Einen Hafen im eigentlichen Sinn gibt es hier nicht. Was wie einer wirkt, ist eine geschützte Bucht, die die Fischer seit jeher nutzen, weil das Wasser ruhig genug ist und der Strand einen Zugang bietet. Am Nachmittag gehört dieselbe Stelle den Badegästen und Schnorchlern; Metallleitern an den Klippen führen bequem hinunter ins offene Meer.

Was nördlich von El Remo wartet
Wer von El Remo aus weiterfährt, kommt nach wenigen Kilometern nach Tazacorte – dem nächsten Fischerhafen der Westküste, mit Restaurants, Bootstouren zur Cueva Bonita und dem Hafen, von dem aus Tagesgäste zur Piratenbucht aufbrechen. Die Westküste zwischen El Remo und Tazacorte ist der am dichtesten besiedelte Küstenabschnitt der Insel: frischer Fisch, Bootstouren, Lavafeld, Bananenplantagen, schwarzer Sand – alles in kurzer Fahrzeit hintereinander.
El Remo im Winter
El Remo ist im Winter stiller als im Sommer. Weniger Boote, weniger Gäste in den Restaurants, mehr Platz. Was gleich bleibt: der Fisch. Im Winter ist das Angebot manchmal interessanter als im Sommer, weil andere Arten in den kanarischen Gewässern aktiv sind. Die Westküste hat an guten Wintertagen 20 bis 22 Grad – warm genug, um mittags im Freien zu sitzen. Das Lavafeld dahinter liegt im Winterlicht anders als im Sommer: ruhiger, ernster, eindrucksvoller.
Tipp: Mittags, nicht abends
Die Restaurants in El Remo öffnen mittags und schliessen früher als man erwartet. Wer auf den Abend wartet, findet möglicherweise geschlossene Türen. Der Grund: Es sind Familienrestaurants, keine Touristenbetriebe mit langen Öffnungszeiten. Wer zwischen 12 und 14 Uhr kommt, hat die beste Auswahl und das frischeste Angebot des Tages. Ein Tipp, der auch für viele andere Restaurantempfehlungen auf La Palma gilt.

Fazit: El Remo
El Remo ist kein Badestrand, sondern ein Lebensgefühl: echter Fischerhafen, bester Fisch, keine Touristeninszenierung.
Wer die Westküste La Palmas kennenlernen will – und zwar die echte –, fährt nach El Remo und bleibt zum Mittagessen.
Häufige Fragen
Was ist El Remo auf La Palma?
Hat der Tajogaite-Ausbruch El Remo betroffen?
Was isst man am besten in El Remo?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


