El Tablado: Das Dorf am Ende der Straße

Man nimmt eine Abzweigung von der Straße zwischen Puntagorda und Barlovento und fährt kurvenreich bergab, immer tiefer in den Nordwesten, bis die Straße endet und ein Dorf beginnt, das so aussieht, als hätte die Zeit vergessen, es zu finden. El Tablado thront auf einem schmalen Bergrücken der Gemeinde Garafía – spektakulär eingebettet zwischen zwei der gewaltigsten Schluchten La Palmas.

El Tablado, La Palma – das Dorf zwischen zwei Schluchten
El Tablado, La Palma – das Dorf zwischen zwei Schluchten

Im Westen fällt das Gelände steil in den Barranco Fagundo ab, während im Osten der ebenso beeindruckende Barranco de los Hombres den Bergrücken begrenzt. Kanarische Häuschen verteilen sich scheinbar wahllos auf dem schmalen Rücken, dazwischen wachsen Drachenbäume, Feigenkakteen und Orangenbäume, während alte Terrassenfelder vom einstigen Leben erzählen. El Tablado hatte einmal mehr Einwohner. Die meisten sind gegangen. Geblieben sind jene, die nicht wollten, und ein paar, die zurückgekehrt sind.

Das Dorf: Fast ausgestorben, fast vergessen, fast perfekt

Heute gibt es in El Tablado keine verlässliche Einkehrmöglichkeit mehr. Wer den abgelegenen Weiler besucht oder eine der anspruchsvollen Wanderungen unternimmt, sollte deshalb ausreichend Wasser und Proviant mitbringen. Restaurants und Bars befinden sich erst wieder entlang der LP-1, beispielsweise in La Mata oder Llano Negro.

Ein bunt bemaltes Schild weist zum Mirador Barranco Fagundo. Wer den Aussichtspunkt erreicht, versteht sofort, warum diese gewaltige Schlucht zu den eindrucksvollsten Landschaften La Palmas zählt.

Gasse im Weiler El Tablado im Gemeindegebiet Garafía
Gasse im Weiler El Tablado im Gemeindegebiet Garafía

Nicht minder beeindruckend ist der Mirador el Topo am östlichen Ortsrand. Von der kleinen Aussichtsplattform blickt man tief in den Barranco de los Hombres und über die raue Nordküste La Palmas. Gemeinsam zeigen beide Aussichtspunkte die außergewöhnliche Lage El Tablados zwischen zwei der spektakulärsten Barrancos der Insel.

Ausblick vom Mirador el Topo auf La Fajana
Ausblick vom Mirador el Topo auf La Fajana

Barranco Fagundo

Im Grund des Barranco Fagundo liegen eindrucksvolle Gesteinsschichten frei, die über Jahrtausende durch Erosion sichtbar wurden. Ein steiler Pfad führt in zahlreichen Serpentinen hinab. Mächtige Felswände, Reste des Lorbeerwaldes, blühender Natternkopf und zahlreiche Vogelarten prägen die Landschaft. Der Barranco gehört zur Reserva Natural Especial de Guelguén, während der Weiler El Tablado selbst im Paisaje Protegido de El Tablado liegt. Die anspruchsvollen Wege durch die Schlucht sollten keinesfalls unterschätzt werden.

Wanderweg durch den Barranco Fagundo – grüne Schlucht im Norden La Palmas
Wanderweg durch den Barranco Fagundo – grüne Schlucht im Norden La Palmas

El Tablado und La Fajana

Ein steiler historischer Pfad führt von El Tablado hinunter zur Küste. Von dort erreicht man La Fajana de Garafía, eine abgelegene ehemalige Küstensiedlung unterhalb der hohen Steilklippen, die heute nahezu verlassen ist. Für den Hin- und Rückweg sollte man etwa 1,5 Stunden einplanen.

Ruinen bei La Fajana im Landschaftsschutzgebiet Güelguen an der Nordwestküste La Palmas
Ruinen bei La Fajana im Landschaftsschutzgebiet Guelguén an der Nordwestküste La Palmas

Wandern ab El Tablado

El Tablado ist Ausgangspunkt zweier anspruchsvoller Abschnitte des GR-130: nach Santo Domingo de Garafía (13,2 km, 1.084 Hm Aufstieg, 1.090 Hm Abstieg, schwer, 5:00–6:00 Stunden) und nach Gallegos (9,4 km, 897 Hm Aufstieg, 933 Hm Abstieg, ca. 4:00–5:00 Stunden, schwer). Beide Routen führen durch die tief eingeschnittenen Schluchten des Nordens und zählen zu den anspruchsvollsten Wanderungen der Insel.

Wanderweg von El Tablado in den Barranco Fagundo mit wechselnden Ausblicken auf die Atlantikküste
Wanderweg von El Tablado in den Barranco Fagundo mit wechselnden Ausblicken auf die Atlantikküste

Eine dritte Route verbindet El Tablado über La Fajana de Garafía mit Franceses (964 hm Aufstieg / 963 hm Abstieg, schwer). Auf den 11,8 Kilometern quert der Weg die spektakulären Barrancos de los Hombres und de Franceses. Dabei wechseln lange, steile Abstiege unmittelbar mit kräftezehrenden Gegenanstiegen. Für diese Tour sind eine sehr gute Kondition sowie trittsicheres und knieschonendes Gehen unerlässlich.

Unterwegs passiert man den Mirador Cueva del Canga, einen der schönsten Aussichtspunkte entlang des historischen Camino Real beziehungsweise des GR-130. Von hier öffnet sich ein spektakulärer Blick auf die mächtigen Steilwände des Barranco de los Hombres und hinunter zur abgelegenen Fajana de Franceses im Naturschutzgebiet Guelguén.

Der historische Camino Real verbindet El Tablado zudem mit Juan Adalid und führt durch das abgeschiedene Inselinnere.

Mirador Cueva del Canga am Camino Real de la Costa
Mirador Cueva del Canga am Camino Real de la Costa

Hinweis für Wanderer

Die Wege sind wunderschön und abgeschieden — aber nicht für Anfänger. Da es im Ort keine zuverlässige Einkehrmöglichkeit mehr gibt, sollte die gesamte Verpflegung mitgeführt werden. Für alle Wanderungen gilt: gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser, Trittsicherheit und Bergerfahrung sind Voraussetzung. Die Wege führen durch abgelegene Schluchten mit langen, steilen An- und Abstiegen und gehören zu den anspruchsvollsten Wanderungen La Palmas. Wer knieschonend geht und genügend Zeit einplant, wird mit außergewöhnlichen Landschaften belohnt.

Ein weiterer Tipp: Durch die Passatwolken bildet sich im Norden La Palmas besonders am Nachmittag häufig Nebel. Wer die weiten Ausblicke auf den Atlantik und die tiefen Schluchten genießen möchte, plant den Besuch möglichst für die Vormittagsstunden.

Anreise und Parken

Die Straßen innerhalb des Weilers sind sehr schmal, steil und bieten nur wenige Wendemöglichkeiten. Empfehlenswert ist es, den Mietwagen bereits am Ortseingang im oberen Bereich von El Tablado abzustellen und das Dorf anschließend zu Fuß zu erkunden.

Fazit

El Tablado ist La Palmas abgelegenstes und schönstes Dorf zugleich. Wer die Insel wirklich kennenlernen will — abseits der Strände und Aussichtspunkte — fährt hierher.

Häufige Fragen

Wie kommt man nach El Tablado?

Von der LP-1 zwischen Puntagorda und Barlovento eine kleine Abzweigung nehmen und dem kurvenreichen Weg bergab folgen. El Tablado ist alternativ mit der Buslinie 126 (ab Puntagorda) erreichbar, die allerdings nur sehr unregelmäßig verkehrt.

Was gibt es in El Tablado zu sehen?

Zu den Höhepunkten gehören der Mirador Barranco Fagundo mit seinem eindrucksvollen Blick nach Westen sowie der Mirador el Topo, der einen spektakulären Tiefblick in den Barranco de los Hombres eröffnet. Hinzu kommen historische Drachenbäume, traditionelle kanarische Häuser und mehrere anspruchsvolle Wanderwege. Auf dem GR-130 in Richtung Franceses liegt außerdem der aussichtsreiche Mirador Cueva del Canga.

Wie schwer sind die Wanderungen ab El Tablado?

Alle Wanderungen rund um El Tablado gelten als anspruchsvoll bis schwer. Die Wege führen durch die tief eingeschnittenen Barrancos de los Hombres und de Franceses mit langen, steilen Abstiegen und ebenso kräftezehrenden Gegenanstiegen. Trittsicherheit, gute Kondition, ausreichend Wasser und eine knieschonende Gehtechnik sind unerlässlich.

Gibt es in El Tablado ein Restaurant?

Nein. Das frühere Restaurant El Moral hat dauerhaft geschlossen. Da es im Ort derzeit keine verlässliche Einkehrmöglichkeit gibt, sollten ausreichend Wasser und Proviant mitgebracht werden. Restaurants und Bars befinden sich erst wieder entlang der LP-1, beispielsweise in La Mata oder Llano Negro.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Die schönsten Ausblicke bietet El Tablado meist am Vormittag. Im Laufe des Nachmittags ziehen im feuchteren Norden La Palmas häufig Passatwolken oder Nebel auf, wodurch die Sicht auf die Schluchten und den Atlantik eingeschränkt sein kann.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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