Rundwanderung Pico Bejenado ab Pista de Valencia
Der Pico Bejenado (1.854 m) ist der markante Gipfel am Südrand des Nationalparks Caldera de Taburiente — ein freistehender Kegel mit spektakulärem 360°-Panorama über die Caldera, das Aridane-Tal und die Nachbarinseln. Die Rundwanderung ab der Pista de Valencia führt über den PR-LP 13.3: 12,3 km, 860 Hm, 4:00–5:00 Stunden.

Startpunkt ist der Parkplatz an der Pista de Valencia, mit einer Wandertafel ausgeschildert. Der Weg führt durch lichten Kiefernwald bergauf, vorbei an einer interessanten vulkanischen Röhre direkt am Wegesrand. Der Rückweg verläuft über den Roque de los Cuervos (1.603 m) — einem Aussichtsberg mit Blick auf die Cumbrecita, die Roques de la Cumbrecita und das Riachuelo-Tal.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Rundwanderung |
|---|---|
| Distanz | 12,3 km |
| Höhenmeter | 860 Hm Aufstieg / 853 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 1.833 m (Gipfel Pico Bejenado: 1.854 m) |
| Niedrigster Punkt | 1.145 m (Pista de Valencia) |
| Dauer | 4:00–5:00 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat bis schwer (860 Hm, Kammgrat, trittsicher) |
| Startpunkt | Parkplatz Pista de Valencia — Ab LP-302 El Paso Richtung Cumbrecita, links nach Valencia |
| Wegmarkierung | LP-PR 13.3 (gelb-weiß) |
| Schutzstatus | Nationalpark Caldera de Taburiente (seit 1954) |
| Ausrüstung | Wasser, festes Schuhwerk, Windschutz, Sonnenschutz |

Anfahrt
Von El Paso, am Besucherzentrum des Nationalparks La Palma, der LP-302 ca. 1 km Richtung Cumbrecita folgen. An der Kreuzung links Richtung Valencia abbiegen. Asphaltierte Straße bergauf bis zur Piste. Kurz nach dem Beginn des zweiten asphaltierten Abschnitts: der Parkplatz neben einer Wandertafel.
Die Route im Detail
Pista de Valencia bis El Rodeo (km 0–5)
Einer breiten Piste bergauf folgen. An einer Kreuzung passiert man ein Nationalpark-Schild und folgt der Pista Ferrer weiter links. Der PR-LP 13.3 (gelb-weiß) mündet von links auf die Route. Unterwegs: eine interessante vulkanische Röhre direkt am Wegesrand — ein Lavakanal, der beim Abkühlen des Gesteins entstand. An einer Weggabelung: rechts zur Petroglyphen-Fundstätte Lomo del Estrecho (ca. 120 m — kurzer Abstecher lohnt). Weiter links bergauf.

Zum Pico Bejenado führt ein kurviger Pfad nach links aufwärts. Von der südlichen Kammhöhe der Caldera am 1.585 m hohen El Rodeo: eine fantastische Aussicht in die Caldera de Taburiente. Der Barranco de las Angustias, der halbkreisförmige Caldera-Kamm und die Cumbrecita werden sichtbar.
Gipfelaufstieg Pico Bejenado (km 5–7)
An der Wegkreuzung links, dann in Serpentinen aufwärts: weitere 269 Hm bis zum Gipfel des Pico Bejenado. Der freistehende 1.854 m hohe Gipfel bietet ein umwerfendes Panorama: den majestätischen, halbkreisförmigen Gebirgskamm der Caldera mit dem Roque de los Muchachos, die Playa de Taburiente und die Schlucht Barranco de las Angustias. Die Cumbrecita ist sichtbar. Bei guten Bedingungen: El Hierro, La Gomera und Teneriffa.
Rückweg über Roque de los Cuervos (km 7–12,3)
Der Rückweg führt über den Bergkamm Richtung Roque de los Cuervos (1.603 m). Dieser Aussichtsberg bietet einen wunderbaren Blick auf die Cumbrecita, die Felsformationen der Roques de la Cumbrecita und die gegenüberliegenden Gipfel der Punta de los Roques. Rechts überblickt man das Riachuelo-Tal. Am Ende des Bergkamms Abzweigung, dann ca. 100 m zum Roque de los Cuervos. Rückweg: der Pfad mündet in die Pista Ferrer und zurück zur Pista de Valencia.

Pico Bejenado: der Südwächter der Caldera
Der Pico Bejenado ist der südlichste Gipfel am Rand des Nationalparks Caldera de Taburiente und der einzige, der nicht Teil des Kammrings ist: Er steht frei, durch die Schlucht Barranco de las Angustias vom Rest des Caldera-Rands getrennt. Diese Isolation macht ihn optisch markant — auf Fotos der Caldera ist der Bejenado immer der einzelne, kegelförmige Gipfel, der sich vom Ringkamm abhebt.

Auf dem Gipfel des Pico Bejenado gibt es keine Schutzzone — der freistehende Kegel ist voll exponiert. Eidechsen bevölkern die Gipfelzone und sind zahm; sie werden gelegentlich von Wanderern gefüttert. Wildtiere füttern ist im Nationalpark verboten — ein Hinweis, der am Gipfelschild angebracht ist.
Die vulkanische Röhre am Wegesrand
Die vulkanische Röhre direkt am Wanderweg PR-LP 13.3 ist ein außergewöhnliches geologisches Objekt. Lavaröhren entstehen, wenn die Oberfläche eines Lavastroms abkühlt und erstarrt, während die heiße Lava darunter weiter fließt und schließlich abläuft — einen leeren Tunnel hinterlassend. Diese Röhre ist an der Oberfläche einsehbar: Ein offener Durchbruch zeigt den Hohlraum im Innern. Im Kontext des Nationalparks Caldera de Taburiente, der von Vulkangeologie geprägt ist, ist sie ein anschauliches Lehrstück über die Geschichte der Insel.

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Zistrose und Hornklee blühen; Fernsicht klar | Botanisch beste Zeit |
| Sommer (Juni–Aug) | Kiefernwald liefert Schatten; Gipfel heiß | Frühstart empfohlen |
| Herbst (Sept–Nov) | Bestes Panoramalicht | Beliebteste Saison |
| Winter (Dez–Feb) | Gipfel kalt und windig; Windschutz | Ansonsten gehbar |

Unterkunft: El Paso — Clariso
Startpunkt Pista de Valencia liegt nahe El Paso. Ferienhäuser in El Paso auf clariso.eu — Ferienhäuser El Paso. Ideale Basis für Nationalpark-Touren.
Kombinierbare Touren
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| Pico Bejenado ab Pista de Valencia (langer Weg + Petroglyphen) | 18,9 km, schwer | Erweiterte Variante mit Tamarahoya-Petroglyphen |
| Rundwanderung La Cumbrecita | 3 km, leicht | Leichte Ergänzung am Folgetag |
| Los Brecitos → Playa de Taburiente | 5,2 km, moderat | Andere Nationalpark-Route am selben Tag |

GPS-Track und 3D-Routenplaner
GPS-Track für den Abzweig am El Rodeo und den Roque-de-los-Cuervos-Rückweg hilfreich. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die Runde individuell verlängern — direkt im Browser, ohne App.
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Pico Bejenado ab Pista de Valencia
3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren

Praktische Tipps
Notruf 112. Gipfel freistehend und exponiert — Windschutz mitbringen. Eidechsen nicht füttern (Nationalparkvorschrift). Petroglyphen-Abstecher (Lomo del Estrecho, 120 m) direkt auf dem Weg — kurz einplanen.
Hinweis: Nationalpark
Im Nationalpark Caldera de Taburiente (seit 1954). Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot, keine Tiernahrung.
Häufige Fragen
Was ist der Roque de los Cuervos?
El Rodeo: das erste große Caldera-Panorama
Der 1.585 m hohe El Rodeo auf dem Aufstieg zum Pico Bejenado ist der erste Punkt dieser Wanderung, an dem sich die Caldera de Taburiente vollständig öffnet. Man hat vorher durch Kiefernwald aufgestiegen und plötzlich — am Rand des Caldera-Kammrings stehend — sieht man in den Kessel hinunter. Der Barranco de las Angustias schneidet sich unten durch, die Steilwände steigen auf beiden Seiten, der Roque de los Muchachos ragt im Norden auf.

Dieser Moment am El Rodeo ist für viele Wanderer der stärkste der gesamten Tour — intensiver als der Gipfel selbst, weil er unvorbereitet kommt. Man steigt auf, schaut auf die nächste Wegkurve und plötzlich ist die Caldera da. Kein Stimmungsaufbau, keine Ankündigung: nur der Kammrand und dahinter 700 m Tiefe.
Pico Bejenado Gipfel: freistehend und exponiert
Der freistehende Charakter des Pico Bejenado — durch den Barranco de las Angustias vom Rest des Caldera-Kammrings getrennt — bedeutet, dass man vom Gipfel in alle Richtungen freie Sicht hat: in die Caldera (Norden), ins Aridane-Tal (Westen), nach El Hierro (Südwesten), nach La Gomera (Süden), nach Teneriffa (Osten). Das ist ein 360°-Panorama, das auf anderen Caldera-Gipfeln so nicht existiert. Der Pico de la Nieve und der Roque de los Muchachos haben nur eine Seite frei.

Roque de los Cuervos: der Aussichtsberg auf dem Rückweg
Der Roque de los Cuervos (1.603 m) auf dem Rückweg der Runde bietet eine andere Perspektive als der Gipfel: Von hier sieht man die Cumbrecita von oben, die Roques de la Cumbrecita als Felsnadelreihe und das Riachuelo-Tal auf der Ostseite. Das Riachuelo-Tal ist auf diesem Rückweg das neue Element — man sieht nun die Ostseite des Bejenado-Massivs, die auf dem Aufstieg verborgen war. Die Doppelperspektive — Caldera auf dem Weg hoch, Riachuelo-Tal auf dem Weg runter — ist ein Grund, warum die Runde lohnender ist als ein reiner Hin-Zurück-Aufstieg.

Wer auf dem Roque de los Cuervos steht und auf die Roques de la Cumbrecita schaut — auf jene Felsnadelreihe, die die La Cumbrecita Wanderung so einprägsam macht — versteht La Palmas Topografie von einer anderen Seite: Von oben wirken die Nadeln klein, von unten (auf der Cumbrecita-Runde) monumental. Das ist die Relativität des Gebirges.
Für die optimale Tagesplanung: Parkplatz an der Pista de Valencia ist klein — 5–8 Fahrzeuge. Frühzeitig ankommen (vor 8:00 Uhr) sichert einen Parkplatz. Rückweg über den Roque de los Cuervos dauert ca. 30 Min. länger als der direkte Hin-Zurück-Aufstieg — wird aber von allen Wanderern, die beide Varianten kennen, bevorzugt, da die Kammroute mehr Abwechslung und neue Panoramen bietet. Die Pista Ferrer auf den letzten 2 km des Rückwegs ist ein breiter, angenehmer Forstweg — nach den steilen Abschnitten des Bergkamms eine willkommene Erholung.
Der Petroglyphen-Abstecher Lomo del Estrecho
Auf dem Aufstieg vom Pico Bejenado liegt die Petroglyphen-Fundstätte Lomo del Estrecho — ein kurzer Abstecher (ca. 200 m) direkt am Wanderweg. Die Benahorita-Petroglyphen sind eingezäunt, aber einsehbar. Die geometrischen Muster auf den Felsen zeigen, dass die Ureinwohner auch die Hochlagen des Caldera-Rands nutzten — weit über die Küstenzonen hinaus. Diese Fundstätte macht den Bejenado-Aufstieg ab Cumbrecita zur kombinierten Natur- und Kulturwanderung.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


