Wanderung Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos – Espigón del Roque

Diese Wanderung führt entlang der Gipfelkette des Nationalparks Caldera de Taburiente vom Pico de la Cruz (2.351 m) zum Roque de los Muchachos (2.426 m) — dem höchsten Punkt La Palmas — und weiter zum Aussichtspunkt Espigón del Roque. 10,1 km, 598 Hm, moderat, Hin- und Zurück.

Blick vom Pico de la Cruz (2.351 m) über die Hochgebirgsvegetation des Caldera-Kamms auf das Wolkenmeer der Ostküste
Blick vom Pico de la Cruz (2.351 m) über die Hochgebirgsvegetation des Caldera-Kamms auf das Wolkenmeer der Ostküste

Der Weg verläuft auf Hochniveau: Man wandert nahezu die gesamte Strecke über 2.200 Metern Höhe. Highlights auf dem Weg: Lapilli-Felder in Rot und Orange, die imposante Basaltwand La Pared de Roberto mit der V-Passage, der Aussichtspunkt Mirador de los Andenes und die Teleskopkuppeln des Astrophysischen Observatoriums.

Startpunkt: LP-4 zwischen km 31 und 32 an einer Wandertafel. Wenige Parkbuchten entlang der Straße. Sehr stark frequentierte Route laut Sunhikes.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypHin- und Zurück
Distanz10,1 km
Höhenmeter598 Hm Aufstieg / 601 Hm Abstieg
Höchster Punkt2.414 m (Roque de los Muchachos: 2.426 m)
Niedrigster Punkt2.252 m
Dauer4:15–5:00 Stunden
Schwierigkeitmoderat (schwindelfrei, trittsicher, leicht zu folgen)
StartpunktLP-4 zwischen km 31 und 32 an Wandertafel; wenige Parkbuchten
WegmarkierungPR-LP 6+7 (gelb-weiß) + GR-131 (rot-weiß)
SchutzstatusNationalpark Caldera de Taburiente
AusrüstungWasser, Proviant, Sonnenschutz, Windschutz, festes Schuhwerk, Regenschutz
die zerklüfteten Wände der Caldera de Taburiente beim Pico de la Cruz
die zerklüfteten Wände der Caldera de Taburiente beim Pico de la Cruz

Anfahrt

Startpunkt ist die LP-4 zwischen km 31 und 32. Von der Straße führen die Wanderwege LP-6 und LP-7 (gelb-weiß) auf den GR-131. Wenige Parkbuchten entlang der Straße — früh ankommen.

Die Route im Detail

LP-4 bis Mirador de los Andenes (km 0–1,5)

Von der LP-4 auf den Caldera-Höhenwanderweg GR-131 (rot-weiß) — nach rechts Richtung Roque de los Muchachos. Erst durch niedriges Buschwerk parallel zur Straße. Nach 1,5 km: Mirador de los Andenes direkt an der LP-4. Von hier zweigt ein schmaler Weg auf die Caldera-Seite des Bergrückens ab. Bereits diese ersten Ausblicke sind eindrucksvoll — rechts im Nordosten oft ein Wolkenmeer unter dem Wanderweg, der GR-131 läuft darüber.

Ausblick vom Caldera-Rand über den Nationalpark Caldera de Taburiente bis zur Westküste bei Tazacorte
Ausblick vom Caldera-Rand über den Nationalpark Caldera de Taburiente bis zur Westküste bei Tazacorte

Lapilli-Fläche und La Pared de Roberto

Der Pfad schlängelt sich über eine rot gefärbte Lapilli-Fläche — Auswurf explosiver Vulkanausbrüche. Dann: ein kurzer Aufstieg zur imposanten La Pared de Roberto, einer senkrecht aufragenden Basaltwand. Sie wird durch eine V-förmige Öffnung passiert. Dahinter: scharfe Rechtskurve, Ausblick über Basaltformationen und steil abfallende Caldera-Wände.

von der Felswand Pared de la Roberto bietet sich ein Panoramablick über den zentralen Gebirgszug La Palmas
von der Felswand Pared de la Roberto bietet sich ein Panoramablick über den zentralen Gebirgszug La Palmas

La Pared de Roberto ist ein Dyke — ein erstarrter Magmagang, der senkrecht aus dem Gelände ragt, weil er härter ist als das umgebende Gestein. Der Name ist ein Euphemismus für den Teufel, den man im deutschen Volksmund auch als »Robert« bezeichnete.

Pico de Fuente Nueva und Observatorium

Der Höhenwanderweg verläuft in ständigem Auf und Ab entlang der Gipfelkette. Ein zweiter Aussichtspunkt Mirador de los Andenes (oberhalb des Wegs) als kurzer Abstecher lohnt sich. Weiter bergauf zum Pico de Fuente Nueva (2.366 m) mit zwei gemauerten Gipfelsäulen. Direkt dahinter: das Isaac Newton Teleskop und das Jacobus Kapteyn Teleskop des Astrophysischen Observatoriums. Die Observatoriumsstraße wird kurz passiert.

Ausblick vom Pico de Fuente Nueva (2.366 m)
Ausblick vom Pico de Fuente Nueva (2.366 m)

Letzter Aufstieg zum Roque de los Muchachos und Espigón

Nach einem kurzen Abstieg beginnt der letzte Aufstieg zum Roque de los Muchachos (2.426 m): der Höchste Berg La Palmas. Der Weg schlängelt sich durch Ginsterpflanzen an der Bergflanke auf. Entlang: rot leuchtende Steilwände der Caldera. Am Parkplatz des Roque: ein gepflasterter Pfad um die Felsformationen am Gipfel.

Wanderweg vom Roque de los Muchachos (2.426 m) zum Espigón del Roque
Wanderweg vom Roque de los Muchachos (2.426 m) zum Espigón del Roque

Vom Gipfel weiter zum Espigón del Roque: entlang eines Bergkamms zu einer Aussichtsplattform, über drei Kehren bergab, dann aufwärts zur befestigten Aussichtsplattform am Espigón. Traumhafter Panoramablick über den Nationalpark bis in den Süden mit der Cumbre Vieja. Bei guten Bedingungen: El Hierro, La Gomera, Teneriffa.

wolkenverhangener Panoramablick über den ganzen Nationalpark vom Espigón del Roque auf La Palma
wolkenverhangener Panoramablick über den ganzen Nationalpark vom Espigón del Roque auf La Palma

Das Astrophysische Observatorium

Das Observatorio del Roque de los Muchachos ist eines der bedeutendsten astronomischen Observatorien der Welt. Die Kombination aus Höhe (2.396 m), stabilem Wetter und der Lage über dem Passatwolkenmeer macht den Standort einzigartig. Man sieht das Isaac Newton Teleskop, das Jacobus Kapteyn Teleskop, das William Herschel Teleskop und weitere Anlagen von der Wanderroute aus direkt.

Der Nationalpark und das Observatorium teilen sich den Höhenkamm. Wer wandert, bewegt sich durch ein Starlight-Reservat — La Palma war 2002 die erste Insel weltweit, die diesen Schutzstatus für einen naturnahen Nachthimmel erhielt. Die Lichtverschmutzung auf der Insel wird streng reguliert.

Flora: Drüsenginster und Natternkopf

Die Hochgebirgszone über 2.000 Metern zeigt eine spezialisierte Flora: Der gelb blühende Drüsenginster säumt den Weg besonders im Frühjahr. Der rosa blühende Natternkopf (Echium gentianoides), bis zu 3 Meter hoch, ist eine endemische Pflanze des Nationalparks. Im Frühjahr blüht auch der blau-enzianähnliche Natternkopf und das La-Palma-Veilchen am Wegrand.

Endemisches Veilchen (Viola palmensis) in den Höhenlagen La Palmas
Endemisches Veilchen (Viola palmensis) in den Höhenlagen La Palmas

Die roten Lapilli-Flächen sind nährstoffarm und trocken — nur wenige spezialisierte Pflanzen siedeln sich darauf an. Die Kontraste auf dieser Route — rote Erde, graue Basaltwände, gelber Ginster, blaue Himmel (oder weißes Wolkenmeer darunter) — sind das visuelle Markenzeichen des Caldera-Kamms.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Natternkopf und Ginster blühen; klare SichtBeste Bedingungen; Permit früh buchen
Sommer (Juni–Aug)Oft über Wolken; intensives LichtHitze auf Lapilli-Flächen; früh starten
Herbst (Sept–Nov)Bestes Panoramalicht; starker BesucherWenig Schatten; Windschutz oben
Winter (Dez–Feb)Schnee möglich auf 2.300+ mNur bei sicheren Bedingungen
La Palma im Winter zeigt eine andere Seite – Schnee auf dem Caldera-Kamm
La Palma im Winter zeigt eine andere Seite – Schnee auf dem Caldera-Kamm

Kombinierbare Touren

Der Startpunkt an der LP-4 bei km 31/32 liegt am Knotenpunkt mehrerer großer Routen. Wer am Folgetag weitergeht, hat die Wahl zwischen einer längeren Kammroute südwärts oder einem der großen Abstiege ins Tal:

TourDatenCharakter
Caldera Höhenwanderweg Pico de la Nieve → Roque de los Muchachos20,5 km, schwerGroße Kammroute; diese Tour ist der südliche Halbabschnitt
PR-LP 7: Pico de la Cruz → Los Sauces14,4 km, schwerAbstieg vom gleichen Startpunkt ins Tal
PR-LP 8: Pico de la Cruz → Barlovento11,9 km, schwerKürzerer Abstieg vom gleichen Startpunkt
Pico de la Cruz → Barlovento – Ausblick durch den Barranco Gallegos zur Nordwestküste La Palmas
Pico de la Cruz → Barlovento – Ausblick durch den Barranco Gallegos zur Nordwestküste La Palmas

GPS-Track und 3D-Routenplaner

GPS-Track und Höhenprofil zeigen den gesamten Verlauf entlang der Gipfelkette mit allen Abzweigungen zum Mirador de los Andenes und Espigón. Die Sunhikes-Routenseite enthält auch Wetterhinweise für den Hochgebirgsbereich — wichtig für die Tourenplanung.

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos – Espigón

3D-Routenplaner von Sunhikes — eigene Route im Nationalpark planen

Praktische Tipps

Notruf 112. Kein Mobilfunknetz zwischen km 31 und Roque. Windschutz auf dem Gipfelkamm obligatorisch — starke Böen auch bei scheinbar ruhigem Wetter möglich.

Parkbuchten an der LP-4 sind begrenzt. Früh ankommen oder per Taxi zum Startpunkt fahren. Der Espigón del Roque als Ziel ist der Mehrwert dieser Route gegenüber dem reinen Roque-Aufstieg — extra 1,2 km und ca. 45 min einplanen.

Hinweis: Nationalpark

Vollständig im Nationalpark Caldera de Taburiente. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot. Observatoriumsstraße ist für öffentlichen Verkehr gesperrt.

Häufige Fragen

Was ist La Pared de Roberto?

Eine senkrecht aufragende Basaltwand auf dem Höhenwanderweg. Geologisch ein Dyke — erstarrter Magmagang. Der Name ist ein historischer Euphemismus für den Teufel. Die V-förmige Öffnung ist der einzige Durchgang.

Was ist der Espigón del Roque?

Ein Felsvorsprung 1,2 km vom Roque de los Muchachos Gipfel — mit Aussichtsplattform und freiem Panoramablick über Schluchten und Bergrücken des Nationalparks. Der Roque-Parkplatz hat mehr Besucher; am Espigón ist es ruhiger.

Kann man mit dem Auto zum Startpunkt fahren?

Ja. Wenige Parkbuchten entlang der LP-4 zwischen km 31 und 32. Kein gesondertes Permit erforderlich für diesen Startpunkt.

Das Astrophysische Observatorium: Wissenschaft auf dem Gipfel

Das Observatorio del Roque de los Muchachos ist kein Besucherzentrum, sondern aktive Forschungsinfrastruktur. Die Anlagen — unter anderem das William Herschel Teleskop (Hauptspiegel 4,2 m), das MAGIC-Tscherenkov-Teleskop und das Cherenkov Telescope Array — gehören zu den wichtigsten ihrer Art weltweit. Man wandert buchstäblich durch eine astronomische Forschungsstation.

La Palma hat 2002 als erste Insel weltweit den Starlight-Reservat-Status erhalten. Die Lichtverschmutzung auf der Insel wird seither gesetzlich begrenzt. Wer auf dem Höhenwanderweg über Nacht bleiben möchte — Camping ist im Nationalpark verboten, aber die Fahrt nach dem Sonnenuntergang von der LP-4 aus ist legal und zeigt einen der dunkelsten Sternenhimmel Europas.

MAGIC-Teleskop am Roque de los Muchachos Observatorium
MAGIC-Teleskop am Roque de los Muchachos Observatorium

Der Espigón del Roque ist das bessere Ziel gegenüber dem reinen Roque-Gipfel. Auf dem Parkplatz des Roque sind an Wochenenden und in der Saison viele Tagesbesucher per Auto. Am Espigón — 1,2 km weiter, 45 Minuten extra — ist man meistens allein. Die Aussichtsplattform liegt exponiert am äußersten Felsvorsprung und bietet einen unverstellten Blick in die Schluchten und über die Bergrücken ohne andere Wanderer im Bild.

Die stark frequentierte Einstufung laut Sunhikes bezieht sich auf den Roque de los Muchachos-Abschnitt — der beliebteste Hochpunkt La Palmas. Der Abschnitt vom LP-4-Startpunkt bis zum Mirador de los Andenes ist deutlich ruhiger. Wer morgens früh startet, hat den ersten Teil der Route noch fast für sich.

Reisepraktisches: La Palma für Hochgebirgs-Wandernde

Der Höhenwanderweg entlang der Gipfelkette ist eine der wenigen Routen auf La Palma, bei der Wetterverschlechterung auch im Sommer ernst genommen werden muss. Auf 2.300+ Metern können Gewitter schnell aufziehen — Wetterapp vor dem Start, geplante Rückkunft vor 14 Uhr.

Für Unterkunft nahe diesem Startpunkt: Der LP-4-Abschnitt liegt zwischen Santa Cruz im Nordosten und El Paso im Westen. Santa Cruz (ca. 30 min) hat Hotels und Ferienwohnungen. El Paso (ca. 20 min) hat Ferienhäuser auf Clariso, teils auf 800-1000 m Höhe — vorteilhaft für kühle Nächte und kurze Anfahrten zum Hochgebirge. Buchbar auf clariso.eu — Ferienhäuser La Palma.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com