GR-131 Etappe 3: Ruta de los Volcanes — El Pilar bis Faro de Fuencaliente

Die dritte und letzte Etappe des GR-131 El Bastón ist die berühmteste Wanderung La Palmas: die Ruta de los Volcanes vom Refugio El Pilar bis zum Faro de Fuencaliente. 22,8 km, schwer, 8:30 – 10:30 Stunden. Die Route verläuft auf dem Gipfelrücken der Cumbre Vieja — einem Geschichtsbuch aus Lava und Asche — vorbei an den markantesten Vulkanen der Insel.

Lavasee Lavas la Malforada mit dem Montaña del Fraile auf dem GR-131 Etappe 3
Lavasee Lavas la Malforada mit dem Montaña del Fraile auf dem GR-131 Etappe 3

Highlights: Der Krater Hoyo Negro (1949er Eruption). Der Abstecher zum farbenprächtigen Krater Duraznero. Die Gipfel des Deseada (1.945 m) mit Blick auf den Tajogaite. Der rötlich leuchtende Vulkan Martín de Tigalate. Die Salinas de Fuencaliente. Das Ende am Faro de Fuencaliente — dem südlichsten Punkt La Palmas.

Startpunkt: Refugio El Pilar, LP-301 (1.455 m). Endpunkt: Faro de Fuencaliente, südlichste Spitze. Rückfahrt vorab koordinieren — 50 km Fahrtstrecke vom Faro nach El Pilar.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypStrecke (Refugio El Pilar → Faro de Fuencaliente)
Distanz22,8 km
Schwierigkeitschwer (alpines Gelände, gute Grundkondition, trittsicher, schwindelfrei)
StartpunktRefugio El Pilar, LP-301, 1.455 m
EndpunktFaro de Fuencaliente, ca. 20 m
WegmarkierungGR-131 (rot-weiß)
SchutzstatusNaturpark Cumbre Vieja
Dauer8:30 – 10:30 Stunden
AusrüstungWasser, Proviant, Windschutz, festes Schuhwerk, Sonnenschutz

Anfahrt und Logistik

Refugio El Pilar: LP-301 zwischen El Paso und Fuencaliente. Faro de Fuencaliente: LP-207, südlichste Spitze La Palmas. Rückfahrt: Taxi oder zweites Auto am Faro. Die Strecke erfordert frühzeitige Koordination — Taxi von Fuencaliente zum El Pilar dauert ca. 40 Min. Frühstart spätestens 7:00 Uhr.

Mirador del Birigoyo – erster Ausblick nach El Pilar
Mirador del Birigoyo – erster Ausblick nach El Pilar

Die Route im Detail

El Pilar bis Hoyo Negro (km 0–7)

Der Einstieg liegt im Erholungsgebiet El Pilar auf 1.455 m. Der rot-weiß markierte GR-131 führt zunächst in sanften Kurven durch Kiefernwald bergauf. Kanarische Kiefern, Ginster und Amagante begleiten den Weg. Die kommenden 14 km durch den Naturpark Cumbre Vieja bieten keinerlei Versorgung — diese Etappe verlangt vollständige Eigenversorgung.

Mit dem Anstieg zum Hoyo Negro beginnt der eigentliche Kern der Vulkanroute. Der Krater, Teil der Juan-Eruption von 1949, zeigt eindrucksvoll geschichtete Brauntöne. Vom Aussichtspunkt: Blick auf Duraznero und Deseada, bei klarer Sicht bis El Hierro. Der Wald lichtet sich. Lapilli und Vulkansand übernehmen. Tajinaste, Palmenthyme und Pajonera-Gras setzen leuchtende Akzente.

Cráter Hoyo Negro an der Ruta de los Volcanes
Cráter Hoyo Negro an der Ruta de los Volcanes

Duraznero-Abstecher und Gipfel Deseada (km 7–12)

Der offizielle GR-131 umgeht den Krater Duraznero — doch trittsichere Wanderer wählen den Nebenpfad: durch loses Lavagestein hinauf zum farbenprächtigen Krater. Von dort auf den Gipfel Deseada II (1.933 m). Kurz vor dem Gipfelpfosten: der junge Vulkan Tajogaite — ebenso die gewaltigen Lavaströme, die sich 2021 ins Aridane-Tal ergossen und bis zum Meer flossen.

Ausblick von den Volcanes La Deseada zur Gipfelkette der Caldera
Ausblick von den Volcanes La Deseada zur Gipfelkette der Caldera

Abstieg über Volcán Martín zur Fuente de los Roques (km 12–17)

Ein geschlossenes Kraterbecken aus Lapilli des El Charco leitet den langen Abstieg ein. Vorbei am rötlich leuchtenden Vulkan Martín de Tigalate. Die Fuente de los Roques: ein Rastplatz im Kiefernwald, Trinkwasser nicht verlässlich verfügbar. Nun in trockene Pinienwälder ein. Zistrose und Kanarischer Kreuzdorn prägen das Bild.

Volcán Martín de Tigalate am El Bastón
Volcán Martín de Tigalate am El Bastón

Über Los Canarios zum Faro de Fuencaliente (km 17–22,8)

Über Los Canarios weiter zum Besucherzentrum der Vulkane von Fuencaliente, vorbei am Vulkan San Antonio. Am Vulkan Teneguía wechselt die Szenerie: Weinberge, schwarze Lavafelder und salztolerante Pflanzen. Dann der Faro de Fuencaliente — der alte Leuchtturm von 1899 und der neue von 1984. Am Ziel: eine Reise vom Meer, über Feuer und Gipfel, zurück zum Atlantik.

GR-131 zwischen Vulkan San Antonio und Vulkan Teneguía
GR-131 zwischen Vulkan San Antonio und Vulkan Teneguía

Die Ruta de los Volcanes: ein lebendiges Geschichtsbuch

Jeder Vulkan auf dieser Route hat ein Datum: der Hoyo Negro (Juan-Eruption 1949), der Duraznero (1949), die Deseadas (älter), der Volcán Martín de Tigalate (1646), der San Antonio (1677), der Teneguía (1971), und der Tajogaite, den man von der Deseada kurz erblickt (2021). Zusammen bilden diese Ausbrüche eine Chronologie vulkanischer Geschichte La Palmas über fast 400 Jahre.

vom Hoyo Negro blickt man auf den Krater Duraznero und die Gipfel des Deseada

Die Vegetation erzählt dieselbe Geschichte in biologischer Zeit: Auf den ältesten Lavafeldern dichte Kiefernwälder, auf den 1949er Feldern spärliche Pioniergewächse, auf den 1971er Teneguía-Flanken kaum Vegetation, auf dem 2021er Tajogaite noch überhaupt keine. Das ist die Ruta de los Volcanes — eine Route durch Zeit.

Der Faro de Fuencaliente: Ende und Anfang

Der Leuchtturm Faro de Fuencaliente ist das bekannteste Wahrzeichen der Südspitze La Palmas. Der alte Faro aus dem Jahr 1899 ist ein Industriedenkmal mit kleinem Museum. Der neue Leuchtturm von 1984 steht daneben. Hinter den Türmen: die Salinas de Fuencaliente — strahlend weiße Meerwassersalinen in dunkler Lava. Das traditionell handwerklich gewonnene Meersalz (Sal Marina Teneguía) ist in den Supermärkten der Insel erhältlich.

Letzter Streckenabschnitt zu den Leuchttürmen von Fuencaliente
Letzter Streckenabschnitt zu den Leuchttürmen von Fuencaliente

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (April–Juni)Tajinaste in Blüte; klare FernsichtBeste Jahreszeit — Blütenfeuer + Panorama
Sommer (Juli–Aug)Lapilli-Abschnitte heiß; Kiefernwald kühlSehr frühzeitig starten
Herbst (Sept–Nov)Beste Fernsicht; Deseada-Panorama optimalBeliebteste Saison
Winter (Dez–Feb)Angenehm auf niedrigeren AbschnittenObere Abschnitte kühler; Windschutz

Unterkunft: El Paso und Tazacorte — Clariso

El Paso liegt nahe dem El Pilar. Ferienhäuser in El Paso auf clariso.eu — Ferienhäuser El Paso. Ideal als Ausgangsbasis für El Pilar.

Kombinierbare Touren

TourDatenCharakter
GR-131 Etappe 2: Roque – El Pilar (Ruta de la Crestería)26,1 km, schwerVorherige Etappe — Kammroute
Rundwanderung Vulkane San Antonio & Teneguía13,7 km, moderatVertiefung der Südspitzen-Vulkane
Fuente de los Roques → Volcán Martín10,2 km, moderatTeilabschnitt der Route als eigenständige Tour

GPS-Track und 3D-Routenplaner

GPS-Track Pflicht — keine Versorgung auf 14 km. Der Duraznero-Abstecher ist im Track markiert. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die vollständige GR-131-Durchquerung zusammenstellen — direkt im Browser, ohne App.

Zur Routenseite auf Sunhikes: GR-131 Etappe 3 Ruta de los Volcanes

3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren

Praktische Tipps

Notruf 112. Frühstart spätestens 7:00 Uhr. Keine Versorgung El Pilar–Fuente de los Roques (14 km) — Wasser für mind. 6 h mitnehmen. Rückfahrt ab Faro vorab koordinieren. Duraznero-Abstecher: nur bei guten Sichtbedingungen und trittsicher.

Hinweis: Naturpark

Vollständig im Naturpark Cumbre Vieja. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.

Häufige Fragen

Was ist der Camino de los Palos Jincados?

Der historische Name des Kammwegs über die Cumbre Vieja — markiert von Holzpfählen (palos jincados) in der offenen Vulkanlandschaft. Vor dem GR-131 war dies der einzige Orientierungspunkt auf dem weiten, weglosen Kamm.

Kann man den Duraznero-Abstecher auslassen?

Ja — der offizielle GR-131 umgeht den Krater. Der Abstecher dauert ca. 30–45 Min. extra und erfordert Trittsicherheit auf losem Lavagestein. Wer unsicher ist, bleibt auf dem markierten GR-131.

Der Tajogaite von der Deseada aus

Vom Gipfel der Deseada II (1.933 m) ist der Tajogaite zum ersten Mal auf dieser Route klar sichtbar — der jüngste Vulkan der Kanaren, ausgebrochen am 19. September 2021. Von der Deseada sieht man den Krater des Tajogaite und die gewaltigen Lavaströme, die sich westwärts ins Aridane-Tal ergossen und bis zum Meer flossen. Dieser Moment — von einem historischen Vulkan auf den neuesten zu blicken — ist der emotionalste Punkt der Ruta de los Volcanes.

Krater Tajogaite, sichtbar vom Gipfel der Deseada.
Krater Tajogaite, sichtbar vom Gipfel der Deseada.

Der Tajogaite bildete sich am Westhang der Cumbre Vieja und wurde 1.122 Meter hoch. Er ist auf der Ruta de los Volcanes selbst nicht direkt erreichbar — Wanderungen zum Tajogaite sind nur mit offizieller Genehmigung und zertifiziertem Guide möglich (ca. 3 Stunden, ca. 6 km). Bootstouren vom Hafen Tazacorte zeigen die neue Küstenlinie, die der Lavastrom ins Meer schüttete.

Kiefernwald als Begleiter — und als Erholungspause

Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) ist nicht nur ein ästhetischer Begleiter auf dieser Route — sie ist ein Feuerwächter. Diese Kiefernart hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie überlebt Waldbrände, indem sie aus der Rinde nach einem Brand sofort neu austreibt. Man nennt das Resprout-Vermögen. Auf der Ruta de los Volcanes sieht man Kiefern, die durch historische Lavaströme hindurch gewachsen sind oder auf erkalteten Lavafeldern keimten. Das ist evolutionäre Anpassung an eine aktive Vulkaninsel.

Wanderweg durch Kiefernwald bei Fuencaliente.
Wanderweg durch Kiefernwald bei Fuencaliente.

Die Kiefernwaldabschnitte der Ruta de los Volcanes — vor allem der Anfang ab El Pilar und das Ende ab Fuente de los Roques — sind die schattigen, erholsamen Phasen zwischen den offenen Lava- und Hochgebirgsabschnitten. Wer die Route kennt, plant die Kiefernabschnitte als Ess- und Trinkpausen ein: Es ist kühler, der Boden weicher, die Luft harziger. Dann wieder hinaus in die Lava.

Ein praktischer Tipp für die Logistik: Da Start (El Pilar) und Ziel (Faro Fuencaliente) ca. 50 km Fahrtstrecke auseinanderliegen, ist die Planung eines zweiten Fahrzeugs oder eines Taxis unverzichtbar. Wer von Santa Cruz oder Los Llanos anreist, kombiniert: Auto am Faro parken, Taxi nach El Pilar, Wanderung, Rückkehr per Auto ab Faro. Das Taxi von Los Canarios nach El Pilar kostet ca. 30–35 EUR und dauert ca. 40 Minuten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com