Rundwanderung Vulkane San Antonio und Teneguía ab Faro de Fuencaliente

Die Rundwanderung um die Vulkane San Antonio und Teneguía ab dem Leuchtturm Faro de Fuencaliente führt durch die jüngste Vulkanlandschaft La Palmas: 13,7 km, 727 Hm, moderat bis schwer, 5:30–7:00 Stunden. Die karge, rötlich-schwarze Lavalandschaft im Süden der Insel ist von unmittelbarer vulkanischer Geschichte geprägt — der Teneguía brach zuletzt 1971 aus.

Zwei Leuchttürme, zwei Epochen – der alte und der neue Faro de Fuencaliente
Zwei Leuchttürme, zwei Epochen – der alte und der neue Faro de Fuencaliente

Highlights: Der Aufstieg auf den leuchtend roten Teneguía-Gipfel (428 m) über schmalen Grat — schwindelfrei, mit Panorama bis zur Küste. Das Besucherzentrum am Vulkan San Antonio. Der Roque Teneguía mit Petroglyphen. Die Salinas de Fuencaliente — strahlend weiße Meerwassersalinen direkt an der dunklen Lava. Weinberge in Las Machuqueras.

Startpunkt: Leuchtturm Faro de Fuencaliente, südlichste Spitze La Palmas.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypRundwanderung
Distanz13,7 km
Höhenmeter727 Hm Aufstieg / 727 Hm Abstieg
Höchster Punkt644 m (San Antonio-Bereich)
Dauer5:30–7:00 Stunden
Schwierigkeitmoderat bis schwer (Teneguía-Aufstieg: schwindelfrei)
StartpunktLeuchtturm Faro de Fuencaliente, LP-207
WegmarkierungGR-131 (rot-weiß)
SchutzstatusNaturpark Cumbre Vieja / Küstengebiet
AusrüstungWasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Windschutz
Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas
Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas

Anfahrt

Faro de Fuencaliente: LP-207 bis zur Südspitze. Parkplatz am Leuchtturm (kostenfrei). Gut erreichbar von Los Canarios (ca. 5 km), von Santa Cruz ca. 45 Min.

Die Route im Detail

Faro bis Vulkan Teneguía (km 0–4)

Vom Faro de Fuencaliente dem GR-131 (rot-weiß) Richtung Teneguía folgen. Bergauf durch karge, noch junge Lavalandschaft. Im ersten Streckenabschnitt dreimal die LP-207 kreuzen. Nach rund 1 km: dunkle Lavafelder des Teneguía. Vorbei am ersten rötlich gefärbten Vorberg. Der Weg führt am Fuß des Teneguía in einem Bogen zu dessen Rückseite. Durch einen groben Lavastrom, dann feinere schwarze Lapilli-Bereiche. Schließlich zum Aufstiegspfad auf den Teneguía.

Wanderweg GR-131 durch die Lavafelder am Volcán Teneguía im äußersten Süden La Palmas
Wanderweg GR-131 durch die Lavafelder am Volcán Teneguía im äußersten Süden La Palmas

Aufstieg auf den Teneguía (428 m): Ein gut sichtbarer Pfad windet sich auf den zerklüfteten, in Rot-Gelbtönen leuchtenden Vulkan. Ausgesetzte Wegabschnitte. Über einen schmalen Grat folgt der Pfad dem Kraterrand zum Gipfel. Von hier: wunderbare Aussicht bis zur Küste. Spektakulärer Kontrast: roter Vulkan, blauer Ozean. Abstieg auf gleichem Weg.

Lavalandschaft am Vulkan Teneguía auf La Palma
Lavalandschaft am Vulkan Teneguía auf La Palma

Roque Teneguía und San Antonio (km 4–10)

An der Wegkreuzung links vom GR-131. Großes rechteckiges Wasserreservoir. Über abgedeckten Wasserkanal zum Roque Teneguía — dem Felsen mit Petroglyphen. Ein mit Lavasteinen eingefasster Weg führt aufwärts zur Fahrpiste. Piste nach rechts, wieder auf GR-131. Weiter Richtung San Antonio. Durch schwarze Lavalandschaft in zahlreichen Kurven am Berghang hinauf. Zum Centro de Visitantes Volcán San Antonio. Hinter dem Informationszentrum: Weg entlang des Kraterrands des San Antonio, fast eben, zum Aussichtspunkt mit Blick auf Teneguía und Küste bis zu den Leuchttürmen und der Saline.

Wanderung zum Roque Teneguía – Vulkanlandschaft im Süden La Palmas
Wanderung zum Roque Teneguía – Vulkanlandschaft im Süden La Palmas

Abstieg über Weinberge und Rückkehr zum Faro (km 10–13,7)

Vom Fahrweg zwischen San Antonio und Montaña de Las Tablas Richtung Küste. In weitem Bogen um Montaña de Las Tablas. Steiler Abstieg zurück zur Küste. Durch Weinbaugebiet Las Machuqueras auf schichtmauergesäumtem Weg bergab. Über Fahrweg und weiter Richtung Küste. LP-207 queren. Weiter durch Lavalandschaft zwischen zwei Vulkankegeln bergab. Am Kieswerk auf Fahrweg. Dem Fahrweg nach rechts: durch grobe Lavafelder des Teneguía zurück zum Ausgangspunkt Faro.

Die Salinas de Fuencaliente

Die Salinas de Fuencaliente sind ein außergewöhnlicher Ort: strahlend weiße Meerwassersalinen, direkt in die schwarze Lava gebaut, mit dem blauen Atlantik dahinter. Seit 1967 wird hier Meerwasser in speziell angelegten Becken verdunstet. Das traditionell handwerklich gewonnene Speisesalz (Sal Marina Teneguía) ist in der Saline und in den Supermärkten der Insel erhältlich. Flamingos rasten gelegentlich an den Salinen — ein absurdes und schönes Bild in dieser vulkanischen Landschaft.

Die Salinas de Fuencaliente – Salzgärten am Südkap von La Palma
Die Salinas de Fuencaliente – Salzgärten am Südkap von La Palma

Ein Abstecher zu den Salinas direkt am Ende der Route lohnt sich: 5 Gehminuten vom Faro. Die Salinen bieten eine der ungewöhnlichsten Fotomotiv-Kombinationen La Palmas: Weißes Salz, schwarze Lava, blauer Atlantik, weißer Leuchtturm. Das ist der südlichste Punkt der Insel — und vielleicht der kontrastreichste.

Vulkan Teneguía 1971 und Vulkan San Antonio 1677

Der Teneguía brach im Oktober 1971 aus — der letzte Vulkanausbruch La Palmas vor dem Tajogaite 2021. Für 50 Jahre war er der jüngste Vulkan der Kanaren. Die Eruption dauerte drei Wochen, war nicht explosiv, und für die Bevölkerung bestand keine Gefahr. Aber die Lava ist noch immer kaum bewachsen — auf den Flanken des Teneguía ist kaum Vegetation auszumachen.

Volcán San Antonio, Fuencaliente – Kraterblick
Volcán San Antonio, Fuencaliente – Kraterblick

Der Vulkan San Antonio, 657 m hoch, brach zuletzt 1677 aus. Sein Kraterkessel ist bereits wieder von Kiefern besiedelt — der Kontrast zum kahlen Teneguía zeigt, wie langsam die vulkanische Sukzession auf La Palma voranschreitet. Das Besucherzentrum am San Antonio erklärt die Geschichte beider Vulkane und gibt den geologischen Kontext für die gesamte Südspitze La Palmas.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Weinberge grün; Lavafelder lebendigOptimale Bedingungen
Sommer (Juni–Aug)Lavafelder sehr heiß; Küste windigFrühstart obligatorisch
Herbst (Sept–Nov)Beste Fernsicht; Weinlese in Las MachuquerasBeliebteste Saison
Winter (Dez–Feb)Angenehm; Südspitze selten kaltGanzjährig gehbar

Kombinierbare Touren

TourDatenCharakter
GR-131 Etappe 3: El Pilar – Faro Fuencaliente22,8 km, schwerDie große Vulkanroute als vorherige oder nächste Tour
Fuente de los Roques → Volcán Martín10,2 km, moderatNördlichere Vulkanroute ab Fuente de los Roques
GR-130 Etappe 6: Los Llanos – Los Canarios23,8 km, schwerGR-130-Abschnitt durch Tajogaite-Lavafelder
Wanderung von Fuencaliente zum Volcán Martín
Wanderung von Fuencaliente zum Volcán Martín

GPS-Track und 3D-Routenplaner

GPS-Track für die Wegführung um den Teneguía und zum Roque Teneguía empfohlen. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die Runde mit der GR-131 Etappe 3 zu einem vollständigen Südspitzen-Programm kombinieren — direkt im Browser, ohne App.

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Vulkane San Antonio und Teneguía

3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren

Praktische Tipps

Notruf 112. Teneguía-Aufstieg: schwindelfrei erforderlich. Bei starkem Wind kann der Kraterrand des San Antonio gesperrt sein. Salinas-Abstecher am Ende der Tour einplanen (5 Min.). Centro de Visitantes Volcán San Antonio: gebührenpflichtig.

Hinweis: Naturpark

Teile der Route im Naturpark Cumbre Vieja. Wegegebot, Abfallmitnahme.

Häufige Fragen

Sind auf dem Teneguía noch Wärmequellen aktiv?

Ja — an mehreren Stellen der Teneguía-Flanken sind heiße Stellen an der Erdoberfläche wahrnehmbar. Leichter Schwefelgeruch an windstillen Tagen. Der Vulkan gilt als nicht endgültig erloschen.

Was ist der Roque Teneguía?

Ein Felsblock unterhalb des Teneguía-Vulkans mit Petroglyphen (Felsgravuren) der Benahoritas — der Ureinwohner La Palmas. Einer der wenigen Petroglyphen-Fundorte im Süden der Insel.

Weinbau auf Lava: Las Machuqueras

Das Weinbaugebiet Las Machuqueras, durch das der Abstieg dieser Route führt, ist eines der außergewöhnlichsten Weinanbaugebiete La Palmas. Die Reben wachsen auf jungem Lavagestein, in von Schichtmauern eingefassten Terrassenstufen. Das Vulkangestein versorgt die Wurzeln mit Mineralien und Wärme — gleichzeitig ist der Boden arm an organischer Masse, was die Erträge gering, aber die Qualität intensiv macht. Der Wein aus Las Machuqueras ist Teil des Vino de La Palma mit geschützter Ursprungsbezeichnung.

Schwarze Erde, salzige Luft, volle Sonne – die Reben von Fuencaliente wachsen auf Lava,
Schwarze Erde, salzige Luft, volle Sonne – die Reben von Fuencaliente wachsen auf Lava,

Im September, zur Weinlese, sind die Terrassen von Las Machuqueras belebt: Ernteteams, Eselskarren (in steilsten Lagen immer noch die praktischste Transportmethode), und die Familien, die ihre Weinberge seit Generationen bewirtschaften. Wer diese Etappe im September geht, hat die Weinlese als lebendigen Hintergrund des Abstiegs.

Das Besucherzentrum Vulkan San Antonio

Das Centro de Visitantes Volcán San Antonio erklärt die Geschichte des San Antonio (Ausbruch 1677), die Geologie der Cumbre Vieja und die vulkanischen Phänomene der gesamten Insel. Der Kraterweg führt fast eben um den Rand des San Antonio — ein begehbares, zugängliches Vulkankrater-Erlebnis. Die Parkplatzgebühr beinhaltet den Besuch. Wer den kostenlosen Parkplatz 50 m vor der Einfahrt nutzt, besucht das Zentrum nicht, aber der Wanderweg bleibt zugänglich.

Die Rundwanderung Faro – Teneguía – Roque – San Antonio – Faro deckt in 13,7 km die gesamte Vulkangeschichte der Südspitze La Palmas ab: vom 1677er San Antonio über den 1971er Teneguía bis zur Küstenlandschaft, die der Teneguía-Strom ins Meer schüttete. Als Tages-Programm ideal: Anreise zum Faro am Morgen, Runde in 5:30–7 h, Besuch der Salinas am Ende, Rückfahrt nach Los Canarios oder Santa Cruz am Abend.

Wer die Route mit dem GR-131 Etappe 3 (Ruta de los Volcanes) kombiniert, geht am ersten Tag die große Vulkanroute El Pilar – Faro (22,8 km), übernachtet in der Nähe von Los Canarios und geht am zweiten Tag die Teneguía-Runde (13,7 km) als ruhigere Vertiefungstour. Die beiden Touren zusammen geben das vollständige Bild der Vulkankette Cumbre Vieja.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com