Fuencaliente: Am Ende der Insel, wo Wein und Salz entstehen

Wer La Palma von Norden nach Süden durchquert, endet in Fuencaliente – buchstäblich. Die Südspitze der Insel gehört zu den geologisch jüngsten Landschaften des Archipels. Hier schuf der Vulkan Teneguía bei seinem Ausbruch im Jahr 1971 neues Land: Glühende Lava floss bis in den Atlantik und vergrößerte die Insel um mehrere Hektar. Auf diesem jungen Vulkanboden gedeihen heute einige der besten Weine der Kanaren, während an der Küste in den Salinas de Fuencaliente hochwertiges Meersalz gewonnen wird.

Blick über Fuencaliente – Weinberge, Salinen und Atlantikküste im Süden La Palmas.
Blick über Fuencaliente – Weinberge, Salinen und Atlantikküste im Süden La Palmas.

Fuencaliente – wörtlich „Heiße Quelle“ – verdankt seinen Namen der legendären Fuente Santa. Die als Heilquelle bekannte Thermalquelle wurde jedoch bereits beim Ausbruch des Vulkans San Antonio im Jahr 1677 unter mächtigen Lavaströmen begraben. Mehr als 300 Jahre galt sie als verschollen, bis sie 2005 durch Bohrungen wiederentdeckt wurde. Heute bildet Los Canarios das Zentrum der Gemeinde. Von dort führt die ausgeschilderte Küstenstraße LP-207 hinunter zu den Salinen und den beiden Leuchttürmen an der Südspitze.

Die Salinen: Rosa Salz zwischen Lava und Leuchtturm

Die Salinas de Fuencaliente sind das ungewöhnlichste Bild La Palmas: Flache Salzpfannen in zartem Rosa, eingefasst von pechschwarzem Lavagestein, im Hintergrund der weiß-rot gestreifte Faro de Fuencaliente — der Doppelleuchtturm der Südspitze. Das Salz ist unter dem Namen Sal de Teneguía bekannt und gilt als Delikatesse, die man in guten kanarischen Restaurants als Tischsalz findet. Man kann es direkt vor Ort kaufen.

die Meerwassersaline liegt direkt neben dem Leuchtturm Faro de Fuencaliente

Die Salzteiche sind zugleich ein bedeutender Rastplatz für zahlreiche Zugvögel wie Stelzenläufer und Zwergstrandläufer. Ein kurzer Küstenweg führt von den Salinen entlang der schwarzen Lava zur Playa de Echentive, deren natürliche Lavabecken zu den schönsten Badeplätzen im Süden La Palmas zählen. Direkt neben den Salinen lädt zudem das Restaurant El Jardín de la Sal dazu ein, regionale Spezialitäten mit Blick auf die Salzfelder und den Atlantik zu genießen.

Weinbau auf Asche: Edle Tropfen aus der Lavaschüttung

Fuencaliente ist das wichtigste Weinbaugebiet La Palmas. Auf schwarzer Vulkanasche und mineralreichen Böden gedeihen Rebsorten wie Malvasía, Listán Blanco und Negramoll, aus denen charaktervolle Weine entstehen. Die geschützte Ursprungsbezeichnung D.O. La Palma garantiert seit 1994 ihre Herkunft und Qualität. Gegenüber dem Besucherzentrum des Volcán San Antonio befindet sich eine Bodega mit Direktverkauf, in der sich die regionalen Weine verkosten lassen. Besonders zur Weinlese zwischen Ende August und September zeigt sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite.

Schwarze Erde, salzige Luft, volle Sonne – die Reben von Fuencaliente wachsen auf Lava,
Schwarze Erde, salzige Luft, volle Sonne – die Reben von Fuencaliente wachsen auf Lava,

Die Vulkane San Antonio und Teneguía gehören zu den eindrucksvollsten Naturattraktionen der Insel. Am Volcán San Antonio informiert ein modernes Besucherzentrum über die Entstehungsgeschichte La Palmas. Anschließend führt ein Rundweg entlang des Kraterrands mit weiten Ausblicken bis zur Südspitze. Von hier verläuft auch ein markierter Wanderweg hinunter zum jüngeren Volcán Teneguía, dessen Ausbruch 1971 die jüngste Landfläche der Insel schuf. Das scharfkantige Lavagestein macht festes Schuhwerk empfehlenswert

Wandertipp: Rundtour zum Volcán Martín

Routentyp: Rundwanderung (Start/Ziel: Rastplatz Fuente de los Roques)
Länge: 10,2 km
Höhenmeter: ca. 550 Hm Auf- und Abstieg
Routencharakter: Abwechslungsreiche Berg- und Kraterwanderung zum Volcán Martín de Tigalate (1.591 m). Die Route kombiniert schattige Abschnitte durch lichten kanarischen Kiefernwald mit einer spektakulären, kargen Vulkanlandschaft. Ein kontrastreiches Erlebnis, das Trittsicherheit erfordert, da der steile Aufstieg zum Kraterrand komplett durch tiefe, lose und nachgiebige schwarze Vulkanasche (Lapilli) führt.

Fuencaliente im Überblick

LageÄußerster Süden La Palmas, ca. 45 Minuten südlich von Santa Cruz de La Palma.
HighlightsSalinas de Fuencaliente, Leuchttürme, Vulkan San Antonio & Teneguía.
KulinarikErstklassige Vulkanweine (Malvasía), handgeschöpftes Flor de Sal.
Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas
Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas

Badetipps im Süden La Palmas

Playa de Echentive & El Aljibe

Die nach dem Ausbruch des Teneguía im Jahr 1971 entstandene Playa de Echentive beeindruckt mit schwarzem Kiesstrand und einer einzigartigen Vulkanlandschaft. Das eigentliche Highlight ist jedoch das natürliche Meerwasserbecken El Aljibe, das geschützt hinter den Lavafeldern liegt. Das kristallklare Wasser lädt zum Baden ein, während das offene Meer aufgrund von Brandung und Strömung nur bei ruhigen Bedingungen geeignet ist.

Schwarzer Vulkansand, umrahmt von den kargen Lavafeldern des Teneguía – die Playa Echentive an der Südspitze La Palmas
Schwarzer Vulkansand, umrahmt von den kargen Lavafeldern des Teneguía – die Playa Echentive an der Südspitze La Palmas.

Playa de la Zamora

Unterhalb der Steilküste von Las Indias liegt einer der schönsten schwarzen Sandstrände La Palmas. Die Playa de la Zamora ist über eine Treppe erreichbar und wird von beeindruckenden Felswänden eingerahmt. Vorgelagerte Felsen schwächen den Wellengang etwas ab, dennoch sollte die Brandung stets beachtet werden. Oberhalb des Strandes lädt ein kleiner Kiosk mit regionalen Spezialitäten und herrlichem Meerblick zur Einkehr ein.

Die Playa de la Zamora – schwarze Sandbuchten an der Südküste La Palmas bei Fuencaliente
Die Playa de la Zamora – schwarze Sandbuchten an der Südküste La Palmas bei Fuencaliente.

Kurzüberblick

  • Playa de Echentive & El Aljibe: Naturpool mit geschütztem Meerwasser, spektakuläre Vulkanlandschaft, großer Parkplatz.
  • Playa de la Zamora: Schwarzer Sandstrand, Treppenzugang, Kiosk mit Meerblick und stimmungsvollen Sonnenuntergängen.

Fazit:

Fuencaliente vereint auf einzigartige Weise Vulkanlandschaften, Weinbau, Salinen und spektakuläre Küstenlandschaften. Ob Kraterwanderung, Weinprobe, Spaziergang durch die Salzgärten oder ein Sonnenuntergang am Leuchtturm – kaum eine Region La Palmas verbindet Natur, Geologie und Genuss so eindrucksvoll.

Häufige Fragen

Was hat es mit der Fuente Santa auf sich?

Die Fuente Santa war eine berühmte Thermalquelle, die 1677 beim Ausbruch des Vulkans San Antonio unter Lava verschüttet wurde. Nach mehr als 300 Jahren wurde sie 2005 durch Bohrungen wiederentdeckt.

Wie gelangt man zu den Salinen und den Leuchttürmen?

Von Los Canarios führt die ausgeschilderte Küstenstraße LP-207 hinunter zu den Salinas de Fuencaliente, den beiden Leuchttürmen und zur Playa de Echentive.

Lohnt sich das Besucherzentrum am Volcán San Antonio?

Ja. Das Besucherzentrum vermittelt anschaulich die vulkanische Entstehung La Palmas. Anschließend kann man auf einem Rundweg direkt am Kraterrand entlangwandern.

Welcher Wein ist typisch für Fuencaliente?

Besonders bekannt sind die Malvasía-Weine sowie Listán Blanco und Negramoll. Die mineralischen Vulkanböden verleihen ihnen ihren charakteristischen Geschmack.

Kann man in Fuencaliente baden?

Ja. Die nahe gelegene Playa de Echentive mit ihren natürlichen Lavabecken bietet an ruhigen Tagen eine besondere Bademöglichkeit in einzigartiger Vulkanlandschaft.

Was hat es mit dem Namen „Fuencaliente“ auf sich?

Der Name bedeutet übersetzt „Heiße Quelle“ und geht auf die geschichtsträchtige Fuente Santa zurück. Diese wertvolle Heilquelle wurde 1677 vom Vulkan San Antonio verschüttet und galt jahrhundertelang als verloren, bis sie 2005 durch eine wissenschaftliche Bohrung erfolgreich wiederentdeckt wurde.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com