Die Cumbre Vieja: La Palmas jüngstes und aktivstes Bergrückgrat

Die Cumbre Vieja – auf Deutsch „alter Kamm“ – ist in Wirklichkeit der jüngste Teil La Palmas. Während der nördliche Inselteil mit der Caldera de Taburiente mehrere Millionen Jahre alt ist, entstanden viele der Vulkankegel der Cumbre Vieja erst in den vergangenen Jahrhunderten. Entlang des langgestreckten Gebirgsrückens reihen sich zahlreiche Schlackenkegel aneinander, von denen in historischer Zeit acht ausbrachen – zuletzt der Tajogaite im Jahr 2021. Damit bildet die Cumbre Vieja die aktivste Vulkanregion La Palmas und zählt zu den aktivsten Vulkanlandschaften der Kanaren.

von der Hochebene der Cumbre Vieja blickt man bis zur Gipfelkette der Caldera de Taburiente

Die Cumbre Vieja erstreckt sich über rund 14 Kilometer von der Cumbre Nueva bis an die Südspitze La Palmas und prägt mit ihren Vulkankegeln den gesamten Süden der Insel. Sie erstreckt sich über fünf Gemeinden. Sie ist seit 1994 als Naturpark (Parque Natural de la Cumbre Vieja) geschützt. Der höchste Punkt ist der Volcán Deseada (1.949 m). Auf den Kammlagen prägen Kiefernwälder, Schlackenkegel und Lavafelder das Landschaftsbild. Je nach Alter der Ausbrüche sind die Vulkanflächen bereits wieder bewachsen oder wirken noch heute nahezu vegetationslos.

Die historischen Ausbrüche

Seit der spanischen Besiedelung haben auf der Cumbre Vieja acht Ausbrüche stattgefunden: 1470, 1585, 1646, 1677, 1712, 1949, 1971 (Teneguía) und 2021 (Tajogaite). Jeder dieser Ausbrüche hat die Süd- und Westküste La Palmas verändert. Der Teneguía-Ausbruch von 1971 forderte ein Todesopfer durch giftige vulkanische Gase am Kraterrand, verlief dank rechtzeitiger Evakuierungen ansonsten jedoch vergleichsweise glimpflich und schuf zugleich neues Land an der Südspitze der Insel. Der Ausbruch des Tajogaite im Jahr 2021 war dagegen der längste und folgenreichste der neueren Inselgeschichte: 85 Tage Aktivität, mehr als 1.200 Hektar überflutete Fläche und über 3.000 zerstörte Gebäude.

Ausblick vom Montaña Barquita über die südlichen Gipfel der Cumbre Vieja

Ruta de los Volcanes: Der Wanderweg auf dem Kamm

Die Ruta de los Volcanes ist eine der beeindruckendsten Wanderungen der Kanaren. Der Weg folgt dem GR-131 über den gesamten Kammrücken der Cumbre Vieja von Nord nach Süd, an allen wichtigen Vulkankegeln vorbei. Auf dem Weg: Schlackekessel, Lavafelder, Kiefernwälder und Ausblicke bis nach Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Die Route ist mit über 20 Kilometern und erheblichen Höhenunterschieden eine Tagesaufgabe für erfahrene Wanderer.

Ausgangspunkt ist oft das Refugio El Pilar auf 1.400 Metern Höhe (erreichbar über El Paso oder Villa de Mazo). Von dort führt der GR-131 südwärts bis nach Fuencaliente. Wer die Tour plant, sollte den aktuellen Streckenzustand prüfen — Teile des südlichen Abschnitts wurden durch den Tajogaite verändert.

Fazit:

Die Cumbre Vieja ist La Palmas vulkanische Seele — lebendig, veränderlich und voller Kontraste. Wer die jungen Lavafelder und mächtigen Vulkankegel auf der Ruta de los Volcanes selbst erwandert, erlebt eine der eindrücklichsten und dynamischsten Landschaften der gesamten Kanarenwelt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Cumbre Vieja und Cumbre Nueva?

Cumbre Vieja ist der südliche Vulkankamm — jung, aktiv, mit allen historischen Ausbrüchen. Cumbre Nueva ist der nördliche Kamm, der älter und erodierter ist und die Caldera de Taburiente einschließt.

Kann man die Ruta de los Volcanes wandern?

Ja. Der Fernwanderweg GR 131 ist gut ausgeschildert und zählt zu den spektakulärsten Wanderungen der Kanaren. Da Teile des südlichen Abschnitts durch den Ausbruch des Tajogaite verändert wurden, sollte der aktuelle Streckenzustand vor der Tour überprüft werden. Gute Kondition und eine geeignete Ausrüstung sind Voraussetzung.

Ist die Cumbre Vieja noch aktiv?

Ja. Die Cumbre Vieja ist die aktivste Vulkanregion La Palmas. Der jüngste Ausbruch ereignete sich 2021 am Tajogaite. Obwohl sich der Zeitpunkt einer künftigen Eruption nicht vorhersagen lässt, wird die Region kontinuierlich durch das Instituto Geográfico Nacional (IGN) überwacht; historisch gibt es Ausbrüche etwa alle 25–50 Jahre.

Warum heißt die Cumbre Vieja „alter Kamm“, obwohl sie geologisch jung ist?

Der Name entstand lange vor der modernen Geologie und bezieht sich auf die historische Landschaftsbezeichnung. Tatsächlich ist die Cumbre Vieja der jüngste Teil La Palmas und bis heute vulkanisch aktiv.

Wann ist die beste Zeit für eine Wanderung auf der Cumbre Vieja?

Die angenehmsten Bedingungen herrschen meist im Frühjahr und Herbst. In den Sommermonaten kann es auf den offenen Vulkanhängen sehr heiß werden, während im Winter Wind und Wolken den Kamm beeinflussen können. Vor jeder Tour sollten Wettervorhersage und Wegestatus geprüft werden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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