PR-LP 9: Wanderweg von Los Andenes nach Santo Domingo de Garafía

Der PR-LP 9 ist einer der größten Abstiegswege La Palmas: 18,3 Kilometer, 2.121 Hm Abstieg, 356 Hm Aufstieg — schwer, 6:30–7:30 Stunden. Der Weg führt vom Mirador de Los Andenes auf über 2.200 Metern Höhe durch mehrere Vegetationsstufen bis nach Santo Domingo de Garafía auf 368 Metern. Auslastung: moderat.

Wegverlauf des PR LP 9 entlang des Bergrückens auf La Palma

Auf dem Weg passiert man das integrale Naturreservat Pinar de Garafía — eines der besten Kiefernwaldgebiete der Insel. Dann Roque del Faro mit dem Restaurant El Reyes. Der Petroglyphen-Park Parque Cultural La Zarza als kulturellen Höhepunkt. Die Wallfahrtskirche Ermita de San Antonio del Monte mit Campingplatz. Die Quelle Fuente de la Huerta mit Rastplatz kurz vor dem Ziel.

Start: Pista de Gallegos nahe Mirador de Los Andenes, LP-4. Ende: Mirador El Chorro in Santo Domingo de Garafía. Da die Route ab Roque del Faro durch bewohntes Gebiet führt, kann sie dort jederzeit abgebrochen werden. Bei Schnee und Eis im Hochgebirge: nicht antreten.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypStrecke (Los Andenes → Santo Domingo de Garafía)
Distanz18,3 km
Höhenmeter356 Hm Aufstieg / 2.121 Hm Abstieg
Höchster Punkt2.279 m
Niedrigster Punkt368 m (Santo Domingo de Garafía)
Dauer6:30–7:30 Stunden
Schwierigkeitschwer (leicht zu folgen, trittsicher, gute Grundkondition)
StartpunktPista de Gallegos bei Mirador de Los Andenes, LP-4
EndpunktMirador El Chorro, Santo Domingo de Garafía
WegmarkierungPR-LP 9 (gelb-weiß)
SchutzgebietNationalpark Caldera de Taburiente / Reserva Natural Integral Pinar de Garafía
AusrüstungProviant, Wasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz

Anfahrt

Startpunkt: Pista de Gallegos in der Nähe des Mirador de Los Andenes an der LP-4. Ein kurzes Wegstück des PR-LP 9 führt über die LP-4 zum GR-131, dann zur Pista de Gallegos. Nach 300 Metern auf der betonierten Piste links und dem PR-LP 9 folgen. Rückfahrt ab Santo Domingo: Taxi oder Bus empfohlen — Gemeinde Garafía liegt im äußersten Nordwesten, Rückfahrt ca. 60–90 Minuten.

Ausblick über den Nationalpark Caldera de Taburiente vom Mirador de Los Andenes
Ausblick über den Nationalpark Caldera de Taburiente vom Mirador de Los Andenes

Die Route im Detail

Los Andenes bis Barranco de los Hombres (km 0–5,7)

Atemberaubende Ausblicke über den Nationalpark Caldera de Taburiente vom Mirador de Los Andenes. Die ersten Kilometer durch die Hochgebirgsvegetation der Cumbre de Los Andenes: Büsche, Sträucher, offene Lavafelder. In Kurven über felsige Passagen bergab zum Bergrücken Lomo de Los Corraletes. Zwischen Kanarischen Kiefern und Zistrosen entlang des Bergkamms — Ausblicke bis zur Nordküste. Dann durch das Naturreservat Pinar de Garafía: dichte Kiefernwälder, die durch ihre Lage an der Passatwolkenseite besonders artenreich sind.

Blick zum Observatorium vom Wanderweg PR LP 9
Blick zum Observatorium vom Wanderweg PR LP 9

Nach 4,9 km verlässt der Weg die Kammroute und steigt links in die Schlucht Barranco de los Hombres ab. Kiefern mischen sich mit Baumheide und Lorbeer. An der Wegkreuzung links: breiter Fahrweg über eine Brücke. Der PR-LP 9 trifft auf den PR-LP 20 (Briesta – Barlovento), der für 600 Meter gemeinsam verläuft, bevor der PR-LP 9 rechts Richtung Roque del Faro abzweigt.

Roque del Faro und La Mata (km 7,6–11,5)

Bei Roque del Faro (km 7,6) mündet der PR-LP 9.1 ein. Das Restaurant El Reyes lädt zur Stärkung — aktuelle Öffnungszeiten vorab prüfen. Der PR-LP 9 biegt nach links in Richtung La Mata ab (der PR-LP 9.1 führt geradeaus bergab nach El Tablado). LP-1 queren, in ständigem Auf und Ab parallel zum Berghang. Barranco de Carmona und Barranco Capitán durchqueren. Bei km 11,5 erreicht man La Mata und erneut die LP-1. Auch hier: Restaurant Restaurante la Mata (Zeiten prüfen).

Route im Lorbeerwald oberhalb Roque de Faro
Route im Lorbeerwald oberhalb Roque de Faro

La Zarza, Ermita San Antonio, Fuente de la Huerta, Santo Domingo (km 11,5–18,3)

Wegkreuzung zum PR-LP 9.2, dann 100 Meter entlang der LP-1 zum Petroglyphen-Park Parque Cultural La Zarza. Nach dem Park kurz LP-1 weiter, dann rechts ab. Durch ländliche Kulturlandschaften und Baumheide zur Wallfahrtskirche Ermita de San Antonio del Monte (km 14,4) mit Campingplatz und Restaurant.

 Wallfahrtskirche Ermita de San Antonio del Monte
Wallfahrtskirche Ermita de San Antonio del Monte

Nach km 17 die Fuente de la Huerta in der Schlucht Barranco de los Sables: Rastplatz mit Holztischen, Bänken. Gegenüber: Eingang eines in den Fels getriebenen Wasserstollens — ein historisches Bewässerungswerk. Die letzten 1,2 km führen zum Mirador El Chorro in Santo Domingo. Links: Ortskern mit Restaurants und Bars nahe der Iglesia Nuestra Señora de La Luz.

Das Naturreservat Pinar de Garafía

Das Reserva Natural Integral del Pinar de Garafía ist eines der artenreichsten Kiefernwaldgebiete der Kanaren. Aufgrund seiner geografischen Lage im nördlichen Teil La Palmas, an der Passatwolkenseite, übernimmt es eine bedeutende Funktion bei der Anreicherung des Grundwassers. Das Gebiet beherbergt nicht nur die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), sondern auch den seltenen enzianartigen Natternkopf (Echium gentianoides).

Rastplatz an der Fuente de la Huerta nahe Garafía
Rastplatz an der Fuente de la Huerta nahe Garafía

Der dichte Kiefernwald fängt den Passatnebel auf und speist das Grundwasser. Die Fuente de la Huerta am Ende der Route zeigt diesen Kreislauf sichtbar: Das Quellwasser am Rastplatz kommt aus dem Kiefernwald weiter oben. Das Reservat ist vollständig geschützt — kein Verlassen der markierten Pfade.

Der Kulturpark La Zarza

La Zarza ist ein Kulturpark in Garafía mit bedeutenden Petroglyphen der Benahoritas — der Ureinwohner La Palmas. Die Felsgravierungen sind unter freiem Himmel auf einem Rundweg besichtigbar, ergänzt durch ein kleines Museum. Die Motive zeigen geometrische Formen, Spiralen und Linienmuster. La Zarza gehört neben dem Ecomuseo Belmaco und der Erita de los Guanches zu den drei wichtigsten Petroglyphenstandorten auf La Palma.

Petroglyphen der Benahoritas im Kulturpark La Zarza
Petroglyphen der Benahoritas im Kulturpark La Zarza

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Beste Bedingungen — Kiefernwald frischFrühzeitig starten; lange Tour
Sommer (Juni–Aug)Startpunkt oft über WolkenFrüh starten; große Wassermengen
Herbst (Sept–Nov)Klare Sicht; gutes LichtBeliebteste Saison; Rückfahrt koordinieren
Winter (Dez–Feb)Schnee/Eis auf 2.200 m möglichNur bei sicheren Bedingungen
Aufsteigende Wolken im Osten La Palmas
Aufsteigende Wolken im Osten La Palmas

Unterkunft: Garafía — Clariso

Santo Domingo de Garafía ist der Zielort. Garafía hat 3 Ferienhäuser auf Clariso: Casa Micaela (492 m, Santo Domingo), Casa Vila (394 m, Santo Domingo) und Casa Julia (625 m, Las Tricias). clariso.eu — Ferienhäuser Garafía.

Kombinierbare Touren

Der PR-LP 9 ist einer der längsten Tagesabstiege La Palmas. Vom gleichen Startpunkt an der LP-4 starten auch die anderen großen Abstiegsrouten in den Osten und Nordosten:

TourDatenCharakter
PR-LP 7: Pico de la Cruz → Los Sauces14,4 km, schwerGroßer Abstieg in Richtung Osten
PR-LP 8: Pico de la Cruz → Barlovento11,9 km, schwerKürzerer Abstieg nach Nordosten
Wanderung Mirador de los Andenes → Roque de los Muchachos7,1 km, moderatKammroute als Alternative
Wanderung Mirador de los Andenes → Roque de los Muchachos als Alternative
Wanderung Mirador de los Andenes → Roque de los Muchachos als Alternative

GPS-Track und 3D-Routenplaner

Für 18 km mit mehreren Wegkreuzungen ist ein GPS-Track absolut notwendig. Die Abzweigungen bei Roque del Faro (PR-LP 9 links, PR-LP 9.1 geradeaus) und bei La Mata (PR-LP 9.2) sind im Track markiert.

Zur Routenseite auf Sunhikes: PR-LP 9 Los Andenes – Santo Domingo de Garafía

3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Rückfahrt ab Santo Domingo vorab koordinieren. 7+ Stunden Gehzeit: Frühstart obligatorisch. Bei Roque del Faro kann die Tour abgebrochen werden. Restaurants auf der Route nicht als sicher einplanen — Öffnungszeiten vorab prüfen. Notruf 112.

Hinweis: Nationalpark und Naturreservat

Teile der Route im Nationalpark Caldera de Taburiente und im Reserva Natural Integral del Pinar de Garafía. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.

Häufige Fragen

Was ist der Parque Cultural La Zarza?

Ein Kulturpark bei La Zarza in Garafía mit bedeutenden Petroglyphen der Benahoritas. Felsgravierungen auf einem Rundweg unter freiem Himmel, ergänzt durch Museum. Direkt am Wanderweg PR-LP 9.

Kann man bei Roque del Faro aufhören?

Ja. Ab Roque del Faro führt der PR-LP 9 durch bewohntes Gebiet — Taxi oder Bus können von dort gerufen werden. Als Teiletappe sind es rund 7,6 km.

Was ist die Fuente de la Huerta?

Eine Quelle in der Schlucht Barranco de los Sables, 1,2 km vor Santo Domingo. Schön angelegter Rastplatz mit Holztischen. Gegenüber ein historischer Wasserstollen.

Santo Domingo de Garafía — das Ziel

Santo Domingo de Garafía ist die Hauptortschaft der Gemeinde Garafía im äußersten Nordwesten La Palmas. Die Gemeinde ist die flächenmäßig größte La Palmas, aber dünn besiedelt — rund 1.700 Einwohner auf 110 km². Santo Domingo liegt auf 368 Metern, mit Blick auf die Steilküste im Norden. Der Mirador El Chorro ist der natürliche Endpunkt der Wanderung — von hier überblickt man die Küste und sieht, woher man kam.

Der Ortskern von Garafía
Der Ortskern von Garafía

Am Ortskern von Santo Domingo: die Iglesia Nuestra Señora de La Luz, ein imposantes koloniales Kirchengebäude. Entlang der Hauptstraße Restaurants und Bars. Garafía ist bekannt für seinen Ziegenkäse — einer der besten La Palmas wird hier produziert — und für seine traditionelle Landwirtschaft in den Terrassenfeldern. Wer nach dem langen Abstieg einkehrt, bestellt den lokalen Käse mit Mojo Verde.

Garafía: die Gemeinde mit den meisten Petroglyphen

Garafía beherbergt mehr bekannte Petroglyphen-Fundstätten als jede andere Gemeinde La Palmas. Neben dem Parque Cultural La Zarza direkt am Wanderweg gibt es La Zarcita und mehrere kleinere Fundstätten. Die Benahoritas hatten in dieser abgelegenen Nordwestecke der Insel offenbar wichtige Zeremonialstätten. Die Lage der Fundstätten — oft auf Höhenrücken mit Weitblick — lässt auf astronomische oder rituelle Bedeutung schließen.

Wer die Tour in zwei Tage aufteilen möchte, hat mit Roque del Faro einen natürlichen Haltepunkt: Von hier aus ist der Ort per Taxi oder Bus erreichbar, und der zweite Teil der Route (Roque del Faro bis Santo Domingo, ca. 10,7 km) ist eigenständig machbar. Der erste Teil (Los Andenes bis Roque del Faro, 7,6 km) ist dann ein kompakter Hochgebirgs-Abstieg ohne die lange Kulturlandschaft. Beide Hälften haben ihren eigenen Charakter.

Ein Detail, das Wanderer schätzen: Die Cafés und Restaurants in Santo Domingo — am Ende der langen Tour — sind echte Dorfgaststätten, keine Touristenrestaurants. Nach 7+ Stunden Gehzeit und über 2.000 Hm Abstieg ist das ein Unterschied. Die Küche ist kanarisch, der Käse ist aus Garafía, der Wein stammt von lokalen Produzenten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com