Camino de Gordian: von der Ermita de la Virgen del Pino zur Cumbrecita
Der Camino de Gordian ist die Wanderaufstiegsalternative zur Cumbrecita ohne Permit: 7 km, 568 Hm Aufstieg, 177 Hm Abstieg, moderat, 2:30–3:15 Stunden. Die Route führt auf dem PR LP 1 durch lichten Kiefernwald am Rand des Riachuelo-Tals, vorbei an in den Fels geschlagenen Galerías und markanten Barrancos, bis zur Cumbrecita mit ihrem spektakulären Caldera-Panorama.

Startpunkt: Ermita de la Virgen del Pino. Sie liegt an der Zufahrtsstraße zur Cumbrecita (LP-302), ca. 1 km vom Besucherzentrum El Paso, erste Abfahrt rechts. Wer hier parkt und aufsteigt, braucht kein Cumbrecita-Permit — da man zu Fuß, nicht per Auto, anreist.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Strecke (Ermita → Cumbrecita) |
|---|---|
| Distanz | 7,0 km |
| Höhenmeter | 568 Hm Aufstieg / 177 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 1.324 m (La Cumbrecita) |
| Niedrigster Punkt | 912 m (Ermita de la Virgen del Pino) |
| Dauer | 2:30–3:15 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat |
| Startpunkt | Ermita de la Virgen del Pino — LP-302, erste Abzweigung von Besucherzentrum El Paso |
| Wegmarkierung | PR-LP 1 (gelb-weiß), Camino de Gordian |
| Permit | Kein Permit erforderlich — Zugang zu Fuß |
| Ausrüstung | Wasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz |
Die Route im Detail
Ermita bis Galería Unica
Der breite Wanderweg PR LP 1 mit seiner weiß-gelben Markierung führt sanft bergauf durch lichten Kiefernwald. Nach etwa dreißig Minuten: Wegtafel, links abbiegen, dann geradeaus in Richtung La Cumbrecita. Stetiges Auf und Ab entlang des Berghangs. Nach einem felsigen Abschnitt: ein alter Brunnenstollen nahe eines kleinen Sattels. Dann verengt sich der Forstweg zu einem Wanderpfad — vorbei an der Galería Unica, einem in den Fels geschlagenen Wasserstollen.
Galería Unica bis Aussichtspunkte und Cumbrecita
Serpentinen bergauf auf den Bergrücken. Erster großer Ausblick ins Riachuelo-Tal. Der Pfad entlang der Felswände der Cumbre Nueva bis zur Galería de Tabercorade. Nach einer steilen Passage: Cumbrecita, Pico Bejenado, Roques de la Cumbrecita und Teile der Caldera de Taburiente in voller Sicht. Man steht still, atmet, schaut. Der Rückweg zu Fuß oder bequem per Taxi.

Permit-freier Aufstieg zur Cumbrecita
Wer mit dem PKW zur Cumbrecita fahren möchte, braucht ein kostenloses Permit. Wer zu Fuß aufsteigt, braucht keines. Der Camino de Gordian ist damit die ideale Alternative für alle, die die Cumbrecita spontan besuchen möchten, ohne vorab ein Zeitfenster buchen zu müssen. Die 2:30–3:15 h Aufstieg zahlen sich durch die Freiheit der Planung aus.
Eine bewährte Kombination: Camino de Gordian aufsteigen (2:30–3:15 h), oben die Cumbrecita-Runde (1:00–1:30 h) gehen, dann Taxi zurück zur Ermita (ca. 10 EUR). Das ist ein vollständiger, logistisch einfacher Nationalpark-Tag ohne Permit-Stress.
Die Galerías: historische Wasserstollen
Der Camino de Gordian passiert mehrere Galerías — in den Fels gesprengte Wasserstollen, die das Grundwasser des Caldera-Rands fassen und in Kanäle ableiten. Die Galería Unica ist die markanteste davon: ein einzelner, langer Stollen, der das Wasser eines ganzen Berghangs sammelt. Diese Infrastruktur ist typisch für La Palma und macht die Insel trotz ihrer gebirgigen Topografie zu einer der wasserreichsten der Kanaren.
Das Riachuelo-Tal
Das Riachuelo-Tal liegt östlich der Caldera de Taburiente und ist der einzige längere Talzug der Ostseite La Palmas. Der Blick vom ersten Aussichtspunkt auf dem Camino de Gordian in das Riachuelo-Tal ist einer der wenig bekannten, aber eindrucksvollen Momente dieser Route: ein grünes, tief eingeschnittenes Tal mit Kiefernwald, Terrassenkulturen und dem fernen Atlantik am Horizont.

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Kiefernwald frisch; Cumbrecita-Ausblick klar | Optimale Bedingungen |
| Sommer (Juni–Aug) | Kiefernwald spendet Schatten; angenehm | Nachmittags heiß im unteren Teil |
| Herbst (Sept–Nov) | Beste Fernsicht; Nationalpark ruhig | Beliebteste Saison |
| Winter (Dez–Feb) | Cumbrecita kann nebelig sein | Aufstieg trotzdem lohnend |
Unterkunft: El Paso — Clariso
Startpunkt nahe El Paso. Ferienhäuser auf clariso.eu — Ferienhäuser El Paso.
Kombinierbare Touren
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| Rundwanderung La Cumbrecita | 3 km, leicht | Natürliche Fortsetzung oben |
| Pico Bejenado ab Cumbrecita | 8,9 km, moderat | Gipfelaufstieg ab Cumbrecita |
| Los Brecitos → Playa de Taburiente | 5,2 km, moderat | Andere Nationalpark-Route von El Paso |
GPS-Track und 3D-Routenplaner
Zur Routenseite auf Sunhikes: Camino de Gordian Ermita → Cumbrecita
Warum Camino de Gordian?
Der Name Camino de Gordian verweist auf einen historischen Wegeführer oder Grundbesitzer dieser Region — eine der vielen anonymen Geschichten, die in kanarischen Wegenamen versteckt sind. Der Weg selbst ist bedeutend: Er war eine der Routen, über die Schäfer und Bauern ohne den offiziellen Sattelzugang der Cumbrecita in die mittleren Höhenlagen des Caldera-Rands gelangten. Heute ist er ein gut markierter PR-LP 1.
Die Galerías auf dem Weg — besonders die Galería Unica — sind ein Kapitel für sich: Diese in den Fels gesprengten Wasserstollen sind das Rückgrat der La-Palma-Wasserwirtschaft. Auf einer Insel ohne große Flüsse ist das Grundwasser, das aus dem Caldera-Fels austritt, die einzige verlässliche Wasserquelle. Die Galeríen fassen dieses Wasser und leiten es in Kanäle zu den Feldern. La Palma hat über 1.000 solcher Galeríen — mehr pro Quadratkilometer als jeder andere Ort auf der Erde.
Der Camino de Gordian ist auch ohne die Cumbrecita als Ziel lohnend: Die Galerías und Barrancos auf dem Weg sind schon für sich ein Erlebnis. Wer umkehrt, bevor er die Cumbrecita erreicht — etwa an der Galería Unica oder am ersten großen Aussichtspunkt ins Riachuelo-Tal — hat trotzdem eine vollwertige Halbtagstour gemacht. Der Weg lässt sich nach Kondition und Zeit individuell dosieren.

Das Informationszentrum des Nationalparks in El Paso ist der logische Anfangspunkt jedes Besuches der Cumbrecita-Region. Nicht nur wegen des Permits (für PKW-Anfahrt), sondern wegen der Ausstellung: Geologische Modelle der Caldera, Karten aller Wanderwege, Ausstellungen über Flora und Fauna. Nach dem Besuch sieht man den Camino de Gordian mit anderen Augen — man weiß, in welche Landschaft man einsteigt.
Die Ermita de la Virgen del Pino
Die Ermita de la Virgen del Pino am Ausgangspunkt der Route ist eine kleine Wallfahrtskapelle, die dem heiligen Kiefernbaum gewidmet ist: einer alten, riesigen Kiefer, die als besonders verehrungswürdig galt. La Palma hat mehrere dieser Heiligen-Baum-Kapellen — eine Tradition, die die Benahorita-Naturverehrung mit dem christlichen Kult der Kolonialzeit verbindet. Die Kapelle ist einfach, aber der umgebende Kiefernwald und die Atmosphäre des Waldeingangs machen sie zu einem stimmungsvollen Startpunkt.

Wer die Ermita als Ausgangspunkt wählt, parkt auf dem kleinen Schotterplatz davor. Die Zufahrt von der LP-302: Besucherzentrum El Paso Richtung Cumbrecita, erste Abfahrt rechts, dem Schild Ermita de la Virgen del Pino folgen. Der Weg zur Cumbrecita ist von hier aus gut ausgeschildert. Wer einen Shuttle-Bus nutzt, hat die Ermita ebenfalls als Haltepunkt auf der Strecke.
Rückkehr: Taxi oder eigene Füße?
Vom Ziel La Cumbrecita zurück zur Ermita de la Virgen del Pino hat man zwei Optionen: Rückweg auf demselben Weg (177 Hm Abstieg, ca. 1:30 h — einfacher als der Aufstieg) oder Taxi (ca. 10 EUR, 15 Min.). Das Taxi ist nicht nur bequemer, sondern gibt dem Tag eine sinnvolle Logistik: Cumbrecita-Runde oben, dann Taxi bergab, Nachmittag frei für eine zweite Tour oder Entspannung. Der Camino de Gordian als Aufstieg + Cumbrecita-Runde + Taxi bergab = ein vollständiger Nationalpark-Tag ohne Permit-Stress.
Wer den Camino de Gordian zum ersten Mal geht, wird überrascht sein, wie viel La Palma dieser Aufstieg zeigt: Kiefernwald, Galería-Infrastruktur, Riachuelo-Tal, Cumbre-Nueva-Felswände, Caldera-Panorama — das ist die geologische und botanische Diversität La Palmas in einem einzigen Aufstieg komprimiert. Der Weg ist kein populärer Touristenweg, sondern ein echter Wanderweg mit echtem Charakter.
Wer den Camino de Gordian gegangen ist, schaut das nächste Mal anders auf die LP-302 — die Zufahrtsstraße zur Cumbrecita. Man sieht die Galerías und Barrancos von der Straße aus mit anderen Augen, wenn man sie zu Fuß kennt. Das ist der Mehrwert einer Wanderung: Die Landschaft verändert sich nicht, aber die eigene Wahrnehmung davon.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


