Wanderung durch das Barranco del Jurado zur Piratenbucht auf La Palma

Die Piratenbucht — offiziell Porís de Candelaria — ist eine der eindrucksvollsten und eigenartigsten Destinationen La Palmas: eine Gemeinschaft von Höhlenwohnungen, die sich in die Auswölbung eines Felskopfes direkt am Meer eingebaut haben. Der Zugang ist nur zu Fuß möglich. Die Wanderung durch die Schlucht Barranco del Jurado auf dem PR-LP 12.2 von El Jesús dorthin ist 4,8 Kilometer lang, 247 Hm Aufstieg, 772 Hm Abstieg — moderat, aber mit einem langen, steilen Abstieg in die Schlucht.

Porís de Candelaria – verborgene Piratenbucht an La Palmas Westküste
Porís de Candelaria – verborgene Piratenbucht an La Palmas Westküste

Die Schlucht Barranco del Jurado steht unter Naturschutz wegen ihrer geologischen Bedeutung: fast senkrechte Basaltwände, über 600 Meter hoch, die durch Erosion entstanden. In der Schlucht leben Graja (Rabenkrähe), Turteltaube, Ringeltaube und Turmfalke an den Steilhängen. Das Tal verengt sich am Boden bis auf wenige Meter — am Strand mündet es ins Meer.

Startpunkt: El Jesús, ein Ortsteil der Gemeinde Tijarafe, nahe der Kapelle Ermita del Buen Jesús. Der PR-LP 12.2 ist direkt unterhalb am Kirchplatz ausgeschildert. Rückweg auf gleichem Weg — oder mit Taxi/Abholung von der Straße bei der Piratenbucht.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypStrecke (El Jesús → Porís de Candelaria) / Rückweg gleicher Pfad
Distanz4,8 km (einfach) / 9,6 km Hin- und Zurück
Höhenmeter247 Hm Aufstieg / 772 Hm Abstieg (einfach)
Höchster Punkt586 m
Niedrigster Punkt18 m (Meeresniveau Porís de Candelaria)
Dauer1:30–2:15 h (einfach) / 3:00–4:30 h Hin- und Zurück
Schwierigkeitmoderat (schwindelfrei, trittsicher, Steilabschnitte)
StartpunktEl Jesús, nahe Ermita del Buen Jesús, Tijarafe
EndpunktPorís de Candelaria (Piratenbucht)
WegmarkierungPR-LP 12.2 (gelb-weiß)
SchutzgebietNaturschutzgebiet Barranco del Jurado
AusrüstungWasser, Proviant, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz
Ausblick vom Mirado Barranco del Jurado auf La Palma
Ausblick vom Mirado Barranco del Jurado auf La Palma

Anfahrt und Startpunkt

El Jesús liegt im Gemeindegebiet Tijarafe, an der LP-1 auf der Westseite La Palmas. Von Los Llanos de Aridane ca. 20 Minuten nordwärts. Parkmöglichkeiten im Ort. Die Ermita del Buen Jesús ist der Orientierungspunkt — der PR-LP 12.2 zweigt direkt unterhalb des Kirchplatzes ab. Ausgeschildert.

Rückfahrt von Porís de Candelaria: Das schmale Sträßlein, das von Tijarafe zur Piratenbucht führt, ist auch per Taxi zur Abholung erreichbar. Wer keine Hin-Zurück-Tour machen möchte, organisiert eine Abholung direkt am Parkplatz oberhalb der Bucht.

Die Route im Detail

El Jesús bis Mirador del Barranco Jurado

Von El Jesús geht es stetig bergab durch die beeindruckende Schluchtlandschaft. Zwischen vereinzelten Häusern, Wasserreservoirs und Bananenplantagen verläuft der Weg entlang der Steilküste zum Aussichtspunkt Mirador del Barranco Jurado. Hier trifft man auf die verrosteten Überreste einer alten Materialseilbahn — ein industrielles Relikt aus der Zeit, als Güter von der Küste in den Ort transportiert wurden. Vom Mirador: herrlicher Blick auf die Steilküste im Nordwesten La Palmas. Der Mirador markiert auch den Eingang zur Schlucht.

Wanderung zwischen vereinzelten Häusern, Wasserreservoirs und Bananenplantagen bei El Jesús.
Wanderung zwischen vereinzelten Häusern, Wasserreservoirs und Bananenplantagen bei El Jesús.

Die Schlucht Barranco del Jurado steht unter Naturschutz wegen ihrer geologischen Besonderheiten. Das Basaltgestein wurde durch Erosion in fast senkrechte Wände geformt — über 600 Meter hoch, mit natürlichen Steinbrücken, den sogenannten Juardos. In der Schlucht leben Greifvögel und Tauben an den Steilhängen. Der Wind in den engen Passagen ist hörbar anders als oben.

Abstieg durch die Schlucht zur Playa de Jurado

Ab dem Mirador führt der PR-LP 12.2 steil in die Schlucht hinunter. In Serpentinen geht es über einen alten gepflasterten Weg bergab bis zum Schluchtboden, wo die Schlucht am Steinstrand Playa de Jurado ins Meer mündet. Inmitten kleiner Wochenendhäuschen lohnt sich eine Pause im Schatten — denn danach wartet ein kräftiger Aufstieg.

Wanderung durch den Barranco del Jurado.
Wanderung durch den Barranco del Jurado.

Der Steinstrand selbst ist kein Badestrand im klassischen Sinn — die Brandung ist stark, der Stein rund und rutschig. Wer aber einen Moment am Meeresniveau in einer 600-Meter-Schlucht stehen möchte, findet hier den einzigen Öffnungspunkt des Barranco del Jurado zum Atlantik.

Badestelle an der Playa del Jurado.
Badestelle an der Playa del Jurado.

Aufstieg zur Piratenbucht Porís de Candelaria

Dem Wegweiser nach Porís de Candelaria folgend — steile Treppen und ein schmaler Pfad aus dem Tal aufwärts. Dann das schmale Sträßlein, das von Tijarafe zur Piratenbucht führt. Von dort ein letzter schmaler Pfad in die Bucht.

Route zur Piratenbucht Porís de Candelaria auf La Palma.
Route zur Piratenbucht Porís de Candelaria auf La Palma.

Porís de Candelaria ist das Ziel: eine Gemeinschaft von Höhlenwohnungen, die sich in die Auswölbung eines großen Felsens direkt am Meer eingebaut haben. Die Bauten sind mit der Felsstruktur verwachsen — Eingänge, Treppen, Terrassen aus dem Stein. Von innen: der Blick durch die riesige Felshöhle auf das offene Meer. Der Ort hat etwas Unwirkliches — weit von jeder Straße, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar.

Porís de Candelaria — Geschichte und Piratensage

Der Name Piratenbucht ist volkstümlich — der offizielle Name ist Porís de Candelaria. Die Sagenform: Piraten sollen die versteckte Bucht als Zufluchtsort genutzt haben. Was historisch belegt ist: die Fischer von Tijarafe nutzten den Ort für ihre tägliche Arbeit. Die Abgeschiedenheit — nur zu Fuß oder per Boot — machte die Bucht in früheren Jahrhunderten zu einem echten Versteck.

Die Höhlenwohnungen sind keine Ruinen, sondern bewohnt und genutzt. Sie gehören zum Gemeindegebiet Tijarafe. Ein Teil wird als Feriendomizile vermietet. Die Infrastruktur — Strom, Wasser — ist da, aber minimal. Die Adresse lautet offiziell auf Porís de Candelaria, aber post wird per Schiff oder Weg angeliefert.

Fauna: Greifvögel und Tauben im Barranco

Die Steilwände des Barranco del Jurado sind Lebensraum mehrerer Vogelarten. Die Graja oder Rabenkrähe — auf La Palma ein typischer Bewohner steiler Küstenfelsen — nistet in Felsspalten. Turteltaube und Ringeltaube leben in den bewaldeten Hangabschnitten der Schlucht. Der Turmfalke ist der hoch- und häufigste Greifvogel La Palmas — er kreist über dem Schluchtkamm und nutzt die Thermik an den Steilwänden.

Das Naturschutzgebiet Barranco del Jurado — der Abschnitt zwischen LP-1 und Küste — schützt auch die Pflanzenwelt der unteren Schluchthänge: Wolfsmilchgewächse (Euphorbia), Drachenbäume und Tabaibas prägen die trockene Küstenzone, während im feuchten Schluchtboden Binsen und Schilf wachsen.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Grüne Vegetation, moderate HitzeGute Bedingungen; Schlucht angenehm kühl
Sommer (Juni–Aug)Heiß an den SchluchtkämmenFrüher Start; Schlucht liefert Schatten
Herbst (Sept–Nov)Küste klar, Meerblick optimalBestes Licht für Fotos in der Bucht
Winter (Dez–Feb)Regen möglich; Pfade rutschigSteilabschnitte nach Regen heikel

Unterkunft: Ferienhäuser in Tijarafe

El Jesús liegt im Gemeindegebiet Tijarafe — einer der westlichsten Gemeinden La Palmas mit Steilküste, Mandelbäumen und weitem Atlantikblick. Tijarafe hat mit über 37 Ferienhäusern auf Clariso das größte Angebot der Insel für diese Region. Viele der Häuser liegen auf der Wegstrecke zur Piratenbucht oder in Sichtweite der Schlucht.

Ferienhäuser in Tijarafe direkt buchbar auf clariso.eu — Ferienhäuser Tijarafe La Palma. Die Villa Piccola Stella liegt laut Sunhikes direkt auf dem Weg zur Piratenbucht. Villa Diamante, Villa Buena Vista, Casa Pedro und weitere bieten Pool und Meerblick in dieser Region.

Kombinierbare Touren

Die Westküste Tijarafes bietet weitere kurze bis mittellange Wanderungen rund um Schlucht und Küste. Wer die Piratenbucht kennt, erkundet am nächsten Tag die Nachbarschlucht oder geht auf dem GR-130 weiter:

TourDatenCharakter
El Jesús – Schlucht- und Kulturwanderung9,4 km, moderatRundtour durch Tijarafe und die Umgebung von El Jesús
Kurze Wanderung Mirador del Barranco de Jurado zur Piratenbucht5,5 km, schwerKürzere Alternative nur zur Piratenbucht
GR-130 Etappe 5: Tijarafe – Los Llanos de Aridane13,4 km, moderatKüstenweg südwärts von Tijarafe

GPS-Track und 3D-Routenplaner

GPS-Track und Höhenprofil zeigen den vollen Verlauf von El Jesús durch die Schlucht bis Porís de Candelaria. Besonders der steile Serpentinenabstieg zur Playa de Jurado ist im Track klar markiert — auf dem Rückweg wichtig, um die richtige Abzweigung zu halten.

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Barranco del Jurado zur Piratenbucht

3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell planen

Praktische Tipps

Notruf 112. Im Schluchtboden kein Mobilfunknetz. Porís de Candelaria ist kein Badestrand im touristischen Sinn — kein Rettungsschwimmer, keine Versorgung. Wasser für die Rüktour mitbringen.

Wer nicht auf demselben Weg zurück möchte: Rückfahrt von der Piratenbuchtzufahrt (schmale Straße von Tijarafe) ist per Taxi oder Abholung möglich. Koordination vorab — kein Netz in der Bucht.

Hinweis: Naturschutzgebiet

Der Abschnitt unterhalb der LP-1 bis zur Küste liegt im Naturschutzgebiet Barranco del Jurado. Wegegebot, Abfallmitnahme, kein Feuer.

Häufige Fragen

Ist Porís de Candelaria bewohnt?

Nein Die Höhlenwohnungen werdeb heute vor allem als Wochenend- und Sommerdomizil von Einheimischen genutzt, teils als Feriendomizile vermietet. Der Ort gehört offiziell zur Gemeinde Tijarafe.

Kann man in der Piratenbucht schwimmen?

Technisch möglich, aber vorsichtig. Kein Sandstrand, keine Infrastruktur, starke Brandung. Bei ruhiger See und Ortskenntnis eher ein Erlebnis für Geübte als für Badegäste.

Was ist die alte Materialseilbahn am Mirador?

Ein Überrest der historischen Infrastruktur, die Tijarafe mit der Küste verband. Waren — Fische, Landwirtschaftsprodukte — wurden über die Seilbahn auf- und abgeführt. Das System ist seit langem außer Betrieb.

Wie steil ist der Abstieg?

Deutlich. Von 586 Metern auf 18 Meter über 4,8 km — das sind 772 Hm Abstieg. Der steilste Abschnitt ist der Serpentinenweg in die Schlucht vom Mirador aus. Gute Kniestabilität und feste Schuhe sind entscheidend.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com