Playa de Nogales – Schwarzer Naturstrand im Nordosten
Schroff ragt die wilde grüne Felswand hinter der Playa de Nogales gen Himmel und sorgt für idealen Schutz vor Wind. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass hier ab Mittag keine Sonne mehr scheint. Wer die Sonnenstrahlen nutzen will, bricht lieber in den frühen Vormittagsstunden auf – und geniesst dann einen der ursprünglichsten Strände La Palmas ganz für sich.

Ein Strand, den man sich verdient
Die Playa de Nogales liegt nördlich von Puntallana im Nordosten der Insel. Man erreicht sie über die Küstenstraße durch Bananenplantagen hindurch. Der Parkplatz liegt am Ende der steilen Abfahrt – von dort führt ein schmaler, steiler Pfad rund 15 Minuten hinab. Bevor man auf den schwarzen Sand gelangt, passiert man den Eingang zur Meereshöhle Cueva del Infierno.
Wer sich die Mühe des Abstiegs macht, wird belohnt: Der Strand zieht sich rund 500 Meter an der Küste entlang – schmal, mit 20 bis 30 Metern Breite, umgeben von Klippen und Felsengruppen. Am Fuße der Hänge ist der sonst sehr feine schwarze Sand mit Geröll ueberlagert.

Das Sunhikes-Video von der Playa de Nogales zeigt den Strand, die Felswand und den Abstiegspfad – ein guter erster Eindruck, bevor man die 15-Minuten-Wanderung auf sich nimmt.
Baden & Sicherheit
Starke Unterströmungen auch bei ruhiger Oberfläche. Bei erhöhtem Schwell ist das Schwimmen lebensgefährlich. Im Zweifel am Strand bleiben.
Kein Rettungsdienst vor Ort. Keine Strandfahnen – die Verantwortung liegt vollständig bei den Besuchern. Nur für erfahrene Schwimmer.
Das Sonnenfenster
Direkt hinter dem Strand ragt eine fast 500 Meter hohe Felswand auf – unfassbar imposant, doch mit einer Eigenheit: Da sie im Westen liegt, wirft sie im Laufe des Tages ihren Schatten über die gesamte Bucht. Im Winter erreicht der Schatten den Strand oft schon zur Mittagszeit, im Hochsommer bleibt es bis etwa 14 oder 15 Uhr sonnig. Am meisten hat davon, wer früh aufbricht: Kommt man gegen 9 oder 10 Uhr morgens an, erwischt man das perfekte Sonnenfenster, teilt sich den magischen Ort mit kaum jemandem und genießt die wilde Kulisse in vollkommener Ruhe.

| Lage | Nördlich von Puntallana, Nordostküste La Palma |
|---|---|
| Strand | Ca. 500 m, schwarzer Sand mit Geröll, 20-30 m breit |
| Zugang | Parkplatz – dann 15 min Steilpfad hinab |
| Sonnenstunden | Vormittags – ab Mittag Schatten durch Felswand |
| Rettungsdienst | Keiner – Eigenverantwortung |
| Eignung | Nur erfahrene Schwimmer; Surfer, Naturliebhaber |
| Besonderheit | Eingang Cueva del Infierno am Abstiegspfad |
Surfen an der Playa de Nogales
Surfer schätzen die Playa de Nogales wegen ihrer Wellen. Die Brandung bricht an den Felskanten der Buchten in einer Art, die erfahrene Wellenreiter anzieht – nicht gross wie in Tazacorte, aber kraftvoll genug für eine ordentliche Session. Ein regulärer Surf-Spot mit Schule oder Verleih ist die Playa de Nogales nicht; wer surfen will, bringt sein Board mit.
Die Cueva del Infierno
Auf dem Abstiegspfad zur Playa de Nogales, kurz bevor man den schwarzen Sand erreicht, passiert man den Eingang zur Cueva del Infierno – der Höhle der Hölle. Eine Lavaröhre, die sich vom Kliff bis ins Meer zieht, öffnet sich hier zur Küste. Die Höhle ist nicht regulär zugänglich, der Eingang aber von aussen gut sichtbar. Geologisch ist sie interessant: ein direkter Durchgang vom Inneren der Klippe zum Atlantik, entstanden als flüssige Lava durch den bereits abgekühlten Aussenmantel floss.

Puntallana: Der Ort über dem Strand
Der Parkplatz zur Playa de Nogales liegt im Gemeindebereich Puntallana – einem der grünsten Ortschaften La Palmas. Das Dorf selbst liegt auf der Hochebene über dem Strand, eingebettet in Bananenplantagen und Lorbeerwälder. Die Fahrt von der Hauptstrasse LP-1 zum Küstenparkplatz führt durch eine Landschaft, die typisch für den Nordosten ist: üppig grün, mit dem Geruch nach feuchtem Humus und Bananenblättern.
Nordostküste: Grün, wild, unentdeckt
Die Nordostküste La Palmas ist die raueste und zugleich üppigste Seite der Insel. Passatwolken treffen hier zuerst auf das Gebirge, entladen sich als Nieselregen und Nebel, der die Lorbeerwälder tränkt. Die Küste darunter ist steil und kaum zugänglich – die Playa de Nogales ist einer der wenigen Strände, die man überhaupt erreichen kann. Kaum Touristen, kaum Infrastruktur, kaum Komfort – dafür Ursprünglichkeit, die auf den großen Kanareninseln verschwunden ist.

Vogelbeobachtung an der Nordostküste
Die Nordostküste La Palmas ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Wo dichte Lorbeerwälder, feuchte Schluchten und offene Atlantikküste ineinandergreifen, entstehen einzigartige Lebensräume für endemische Arten. Tief im Wald huscht der zutrauliche La Palma-Buchfink durchs Unterholz, während an den Klippen rund um die Playa de Nogales ein ganz anderes Bild herrscht: Kanarenpieper flitzen bodennah über die Felsen, Turmfalken ziehen ihre Kreise in den Aufwinden, und die Rufe der geschützten, rotschnäbeligen Alpenkrähen hallen von den Steilwänden wider. Wer im Morgengrauen den steilen Abstieg zum Strand wagt, solange die Küste noch vollkommen still liegt, bekommt ein echtes Naturkonzert an den Klippen geschenkt.
Praktisches: Anreise, Ausrüstung und Abstieg
Der Abstiegspfad zur Playa de Nogales verlangt Aufmerksamkeit. Der Weg ist schmal, teilweise rutschig und an einigen Stellen ausgesetzt. Festes Schuhwerk ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Wer Sandalen oder Flipflops trägt, dreht lieber um. In eine Richtung dauert der Abstieg etwa 15 Minuten, der Aufstieg zurück etwas länger. Im Sommer, wenn die Felswand schnell Schatten wirft, empfiehlt sich ein früher Start – wer um 9 Uhr am Parkplatz ist, hat Sonne und Zeit.

Wer zur Playa de Nogales aufbricht, sollte gut vorbereitet sein, denn touristische Infrastruktur sucht man hier vergeblich. Wasser, Sonnenschutz, Snacks und festes Schuhwerk gehören unbedingt ins Gepäck – der nächste gut sortierte Supermarkt liegt im Ortskern von Puntallana, rund 10 Autominuten vom Klippen-Parkplatz entfernt.
Cubo de la Galga und der Lorbeerwald
Wenige Kilometer westlich der Playa de Nogales öffnet sich eine ganz andere Welt: der Cubo de la Galga, ein urzeitlicher Lorbeerwald, dicht und grün, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats zusammen mit Los Tilos. Wie durch einen lebenden Tunnel aus Farnen, Lianen und jahrhundertealten Bäumen schlängelt sich der Rundweg tief in eine abgeschottete Schlucht hinein.
Wer den Morgen am rauen Vulkanstrand von Nogales beginnt und den Tag im schattigen Dickicht des Cubo de la Galga ausklingen lässt, erlebt La Palma in seinen zwei Gesichtern: wild und salzig auf der einen, feucht und urwaldgrün auf der anderen Seite. Genau dieser Kontrast macht den Nordosten der Insel so besonders.

Wandern ab Puntallana: Auf dem alten Königspfad
Von Puntallana aus lässt sich nicht nur zum Strand hinabsteigen – der Ort eignet sich ebenso als Startpunkt für Wanderungen entlang der wilden Nordostküste. Nach Norden führt vom Ortskern der historische Königspfad GR-130, hervorragend markiert, der sich in Serpentinen durch ursprüngliche Kulturlandschaften und tiefe Schluchten wie den monumentalen Barranco de la Galga schlängelt.
Zwei bis drei Stunden dauert eine beliebte Teilstrecke bis zum herrlichen Aussichtspunkt Mirador de San Bartolo. Mit guter Kondition lässt sich dieser Ausflug sogar mit einem morgendlichen Abstecher zur Playa de Nogales kombinieren – allerdings zehrt der anschließende Aufstieg aus den Schluchten in der Mittagssonne kräftig. Ein früher Start, festes Schuhwerk und ausreichend Trinkwasser sind für diese Kombination Pflicht.

Playa de Nogales: Einblick in das lokale Leben
Für die Insel ist die Playa de Nogales weit mehr als nur Landschaft – sie gehört fest zum Alltag ihrer Bewohner. Besonders an Sommerwochenenden zieht es Familien aus Puntallana und den Nachbarorten hinab an die Küste; für die Palmeros ist der Strand ein vertrauter Ort des täglichen Lebens, kein Ziel für Fernreisende.
Unter der Woche gehört die wilde Bucht meist einem selbst allein, während sich am Wochenende das echte, unverstellte Küstenleben zeigt. Hier wird sichtbar, wie die Menschen auf La Palma ihren Strand nutzen – ohne Liege, ohne Sonnenschirm, ohne App.
Fazit: Playa de Nogales
Die Playa de Nogales ist kein Badestrand für einen entspannten Urlaubstag mit Liegestuhl – sie ist ein ursprünglicher Naturstrand, den man sich erst verdient.
Der 15-Minuten-Abstieg ist das Eintrittsticket: Wer ihn auf sich nimmt, findet 500 Meter schwarzen Sand, kaum Touristen und eine Wildheit, die an der Ostküste La Palmas sonst selten ist.
Unverzichtbar für alle, die La Palma abseits der gepflegten Badeanlagen erleben wollen – und den Wecker früh stellen können.
Häufige Fragen
Wie kommt man zur Playa de Nogales?
Kann man an der Playa de Nogales sicher schwimmen?
Wann hat die Playa de Nogales Sonne?
Was ist die Cueva del Infierno?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


