Puntagorda – Wenn La Palma im Februar weiß wird
Ende Januar, Anfang Februar, wenn die Küstenorte noch braun und staubig wirken, blühen in Puntagorda die Mandeln. Tausende von Bäumen auf den Terrassen und Hängen oberhalb des Meeres öffnen gleichzeitig ihre weißen und hellrosa Blüten – ein Farbwechsel, der die Nordwestküste La Palmas schlagartig verwandelt. Für dieses Spektakel lohnt sich eine eigene Reise.

Puntagorda ist eine der kleinsten Gemeinden La Palmas. Das Bergdorf liegt auf rund auf etwa 600 bis 700 Metern Höhe in einer Kiefernwaldzone zwischen Los Llanos de Aridane und Garafía – auf der windabgewandten Westseite, was ihm mehr Sonne beschert als den Ortschaften an der Nordküste. Genau diese Kombination aus Höhenlage, Sonne und kühlen Winternächten gibt den Mandelbäumen die Bedingungen, die sie für ihre frühe Blüte brauchen.
Die Mandelblüte – wann und wo
Die Mandeln blühen in Puntagorda typischerweise zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Witterung des Winters ab – ein warmer Dezember kann die Blüte vorziehen, ein kalter Winter sie verzögern. Wer sicher gehen möchte, plant die Reise für die ersten Februarwochen und prüft vorab bei der Gemeindeverwaltung Puntagorda oder auf lokalen Social-Media-Kanälen den aktuellen Stand.

Die schönsten Mandelblütenfelder liegen auf den Terrassen unterhalb des Ortskerns und entlang der Zufahrtsstraßen. Ein Spaziergang durch die Hänge – ohne feste Route, einfach den Bäumen folgend – ist die beste Art, die Blüte zu erleben. Früh morgens, wenn der Boden noch frostig ist und die Blüten im ersten Licht strahlen, ist das Bild am eindrücklichsten.
Weinbau in Puntagorda
Neben den Mandeln ist Puntagorda für seinen Weinbau bekannt. Die Reben wachsen auf schwarzen Lavaböden in Trockensteinmauern – dem klassischen kanarischen Bancale-System. Die Weine aus dieser Zone – hauptsächlich Listán Negro und Negramoll für Rotweine, Albillo und Listán Blanco für Weißweine – haben einen mineralischen Charakter, der auf den vulkanischen Boden zurückgeht.

Der Mercadillo de Puntagorda findet samstags und sonntags statt und ist einer der beliebtesten auf La Palma: Lokale Bauern verkaufen Wein, Käse, Honig, Mandeln und handgefertigte Produkte. Der Markt in Kombination mit der Mandelblüte ergibt einen der vollständigsten Ausflugstage, die La Palma zu bieten hat.
Wandern ab Puntagorda
Puntagorda ist auch Ausgangspunkt für mehrere Wanderrouten. Die Route PR LP 11.2 führt zum Puerto de Puntagorda hinunter – einem alten Fischerhafen an der Westküste mit Naturpool und spektakulärer Brandung. Der Abstieg beträgt rund 600 Höhenmeter und ist anspruchsvoll, der alte Pfad durch Kiefernwald und Wolfsmilchgebüsch einmalig.

Besucherinformationen
Puntagorda: Gemeinde im Nordwesten La Palmas, ca. 900 m Höhe
Mandelblüte: Ende Januar bis Mitte Februar – Zeitpunkt variiert
Mercadillo: samstags und sonntags
Wanderung Puerto de Puntagorda: PR LP 11.2 – anspruchsvoll, 600 Hm Abstieg
Anfahrt ab Los Llanos: LP-1 Richtung Norden – ca. 25 Min.
Unterkunft: Clariso: 19 Ferienhäuser in Puntagorda
Unterkunft in Puntagorda
Puntagorda bietet auf Clariso 19 geprüfte Ferienhäuser – eine der größten Auswahlmöglichkeiten für eine so kleine Gemeinde. Viele Häuser haben Meerblick oder liegen mitten in den Mandel- und Weinbergen: Ferienhäuser Puntagorda auf Clariso
Praktische Tipps für Ihren Besuch
Anreise zum Mandelblütenfest
Während des Mandelblütenfests gehört Puntagorda zu den meistbesuchten Orten der Insel. Der Ortskern ist teilweise für den Verkehr gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar. Folgen Sie den ausgeschilderten Parkplätzen am Ortsrand oder nutzen Sie – wenn möglich – die Busverbindungen nach Puntagorda. So vermeiden Sie lange Wartezeiten und Parkplatzsuche.
Bienmesabe – die süße Spezialität der Kanaren
Ein Besuch während der Mandelblüte wäre nicht komplett ohne Bienmesabe. Die traditionelle kanarische Nachspeise besteht aus gemahlenen Mandeln, Honig, Eigelb, Zucker und einer feinen Zitronennote. Besonders beliebt ist sie als Begleitung zu Vanilleeis oder anderen Desserts – ein Muss für alle, die regionale Spezialitäten kennenlernen möchten.
Die Mandelblüte zu Fuß erleben
Wer die blühenden Mandelbäume in aller Ruhe genießen möchte, sollte eine Wanderung einplanen. Besonders beliebt ist die Ruta de los Almendros (SL-PG 60), die durch die schönsten Mandelhaine rund um Puntagorda führt und immer wieder herrliche Ausblicke auf die Nordwestküste eröffnet.
Fototipp: Die Mandelblüte perfekt in Szene setzen
Die schönsten Fotos gelingen am frühen Morgen oder am späten Nachmittag während der sogenannten Goldenen Stunde. Dann taucht das warme Sonnenlicht die weiß-rosa Blüten in ein besonders stimmungsvolles Licht und sorgt für weiche Kontraste. Gleichzeitig sind die Wanderwege und Aussichtspunkte meist deutlich ruhiger als zur Mittagszeit.
Für eindrucksvolle Panoramaaufnahmen lohnt sich ein Blick über die blühenden Mandelhaine mit dem Atlantik im Hintergrund. Wer Blüten im Detail fotografieren möchte, findet die schönsten Motive entlang der Ruta de los Almendros (SL-PG 60), wo zahlreiche alte Mandelbäume den Weg säumen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann genau blühen die Mandeln in Puntagorda?
Gibt es in Puntagorda ein Fest zur Mandelblüte?
Welche Spezialitäten sollte ich probieren?
Gibt es Wanderwege durch die Mandelhaine?
Der Kiefernwald von Puntagorda
Puntagorda liegt mitten im Kiefernwaldgürtel La Palmas – auf 900 Metern Höhe, wo die kanarische Kiefer (Pinus canariensis) dominiert. Die Wälder rund um den Ort gehören zu den schönsten der Insel: licht, aromatisch, von einem Harz-Duft durchzogen, der im Gebirge La Palmas allgegenwärtig ist. Mehrere Wanderwege führen ab dem Ortskern in diese Wälder.

Die kanarische Kiefer ist eine feueradaptierte Art – sie treibt nach Bränden aus der Rinde neu aus, was in anderen Baumarten unbekannt ist. Nach dem letzten großen Waldbrand auf La Palma, der 2016 Teile des Kiefernwaldes erfasste, sind die Regenerationsfähigkeit und die neuen Triebe direkt zu beobachten.
Sonnenuntergang über dem Atlantik
Puntagorda liegt auf der Westseite La Palmas – eine Lage, die den Ort zu einem der besten Sonnenuntergangsstandorte der Insel macht. Vom Ortsrand und von mehreren Aussichtspunkten in der Umgebung sieht man die Sonne direkt im Atlantik versinken. Im Winter, wenn die Passatwolken tief liegen, entstehen dabei Farbenspiele, die kaum zu überbieten sind.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


