La Cumbrecita – Wo der Blick in die Tiefe stürzt

Es braucht manchmal nur eine Kurve. Man fährt die schmale Forststraße hinauf, der Kiefernwald wird dichter, die Luft kühler, das Licht dünner – und dann, beim letzten Schwung vor dem Parkplatz, öffnet sich die Welt. Die Caldera de Taburiente liegt plötzlich zu Füßen: endlos tief, grün und grau, und in einer Stille, die man nicht erwartet hat. Das ist La Cumbrecita.

La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.
La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.

Der Aussichtspunkt liegt auf rund 1.310 Metern Höhe am Südrand des Nationalparks Caldera de Taburiente. Von hier aus führen mehrere kurze Wanderwege zu den wichtigsten Aussichtspunkten – alle gut markiert, alle lohnend.

Die Aussichtspunkte von La Cumbrecita

Mirador de La Cumbrecita

Am niedrigsten Bergsattel der Caldera de Taburiente, im Süden des Talkessels, liegt La Cumbrecita. Über dem Pass ragen die markanten Felsspitzen der Roques de la Cumbrecita empor. Gut angelegte Wege führen von hier zu einigen der schönsten Aussichtspunkte der Insel. Der klassische Aussichtspunkt direkt am Parkplatz gibt den ersten weiten Blick in die Caldera frei. Die Tiefe ist atemberaubend: Gut 800 Meter Höhenunterschied trennen diesen Punkt vom Bachbett des Río Taburiente.

Roques de Cumbrecita – markante Basaltfelsen am Rand der Caldera de Taburiente
Roques de Cumbrecita – markante Basaltfelsen am Rand der Caldera de Taburiente

Mirador de los Roques

Wer von La Cumbrecita aus dem schmalen Pfad durch den Wald folgt, spürt es schon nach wenigen Schritten: Hier wird die Landschaft größer. Rund 150 Höhenmeter geht es abwärts, vorbei an knorrigen Kiefern, bis sich hinter einer Felswand plötzlich der Mirador de los Roques öffnet – und mit ihm einer der eindrücklichsten Ausblicke auf die Caldera de Taburiente.

Eine mit Holzgeländer gesicherte Plattform lädt zum Verweilen ein. Von hier aus wandert der Blick über bewaldete Hänge, schroffe Felsformationen und tiefe Schluchten bis zu den Berggipfeln, die sich oft in Wolken hüllen. Links des Aussichtspunkts erhebt sich, kahl und markant zwischen den Bäumen, der Pico Bejenado (1.833 Meter) – ein stiller Gigant, der die ganze Weite der Caldera noch einmal unterstreicht.

Ausblick vom Mirador de Los Roques in die Caldera de Taburiente auf La Palma
Ausblick vom Mirador de Los Roques in die Caldera de Taburiente auf La Palma

Mirador Lomo de las Chozas

Auf einem Bergrücken gelegen, öffnet sich hier eines der eindrucksvollsten Panoramen der Caldera: Mächtige Gipfel erheben sich über imposante Steilwände, der Blick wandert von der Punta de los Roques bis hinauf zum Roque de los Muchachos. Zu Füßen des Aussichtspunkts teilt sich die Landschaft in zwei Schluchten – links die Huanua-Schlucht, rechts die Rivanceras-Schlucht – und rahmt so ein Panorama, das seinesgleichen sucht.

Aussichtspunkt Lomo de las Chozas am Rand der Caldera de Taburiente
Aussichtspunkt Lomo de las Chozas am Rand der Caldera de Taburiente

Mirador del Morro de los Gatos

Wer mehr Zeit mitbringt und etwas gehen möchte, wandert weiter zum Mirador del Morro de los Gatos. Der Weg dorthin ist anspruchsvoller, aber die Aussicht belohnt die Mühe: ein Panoramablick über die gesamte südliche Caldera, der auf dem einfachen Aussichtspunkt nicht möglich ist.

Ausblick vom Mirador del Morro de los Gatos auf die Bergkette Caldera de Taburiente auf La Palma
Ausblick vom Mirador del Morro de los Gatos auf die Bergkette Caldera de Taburiente auf La Palma

Reservierungspflicht

Der Parkplatz La Cumbrecita ist kostenlos, aber reservierungspflichtig. Buchung unter reservasparquesnacionales.es – unbedingt vorab, idealerweise mehrere Wochen im Voraus. Ohne Buchung kein Einlass.

Praktisches für den Besuch

Höhe: 1.310 m ü. M.

Eintritt: kostenlos

Parkplatz: kostenlos, reservierungspflichtig

Buchung: reservasparquesnacionales.es

Anfahrt ab Los Llanos: ca. 30 Minuten über LP-3, LP-4

Empfohlene Zeit: 2–4 Stunden

Beste Besuchszeiten

La Cumbrecita ist das ganze Jahr über zugänglich. Morgens ist die Sicht am klarsten – bevor die Passatwolken aufziehen und die Caldera in Nebel hüllen. Der Nebel selbst ist allerdings kein Nachteil: Er verleiht der Landschaft eine mystische Stimmung, die auf Fotos mindestens so eindrucksvoll ist wie ein wolkenloser Blick.

Ausblicke von La Cumbrecita in die nebelverhangene Caldera de Taburiente
Ausblicke von La Cumbrecita in die nebelverhangene Caldera de Taburiente

Im Sommer empfiehlt sich ein früher Start, da der Parkplatz schnell ausgebucht ist und der Weg zur Cumbrecita gegen Mittag voll werden kann. Außerhalb der Hochsaison (Oktober bis Mai) ist La Cumbrecita deutlich ruhiger.

Die Cumbrecita als Basis für mehrere Touren

La Cumbrecita bietet gleich fünf Wandertouren als Ausgangspunkt: Die kleine Runde (3 km leicht), die Bejenado-Tour (8,9 km moderat), die Morro-de-los-Gatos-Wanderung (7,1 km moderat), Camino de Gordian (7 km moderat) und für Erfahrene die gesperrten oder anspruchsvollen Wege Cancelita oder Escuchadero (aktuell prüfen). Wer zwei oder drei Tage in der Nationalpark-Region plant, hat mit der Cumbrecita als Tagesbasis ein reiches Programm — vorausgesetzt, das Permit ist für mehrere Tage gebucht.

Für Wanderer, die Cumbrecita + Pico Bejenado an einem Tag kombinieren: Morgens Bejenado-Aufstieg (4 h), mittags Pause am Parkplatz, nachmittags die kleine Cumbrecita-Runde (1:30 h). Das ist ein vollständiger Nationalpark-Tag ohne Shuttle-Stress. Achtung: Das Permit gilt für ein bestimmtes Zeitfenster — sicherstellen, dass die Ankunftszeit eingehalten wird.

Wer ab der Cumbrecita den Pico Bejenado mit dem Morro de los Gatos kombinieren möchte, hat eine lohnende Erweiterungsoption: Von der Cumbrecita dem Weg Richtung Morro de los Gatos folgen (7,1 km, 771 Hm), mittags Pause am Parkplatz, dann Abzweig zum Pico Bejenado. Eine ausgedehnter Wandertag mit zwei Zielen — Morro de los Gatos als Zwischenpunkt und Bejenado als Gipfel. Nur für konditionsstarke Wanderer mit vollem Nationalpark-Tag.

La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.
La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.

La Cumbrecita im Winter: das Wolkenmeer von unten

Im Winter bildet die Cumbrecita manchmal einen der schönsten Effekte La Palmas: Sie liegt direkt auf der Grenze zwischen Wolkenmeer und freiem Himmel. Von der Cumbrecita aus sieht man auf der Ostseite das dichte Wolkenmeer des Passatstaus — und auf der Westseite die freie, sonnige Caldera. Dieser Doppelblick (Wolken links, Sonne rechts) ist eines der charakteristischsten Bilder des Nationalparks. Er kann vorkommen, nicht garantiert werden — aber wer im Winter kommt, sollte genau auf diese Möglichkeit achten.

Schneebedeckte Gipfel der Caldera de Taburiente im Winter
Schneebedeckte Gipfel der Caldera de Taburiente im Winter

Die Bejenado-Wanderung ab Cumbrecita im Winter erfordert besondere Vorsicht: Der Gipfel liegt auf 1.854 m und kann im Winter kalt und windig sein. Schnee ist selten, aber möglich. Die Serpentinenpfade können nach Regen rutschig sein. Wer den Bejenado im Winter begeht, nimmt Windschutz und wasserfeste Ausrüstung mit — auch wenn der Start an der Cumbrecita noch warm ist.

Praktische Tipps für Ihren Besuch

Parkplatz rechtzeitig reservieren

Für die Zufahrt mit dem eigenen Fahrzeug zum Parkplatz La Cumbrecita ist während der reservierungspflichtigen Zeiten eine vorherige Buchung erforderlich. Gerade in den Ferien und an Feiertagen sind die verfügbaren Stellplätze häufig schon mehrere Tage im Voraus vergeben. Planen Sie Ihren Besuch daher frühzeitig und reservieren Sie Ihren Parkplatz rechtzeitig über das offizielle Buchungsportal des Nationalparks.

Besucherzentrum in El Paso einplanen

Bevor es hinauf zur Cumbrecita geht, lohnt sich ein Besuch im Besucherzentrum der Caldera de Taburiente in El Paso. Dort erhalten Sie Informationen zur Entstehung des Nationalparks, können ein anschauliches Modell der Caldera besichtigen und sich über aktuelle Wegesperrungen oder Wetterbedingungen informieren.

Winddichte Kleidung mitnehmen

Auch wenn an der Küste sommerliche Temperaturen herrschen, kann es an der Cumbrecita deutlich kühler und windiger sein. Eine leichte Windjacke gehört deshalb bei jedem Besuch ins Tagesgepäck – besonders in den Morgenstunden oder während der Wintermonate.

Nationalpark-Etikette an der Cumbrecita

La Cumbrecita ist einer der meistbesuchten Zugangspunkte des Nationalparks. Das führt zu manchmal hoher Frequenz — besonders an Wochenenden in der Hauptsaison (Juli–Oktober). Ein paar Verhaltensregeln, die das Erlebnis für alle verbessern: Lärm minimieren (die Caldera wirft Geräusche zurück), Abfall mitnehmen, Wege nicht verlassen (Erosion durch Trampelpfade), Wildtiere nicht füttern (besonders die Eidechsen auf den Felsvorsprüngen). Die Cumbrecita ist ein Nationalpark-Zugangspunkt, kein Vergnügungspark — die Würde des Ortes verdient entsprechendes Verhalten.

Die Cumbrecita bleibt einer der wenigen Punkte La Palmas, an dem man die Caldera de Taburiente in ihrer vollen Dimension erleben kann, ohne ein erfahrener Wanderer zu sein. Die Kombination Parkplatz-Mirador + Cumbrecita-Runde + Bejenado-Aufstieg ist für drei verschiedene Konditionsniveaus konzipiert: jeder findet sein Maß. Das ist seltene Stärke eines Wandergebiets — maximale Zugänglichkeit ohne Qualitätsverlust.

Fazit: La Cumbrecita

La Cumbrecita ist der einfachste und beeindruckendste Einstieg in die Welt der Caldera de Taburiente. Schon die kurzen Wanderwege zu den Aussichtspunkten lohnen die Anfahrt vollständig – und wer morgens früh kommt, erlebt die Caldera oft im ersten Licht. Reservierung nicht vergessen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man La Cumbrecita auch ohne Reservierung besuchen?

Nein – der Parkplatz La Cumbrecita ist reservierungspflichtig. Ohne vorab gebuchtes Zeitfenster wird man an der Schranke abgewiesen. Die Buchung ist kostenlos und online unter reservasparquesnacionales.es möglich.

Wie lange sollte man für La Cumbrecita einplanen?

Für den Rundweg über die wichtigsten Aussichtspunkte benötigt man 2–3 Stunden. Wer auch zum Mirador del Morro de los Gatos weiterwandern möchte, rechnet mit 4–5 Stunden.

Gibt es am Parkplatz Toiletten und Verpflegung?

Nein, am Parkplatz La Cumbrecita gibt es keine Toilettenanlage. Verpflegung und Getränke sind mitzubringen – im Nationalpark gibt es keine gastronomische Infrastruktur.

Lohnt sich ein Besuch des Besucherzentrums?

Ja. Das Besucherzentrum in El Paso bietet einen ausgezeichneten Einstieg in die Geologie, Flora und Fauna des Nationalparks. Außerdem erhalten Besucher dort aktuelle Informationen zu Wanderwegen und möglichen Sperrungen.

Welche Kleidung ist empfehlenswert?

Festes Schuhwerk ist auch für kurze Spaziergänge sinnvoll. Zusätzlich empfiehlt sich eine winddichte Jacke, da an der Cumbrecita selbst an sonnigen Tagen kräftiger Wind und deutlich niedrigere Temperaturen als an der Küste herrschen können.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com