Miradores – La Palma von oben sehen
La Palma ist eine Insel der Aussichten. Wer auf ihr wandert oder fährt, schaut fast immer auf etwas: auf das Meer, auf Schluchten, auf Wolken, die sich in die Caldera schieben, auf den Teide von Teneriffa, der an klaren Tagen wie ein Geist am Horizont steht. Aber es gibt Punkte, an denen diese Aussichten besonders vollständig sind – wo die Insel sich in einem einzigen Blick zusammenfasst. Das sind die Miradores.

Manche davon sind über kurze Wanderungen erreichbar, andere direkt von der Straße. Manche sind weltberühmt, andere kennen nur die Einheimischen. Alle lohnen sich. Hier sind die wichtigsten.
Die besten Miradores im Überblick
Roque de los Muchachos (2.426 m)
Der höchste Punkt La Palmas ist auch sein weitreichendster Aussichtspunkt. An klaren Tagen sieht man Teneriffa, La Gomera, El Hierro und Gran Canaria gleichzeitig. Auf der anderen Seite: der freie Fall in die Caldera de Taburiente. Kein anderer Punkt auf La Palma vereint so viele Perspektiven in einem. Mit dem Auto über die LP-4 erreichbar – warme Kleidung Pflicht.

La Cumbrecita (1.833 m)
Der klassische Caldera-Blick: Von La Cumbrecita schaut man senkrecht in den Erosionskrater, die Roques de Cumbrecita ragen wie Nadeln aus dem Grün. Reservierungspflicht für den Parkplatz (reservasparquesnacionales.es). Für alle, die die Caldera von oben sehen wollen, ohne lange zu wandern.

Mirador del Time
Einer der spektakulärsten Straßenaussichtspunkte der Insel. An der LP-1 zwischen Los Llanos und Tijarafe gelegen, bietet er einen fast senkrechten Blick über den Barranco de las Angustias und die gesamte Westküste. Kostenloser Parkplatz, direkt von der Straße zugänglich. Empfohlen für alle, die keinen Fußmarsch brauchen, aber einen unvergesslichen Blick wollen.

Mirador Barranco Fagundo
An der LP-1 nördlich von El Tablado (Garafía). Der Blick in die tiefste Schlucht des Nordens – fast senkrecht, in Orange, Gelb und Grau. Kostenlos, kurzer Fußweg vom Parkplatz. Für alle, die den wilden Norden suchen.

Mirador de Garome
Der Mirador de Garome liegt direkt an der Grenze zwischen den Gemeinden Puntagorda und Tijarafe, beim Barranco de Garome, und bietet einen der weitesten Blicke über die Nordwestküste. An klaren Tagen sieht man die gesamte Küsten-Silhouette und das Meer bis zum Horizont. Weniger frequentiert als die bekannten Miradores – ideal für Ruhe und Weite.

Mirador de Los Dragos
Im Norden La Palmas, in der Gemeinde Puntagorda. Benannt nach den alten Drachenbäumen (Dracaena draco), die hier stehen. Ein ruhiger, selten besuchter Aussichtspunkt über den Küstenhängen des Nordostens – für Drachenbaumliebhaber und alle, die einen ruhigen Platz mit Weitsicht suchen.

Alle wichtigen Miradores auf einen Blick
| Mirador | Lage | Blick auf |
|---|---|---|
| Roque de los Muchachos | 2.426 m, LP-4 | Caldera + alle Nachbarinseln |
| La Cumbrecita | 1.833 m, LP-4 | Caldera de Taburiente |
| Mirador del Time | LP-1 Los Llanos–Tijarafe | Westküste + Barranco Angustias |
| Mirador Barranco Fagundo | LP-1 nördl. El Tablado | Tiefste Schlucht des Nordens |
| Mirador de Garome | Oberhalb Garafía | Nordküste + Atlantik |
| Mirador de Los Dragos | Barlovento | Nordostküste + Drachenbäume |
| Mirador Lomo de las Chozas | La Cumbrecita-Rundweg | Caldera + Atlantik beidseitig |
Die beste Tageszeit für die schönsten Aussichtspunkte
| Aussichtspunkt | Beste Besuchszeit | Warum? |
|---|---|---|
| Roque de los Muchachos | Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenaufgang | Besonders klare Fernsicht, oft über dem berühmten Wolkenmeer (Mar de Nubes). Nachts außerdem einer der besten Orte Europas zur Sternenbeobachtung. |
| Mirador de La Cumbrecita | Vormittag bis früher Nachmittag | Die Caldera de Taburiente liegt dann meist im besten Licht. Nachmittags ziehen häufiger Wolken in die Caldera. |
| Mirador de Los Andenes | Früher Vormittag | Hervorragende Fernsicht entlang des Caldera-Randes und häufig spektakuläre Blicke über das Wolkenmeer. |
| Mirador del Time | Später Nachmittag bis Sonnenuntergang | Die tief stehende Sonne taucht das Aridane-Tal und die Westküste in warmes Licht – ideal für Landschaftsfotografie. |
| Mirador de La Concepción | Vormittag | Beste Sicht auf Santa Cruz de La Palma und die Ostküste bei günstigen Lichtverhältnissen. |
| Mirador de San Bartolo | Später Nachmittag | Das weiche Licht bringt die Drachenbäume, die Steilküste und den Atlantik besonders schön zur Geltung. |
| Mirador Astronómico Llano del Jable | Sonnenuntergang und Nacht | Perfekt für Sonnenuntergänge, das Wolkenmeer und anschließend zur Sternenbeobachtung unter einem der dunkelsten Himmel Europas. |
| Mirador del Risco de La Concepción | Früher Morgen | Oft klare Sicht auf die Inselhauptstadt, den Hafen und den Atlantik, bevor sich Passatwolken bilden. |
| Mirador de El Time (Paragliding-Startplatz) | Nachmittag | Häufig lassen sich Gleitschirmflieger beim Start beobachten, dazu herrscht schönes Licht über dem Aridane-Tal. |
Tipp für Fotografen
Die schönsten Landschaftsaufnahmen entstehen meist in der Goldenen Stunde – kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Für Panoramaaufnahmen empfiehlt sich ein klarer Vormittag nach einer windigen Nacht. Wer das berühmte Wolkenmeer erleben möchte, sollte Miradores oberhalb von etwa 1.000 bis 1.400 Metern Höhe besuchen, wenn sich die Passatwolken an den Berghängen stauen.
Tipps für Miradores-Ausflüge
Frühmorgens kommen – bevor die Passatwolken aufziehen, ist die Sicht am besten. Warme Kleidung für alle Miradores über 1.000 m. Für Roque de los Muchachos und La Cumbrecita Wettervorhersage prüfen – Nebel kann die Sicht vollständig nehmen. Die Fahrt auf den Roque lohnt sich am meisten an windstillen, klaren Morgen.
Praktische Tipps für eine Panoramatour
Auf große Temperaturunterschiede vorbereitet sein
Zwischen Küste und Hochgebirge liegen auf La Palma oft mehr als 2.000 Höhenmeter. Während am Meer angenehme Temperaturen zum T-Shirt einladen, kann es an hoch gelegenen Aussichtspunkten wie dem Roque de los Muchachos oder entlang der Cumbre selbst tagsüber deutlich kühler und sehr windig sein. Eine winddichte Jacke und Kleidung im Zwiebellook sorgen dafür, dass Sie die Aussicht auch in den Bergen entspannt genießen können.
Das berühmte Wolkenmeer erleben
Zu den beeindruckendsten Naturphänomenen La Palmas gehört das sogenannte Mar de Nubes – das Wolkenmeer. Besonders an Aussichtspunkten oberhalb von etwa 1.000 bis 1.400 Metern Höhe reicht der Blick häufig über eine geschlossene Wolkendecke hinweg, während darüber strahlender Sonnenschein herrscht. Gerade in den Morgenstunden entstehen dabei spektakuläre Panoramen.
Wetter und Straßenverhältnisse prüfen
Die Bedingungen in den Bergen können sich rasch ändern. Nebel, kräftiger Wind, Steinschlag oder – in den Wintermonaten – sogar Eis können zeitweise zu Straßensperrungen führen. Informieren Sie sich deshalb vor der Fahrt über die aktuelle Wetterlage sowie mögliche Einschränkungen auf den Höhenstraßen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welcher Mirador ist der beste für Sonnenuntergang?
Welchen Mirador kann man ohne Wanderung erreichen?
Wann sind die Aussichten am schönsten?
Warum scheint oben die Sonne, obwohl es unten bewölkt ist?
Brauche ich warme Kleidung?
Sind alle Miradores ganzjährig erreichbar?
Miradores mit Sonnenuntergang
La Palma liegt auf dem Breitengrad, an dem die Sonne ganzjährig im Atlantik versinkt – ohne Küste, ohne Land, nur Wasser bis zum Horizont. Das macht Sonnenuntergangsaussichten auf der Westseite zu einem besonders klaren Erlebnis. Der Mirador del Time ist dafür der klassische Standort: Die Sonne versinkt direkt vor einem, die Westküste liegt zu Füßen, und an ruhigen Abenden taucht die Stille des Atlantiks den Moment in eine Stimmung, für die man keinen Filter braucht.

Für Sonnenaufgänge ist die Ostseite die richtige Wahl: Der Mirador de San Bartolo in Puntallana bietet früh morgens das Licht über den Schluchten des Nordostens. Vom Roque de los Muchachos aus sieht man den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer – ein Erlebnis, das selbst bei Kälte und Wind die Anreise lohnt.
Mit Kindern zu den Miradores
Für Familien mit Kindern sind die Straßen-Miradores die richtige Wahl: Mirador del Time, Mirador Barranco Fagundo und Mirador de Garome sind ohne Wanderung erreichbar und bieten Aussichten, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern. Die Schluchten von Barranco Fagundo sind für Kinder besonders eindrücklich: Die Tiefe ist fast unvorstellbar – und man steht sicher auf der Straße und schaut hinunter.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


