Camping auf La Palma – Zelten zwischen Vulkan und Lorbeerwald
Wildes Campen ist auf La Palma streng verboten – die Insel steht nahezu vollständig unter Naturschutz. Wer zelten möchte, braucht einen offiziellen Platz oder eine Genehmigung. Das klingt nach Bürokratie – ist es auch, aber es ist machbar. Und der Lohn ist erheblich: Auf La Palma schläft man an Campingplätzen, die an Lage kaum zu überbieten sind.

Zona de Acampada – Nationalpark Caldera de Taburiente
Der begehrteste und eindrucksvollste Campingplatz La Palmas liegt mitten im Nationalpark: die Zona de Acampada auf der Playa de Taburiente, im Herzen der Caldera. Der Platz ist nur zu Fuß erreichbar – der kürzeste Zugang führt von Los Brecitos in rund 2 Stunden hinunter. Absolutes Naturerlebnis: Der Bach rauscht, die Basaltwände ragen hunderte Meter auf, der Sternenhimmel ist vollständig unverschmutzt.
Ausstattung: Fließwasser (kein Trinkwasser – Wasser muss aufbereitet werden), Toiletten, einfache Picknick-Tische. Keine Duschen, kein Strom. Maximale Aufenthaltsdauer: In der Osterwoche und im Sommer sind nur zwei Nächte, d. h. drei Tage, erlaubt, im restlichen Jahr bis zu sieben Tage. Buchung zwingend vorab – kostenlos über das Buchungsportal reservasparquesnacionales.es. In der Hauptsaison und an Feiertagen wochenlang im Voraus buchen.

Wichtig für den Nationalpark-Zeltplatz
Reservierung zwingend erforderlich – auch in der Nebensaison.
In der Hauptsaison (Sommer, Feiertage) Wochen im Voraus buchen – Plätze sind schnell vergeben.
Nur zu Fuss erreichbar: Abstieg von Los Brecitos ca. 2 Stunden.
Wasser vorhanden, aber KEIN Trinkwasser – eigenes Wasser oder Tabletten mitbringen.
Feuer ist verboten; bei Waldbrandwarnung wird der Platz evakuiert.
Praktisches: Ausrüstung für die Caldera
Die Caldera ist auch im Sommer nachts kühl – Temperaturen unter 15 Grad sind normal, im Winter möglich Frost. Warmer Schlafsack, gute Isomatte und wasserdichtes Zelt sind Pflicht. Das Wasser aus dem Fluss muss abgekocht oder mit Tabletten behandelt werden – trinkbar ist es direkt nicht. Das Essen muss komplett rein und raus aus dem Nationalpark – keine Abfälle liegen lassen. Der Nationalpark ist kein Abenteuer-Campingplatz, sondern ein Naturschutzgebiet. Wer das respektiert, darf dort übernachten.
Private Campingplätze
Camping La Rosa – Puntagorda
Ein kleiner, liebevoll geführter Platz im Nordwesten La Palmas auf ca. 900 Metern Höhe. Ideal für Wanderer und alle, die Stille suchen. Duschen und sanitäre Anlagen vorhanden. Kontakt: +34 659 62 13 46 (WhatsApp möglich). Lage direkt im Kiefernwaldgürtel – hervorragend für mehrere Nächte als Basis für die Nordküsten-Wanderwege.
Centro de Naturaleza La Laguna – Barlovento
Ein Freizeitgelände an einem künstlichen See im Nordosten. Größere Anlage mit mehr Infrastruktur als La Rosa – für Familien eine gute Option. Kontakt: +34 922 18 61 85. In der Nähe von Los Tilos – ideal kombinierbar mit Lorbeerwald-Ausflügen.

Forstcampingplätze (Áreas Recreativas)
Das Umweltamt (Medio Ambiente) unterhält mehrere Grill- und Freizeitplätze in den Kiefernwäldern, auf denen mit Genehmigung gecampt werden kann – etwa das Refugio del Pilar. Reservierung beim Cabildo de La Palma oder persönlich beantragen. Wichtig: Bei erhöhter Waldbrandgefahr (Alerta por calor) werden diese Plätze sofort evakuiert und gesperrt.

Sternenklare Nächte: Warum Camping auf La Palma besonders ist
La Palma ist die erste Insel der Welt, die per Gesetz ihren Sternenhimmel schützt. Das bedeutet: kein Streulicht aus Ortschaften, keine hellen Werbetafeln, gedimmte Strassenbeleuchtung in den Nächten. Wer in der Caldera zeltet oder am Refugio del Pilar übernachtet, erlebt einen Sternenhimmel, den man aus Mitteleuropa nicht kennt – die Milchstrasse als breites Band, die Magellanschen Wolken sichtbar, tausende Sterne, wo man sonst Dunkelheit sieht.
Sternenhimmel-Camping: Die einmalige Chance
Wer in der Caldera übernachtet, wacht auf wie sonst nirgendwo auf den Kanaren. Die Stille ist vollständig – kein Strassengeräusch, kein künstliches Licht, nur das Wasser des Taburiente-Flusses und die Grillen. Der Sternenhimmel über dem Kessel der Caldera ist einer der dunkelsten Europas – La Palma schützt ihn seit 1988 per Gesetz als Starlight Reserve. Was man von dort nachts sieht, sieht man mit blossem Auge: die Milchstrasse als breites Band, tausende Sterne, und wenn der Mond weg ist, sogar die Magellansche Wolke am südlichen Horizont.
Alternative: Refugio del Pilar
Wer die Caldera nicht als Wanderer mit Übernachtung besuchen will oder kann, hat eine gute Alternative: das Refugio del Pilar im Zentrum der Insel, auf dem Gebirgskamm. Es ist mit dem Auto erreichbar, hat eine Grillanlage, Picknickplätze und Übernachtungsmöglichkeiten mit Genehmigung. Der Sternenhimmel hier ist fast genauso gut wie in der Caldera – und der Aufwand erheblich kleiner. Der nahegelegene Mirador Llano del Jable auf rund 1.250 Metern Höhe, bietet tiefe Einblicke ins Aridanetal, spektakuläre Ausblicke auf die Caldera de Taburiente und einen erstklassigen Nachthimmel für die Sternenbeobachtung.
Camping auf La Palma ist nicht für alle. Der Nationalpark-Zeltplatz verlangt eine Wanderung mit vollem Gepäck und eine Nacht ohne Komfort. Was man dafür bekommt, ist nicht zu kaufen: eine Nacht in der Caldera, mit Sternen, die man in Europa sonst nicht sieht, und einer Stille, die vollständig ist. Wer das einmal erlebt hat, bucht nicht mehr das Hotel.
Wohnmobil und Camper
La Palma ist für große Wohnmobile wegen der engen Serpentinenstraßen herausfordernd – besonders im Norden und in den Hochlagen. Offizielle Stellplätze gibt es in Los Cancajos (Parkplatz am Meer mit Ver-/Entsorgung), Puntagorda (nahe Mercadillo) und Fuencaliente. Schilder beachten – wildes Parken auf La Palma wird aktiv kontrolliert.
Fazit: Camping auf La Palma
La Palmas bestes Camping-Erlebnis: Nationalpark-Zeltplatz in der Caldera – zu Fuss erreichbar, mit Sternen, die man nie vergisst.
Vorbuchen und die Regeln kennen: Dann ist Camping auf La Palma ein Erlebnis, das Ferienhotels nicht bieten können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum Camping auf La Palma lohnt
Wer auf La Palma zeltet, schläft an Orten, die kein Hotel bietet. Der Campingplatz in der Caldera de Taburiente – umgeben von 1.700 Meter hohen Basaltwänden, mit einem Bach als Nachbar und einem Sternenhimmel ohne Gegenlicht – ist eines der eindringlichsten Naturerlebnisse der Kanarischen Inseln. Der Preis dafür ist die Buchung Wochen im Voraus, ein Abstieg von zwei Stunden und der Verzicht auf Duschen. Wer das akzeptiert, erlebt die Caldera in einer Tiefe, die kein Tagesbesucher kennt.
Camping La Rosa in Puntagorda bietet das Gegenteil: einfach, komfortabler, mit Duschen und sanitären Anlagen, mitten im Kiefernwald auf 900 Metern. Ideal als Ausgangsbasis für die Nordküsten-Wanderwege. Wer mehrere Tage auf La Palma wandern möchte und eine günstige, naturnahe Basis sucht, ist hier richtig.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


