GR-131 El Bastón Etappe 2: Ruta de la Crestería — vom Roque de los Muchachos zum Refugio El Pilar
Die zweite Etappe des GR-131 El Bastón führt über die Ruta de la Crestería — die Kammroute La Palmas: 26,1 km, 707 Hm Aufstieg, 1.655 Hm Abstieg, schwer, 9:00–11:30 Stunden. Vom höchsten Punkt der Insel (Roque de los Muchachos, 2.426 m) über den Caldera-Kammweg durch den Nationalpark, die Cumbre Nueva und die Cumbre Vieja bis zum Refugio El Pilar.

Auf diesem Weg: das Observatorium am Roque, die Fuente Nueva (2.366 m), der Pico de la Cruz (2.351 m), der Pico de la Nieve (2.239 m) und schließlich das Hochgebirgspanorama, das sich über den gesamten Kammweg erstreckt. Alpines Gelände, Wolkenmeere, Sicht bis Teneriffa und El Hierro.
Startpunkt: Roque de los Muchachos, LP-4. Endpunkt: Erholungsgebiet Refugio El Pilar, LP-301. Rückfahrt vorab koordinieren — Start und Ziel liegen ca. 45 Min. Fahrzeit auseinander.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Strecke (Roque de los Muchachos → Refugio El Pilar) |
|---|---|
| Distanz | 26,1 km |
| Höhenmeter | 707 Hm Aufstieg / 1.655 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 2.409 m |
| Niedrigster Punkt | 1.353 m (Refugio El Pilar) |
| Dauer | 9:00–11:30 Stunden |
| Schwierigkeit | schwer (alpines Gelände, schwindelfrei, 9–11 h, gute Grundkondition) |
| Startpunkt | Roque de los Muchachos, LP-4 |
| Endpunkt | Refugio El Pilar, LP-301 |
| Wegmarkierung | GR-131 (rot-weiß) |
| Schutzstatus | Nationalpark Caldera de Taburiente / Naturpark Cumbre Nueva |
| Ausrüstung | Wasser, Proviant, alpines Schuhwerk, Windschutz, Regenschutz, Lagen-System |
Anfahrt und Logistik
Roque de los Muchachos: LP-4 — Hochstraße Nationalpark. Gut erreichbar von Santa Cruz (45 Min.) und El Paso (45 Min.). Refugio El Pilar: LP-301, gut erreichbar. Rückfahrt von El Pilar nach Roque: Taxi oder zweites Auto. Frühstart zwingend — 9–11 h Gehzeit, alpines Gelände.

Die Route im Detail
Roque de los Muchachos bis Fuente Nueva (km 0–4)
Am wohl eindrucksvollsten Ort der Insel beginnt diese Etappe: dem Roque de los Muchachos, 2.426 m. Hoch über dem Meer, am Rand des Nationalparks Caldera de Taburiente, eröffnet sich ein grandioses Panorama auf den Nationalpark und die steilen Caldera-Abbruchkanten. Vorbei an den Observatorien, die wie Wächter des Himmels wirken. Dann Fuente Nueva (2.366 m) mit trigonometrischer Station. Rechts: der gewaltige Kessel der Caldera de Taburiente, seit 1954 Nationalpark und Biosphärenreservat.

Pico de la Cruz, Pico de la Nieve und Kammweg (km 4–18)
Der Weg folgt dem Kamm der Caldera. Links fällt der Barranco de Gallegos ab, rechts der Barranco del Diablo. Die Route wendet sich nach Südosten. Pico de la Cruz (2.351 m) und astronomischer Aussichtspunkt Pico Cruz Sur. Bei über 2.000 Metern Höhe: oft über einem Wolkenmeer. Im Osten bei klarer Sicht: der Teide auf Teneriffa. Am Pico de la Nieve (2.239 m): ein schlichtes Holzkreuz markiert den Gipfel. Mehrfach Querung der Pista de Cumbre Nueva.

Cumbre Nueva und Abstieg nach El Pilar (km 18–26,1)
Nach der letzten Pista-Querung erscheint überraschend wieder Kiefernwald. Die Route führt durch die Cumbre Nueva, dann kurz entlang der LP-301 für wenige hundert Meter bis zum Erholungsgebiet El Pilar — dem Ende dieser langen, eindrucksvollen Etappe.

Die Ruta de la Crestería: das innere Rückgrat La Palmas
Die Ruta de la Crestería ist der höchste Abschnitt des GR-131. Sie verläuft auf dem Kammrücken, der La Palma von Nord nach Süd teilt — die Wasserscheide der Insel. Zur Linken fällt die Insel in die Caldera de Taburiente ab, zur Rechten in das Aridane-Tal. Die geologische Spannung zwischen dem vulkanischen Ring der Caldera und der offenen Ebene des Tals ist auf diesem Kammweg körperlich spürbar: Der Wind kommt von beiden Seiten gleichzeitig.

Die Vegetation auf dem Kammweg ist widerstandsfähig und angepasst: Der farbige Tajinaste (Echium wildpretii) mit seinen roten Blütenkerzen ist das Symbol dieser Hochgebirgszone. Niedrige Sträucher, Ginster und Hochgebirgs-Gräser bilden eine offene Hochlandvegetation. Keine schützenden Wälder — nur der Kamm, der Himmel und das Panorama.
Das Observatorium Roque de los Muchachos
Das Astrophysikalische Observatorium am Roque de los Muchachos ist eine der wichtigsten Forschungsstationen der Welt. Die Kombination aus Höhe (2.396 m), stabilen atmosphärischen Bedingungen und dunklem Nachthimmel macht den Standort einzigartig. Auf der Etappe passiert man mehrere Teleskopkuppeln — das Isaac Newton Teleskop und das Jacobus Kapteyn Teleskop liegen direkt am Kammweg. La Palma ist seit 2002 offizielles Starlight-Reservat.

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Tajinaste blüht (April–Juni); klare Fernsicht | Beste Jahreszeit für den Kammweg |
| Sommer (Juni–Aug) | Oft über Wolken; starke UV-Strahlung | Frühstart; intensiver Sonnenschutz |
| Herbst (Sept–Nov) | Bestes Panoramalicht | Beliebteste Saison |
| Winter (Dez–Feb) | Schnee und Frost möglich auf 2.400 m | Nur bei absolut sicheren Bedingungen |
Kombinierbare Touren
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| GR-131 Etappe 1: Tazacorte – Roque de los Muchachos | 16,9 km, schwer | Vorherige Etappe — vom Meer zum Gipfel |
| Ruta de los Volcanes ab El Pilar | 18,7 km, schwer | Fortsetzung auf dem GR-131 Richtung Süden |
| Wanderung Mirador de los Andenes → Roque | 7,1 km, moderat | Kürzere Kamm-Tour ab Mirador |
GPS-Track und 3D-Routenplaner
Für 26 km auf dem Kammweg auf über 2.000 m ist GPS-Track Pflicht. Besonders die Querungs-Entscheidungen an der Pista de Cumbre Nueva sind ohne Track schwer zu navigieren. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich diese Etappe mit dem vollständigen GR-131 planen — direkt im Browser, ohne App.
Zur Routenseite auf Sunhikes: GR-131 Etappe 2 Ruta de la Crestería
3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren
Praktische Tipps
Notruf 112. Lagen-System mitbringen: auf 2.400 m kann es auch im Sommer kalt und windig sein. Frühstart spätestens 6:00 Uhr. Kein Wasser auf dem Kammweg — ausreichend mitbringen. Rückfahrt von El Pilar vorab koordinieren.
Hinweis: Nationalpark und Naturpark
Teile der Route im Nationalpark Caldera de Taburiente (seit 1954) und im Naturpark Cumbre Nueva. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.
Häufige Fragen
Was ist die Ruta de la Crestería?
Wie weit ist die komplette GR-131-Durchquerung?
Alpine Bedingungen auf dem Kammweg
Der GR-131 Kammweg ist trotz seiner geografischen Lage auf einer Insel ein alpiner Wanderweg im vollen Sinne: Temperaturen auf 2.400 m können auch im Sommer unter 5°C fallen, wenn Wolken durchziehen. Der Wind auf dem Kamm ist fast immer präsent — von beiden Seiten gleichzeitig, da die Passatwolken von Osten und die trockene Luft von Westen aufeinandertreffen. Ein Lagen-System mit Windjacke ist kein Luxus, sondern Pflicht.

Die UV-Strahlung auf dem Kammweg ist erheblich: Auf 2.400 m Höhe ohne Wolkenschutz ist die UV-Intensität deutlich höher als auf Meereshöhe. Sonnenbrände entstehen auf dem Kammweg schneller als Wanderer erwarten — besonders weil die kühle Luft das Brennen der Sonne nicht spürbar macht. Sonnenschutz und Sonnenbrille auf dem Kammweg sind unverzichtbar.
Das Hochplateau und die Caldera-Abbruchkante
Die Caldera-Abbruchkante ist auf diesem Kammweg stets im Blick. Die Caldera de Taburiente fällt auf der linken Seite fast senkrecht in den Nationalpark ab — von 2.400 m Kammhöhe bis auf 400 m Talboden. Diese vertikale Dimension ist ungewöhnlich selbst für Hochgebirgslandschaften: Der Kammweg ist kein sanfter Rücken, sondern eine Kante. Schwindelsicherheit ist keine optionale Anforderung.
Eine wichtige praktische Information für diese Etappe: Der Kammweg verläuft im Nationalpark Caldera de Taburiente. Das Verlassen des markierten Weges ist verboten. Der Abstieg in die Caldera selbst (via LP-302 nach La Cumbrecita oder in das Caldera-Innere) erfordert separate Permits, die vorab kostenlos online gebucht werden müssen. Der Kammweg selbst ist permit-frei gehbar.

Für Wanderer, die El Bastón als Gesamtprojekt angehen: Etappe 1 (Tazacorte – Roque, 27 km) + Etappe 2 (Roque – El Pilar, 26,1 km) + Etappe 3 (El Pilar – Fuencaliente via Ruta de los Volcanes, 18,7 km) = drei Tage, ca. 72 km, der gesamte vertikale Rückgrat La Palmas. Clariso-Häuser in Tazacorte und Los Llanos sind die logischsten Stützpunkte für dieses Drei-Tages-Programm.
Wer die vollständige GR-131-Etappe 2 (Roque – El Pilar, 26,1 km) für sich entschieden hat, plant am besten zwei Tage: Tag 1 Anreise zum Roque per LP-4 und Akklimatisierung (kurze Kammtour), Tag 2 die vollständige Etappe mit Frühstart. Das Refugio El Pilar hat Campingmöglichkeiten — wer dort übernachtet, startet am dritten Tag direkt auf der Ruta de los Volcanes. Das ist die logischste Drei-Tages-Variante des GR-131.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


