Wanderung zur Playa de la Veta: durch den Tunnel zum versteckten Strand
Die Playa de la Veta ist einer der eigenartigsten Orte La Palmas: ein Schwarzsandstrand direkt am Fuß einer gewaltigen Steilwand, mit einer Wochenendsiedlung aus rund 50 bunten Häuschen, die nur zu Fuß durch einen Felstunnel oder per Boot erreichbar ist. Die Wanderung dorthin ist kurz, aber eindrucksvoll: 1,7 km, 242 Hm, leicht, 1:00–1:30 Stunden.

Der ca. 30 Meter lange Tunnel ist an beiden Enden mit Lichtschaltern ausgestattet — wer die Taschenlampe vergisst, kann trotzdem durch. Vorsicht ist trotzdem geboten: auf Kopfhöhe befinden sich Felsvorsprünge. Hinter dem Tunnel öffnet sich die Steilküste, und der Weg schlängelt sich teils steil über Geröll hinunter zum Strand.
La Veta war historisch der Hafen des Bezirks Aguatavar, wo sich zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum des Getreideanbaus befand. Über den Hafen wurden Waren per Schiff transportiert. In den heißen Sommermonaten stellte die kleine Siedlung einen Zufluchtsort für die Bewohner der umliegenden Gegenden dar. Diese Tradition lebt weiter: am Wochenende beleben die Eigentümer der Häuschen den Strand.

Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Hin- und Zurück |
|---|---|
| Distanz | 1,7 km |
| Höhenmeter | 242 Hm Aufstieg / 242 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 256 m |
| Niedrigster Punkt | 19 m (Playa de la Veta) |
| Dauer | 1:00–1:30 Stunden |
| Schwierigkeit | leicht (trittsicher, leicht zu folgen) |
| Startpunkt | Parkplatz am Ende der Zufahrtsstraße oberhalb der Playa de la Veta |
| Wegmarkierung | keine offizielle Markierung |
| Schutzgebiet | kein besonderer Schutzstatus |
| Ausrüstung | Wasser, Sonnenschutz, festes Schuhwerk |

Anfahrt
Von Tijarafe ca. 300 Meter Richtung Puntagorda fahren, dann links in die Calle Acceso al Colegio abbiegen. Vor einem Wasserverteiler rechts halten. Nach ca. 1,6 km zweigt links eine steile, schmale Straße zur Playa de la Veta ab. Sunhikes-Hinweis: Keine Anfahrt für ängstliche oder unsichere Autofahrer. Die Zufahrtsstraße ist sehr schmal und steil. Parkplatz am Ende der Straße.
Die Route im Detail
Parkplatz bis Felstunnel
Vom Parkplatz am Ende der Zufahrtsstraße führt ein betonierter Weg zu einem Fußgänger-Tunnel, der das Durchqueren der Steilwand ermöglicht. Der ca. 30 Meter lange Tunnel ist an beiden Enden mit Lichtschaltern ausgestattet. Dennoch gilt: Vorsicht auf Kopfhöhe — Felsvorsprünge. Wer den Tunnel betritt, erlebt einen der ungewöhnlichsten Übergänge auf La Palma: die Wand trennt die Straße von der Küste, der Tunnel durchbricht sie.

Abstieg zur Playa de la Veta
Am Ende des Tunnels bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die Steilküste der Insel. Der Weg verläuft hinter dem Tunnel zunächst durch einen Zaun gesichert entlang der imposanten Steilwand oberhalb der Küste. Dann schlängelt er sich teils steil und über rutschiges Geröll abwärts. Stellenweise über Stufen an den Felsabbrüchen vorbei hinunter zum schwarzen Sandstrand Playa de la Veta.

Oberhalb des Strands befinden sich die charmanten Häuschen der Wochenendsiedlung mit farbenfrohen Gärten und einer kleinen Plaza. Am Wochenende beleben die Bewohner diesen Ort. Beide Seiten des Strands werden von Geröllfeldern begrenzt. Kleine Pfade, die vom Strand abzweigen, bieten die Gelegenheit, die Küste ein Stück weit zu erkunden.
Die Playa de la Veta und ihre Geschichte
La Veta war der einzige Naturhafen an diesem Abschnitt der Westküste La Palmas. In der Zeit des Getreideanbaus in der Region Aguatavar — vom 16. bis 18. Jahrhundert — war er der Umschlagpunkt für die Ernte. Schiffe ankerten hier, Waren wurden über das Geröll zum Wasser getragen. Die Steilküste machte einen Landweg unmöglich; die einzige Verbindung war das Meer.

Heute ist die Playa de la Veta ein Wochenend-Refugium. Die Häuschen gehören Familien aus Tijarafe und den umliegenden Gemeinden, die hier Sommerfrische betreiben — eine kanarische Tradition. Die Sandfläche variiert je nach Wasserstand und Brandung stark. Nur erfahrene Schwimmer sollten hier baden, da die Strömungen sehr stark sind.
Der Felstunnel — Infrastruktur für einen Strand ohne Straße
Der Fußgängertunnel zur Playa de la Veta ist keine natürliche Formation, sondern ein in den Fels gesprengter Zugang — eine Infrastrukturmaßnahme, die den Siedlern ohne Straßenzugang den Weg zum Strand ermöglicht. Solche Tunnel gibt es an mehreren Stellen der Steilküste La Palmas; der zur Veta ist einer der bekanntesten und touristisch zugänglichsten. Lichtschalter innen und außen: eine unerwartete Moderne in einer abgelegenen Felswand.

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Steilküste saftig grün, angenehme Temperaturen | Optimale Bedingungen; Geröll trocken |
| Sommer (Juni–Aug) | Heiß; Siedlung am Wochenende belebt | Frühstart; Sonnenschutz intensiv |
| Herbst (Sept–Nov) | Klares Licht für Fotos | Gute Bedingungen; moderat frequentiert |
| Winter (Dez–Feb) | Regen möglich; Geröll rutschig | Vorsicht auf dem Abstieg |
Unterkunft: Clariso Tijarafe
Die Playa de la Veta liegt im Gemeindegebiet Tijarafe. Ferienhäuser in Tijarafe mit Atlantik- und Steilküstenblick direkt buchbar auf clariso.eu — Ferienhäuser Tijarafe. Villa Piccola Stella, Casa Caracol und Casa Victor liegen alle in der Nähe und sind ideal als Basis für diese kurze Tour.
Kombinierbare Touren
Die Playa de la Veta ist eine kurze Tour — ideal als Ergänzung zu einer der längeren Routen in der Region. Wer den Tunnel am Morgen besucht, hat nachmittags noch Energie für:
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| El Jesús Schlucht- und Kulturwanderung | 9,4 km, moderat | Schlucht Barranco del Jurado am gleichen Tag |
| Wanderung zur Piratenbucht (Strecke) | 4,8 km, moderat | Zweiter versteckter Küstenort in Tijarafe |
| Rundwanderung Barranco de Jieque | 8,1 km, moderat | Kiefernwald-Runde als Halbtagstour |

GPS-Track und 3D-Routenplaner
Der GPS-Track zeigt den Tunnel-Eingang und den genauen Abstiegspfad über das Geröll — hilfreich, da keine offizielle Wegmarkierung vorhanden ist. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die Route individuell verlängern oder mit der Küstenlinie kombinieren — direkt im Browser, ohne App.
Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung zur Playa de la Veta
3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren
Praktische Tipps
Notruf 112. Keine Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Genügend Wasser mitnehmen. Der Strand ist nur über den Tunnel oder per Boot erreichbar — kein alternativer Zuweg. Badewarnungen: Strömungen an der Playa de la Veta sind stark, nur erfahrene Schwimmer.
Häufige Fragen
Ist der Tunnel beleuchtet?
Kann man an der Playa de la Veta schwimmen?
Ist die Zufahrtsstraße mit jedem Auto fahrbar?
Aguatavar: die verschwundene Getreide-Region
Der Bezirk Aguatavar, dessen Hafen die Playa de la Veta war, ist heute kaum noch bekannt. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert war diese Region eine der wichtigsten Getreideanbau-Zonen La Palmas. Die Kombination aus dem trockenen Westklima, den gut bewässerten Terrassenfeldern und dem direkten Meereszugang über die Veta machte Aguatavar zum Versorgungszentrum. Mit dem Rückgang des Getreideanbaus und der Abwanderung im 19. und 20. Jahrhundert verschwand die Anbaustruktur fast vollständig.
Was bleibt: die Siedlung am Strand, die Häuschen, die Plaza, und der Tunnel. Und die Stille. Die Playa de la Veta ist an Wochentagen eine der stillsten Stellen La Palmas — kein Straßenlärm, kein Touristenverkehr. Nur das Meer, die Steilwand und das Rauschen der Brandung.
Schwarzsandstrände auf La Palma
La Palma ist bekannt für seine schwarzen Sandstrände. Der schwarze Sand entsteht durch die Erosion von Basaltgestein — dem Grundmaterial der Insel. Vulkanisches Gestein bricht in feine Körner auf, wird vom Meer transportiert und lagert sich in ruhigeren Buchten ab. Die Playa de la Veta ist einer dieser Strände: schwarz, grob, malerisch. Wer ruhige, weiße Sandstrände sucht, findet auf La Palma nur wenige Alternativen — Puerto Naos an der Westküste ist die prominenteste.
Die starken Strömungen an der Playa de la Veta sind typisch für die ungeschützten Westküstenstrände La Palmas. Der offene Atlantik trifft auf die Steilküste ohne natürlichen Schutz durch Riffe oder vorgelagerte Inseln. Das macht diese Strände zu Surf-Spots und zu Gefahrenbereichen für Badende gleichzeitig.

Wer die Playa de la Veta kennt, hat einen der am wenigsten bekannten Küstenorte La Palmas besucht. Die meisten Urlauber fahren auf der LP-1 daran vorbei, ohne zu wissen, dass hinter der Steilwand eine komplette Siedlung liegt. Der Tunnel ist das Geheimnis: sichtbar nur, wenn man gezielt danach sucht. La Palma hat mehrere solcher verborgenen Küstenorte — die Piratenbucht Porís de Candelaria ist der bekannteste — aber die Veta ist ruhiger und authentischer. Am Wochenende die Siedlung besuchen: die Häuschen, die kleinen Gärten, die Plaza. Das ist La Palma im Kleinen.
Ein letzter Hinweis für Familien: Die kurze Wanderung zur Playa de la Veta eignet sich für Kinder ab ca. 6 Jahren, die trittsicher sind. Der Tunnel ist das Highlight — Kinder lieben ihn. Der Abstieg über Geröll erfordert Begleitung und gutes Schuhwerk. Am Strand: kein Spielzeug vergessen, denn der schwarze Sand und die Häuschen der Siedlung bieten genug Beschäftigung. Baden nur für erfahrene Schwimmer — das gilt auch für Teenager. Die Playa de la Veta ist ein Ausflug, kein Badestrand.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


