Wanderung La Cumbrecita zum Mirador del Morro de los Gatos

Die Wanderung vom Aussichtspunkt La Cancelita zum Mirador del Morro de los Gatos führt am Fuß des Pico Bejenado entlang tief in den Nationalpark. 7,1 km, 771 Hm, Hin- und Zurück — Schwindelsicherheit und Trittsicherheit erforderlich. Der Mirador liegt auf halbem Weg zwischen Lomo de las Chozas und La Cancelita und bietet einen herrlichen Blick auf die Nordseite des Parks und die Playa de Taburiente.

steil aufragende Felswand am Morro de los Gatos in der Caldera de Taburiente
steil aufragende Felswand am Morro de los Gatos in der Caldera de Taburiente

Auf dem Weg passiert man zwei Holzbrücken über die Schluchten Barranco de Madera Garcia und Barranco de Huanauao, blöckt am Roque de la Zarza vorbei und erreicht die Fuente de las Brujas kurz vor dem Ziel. Am Morro de los Gatos selbst steht ein optionaler, ausgeschilderter Abstieg zu den Steilwänden offen — nur für versierte Berggänger.

Permit erforderlich: Die Anfahrt zur Cumbrecita auf der LP-302 erfordert ein kostenloses Permit. Buchung online oder im Besucherzentrum des Nationalparks in El Paso.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypHin- und Zurück
Distanz7,1 km
Höhenmeter771 Hm Aufstieg / 771 Hm Abstieg
Höchster Punkt1.354 m
Niedrigster Punkt1.107 m
Dauer2:30–3:15 Stunden
Schwierigkeitmoderat–schwer (alpines Gelände, Schwindelsicherheit, Trittsicherheit)
StartpunktAussichtspunkt La Cancelita, Cumbrecita — Permit für LP-302
Wegmarkierunggut beschildert (kein offizielles Wegezeichen)
SchutzstatusNationalpark Caldera de Taburiente
AusrüstungWasser, Proviant, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regen- und Windschutz
Wanderroute mit wechselnden Blicken auf den Pico Bejenado (1.854 m)
Wanderroute mit wechselnden Blicken auf den Pico Bejenado (1.854 m)

Anfahrt

Anfahrt über die LP-302 von El Paso Richtung Cumbrecita — Permit vorab buchen (kostenlos, online oder Besucherzentrum El Paso). Startpunkt ist der Aussichtspunkt La Cancelita. Von dort der Piste folgen bis zum Mirador Lomo de las Chozas, dann links auf den schmalen Pfad.

Die Route im Detail

Lomo de las Chozas bis Barranco-Brücken

Vom Mirador Lomo de las Chozas links auf den Pfad am Fuß des Pico Bejenado. Zwei Holzbrücken über den Barranco de Madera Garcia und den Barranco de Huanauao. Die Nordflanke des Bejenado hält den Weg schattig und feucht: Baumheide, Lorbeer, Farne, Moose auf jedem Stein. Die Schluchten sind aktive Erosionsformen — jeder Winter trägt Gestein ab.

Wanderweg durch den Barranco de Huanauao
Wanderweg durch den Barranco de Huanauao

Roque de la Zarza, Fuente de las Brujas, Morro de los Gatos

Blick auf den Roque de la Zarza — eine markante Felsformation. Kurz vor dem Ziel: Wegweiser mit Entfernungsangaben, dann die Fuente de las Brujas (dt. Hexenquelle). Kurz darauf: der Morro de los Gatos. Wer den optionalen Felsabschnitt nehmen möchte, folgt dem Abstieg zu den Steilwänden. Die Normalroute führt direkt zum Rastplatz Mirador Morro de los Gatos mit Panoramablick auf Nordseite des Parks und Playa de Taburiente.

Blick auf den Roque de la Zarza im Nationalpark Caldera de Taburiente
Blick auf den Roque de la Zarza im Nationalpark Caldera de Taburiente

Laut Sunhikes sind die Schluchtwände am Morro de los Gatos von Erdrutschen bedroht. Die Fortsetzung des Weges bis zum Mirador de la Cancelita ist ein Klettersteig in sehr steilem Gelände — nur für alpines Gelände erfahrene Wanderer.

Geologie: aktive Erosion in der Caldera

Die Caldera de Taburiente ist kein Vulkankrater, sondern das Ergebnis eines riesigen Hangabrutschs und Jahrmillionen von Erosion. Die Schluchten auf dem Weg — Barranco de Madera Garcia, Barranco de Huanauao — sind aktive Erosionsrinnen, die sich mit jedem Starkregen weiter einschneiden. Die Steilwände am Morro de los Gatos zeigen frische Abbruchnarben. Man wandert hier buchstäblich an einer sich verändernden Landschaft.

Der Name Morro de los Gatos — dt. Katzenschnauze — beschreibt die Form des Felsvorsprungs. Die Fuente de las Brujas (Hexenquelle) erinnert daran, dass abgelegene Quellen in schwer zugänglichen Schluchten früher als übernatürliche Orte galten. Beide Namen sind kartografisch historisch und stehen so auf den offiziellen Karten des Nationalparks.

Flora am schattigen Nordhang

Die Nordflanke des Pico Bejenado ist die feuchteste Seite des Berges. Hier wachsen Lorbeerbäume (Til, Kanarischer Lorbeer), Baumheide und dichte Farnpolster. Moose überziehen Baumstämme, Steine und Holzbrückengeländer. Nach Regen verwandelt sich dieser Abschnitt in eine tropisch anmutende Kulisse. Der Kontrast zum sonnenbeschienenen Parkplatz an der Cumbrecita nur 20 Gehminuten entfernt ist bemerkenswert.

die Baumheide begleitet den Wanderer auf La Palma durch fast alle Höhenlagen
die Baumheide begleitet den Wanderer auf La Palma durch fast alle Höhenlagen

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Quellen auf Höchststand, Vegetation frischOptimale Bedingungen; Brücken wasserreich
Sommer (Juni–Aug)Kühl im SchluchtabschnittFrühzeitig starten; Permit früh buchen
Herbst (Sept–Nov)Gutes Licht, klare FernsichtBeliebteste Saison
Winter (Dez–Feb)Nasse Pfade, gelegentlich rutschigVorsicht an Brücken und exponierten Stellen

Kombinierbare Touren

Die Cumbrecita ist Ausgangspunkt für drei verschiedene Schwierigkeitsstufen im Nationalpark. Wer den Morro de los Gatos kennt, findet mit der Bejenado-Tour den nächsten logischen Schritt:

TourDatenCharakter
Rundwanderung La Cumbrecita3 km, 185 Hm / leichtKlassische Einsteigerroute am gleichen Parkplatz
Wanderung auf den Pico Bejenado ab Cumbrecita8,9 km, 753 Hm / moderatGipfeltour ab gleichem Ausgangspunkt
Rundwanderung Pico Bejenado ab Pista de Valencia12,3 km, 860 Hm / moderatBejenado-Rundtour von der anderen Seite
Panoramablick über die Caldera de Taburiente vom Wanderweg
Panoramablick über die Caldera de Taburiente vom Wanderweg

GPS-Track und 3D-Routenplaner

Auf der Sunhikes-Routenseite stehen GPS-Track, Höhenprofil und Wegpunkte zum Download bereit. Besonders die Verzweigung am Morro de los Gatos — Hauptpfad vs. optionaler Klettersteig — ist im Track klar markiert.

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung La Cumbrecita – Mirador del Morro de los Gatos

3D-Routenplaner von Sunhikes — eigene Route im Nationalpark planen

Praktische Tipps

Permit (LP-302, kostenlos) vorab buchen. Besucherzentrum in El Paso. Kein Mobilfunknetz ab dem Brückenabschnitt. Optionalen Klettersteig nur angehen, wenn alpine Geländeerfahrung vorhanden ist.

Hinweis: Nationalpark

Vollständig im Nationalpark Caldera de Taburiente. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.

Häufige Fragen

Was macht den Mirador del Morro de los Gatos besonders?

Der Aussichtspunkt liegt tief in der Caldera-Innenwand — weiter als die meisten Cumbrecita-Routen reichen. Man sieht die Nordseite des Parks und die Playa de Taburiente aus einem Winkel, den der Parkplatz-Aussichtspunkt nicht bietet.

Ist die optionale Klettersteig-Variante gesichert?

Nein. Es gibt keine Sicherungen. Der Abstieg zu den Steilwänden ist exponiert. Sunhikes beschreibt ihn für Wagemutige — alpine Geländeerfahrung vorausgesetzt.

Warum heißt sie Fuente de las Brujas?

Historischer Name — Quellen in abgelegenen Schluchten wurden früher mit übernaturlichen Kräften verbunden. Kein ritueller Bezug heute.

Wandern auf der Schattenseite des Nationalparks

Die meisten Cumbrecita-Besucher schauen von den Aussichtspunkten in die Caldera — aber kaum einer geht hinein. Die Route zum Mirador del Morro de los Gatos ist eine der wenigen Wege, die das Innere wirklich erschließen. Man verlässt die touristisch belebte Parkplatz-Zone und bewegt sich schnell in eine Zone, die kaum jemand kennt. Nach den zwei Brücken ist man in einem anderen Nationalpark: stiller, feuchter, unmittelbarer.

Die Caldera de Taburiente hat mehrere Gesichter. Das nordwestliche Innere — das man vom Parkplatz aus sieht — ist offen und sonnig. Die Nordflanke des Pico Bejenado, durch die dieser Weg führt, ist das Gegenteil: schattig, feucht, von Erosion geformt, mit aktiven Wasserläufen und frischen Abbruchnarben. Wer beide Seiten kennt, versteht die Caldera.

Rastplatz am Mirador Morro de los Gatos
Rastplatz am Mirador Morro de los Gatos

Ein Aspekt, der selten erwähnt wird: Der Roque de la Zarza, den man auf halber Strecke sieht, ist eine Basalt-Pfeilerformation. Ähnlich wie der Roque Idafe im Barranco de las Angustias entstand er durch die selektive Erosion: widerstandsfähigeres Material blieb stehen, während das umgebende Gestein abgetragen wurde. Der Name — dt. Brombeer-Fels — deutet auf Brombeersträucher hin, die an seinen Hängen wachsen.

Für den Rückweg gilt: Denselben Weg wie auf dem Hinweg nehmen. Die Schluchtbrücken sind in beide Richtungen identisch. Wer auf dem Hinweg gut orientiert war, findet den Rückweg problemlos. Empfehlung: Am Morro de los Gatos genug Zeit für eine Pause einplanen. Der Rastplatz bietet Sitzmöglichkeiten und eine Aussicht, die man nicht schnell wieder findet.

Anreise nach La Palma und Unterkunft

La Palma ist per Direktflug aus Deutschland erreichbar, saisonal von mehreren Flughäfen. Der Flughafen SPC liegt im Nordosten der Insel. Bis El Paso (Besucherzentrum, Permit) sind es ca. 25 Minuten mit dem Mietwagen. El Paso ist die ideale Unterkunftsbasis für alle Cumbrecita-Wanderungen: kurze Anfahrt, Nationalpark-Infozentrum vor Ort, gute Anbindung zur Westküste.

Ferienhäuser in El Paso — viele mit Pool und Vulkanblick — sind direkt buchbar auf clariso.eu — Ferienhäuser La Palma. El Paso hat mit über 10 verfügbaren Clariso-Häusern eines der größten Angebote auf der Insel. Die Lage zwischen Nationalpark-Eingang und Westküste macht die Gemeinde zur logistisch besten Wanderbasis für den Caldera-Nationalpark.

Wer die Wanderung plant: Die Route ist moderat kurz (7,1 km) und eignet sich gut als Nachmittagstour nach einer Anreise oder nach einer Vormittags-Runde an der Cumbrecita. Der Rückweg auf gleichem Weg dauert ungefähr gleich lang wie der Hinweg. Gesamtplanung: 3 bis 3,5 Stunden rein Gehzeit plus Pausen am Mirador del Morro de los Gatos einrechnen.

Roques de Cumbrecita – markante Basaltfelsen am Rand der Caldera de Taburiente
Roques de Cumbrecita – markante Basaltfelsen am Rand der Caldera de Taburiente

La Cumbrecita — und damit dieser Wanderweg — liegt auf 1.319 Metern Höhe. Das bedeutet: auch im Sommer angenehme Temperaturen, keine Hitze. Im Winter kann es auf dem Weg frisch und feucht werden. Gutes Schuhwerk ist das Entscheidende: glatte Sohlen auf den nassen Waldpfaden nahe den Brücken sind ein Sturz-Risiko. Feste Bergschuhe sind hier kein Overkill.

Kleiner Bonus am Ende: Wer nach der Wanderung zum Morro de los Gatos noch Energie hat, geht die kurze Rundwanderung La Cumbrecita (3 km, 1 Stunde) am gleichen Nachmittag. Die Route ist ein anderer Weg vom gleichen Parkplatz aus und zeigt die Cumbrecita von der anderen Seite. Die Kombination aus beiden Touren an einem Tag ist für trittsichere Wanderer problemlos möglich und liefert das vollständigste Bild der Cumbrecita-Zone.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com