Wanderung Pico de la Nieve zur Ermita de la Virgen del Pino: der südliche Caldera-Kamm

Diese Wanderung ist eine der vollständigsten Caldera-Kammrouten La Palmas: 13,0 Kilometer, 494 Hm Aufstieg, 1.609 Hm Abstieg, schwer. Der Weg führt vom Parkplatz an der Pista del Pico de la Nieve über drei Wegmarkierungen — PR-LP 3, GR-131 und PR-LP 1 — entlang des Höhenrückens der Caldera de Taburiente, vorbei an der Petroglyphen-Fundstätte Erita de los Guanches, über Punta de los Roques (2.085 m) mit der Schutzhütte Refugio, weiter über Pico de Corralejo und Pico Ovejas bis zum Reventón-Pass und durch Kiefernwald bergab zur Ermita de la Virgen del Pino.

Höhenwanderweg Crestería auf dem Kamm der Caldera de Taburiente.
Höhenwanderweg Crestería auf dem Kamm der Caldera de Taburiente.

Die Route verläuft durchgehend auf dem Caldera-Kamm mit wechselnden Ausblicken auf beide Seiten: das Innere der Caldera und das Aridanetal bzw. die Südseite der Insel. Steile und exponierte Abschnitte sind zu überwinden — Trittsicherheit und Schwindelsicherheit sind Voraussetzung.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypStrecke (Pista Pico de la Nieve → Ermita de la Virgen del Pino)
Distanz13,0 km
Höhenmeter494 Hm Aufstieg / 1.609 Hm Abstieg
Höchster Punkt2.130 m
Niedrigster Punkt910 m (Ermita de la Virgen del Pino)
Dauer6:00–7:00 Stunden
Schwierigkeitschwer (exponierte Abschnitte, Trittsicherheit, Schwindelsicherheit)
StartpunktParkplatz Pista del Pico de la Nieve, LP-4 bei km 22 — Taxi empfohlen
EndpunktErmita de la Virgen del Pino, Camino Virgen del Pino, LP-302 El Paso
WegmarkierungPR-LP 3 (gelb-weiß) + GR-131 (rot-weiß) + PR-LP 1 (gelb-weiß)
SchutzstatusNationalpark Caldera de Taburiente
AusrüstungWasser, Proviant, Sonnenschutz, Windschutz, festes Schuhwerk
Kammweg unterhalb des Pico de la Nieve, geprägt von Pyroklasten- und Aschefeldern, Kiefernwäldern und Wolkenmeer.
Kammweg unterhalb des Pico de la Nieve, geprägt von Pyroklasten- und Aschefeldern, Kiefernwäldern und Wolkenmeer.

Anfahrt und Logistik

Sunhikes-Tipp: Mietwagen an der Ermita de la Virgen del Pino abstellen (Camino Virgen del Pino, LP-302 El Paso), Taxi zum Parkplatz an der Pista Pico de la Nieve nehmen. Dieser Parkplatz fasst nur 4 Fahrzeuge — früh ankommen oder Taxi direkt ab El Paso zur LP-4.

Die Anfahrt zur Ermita: Von El Paso der LP-302 folgen, nach ca. 1 km links in Richtung Valencia abbiegen. Ausgeschildert.

Die Route im Detail

Abschnitt 1: Parkplatz bis Kamm und Erita de los Guanches

Vom Parkplatz auf dem PR-LP 3 (gelb-weiß) bergauf. Nach den ersten Kehren verlässt man den Weg Richtung Pico de la Nieve und geht geradeaus weiter in Richtung Refugio Punta de los Roques (Wegweiser). Der Weg schlängelt sich mit mäßiger Steigung über einen duftenden Teppich aus Kiefernnadeln bergauf. Nachbarinseln La Gomera und Teneriffa am Horizont.

Rot-gelbe Gesteinsschichtungen – die Degollada del Barranco de la Madera gilt als geologische Besonderheit.
Rot-gelbe Gesteinsschichtungen – die Degollada del Barranco de la Madera gilt als geologische Besonderheit.

Nach einer guten Viertelstunde: der Kamm der Caldera de Taburiente. Von der Degollada del Barranco de la Madera spektakulärer Ausblick über die steil abfallenden Wände des Erosionskraters. Dann südwärts auf dem GR-131 (rot-weiß) über den Pico de la Veta Richtung Pico de la Sabina. Unterwegs: die Petroglyphen-Fundstätte Erita de los Guanches — Gravuren der Ureinwohner auf glattem Stein.

die Petroglyphen-Fundstätte La Erita am Pico de la Sabina auf La Palma
die Petroglyphen-Fundstätte La Erita am Pico de la Sabina auf La Palma

Abschnitt 2: Vulkanische Dykes, Degollada del Rio, Punta de los Roques

Vom Pico de la Sabina überwindet der Bergpfad Auf- und Abstiege entlang des Bergrückens. Man wechselt zwischen Ost- und Westseite. Beeindruckende vulkanische Gesteinsformationen in Schwarz, Rot und Gelb. Plattenartige Dykes aus magmatischem Gestein ragen aus dem Hang. Dann: steileres Gefälle zur Degollada del Rio — ein exponierter Sattel über dem Inneren der Caldera.

uta de la Crestería am Rande der imposanten Caldera de Taburiente auf La Palma.
uta de la Crestería am Rande der imposanten Caldera de Taburiente auf La Palma.

Steiler Aufstieg zur Punta de los Roques (2.085 m): natürlicher Aussichtspunkt mit Blick ins Innere der Caldera, auf die Cumbrecita, den Pico Bejenado und bis zum Observatorium am Roque de los Muchachos. Weiter unten: die Schutzhütte Refugio Punta de los Roques mit Holzpritschen, Strom, Licht und Regenwasservorrat.

Ausblick in den Erosionskrater der Caldera de Taburiente.
Ausblick in den Erosionskrater der Caldera de Taburiente.

Abschnitt 3: Pico de Corralejo und Pico Ovejas

Weiter auf dem Berggrat südwärts zum Pico de Corralejo. Der Wanderweg umgeht den Gipfel auf der Westseite. Grandiose Ausblicke nach Süden: über die Cumbre Nueva bis auf die Vulkankegel der Cumbre Vieja. Dann der letzte größere Gipfel: Pico Ovejas (1.854 m) — ein sanfter Vorsprung vom Gelände. Der Pico Bejenado im Süden der Caldera gut sichtbar.

Der Pico Corralejo auf 2.047 Metern Höhe
Der Pico Corralejo auf 2.047 Metern Höhe

Vom Pico Ovejas steigt der Weg über den Bergrücken durch lichten Kiefernwald, an Baumheide und Zistrose vorbei zum Reventón-Pass ab. Vorbei am Topo de las Viejas, wo der Weg in einen Feldweg mündet, der zur Cumbre Nueva führt.

Blick auf die Vulkane der Cumbre Vieja.
Blick auf die Vulkane der Cumbre Vieja.

Abschnitt 4: Alter Königsweg zur Ermita de la Virgen del Pino

Am Reventón-Pass auf der Cumbre Nueva biegt nach rechts der alte Königsweg PR-LP 1 (gelb-weiß) in Richtung Ermita de la Virgen del Pino ab. Er führt auf einem grob gepflasterten, steilen Serpentinenweg bergab. Im weiteren Verlauf flacht das Gefälle im Kiefernwald ab. Am Ziel: die Wallfahrtskirche Ermita Virgen del Pino neben der symbolträchtigen rund 800 Jahre alten Kiefer.

Ermita de la Virgen del Pino, Ziel der Wanderung bei El Paso.
Ermita de la Virgen del Pino, Ziel der Wanderung bei El Paso.

Die Ermita de la Virgen del Pino — 800-jährige Kiefer

Die Ermita de la Virgen del Pino ist eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen La Palmas. Sie steht am Fuß eines uralten Kiefernbaums, der auf rund 800 Jahre geschätzt wird — eine der ältesten bekannten Kanarischen Kiefern auf der Insel. Der Baum war für die Benahoritas heilig: Man geht davon aus, dass die Kiefer der Legende nach als Erscheinungsort der Jungfrau Maria gilt, weshalb hier die Kapelle errichtet wurde.

riesige Kiefer bei der Ermita de la Virgen del Pino auf La Palma
riesige Kiefer bei der Ermita de la Virgen del Pino auf La Palma

Für Wanderer ist die Ermita ein perfekter Endpunkt: Nach einem langen Tag auf dem Caldera-Kamm, durch exponierte Passagen und über steile Abstiege, landet man an einem Ort, der seit Jahrhunderten als Ruhepunkt gilt. Der Schatten der alten Kiefer, die stille Kapelle und die Gärten drumherum — das ist ein anderes La Palma als das der Gipfel.

Punta de los Roques und das Refugio

Das Refugio Punta de los Roques auf 2.085 Metern ist der einzige Übernachtungsplatz auf dieser Route. Es bietet Holzpritschen, Strom, Licht und einen Regenwasservorrat. Wer die Route in zwei Tage aufteilen möchte, übernachtet hier: Tag 1 vom Parkplatz bis zum Refugio, Tag 2 vom Refugio zur Ermita. Reservierung bei der Nationalparkverwaltung erforderlich.

Schutzhütte Refugio Punta de los Roques am Fernwanderweg GR-131
die Schutzhütte Punta de los Roques am Höhenwanderweg Caldera de Taburiente auf La Palma

Der Aussichtspunkt Punta de los Roques ist einer der vollständigsten Caldera-Panoramapunkte: Man sieht das Innere der Caldera mit der Playa de Taburiente tief unten, die Cumbrecita-Felsnadeln, den Pico Bejenado und am Horizont das Observatorium am Roque de los Muchachos. Das ist der vollständige Caldera-Kreis — in einem Blick.

Geologie: Dykes, Lapilli und der Caldera-Kamm

Der Caldera-Kamm zwischen Pico de la Sabina und Pico Ovejas ist eine Geologie-Galerie. Plattenartige Dykes aus erstarrtem Magma ragen senkrecht aus dem Grat — Gänge, durch die vor Millionen Jahren Lava an die Oberfläche drängte. Die Farbvariationen von Schwarz über Rot bis Gelb zeigen verschiedene Oxidationszustände des Basalts. Lapilli-Felder an den öffenen Flanken sind Auswurfprodukte älterer Eruptionen.

Ausblick auf den Caldera-Kamm mit Farbvariationen von Schwarz über Rot bis Gelb.
Ausblick auf den Caldera-Kamm mit Farbvariationen von Schwarz über Rot bis Gelb.

Die Degollada del Rio ist ein tektonischer Einschnitt: Der Kamm ist hier so schmal und so tief eingeschnitten, dass man gleichzeitig auf beiden Seiten der Caldera hinunterblickt. Das ist kein Aussichtspunkt aus dem Lehrbuch, sondern ein physisches Erleben — links fällt die Caldera ab, rechts fällt das Gelände Richtung Westen ab.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Klare Sicht, Tajinaste blühtOptimale Bedingungen; Kamm gut begehbar
Sommer (Juni–Aug)Meist wolkenfrei auf dem KammHeiß; frühzeitig starten; 6-7h einplanen
Herbst (Sept–Nov)Bestes PanoramalichtBeliebteste Saison; Permit früh buchen
Winter (Dez–Feb)Frost oder Schnee möglichNur bei sicheren Bedingungen; exponierte Stellen gefährlich bei Eis
Schluchten und Steilwände der Caldera de Taburiente vom Wanderweg GR-131, El Bastón.
Schluchten und Steilwände der Caldera de Taburiente vom Wanderweg GR-131, El Bastón.

Ausrüstung

SchuhwerkHohe Bergschuhe — exponierte Abschnitte und gepflasterter Abstieg
WasserFür 6–7 h; am Refugio kann Regenwasservorrat vorhanden sein, aber nicht verlassen
WindschutzCaldera-Kamm ist exponiert; Böen möglich
NavigationGPS-Track Pflicht — drei Wegmarkierungen, Wechsel müssen erkannt werden
StöckeAuf dem langen Abstieg über den Königsweg empfohlen

Kombinierbare Touren

TourDatenCharakter
Rundwanderung Pico de la Nieve – Erita de los Guanches5 km, moderatKürzere Alternative ab gleichem Startpunkt
Wanderung Pico Bejenado ab Cumbrecita8,9 km, moderatNächster Tag ab El Paso; gleiche Region
Caldera Höhenwanderweg Pico de la Nieve → Roque de los Muchachos20,5 km, schwerGroße Kammroute als Alternative
Gipfelkreuz Pico de la Nieve – Teneriffa und Teide am Horizont
Gipfelkreuz Pico de la Nieve – Teneriffa und Teide am Horizont

GPS-Track und 3D-Routenplaner

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Pista Pico de la Nieve – Ermita de la Virgen

3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Notruf 112. Auf dem Caldera-Kamm patchweiser Mobilfunkempfang. Standort vor Start mitteilen. Das Refugio Punta de los Roques — Reservierung über die Nationalparkverwaltung erforderlich.

Den Wegmarkierungswechsel beachten: PR-LP 3 → GR-131 → PR-LP 1. Der Wechsel vom GR-131 auf den PR-LP 1 am Reventón-Pass ist der kritischste — GPS-Track vorab laden.

Wer die Route über zwei Tage teilt: Tag 1 bis zum Refugio (ca. 7 km), Tag 2 vom Refugio zur Ermita (ca. 6 km). Das macht die Kammroute auch für Wanderer mit mittlerer Kondition gängig.

Gipfelkreuz Pico de la Nieve – Teneriffa und Teide am Horizont
Blaukehligen Eidechse beim Sonnenbad

Hinweis: Nationalpark

Die Route liegt vollständig im Nationalpark Caldera de Taburiente. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot. Im Nationalpark kein Wildcampen außerhalb des Refugios.

Häufige Fragen

Wie kommt man zur Ermita de la Virgen del Pino?

Von El Paso der LP-302 folgen, nach ca. 1 km links in Richtung Valencia abbiegen. Der Camino Virgen del Pino ist ausgeschildert. Sunhikes empfiehlt: Auto hier abstellen, Taxi zum Startpunkt Pista Pico de la Nieve.

Was sind die exponierten Abschnitte?

Die Degollada del Rio (Sattel zwischen Pico de la Sabina und Punta de los Roques) ist der exponierteste Punkt: schmal, über dem Caldera-Inneren. Wer schwindelfrei ist und trittsicher, geht ihn problemlos. Bei Nebel oder Wind ist erhöhte Vorsicht geboten.

Kann man im Refugio übernachten?

Ja. Das Refugio Punta de los Roques bietet Holzpritschen, Strom und Licht. Reservierung bei der Nationalparkverwaltung erforderlich. Das Haus ist ein idealer Zwischenstopp für die Zweitages-Variante der Route.

Was ist der alte Königsweg PR-LP 1?

Der PR-LP 1 ist ein historischer Weg, der vom Reventón-Pass auf der Cumbre Nueva bergab zur Ermita de la Virgen del Pino führt. Er ist grob gepflastert — ein Steinpflasterweg aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert, der als Verbindungsweg zwischen den Höhenlagen und dem Tal genutzt wurde.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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