Rundwanderweg Pico de la Nieve und Erita de los Guanches: Petroglyphen und Gipfelpanorama
Der Pico de la Nieve (2.232 m) ist einer der höchsten Aussichtspunkte an der Südkette des Nationalparks Caldera de Taburiente. Die Rundwanderung kombiniert den Gipfelaufstieg mit einem Besuch der Erita de los Guanches — einer der bedeutendsten archäologischen Fundstätten La Palmas. 5,0 km, 327 Hm, moderat.

Start ist der Parkplatz am Ende der Pista del Pico de la Nieve. Anfahrt über die LP-4 von Santa Cruz kommend bei Kilometer 22. Wer die Piste nicht befahren will, stellt das Auto an der Landstraße ab und geht die Piste oder den PR-LP 3 zu Fuß.
Die Erita de los Guanches, 1922 auf dem Pico de la Sabina entdeckt, ist ein Tagoror — ein Versammlungsplatz der Ureinwohner La Palmas. Rund 60 Flächen mit geometrischen Motiven: Spiralen, Wellenlinien, alphabetische Symbolmotive. Sie befinden sich hinter einem massiven Gitter zum Schutz vor Vandalismus.

Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Rundwanderung |
|---|---|
| Distanz | 5,0 km |
| Höhenmeter | 327 Hm Aufstieg / 325 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 2.213 m / Gipfel Pico de la Nieve: 2.232 m |
| Niedrigster Punkt | 2.018 m (Parkplatz Pista Pico de la Nieve) |
| Dauer | 1:45–2:15 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat |
| Startpunkt | Parkplatz am Ende der Pista del Pico de la Nieve (max. 4 PKW), LP-4 bei km 22 |
| Wegmarkierung | PR-LP 3 (gelb-weiß) + GR-131 (rot-weiß) |
| Schutzstatus | Nationalpark Caldera de Taburiente |
| Ausrüstung | Wasser, Proviant, Sonnenschutz, Windschutz, festes Schuhwerk, Regenschutz |
Anfahrt
Anfahrt über die LP-4 von Santa Cruz kommend, bei km 22 auf die Pista del Pico de la Nieve abbiegen. Parkplatz am Ende der Piste — maximal 4 PKW. Wer alternativ die Piste nicht befahren möchte: Auto an der Landstraße abstellen, Aufstieg über die Piste oder den PR-LP 3 (gelb-weiße Markierung).
Die Route im Detail
Aufstieg zum Pico de la Nieve (2.232 m)
Oberhalb des Parkplatzes beginnt der PR-LP 3 (gelb-weiß), dem man nach links folgt. Der Pfad schlängelt sich durch Kiefernwald bergauf bis zum Bergkamm. Von dort: wunderbarer Ausblick über die zerklüfteten, steil abfallenden Wände des Erosionskraters der Caldera. An der Wegkreuzung geht es nach rechts weiter bergauf auf dem GR-131 (rot-weiß) zum Gipfel.
Das Gipfelkreuz des Pico de la Nieve thront auf einer Steinpyramide auf 2.232 Metern. Bei guten Bedingungen: Teneriffa am Horizont.

Abstieg und Erita de los Guanches
Vom Gipfel auf gleichem Weg zur Wegkreuzung am Kamm zurück. Dann auf dem GR-131 abwärts Richtung Refugio El Pilar. Der Weg führt durch die Degollada del Barranco de la Madera mit rot-gelben Gesteinsschichtungen. Nach einer grauen Basaltwand: Wegkreuzung mit Beschilderung »Petroglifo, Tagororo«. Hier zweigt der Pfad zur Erita de los Guanches ab.

Die Fundstätte am Pico de la Sabina (2.142 m) war in prähispanischer Zeit ein Versammlungsplatz der Benahoritas. Die Petroglyphen hinter dem Gitter zeigen geometrische Motive — Spiralen, Wellenlinien und Symbole.
Rückweg zum Parkplatz
Vom Pico de la Sabina weiter. Kurz hinter dem Gipfel trifft man auf einen parallel verlaufenden Weg — über diesen den Rückweg antreten. An der Degollada del Barranco de la Madera dem rechts abzweigenden Pfad folgen. Dieser zieht sich sanft absteigend an der Flanke des Pico de la Nieve entlang mit Ausblicken auf den Osten der Insel. Mündet in den Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz.
Die Erita de los Guanches — archäologische Bedeutung
Die Erita de los Guanches ist eine der bedeutendsten und ältesten archäologischen Fundstätten La Palmas. Sie wurde 1922 auf dem Pico de la Sabina am Rand der Caldera de Taburiente entdeckt. Der Tagoror — ein Versammlungsplatz der Guanchen — beherbergt etwa 60 Flächen mit geometrischen Motiven: hauptsächlich Spiralen, Wellenlinien und andere einfache, als alphabetische Symbole beschriebene Linienmotive.

Die Lage auf 2.142 Metern, auf einem Felsgrat direkt über der Caldera, ist bedeutsam: Die Benahoritas betrachteten die Caldera als heiliges Zentrum der Insel. Der Tagoror war wahrscheinlich ein Ort ritueller Versammlungen, an dem Entscheidungen getroffen und Opfer dargebracht wurden.
Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Klare Sicht auf Teneriffa | Optimale Bedingungen |
| Sommer (Juni–Aug) | Meist über Wolken, intensive Sonne | UV-Schutz obligatorisch; früh starten |
| Herbst (Sept–Nov) | Bestes Licht für Fotos | Häufig besuchte Saison |
| Winter (Dez–Feb) | Schnee möglich; Gipfel vereist | Nur bei sicheren Bedingungen gehen |
Kombinierbare Touren
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| Caldera Höhenwanderweg Pico de la Nieve → Roque de los Muchachos | 20,5 km, schwer | Große Gipfelkette als Strecke |
| Wanderung Pico de la Nieve – Pico de la Cruz | 10,1 km, moderat | Längere Gipfelkette als Hin-Zurück |
Die Wanderung ist kurz genug, um noch am gleichen Tag eine zweite Tour zu machen. Empfohlen: Die Fahrt zur Mirador de Los Andenes (wenige Kilometer auf der LP-4) und von dort der Spaziergang zum Roque de los Muchachos (7,1 km, moderat). Ein Morgen auf dem Pico de la Nieve mit Petroglyphen, ein Nachmittag auf dem Gipfelkamm bis zum Roque: La Palma von seiner höchsten Seite an einem Tag.

GPS-Track und 3D-Routenplaner
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderweg Pico de La Nieve – Erita de los Guanches
Praktische Tipps
Parkplatz am Pistenende: nur 4 PKW. Bei vollem Parkplatz Auto an der LP-4 abstellen. Keine Einkehrmöglichkeiten. Sonnenschutz wegen intensiver UV-Strahlung auf über 2.000 m unerlässlich.
Hinweis: Nationalpark
Vollständig im Nationalpark Caldera de Taburiente. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot.
Der Pico de la Nieve — Name und Geschichte
Der Pico de la Nieve — dt. »Schnee-Gipfel« — trägt seinen Namen, weil er in manchen Wintern tatsächlich unter Schnee liegt. In der Vergangenheit wurde hier im Winter Schnee gesammelt und in den Ort transportiert — eine der wenigen Möglichkeiten, auf den Kanarischen Inseln natürliches Eis zu bekommen, bevor Kühlsysteme verfügbar waren. Schneeschmelze-Mulden (Pozos de Nieve) sind auf La Palma auch an anderen Stellen der Hochlagen zu finden.

Mit 2.232 Metern ist der Pico de la Nieve einer der höchsten Punkte auf dem Südkamm der Caldera. Er liegt direkt auf dem GR-131, dem Fernwanderweg El Bastón, der La Palma von Nord nach Süd durchquert. Das Gipfelkreuz auf einer Steinpyramide ist von weit sichtbar.
Die Degollada del Barranco de la Madera — geologische Besonderheit
Auf dem Abstieg vom Pico de la Nieve Richtung Erita de los Guanches passiert man die Degollada del Barranco de la Madera — eine Einsattelung mit besonders beeindruckenden rot-gelben Gesteinsschichtungen an den steil abfallenden Abbruchkanten der Caldera. Diese Farben entstehen durch Eisenoxidation der Gesteinsflächen — ein geologischer Fingerabdruck der Lavaströme, aus denen diese Kammzone aufgebaut ist.

Die Degollada del Barranco de la Madera ist auch ein meteorologisch interessanter Punkt: Hier kann man — je nach Windrichtung — die Wolken beobachten, die sich von Osten über den Kammbereich stauen und an der Westseite auflösen. Das Farbenspiel der rot-gelben Gesteinsschichtungen in dieser Einsattelung verändert sich mit dem Licht — bei niedrigem Wintersonnenlicht leuchten die Rot- und Gelbtöne am intensivsten.
Die graue Basaltwand kurz vor der Erita-Abzweigung ist ein Vulkan-Dyke: ein erstarrter Lavagang aus einem Gesteinsriss. Härteres Material als die Umgebung — es blieb stehen, während weiches Gestein erodierte. Ähnlich wie die Pared de Roberto auf dem Weg vom Mirador de Los Andenes zum Roque de los Muchachos.
Blick nach Teneriffa vom Gipfel
Bei klaren Bedingungen ist vom Gipfelkreuz des Pico de la Nieve der Teide auf Teneriffa am Horizont zu sehen — mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens und der höchste Inselvulkan der Welt. Zwischen beiden Inseln liegen rund 140 Kilometer Atlantik. Die besten Chancen für diese Sicht: klare Herbsttage zwischen Oktober und Dezember, wenn die Passatwolken weniger aktiv sind.
Der Pico de la Nieve liegt über der typischen Inversionsschicht der Passatwolken. Während im Norden La Palmas Wolken hängen, ist es auf 2.232 Metern häufig strahlend klar. Das ist auch der Grund, warum das Observatorium am Roque de los Muchachos — weitere 200 Meter höher — zu den besten Sternenbeobachtungsstandorten der Welt zählt.
Die LP-4: Hochstraße über den Kamm
Die LP-4 ist die Hochstraße, die von Santa Cruz de La Palma aus über den Kammbereich der Insel führt und dabei fast durchgängig über 2.000 Metern verläuft. Sie verbindet den Mirador de Los Andenes, den Pico de la Nieve-Abzweig (km 22) und den Parkplatz am Roque de los Muchachos. Auf der Strecke zwischen Mirador de Los Andenes und Roque de los Muchachos liegt man über der Inversionsschicht der Passatwolken — häufig fährt man aus dem Nebel in die Sonne.

Die LP-4 ist gut ausgebaut und mit einem normalen Mietwagen befahrbar. Wer über Los Llanos anreist, fährt über den Tunnel der LP-301 und folgt der Beschilderung Richtung Roque de los Muchachos.
Ein besonderer Tipp für die Morgenstunden: Die LP-4 ist bei Sonnenaufgang eine der spektakulärsten Straßen La Palmas. Das erste Licht fällt von Osten auf die Gipfelkette, taucht die roten Pyroklaste in warmes Licht und zeigt die Nachbarinseln am Horizont wie auf einem Gemälde. Wer die Rundwanderung früh beginnt, hat diese Stimmung für sich allein.
Unterkunft: El Paso als Wanderbasis
El Paso liegt zentral zwischen der LP-4 (Zugang zur Hochstraße und zum Pico de la Nieve) und der LP-302 (La Cumbrecita). Es ist die praktischste Unterkunftsgemeinde für Wanderungen im Nationalpark Caldera de Taburiente auf beiden Routen.
Ferienhäuser in El Paso auf clariso.eu — Ferienhäuser La Palma. Das Angebot reicht von einfachen Landhäusern bis zu modernen Villen mit Vulkansicht. Wer mehrere Tage im Nationalpark-Bereich plant, ist mit einer Unterkunft in El Paso gut positioniert.
Häufige Fragen
Was bedeutet »Erita de los Guanches«?
Kann man die Erita de los Guanches auch separat besuchen?
Wie weit ist der Parkplatz vom Gipfel entfernt?
Was ist der Tagoror?
Wie viele Petroglyphen gibt es?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


