Playa de Puerto Naos – Schwarzer Sandstrand an der Westküste
An der Westküste La Palmas oeffnet sich eine andere Welt. Die Luft trägt Salz und Wärme zugleich, und irgendwo zwischen Palmenzeilen und schwarzem Vulkansand schimmert das Wasser in einem Türkis, das man nicht so schnell wieder vergisst. Puerto Naos ist kein lauter Ort. Es ist ein Ort, an dem man ankommt – und an dem man versteht, warum La Palma gerne die grüne Perle der Kanaren genannt wird.

Der schönste Badestrand der Westküste
Rund 600 Meter zieht sich die Playa de Puerto Naos durch den gleichnamigen Küstenort, eingebettet in die sonnenhungrigste Ecke der Insel. Tazacorte und Puerto Naos teilen sich den Ruf, die meisten Sonnenstunden La Palmas zu erhalten – stolze 300 Tage im Jahr. Das macht den schwarzen Sandstrand auch im Winter zum ernsthaften Reiseziel, wenn andernorts Wolken die Bergkämme verhüllen und die Küste im Südwesten trotzdem strahlt.
Der feine vulkanische Sand glänzt dunkel im Gegenlicht der Mittagssonne. Nach den Herausforderungen des Vulkanausbruchs von 2021, dem die alten Strandpalmen zum Opfer fielen, erwacht die Bucht heute zu neuem Leben. Der Zugang wird aus Sicherheitsgründen über ein modernes Gas-Messsystem reguliert, was Badegästen ein absolut sicheres Gefühl gibt.
Das Wasser vor der Playa de Puerto Naos ist tief und klar. Der Untergrund wechselt schnell von Sand zu Lavafels, was das Schnorcheln interessant macht – wer mit Maske ins Wasser geht, findet Octopusse, Barsche und die typischen Papageifische der Kanaren.
Baden & Sicherheit
Die Strandfahnen geben täglich Auskunft über die Badebedingungen:
Grün: Ungefährliches Baden möglich.
Gelb: Vorsicht — Wellengang oder Strömung. Kinder und unsichere Schwimmer an Land.
Rot: Absolutes Badeverbot. Missachtung ist lebensgefährlich und wird mit Busgeld bestraft.
Lila/Violett: Warnung vor Quallen (Portugiesische Galeere) oder Algen.
Unterströmungen an der Westküste können stark sein. Selbst bei ruhiger Oberfläche auf Sog achten. Badeschuhe empfehlenswert.
Nach dem Tajogaite-Ausbruch 2021: Das CO2-Ampelsystem am Strand bleibt aktiv. Aktuelle Messwerte vor dem Besuch prüfen – insbesondere bei Windflaute.
Promenade, Restaurants und das Leben am Strand
Nach und nach beleben Restaurants, Terrassencafés und Bars wieder die hübsche Avenida Marítima von Puerto Naos. Am frühen Morgen gehört der weite Strand meist einem allein – im Winter sind es dann nur die Möwen und der tosende Atlantik, die einem Gesellschaft leisten. Erst mittags und nachmittags füllt sich der Strand mit einem angenehm gemischten Publikum: erholungssuchende Nordeuropäer im Winter, spanische Urlauber, die im Sommer dazustoßen. Überlaufen wirkt es dabei nie – die Atmosphäre bleibt stets entspannt.
Kulinarisch zeigt sich La Palma hier von seiner besten Seite: Küstenlokale wie das wiedereröffnete La Nao oder gemütliche Strandkioske servieren fangfrischen Fisch, Papas arrugadas mit Mojo und gegrillte Lapas (Napfschnecken). Wer länger bleibt, sollte sich den Sonnenuntergang nicht entgehen lassen – ein Spaziergang am Strand, während die Luft abkühlt und sich die warmen Lichter der Promenade im dunklen Atlantik spiegeln, rundet den Tag perfekt ab.

Aktivitäten rund um Puerto Naos
Der Strand ist Ausgangspunkt für einiges mehr als nur Baden. Tauchgänge in den Lavagewassern der Westküste werden von lokalen Tauchbasen organisiert – die Sichtweite ist ausgezeichnet, die Unterwasserwelt vielfältig. Bootstouren entlang der Steilküste zur Cueva Bonita oder zu den Delfingründen sind von Puerto de Tazacorte aus buchbar, das nur wenige Kilometer entfernt liegt.
Paraglider starten vom nahen Abflugpunkt hoch oben im Aridane-Tal und gleiten zurück zur Küste – wer morgens am Strand liegt, sieht sie manchmal lautlos über sich hinwegziehen. Fahrradverleih und geführte Wanderungen lassen sich im Ort organisieren.
Puerto Naos nach dem Tajogaite-Ausbruch 2021
Ein Kapitel, das Puerto Naos von den meisten anderen Strandorten der Kanaren unterscheidet: der Vulkanausbruch des Tajogaite im September 2021. Puerto Naos lag direkt im Bereich der Lavastraßen – und musste evakuiert werden. Für Monate, dann für über ein Jahr war der Ort gesperrt. Die Lava floss bis ans Meer, schuf neues Land am Strand, und ließ eine stille Spur.
Seit 2025/2026 ist Puerto Naos weitgehend wieder geöffnet. Luftqualitätssensoren überwachen laufend die Konzentration von vulkanischen Gasen, insbesondere CO2. Einzelne Randbereiche können noch gelegentlich kurzfristig eingeschränkt sein. Wer auf der sicheren Seite sein will, informiert sich vorab bei der Gemeindeverwaltung Los Llanos de Aridane oder den Informationstafeln vor Ort.
Das Tajogaite-Lavafeld nördlich des Ortes ist inzwischen zu einem Ausflugsziel geworden: Von Aussichtspunkten aus lassen sich die erstarrten Lavamassen und das neu entstandene Kap (Fajana) bestaunen – ein eindrücklicher Beweis dafür, wie jung, dynamisch und lebendig die Natur auf La Palma ist.
Praktisches: Anfahrt, Parken, Ausstattung
Lage: Ca. 15 km südwestlich von Los Llanos de Aridane, Westküste
Strand: 600 m Länge, feiner schwarzer Vulkansand, Palmen am oberen Rand
Infrastruktur: Promenade, Restaurants, Bars, Supermarkt, Apotheke, Sportverleih
Parken: Im Ort möglich; in der Hochsaison frühzeitig kommen
Strandausstattung: Liegestühle, Sonnenschirme (mietbar), Duschen, Umkleiden
Wassertemperatur: 20-24 Grad ganzjährig
Beste Reisezeit: Ganzjährig; Winter besonders stabiles Sonnenkonto
Nächste Stadt: Los Llanos de Aridane (15 km), Tazacorte (3 km)
Unterkunft in Puerto Naos und Umgebung
Puerto Naos liegt in der Gemeinde Los Llanos de Aridane auf La Palma. Das Angebot reicht von kleinen Apartments direkt am Strand bis zu großen Fincas mit Pool in den Weinbergen oberhalb des Ortes. Buchung direkt über Clariso Los Llanos de Aridane.
Der schwarze Sand: Vulkanisches Erbe
Der Sand der Playa de Puerto Naos ist nicht schwarz aus Zufall. Er besteht aus vulkanischem Basaltgestein, das über Jahrtausende vom Meer zu feinen Körnern gerieben wurde. Diese dunkle Farbe speichert Wärme – wer barfuss über den Strand läuft, merkt das sofort. Im Gegenlicht der Nachmittagssonne glänzt der Sand fast metallisch. Das Bild, das La Palma von anderen Kanareninseln unterscheidet: kein weisser Korallensand, sondern diese tiefe, vulkanische Schwärze direkt am türkisen Wasser.
Das Tajogaite-Lavafeld: : Einblick in eine neue Welt
Direkt nördlich von Puerto Naos beginnt eine Landschaft, die es vor 2021 noch gar nicht gab: das gewaltige Lavafeld des Tajogaite. Innerhalb weniger Wochen wälzte sich damals eine pechschwarze Lavamasse bis zum Atlantik hinab und schuf dort eine völlig neue Landzunge, die Fajana.
Wer diese junge Welt erkunden möchte, muss klare Regeln beachten: Im Inneren speichert die Lava noch immer extreme Restwärme, weshalb das gesamte Feld als Sperrgebiet gilt und auf eigene Faust nicht betreten werden darf. Sicher näherkommen lässt sich dem neuen Krater nur mit festem Schuhwerk und im Rahmen einer offiziell geführten Vulkan-Exkursion, die im Hochland am Llano de Jable startet. Unten an der Küste bei Puerto Naos bleibt Besuchern dagegen der Blick von neu errichteten Aussichtspunkten auf die erstarrte Lavamasse – hier erlebt man La Palma in seiner vulkanischen Gegenwart, nicht nur seiner Geschichte.

Schnorcheln und Tauchen vor Puerto Naos
Direkt unter der Wasseroberfläche eröffnet sich vor Puerto Naos eine ganz eigene Welt: Klar wie Glas ist das Atlantikwasser hier, und der Meeresboden wechselt rasch von feinem, dunklem Sand zu zerklüftetem Lavafels. Genau dieser einfache Einstieg vom Strand macht die Bucht bei lokalen Tauchanbietern beliebt, die von hier aus geführte Touren zu beeindruckenden Unterwasser-Steilwänden anbieten.
Auch ohne Vorkenntnisse lässt sich die Unterwasserwelt erkunden: Maske und Schnorchel – am besten vorab in den Geschäften der Promenade oder in Los Llanos besorgt – reichen völlig aus. Am ergiebigsten sind die frühen Morgenstunden, wenn das Meer noch ruhig liegt und die Sicht unter Wasser am besten ist. Dann zeigen sich farbenprächtige Papageienfische, Zackenbarsche und gut getarnte Oktopusse zwischen den vulkanischen Felsen, und mit etwas Glück lässt sich sogar ein kleiner Rochen entdecken.
Gastronomie: Fisch und kanarische Küche
An der Promenade von Puerto Naos reihen sich Restaurants und Bars aneinander, die frischen Fisch und kanarische Klassiker anbieten. Papas arrugadas mit Mojo Rojo und Verde sind obligatorisch – die kleinen Salzkartoffeln, die auf den Kanaren zu jedem Fischgericht gehören. Gegrillte Lapas, die kleinen Meeresschnecken auf Lavagestein, sind ein weiteres Highlight. Wer abends kommt, wenn die Hitze des Tages nachlässt und die Promenade sich belebt, findet die entspannteste Version der kanarischen Gastronomie: ohne Eile, mit Meerblick.

Fazit: Playa de Puerto Naos
Puerto Naos ist der verlässlichste Badestrand an der Westküste – mit dem besten Sonnenkonto der Insel, einer schönen Promenade und allem, was man für einen entspannten Strandtag braucht.
Das Tajogaite-Kapitel macht Puerto Naos außerdem zu einem Ort mit Geschichte: Wer nicht nur am Strand liegt, sondern auch das neue Lavafeld besucht, versteht etwas über diese Insel, das man nicht lesen kann.
Wer Einsamkeit sucht, fährt woanders hin. Wer ankommen will, kommt hier richtig.
Häufige Fragen
Ist die Playa de Puerto Naos ganzjährig geöffnet?
Ist Puerto Naos nach dem Vulkanausbruch wieder sicher?
Kann man in Puerto Naos Wassersport treiben?
Gibt es Restaurants direkt am Strand?
Was bedeuten die Strandfahnen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


