Strände auf La Palma – schwarz, wild und selten voll

La Palma ist keine klassische Strandferieninsel – und genau das ist ihr unschätzbarer Vorteil. Wer breite weiße Sandstrände mit Liegestühlen, Strandbars und Animation sucht, findet diese eher auf Teneriffa oder Gran Canaria. Wer dagegen versteckte Buchten unter dramatischen Steilklippen, schwarzen Vulkansand oder natürliche Meerwasserbecken im Lavagestein erleben möchte, entdeckt auf La Palma eine Küstenlandschaft, die ursprünglich und einzigartig geblieben ist.

Die Playa de la Zamora – schwarze Sandbuchten an der Südküste La Palmas bei Fuencaliente
Die Playa de la Zamora – faszinierende schwarze Sandbuchten an der Südküste La Palmas bei Fuencaliente

Die wichtigsten Strände und Naturbäder im Überblick

Playa de Nogales (Puntallana) – der wilde Traumstrand im Nordosten

Die Playa de Nogales gehört zu den eindrucksvollsten Naturstränden der Kanaren. Ein rund 500 Meter langer schwarzer Sandstrand liegt eingebettet zwischen steil aufragenden, grün bewachsenen Felswänden und zeigt die wilde Seite des Atlantiks.

Der Zugang führt vom Parkplatz über einen in die Felsen gebauten Weg hinunter zum Meer und dauert etwa 15 Minuten. Auf halber Strecke befindet sich die kleine Meereshöhle Cueva del Infierno, die den Abstieg noch abwechslungsreicher macht.

Die Brandung ist hier allerdings häufig kräftig. Surfer schätzen die Wellen, zum Schwimmen ist der Strand wegen starker Strömungen und der offenen Atlantiklage nur sehr eingeschränkt geeignet. Besonders beeindruckend ist Nogales deshalb vor allem als Naturerlebnis, Fotomotiv und Ort für lange Strandspaziergänge.

Die Playa de Nogales - schwarzer Naturstrand im Nordosten La Palmas, eingebettet in wilde Felskliffs
Die Playa de Nogales – schwarzer Naturstrand im Nordosten La Palmas, eingebettet in wilde Felskliffs

Charco Azul (San Andrés y Sauces) – Baden im Lavagestein

Der Charco Azul zählt zu den bekanntesten Naturbädern La Palmas. Hier hat die Vulkanlandschaft geschützte Meerwasserbecken in den schwarzen Basalt geformt.

Die Anlage bietet ideale Bedingungen für einen entspannten Badetag: Es gibt verschiedene Becken, einen separaten Bereich für Kinder, Liegeflächen, Duschen und ein Restaurant direkt am Meer. Durch die geschützte Lage ist das Baden deutlich angenehmer als an vielen offenen Stränden der Insel. Besonders im Sommer und an Wochenenden kommen auch viele Einheimische – wer Ruhe sucht, sollte früh am Morgen kommen.

Die Naturschwimmbecken Charco Azul bei San Andrés – Meerwasserbecken im Lavagestein an der Nordostküste La Palmas
Die Naturschwimmbecken Charco Azul bei San Andrés – Meerwasserbecken im Lavagestein an der Nordostküste La Palmas

La Fajana (Barlovento) – ursprüngliche Lavapools im Norden

Im Norden der Insel liegen die Naturbecken von La Fajana, die etwas ruhiger und ursprünglicher wirken als der bekannte Charco Azul.

Drei Meerwasserbecken wurden hier in die vulkanische Küste integriert und über Wege und Treppen zugänglich gemacht. Oberhalb der Pools befindet sich ein Restaurant mit schöner Aussicht auf den Atlantik. Bei ruhiger See ist La Fajana ein wunderbarer Badeplatz. Im Winter oder bei starkem Wellengang können die Atlantikwellen jedoch über die Schutzmauern schlagen – dann sollte auf das Baden verzichtet werden.

Brandung am Lavadamm der La Fajana – bei starker See brechen Wellen über die Beckenränder
Brandung am Lavadamm der La Fajana – bei starker See brechen Wellen über die Beckenränder

Playa de Los Cancajos (Breña Baja) – der Familienstrand La Palmas

Wer einen unkomplizierten Strandtag mit Kindern sucht, findet in Los Cancajos die beste Infrastruktur der Insel.

Die schwarze Sandbucht nahe Santa Cruz de La Palma wird durch natürliche Felsen und Wellenbrecher geschützt. Das Wasser ist meist ruhig und eignet sich auch zum Schnorcheln. Dazu kommen Restaurants, Duschen, Toiletten, Liegeflächen und eine Promenade direkt am Meer. Los Cancajos ist vielleicht nicht der spektakulärste Strand La Palmas – aber der praktischste und familienfreundlichste.

Die Playa Echentive liegt an der Südspitze La Palmas, in der Gemeinde Fuencaliente.
Abendstimmung an der Playa de Los Cancajos auf La Palma

Playa Echentive und Playa del Faro (Fuencaliente) – Vulkanlandschaft am Südkap

Am südlichen Ende La Palmas, zwischen Leuchtturm, Salinen und junger Vulkanlandschaft, liegen die Strände Playa Echentive und Playa del Faro.

Die Playa Echentive wurde durch jüngere vulkanische Prozesse geprägt und zeigt eindrucksvoll, wie die Insel bis heute geologisch aktiv bleibt. Schwarzer Lavasand, dunkle Kiesel und bizarre Felsformationen schaffen hier eine fast außerirdische Landschaft. Hinter dem Strand liegen zudem natürliche Felsbecken wie Los Aljibes, die bei ruhiger See ein besonderes Badeerlebnis ermöglichen.

Bei Wind und starker Atlantikdünung sollte man jedoch nur die Landschaft genießen – die Bedingungen können schnell wechseln.

Die Playa Echentive liegt an der Südspitze La Palmas, in der Gemeinde Fuencaliente.
Die Playa Echentive liegt an der Südspitze La Palmas, in der Gemeinde Fuencaliente.

Was man über La-Palma-Strände wissen muss

Die Strände La Palmas verlangen Respekt vor dem Atlantik. Die Vulkaninsel bietet spektakuläre Küsten, aber nur wenige klassische Badestellen mit flachem Einstieg.

Wichtige Regeln:

  • Flaggen beachten: An offenen Naturstränden können Strömungen unsichtbar sein. Rote Flaggen bedeuten Badeverbot.
  • Kein flacher Einstieg: Viele Strände fallen direkt hinter der Küstenlinie steil ab.
  • Festes Schuhwerk: Lavagestein und steinige Wege machen Badeschuhe oder leichte Schuhe empfehlenswert.
  • Wellen nicht unterschätzen: Besonders im Winter kann die Atlantikdünung auch geschützte Bereiche beeinflussen.

Strände für unterschiedliche Ansprüche

WunschEmpfehlungBesonderheit
Familien mit KindernLos Cancajos, Puerto de TazacorteGeschützte Badebereiche, Infrastruktur, Restaurants
Natur & EinsamkeitPlaya Echentive, Playa de la VetaWilde Vulkanlandschaft und wenig Besucher
Sicheres BadenCharco Azul, La FajanaGeschützte Meerwasserbecken
FotomotivePlaya de NogalesSchwarzer Sand, grüne Steilklippen und Atlantikwellen
Playa de la Veta, schwarzer Strand am offenen Atlantik.
Playa de la Veta, schwarzer Strand am offenen Atlantik.

Was La Palma bei Stränden nicht bietet

La Palma ist nicht die richtige Wahl für klassische Strandferien mit kilometerlangen Sandstränden, Strandpromenaden und flachem Badewasser. Wer jedoch einen schwarzen Vulkanstrand unter hohen Steilklippen, ein Naturbad zwischen Basaltfelsen oder eine einsame Bucht mit Blick auf den offenen Atlantik sucht, findet auf La Palma eine Küste voller Charakter.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wird der schwarze Sand an den Stränden im Sommer wirklich so heiß, wie man hört?

Ja, der tiefschwarze Vulkansand absorbiert die Sonnenstrahlung extrem stark. Schon ab dem späten Vormittag kann sich der Sand im Sommer so stark aufheizen, dass man barfuß kaum mehrere Schritte darauf gehen kann. Für einen entspannten Strandtag auf La Palma gehören deshalb robuste Badeschuhe oder zumindest Flip-Flops ins Gepäck – auch für den Weg vom Handtuch bis zur Wasserkante.

Sind die Naturschwimmbecken wie der Charco Azul auch für Nichtschwimmer und Kinder geeignet?

Ja, grundsätzlich sind die Naturbäder eine der besten Möglichkeiten für Familien, sicher im Meer zu baden. Der Charco Azul verfügt über ein eigenes, flaches und geschütztes Kinderbecken, in dem kleine Kinder planschen können. Auch die Becken von La Fajana bieten unterschiedliche Tiefenbereiche. Trotzdem gilt: Die Pools werden ständig mit frischem Meerwasser versorgt. Bei höherem Wellengang oder stärkerer Atlantikdünung kann Wasser über die Begrenzungen schwappen. Kinder sollten daher immer unter Aufsicht einer erwachsenen Begleitperson bleiben.

Was hat es mit den „saisonalen Stränden“ wie der Playa de la Veta auf sich?

Das ist eine besondere Eigenschaft der Vulkaninsel La Palma: Manche Strände verändern ihr Erscheinungsbild im Laufe des Jahres deutlich. Die Playa de la Veta im Nordwesten zeigt sich vor allem in den ruhigeren Sommermonaten (etwa Juni bis Oktober) mit einer breiteren Sandfläche. Im Winter kann die stärkere Atlantikbrandung den schwarzen Sand wieder abtragen, sodass zeitweise hauptsächlich Kiesel und Felsen sichtbar sind. Der Strand ist damit ein eindrucksvolles Beispiel für die ständige Bewegung der vulkanischen Küstenlandschaft.

Kann man an den Stränden La Palmas Liegen und Sonnenschirme ausleihen?

Einen flächendeckenden Strandservice wie an den großen Touristenstränden der Nachbarinseln gibt es auf La Palma kaum. Ausnahmen sind vor allem die besser erschlossenen Strände wie die Playa de Los Cancajos an der Ostküste oder der Strand von Puerto de Tazacorte im Westen. An wilden Naturstränden wie der Playa de Nogales oder der Playa Echentive gibt es dagegen keine touristische Infrastruktur. Hier sollte man Handtuch, Sonnenschutz und ausreichend Getränke selbst mitbringen.

Warum sind manche Strände trotz wunderschönen Wetters komplett gesperrt?

Die Ursache liegt meist in der besonderen Landschaft La Palmas. Viele Naturstrände befinden sich direkt unter hohen Steilklippen, an denen es durch Erosion, starke Regenfälle oder Wind zu Steinschlag kommen kann. Aus Sicherheitsgründen sperren die Gemeinden deshalb einzelne Zugänge, wenn eine Gefahr besteht – beispielsweise aktuell den Abstieg zur Playa de la Zamora. Auch wenn das Meer ruhig und die Landschaft verlockend wirkt, sollten solche Absperrungen unbedingt respektiert werden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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