Las Tricias: Das Dorf der Drachenbäume

Es gibt auf La Palma Orte, die man sieht, und Orte, die man erlebt. Las Tricias gehört zur zweiten Kategorie. Der Weiler in der Gemeinde Garafía — ein paar Häuser, ein Restaurant, eine Handvoll Wege — hat eines der stärksten Bilder der gesamten Insel zu bieten: Hunderte von Drachenbäumen (Dracaena draco), deren schirmförmige Kronen über dem Atlantik hängen. Die ältesten sind mehrere hundert Jahre alt. Man geht zwischen ihnen hindurch auf dem Wanderweg zu den Cuevas de Buracas — und wenn man den Weg kennt, versteht man, warum dieser Ort kaum verlässt, wer ihn einmal gesehen hat.

Las Tricias im Nordwesten La Palmas dient als Ausgangspunkt der Wanderung zu den Cuevas de Buracas
Las Tricias im Nordwesten La Palmas dient als Ausgangspunkt der Wanderung zu den Cuevas de Buracas

Las Tricias liegt nahe dem Hauptort Santo Domingo de Garafía im nördlichsten Teil La Palmas. Die Anfahrt über die kurvenreichen Straßen des Nordens ist selbst schon ein Erlebnis: Steilküsten, tiefe Schluchten, alte Terrassenfelder.

Die Drachenbäume: Geschichte in Verzweigungen

Der Drachenbaum — wissenschaftlich Dracaena draco — ist das charakteristischste Gewächs der Kanaren. Sein harzrotes Drachenblut war in der Antike ein begehrtes Heilmittel, das Wundheilung und Fiebersenkung versprechen sollte. Der Stamm ist dick und zylinderförmig, die Krone setzt sich aus Büscheln schwertartiger dunkelgrüner Blätter zusammen. Die erste Verzweigung wächst erst nach etwa zehn Jahren — das Zählen der Verzweigungen gilt bis heute als einzige Methode zur Altersschätzung, ist aber unzuverlässig.

der Weg durch die Drachenbäume der Cuevas de Buracas fühlt sich an wie ein Gang durch lebendige Geschichte
der Weg durch die Drachenbäume der Cuevas de Buracas fühlt sich an wie ein Gang durch lebendige Geschichte

Der Wanderweg zu den Cuevas de Buracas — alten Höhlenwohnungen der Benahoaritas, der Ureinwohner La Palmas — führt direkt an den bedeutendsten Exemplaren vorbei. Die Höhlen sind in die Felswand gehauen und erinnern daran, dass Menschen hier schon lebten, lange bevor ein Spanier die Insel betrat. Der Weg ist frei zugänglich und gemäßigt; gutes Schuhwerk empfohlen.

Camu Camu: Fusionsküche unterm Drachenbaum

Im Weiler selbst betreibt das Camu Camu (Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 22 Uhr, Montag bis Mittwoch geschlossen) ein Restaurant, das eigentlich hierher nicht passt — und gerade deshalb unvergesslich ist. Auf einer Terrasse unter einem alten Baum mit Atlantikblick serviert man Fusionsküche mit starkem veganen Fokus: gegrillter Ziegenkäse aus Garafía mit Mojo Rojo und Mojo Verde, Falafel mit Hummus, hausgemachte Kuchen. Das Camu Camu trägt Bewertungen von 4,6 Sternen und ist für viele Kenner das beste Restaurant im Norden La Palmas.

Das Restaurant Camu Camu liegt direkt an der Plaza de Las Tricias, einem kleinen Dorfplatz im Nordwesten La Palmas
Das Restaurant Camu Camu liegt direkt an der Plaza de Las Tricias, einem kleinen Dorfplatz im Nordwesten La Palmas

Der Ziegenkäse, der hier serviert wird, kommt von lokalen Produzenten in Garafía. Zur Kategorie Queso Palmero D.O.P. gehörend, wurde dieser Käse bei internationalen Käsemeisterschaften mehrfach ausgezeichnet. Wer ihn nach Hause mitnehmen möchte: Den gereiften (curado) Käse bei der Quesería Luna de Garafía kaufen (Tel. +34 620 15 16 02) oder am Mercadillo Puntagorda (Sa/So).

Fazit

Las Tricias ist La Palmas stärkstes Naturbild und ein Restaurant, das man nicht erwartet. Drachenbäume, Prähistoire und Fusionsküche machen diesen Weiler zu einem der unvergesslichsten Erlebnisse der Insel.

Häufige Fragen

Wie kommt man nach Las Tricias?

Von Santo Domingo de Garafía aus sind es wenige Kilometer in Richtung Barlovento, dann Abzweigung. Ein Mietwagen ist nötig; das Busnetz ist in dieser Region sehr begrenzt.

Was sind die Cuevas de Buracas?

Prähistorische Wohnhöhlen der Benahoaritas, integriert in den Wanderweg zu den Drachenbäumen von Las Tricias. Freier Zugang, gemäßigter Weg.

Wie alt sind die Drachenbäume in Las Tricias?

Das genaue Alter lässt sich nicht bestimmen; die ältesten Exemplare könnten mehrere hundert Jahre alt sein. Das Zählen der Verzweigungen gibt nur ungefähre Hinweise.

Wann hat das Camu Camu geöffnet?

Donnerstag bis Sonntag, 11 bis 22 Uhr. Montag bis Mittwoch geschlossen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com