Höhlentouren auf La Palma – Durch das Innere des Vulkans
Wenn auf La Palma Lava fließt, passiert etwas Merkwürdiges: Die Außenhülle des Stroms erstarrt und kühlt ab – aber das Magma im Inneren fließt weiter. Wenn dieser Innenstrom schließlich abläuft, bleibt ein Hohlraum zurück: eine Lavaröhre. Diese natürlichen Tunnel – manche hunderte Meter lang, manche meterhoch – sind das Innenleben eines Vulkans, eingefroren im Moment nach dem Ausbruch.

La Palma besitzt einige der eindrucksvollsten zugänglichen Lavaröhren der Kanarischen Inseln. Die berühmteste ist die Cueva de las Palomas bei Las Manchas – entstanden beim Ausbruch von San Juan 1949 – aber auch das Röhrensystem im Besucherzentrum Caños de Fuego bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Geologie der Insel.
Cueva de las Palomas
Die Cueva de las Palomas ist die bekannteste und am besten erschlossene Lavaröhre La Palmas. Der Tunnel ist ca. 500 Meter lang, bis zu 3 Meter hoch und zeigt an seinen Wänden faszinierende geologische Formationen: Lava-Stalaktiten (Lavazapfen, die beim Abkühlen an der Decke entstanden), farbige Mineralablagerungen in Schwarz, Rot und Ockergelb, und die glatte, gerippte Wandstruktur einer erstarrten Lavaströmung.
Die Höhle ist nur mit zertifiziertem Guide zugänglich – die Anzahl der Teilnehmer pro Gruppe ist auf 14 Personen begrenzt. Ausrüstung (Helm, Stirnlampe) wird gestellt. Kosten ca. 20–25 € pro Person. Buchung über die Anbieter direkt oder über GetYourGuide.
Caños de Fuego – Besucherzentrum
Das Centro de interpretación Caños de Fuego in Las Manchas bietet eine andere Art des Höhlenerlebnisses: oberirdische Glasstege über den Lavaröhren, durch die man in die Tunnel hinunterschauen kann, ohne selbst hineinzuklettern. Der Zugang ist damit deutlich einfacher und für alle Altersgruppen geeignet.

Im Besucherzentrum gibt es Ausstellungen zur Geologie der Insel und zum Ausbruch von 1949. Die Cueva del Vidrio – Teil des Röhrensystems – ist für Gruppen zugänglich. Eintritt ca. 8 € (inkl. Stege), Führung durch die Cueva de las Palomas als Add-on buchbar.
Weitere Höhlen La Palmas
La Palma besitzt noch weitere interessante Höhlen, die jedoch nicht alle öffentlich zugänglich sind. Archäologisch bedeutsam ist die Cueva de Belmaco in Mazo – eine Wohnhöhle der Benahoaritas mit Petroglyphen an den Wänden (Ecomuseo Belmaco, ca. 3 €). Die Cueva Bonita an der Küste Tijafares ist eine Meereshöhle, die nur per Boot erreichbar ist (→ AU33). Viele wilde Lavaröhren sind aus Naturschutzgründen und wegen Einsturzgefahr gesperrt – nur markierte Wege und offizielle Touren.
Praktische Hinweise für Ihre Höhlentour
Tour rechtzeitig reservieren
Für Führungen durch den Tubo Volcánico de Las Palomas ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Die Besucherlimits dienen dem Schutz der empfindlichen Lavaröhre und ihrer einzigartigen Tierwelt. Besonders in der Hauptreisezeit empfiehlt sich daher eine frühzeitige Reservierung.
Die richtige Kleidung
In den Lavaröhren herrscht ganzjährig ein kühles und häufig feuchtes Mikroklima. Tragen Sie deshalb festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle sowie Kleidung, die auch schmutzig werden darf. Eine leichte Jacke ist ebenfalls empfehlenswert. Helm und Stirnlampe werden bei geführten Touren in der Regel vom Veranstalter gestellt.
Anbieter für Höhlentouren
| Anbieter | Kontakt | Spezialisierung |
|---|---|---|
| Graja Tours | +34 686 443 832 | Cueva de las Palomas, staatl. zertifiziert |
| EKALIS | +34 651 822 510 | Höhlenforschung, Geologie-Touren |
| La Palma Outdoor | +34 617 704 019 | Vulkantunnel, alle Zielgruppen |
| Canary Live Experience | +34 622 118 811 | Speläologie nach Terminvereinbarung |
Praktisches für den Besuch
Cueva de las Palomas: nur mit Guide (max. 14 Pers.); ca. 20–25 €
Ausrüstung: Helm & Stirnlampe werden gestellt
Caños de Fuego: tägl. geöffnet; ca. 8 € (Stege), ca. 20 € (Führung)
Temperatur Höhle: ca. 14–16 Grad – Jacke mitnehmen
Buchung: direkt bei Anbietern oder GetYourGuide
Anfahrt: LP-211, Las Manchas, westlich von Los Llanos
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Höhlentouren auf La Palma für Kinder geeignet?
Wie unterscheidet sich eine Lavaröhre von einer normalen Höhle?
Kann ich die Lavaröhren auf eigene Faust erkunden?
Warum sind die Besucherzahlen begrenzt?
Welche Ausrüstung benötige ich?
Wie Lavaröhren auf La Palma entstehen
La Palma ist eine der vulkanisch aktivsten Inseln des Archipels – der Tajogaite-Ausbruch 2021 hat das eindrücklich bestätigt. Bei jedem Ausbruch fließt Lava die Hänge hinab. Die Oberfläche kühlt zuerst ab und erstarrt zu einer Kruste. Das flüssige Magma darunter fließt weiter, bis es ans Meer gelangt und abläuft. Was zurückbleibt, ist der Hohlraum: eine Lavaröhre, die manchmal meterhoch und hunderte Meter lang ist.

Im Bereich der Westküste, wo historische Ausbrüche besonders viele Lavaströme hinterlassen haben, findet man die dichteste Konzentration dieser Röhren. Das Röhrensystem von Las Manchas (Caños de Fuego / Cueva de las Palomas) entstand 1949 beim Ausbruch des San Juan. Andere Systeme sind deutlich älter – manche Lavaröhren La Palmas sind Tausende von Jahren alt.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


