Ron Aldea – Der einzige Zuckerrohr-Rum La Palmas
In Puerto Espíndola, einem kleinen Fischerhafen im Nordosten La Palmas, brennt seit 1936 die Familie Quevedo Aldea Rum. Nicht irgendeinen Rum – Ron Aldea ist der einzige Rum der Kanaren, der aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt wird, nicht aus Melasse. Das macht ihn zu einem Agricole-Rum, wie er auch in der Karibik traditionell gebrannt wird: grüner, aromatischer, komplexer als Industrierum.

Ron Aldea ist auf La Palma und den Kanaren eine Institution. In jedem guten kanarischen Restaurant steht eine Flasche Aldea hinter der Bar. Der weiche, vanillegetönte Charakter des gereiften Alten ist bekannt – aber die jüngeren Varianten und die Sonderedition-Abfüllungen machen ihn auch unter internationalen Rumkennern interessant.
Die Destillerie – Besuch und Führung
Die Destillerie in Puerto Espíndola bietet Führungen an, die den gesamten Produktionsprozess zeigen: vom Zuckerrohrfeld über die Maische und Fermentation bis zur Destillation und Reifung in Holzfässern. Die Führungen enden mit einer Verkostung der verschiedenen Abfüllungen – vom ungelagerten Blanco bis zum mehrjährig gereiften Reserva.
Führungen sind nach Voranmeldung möglich – direkt bei der Destillerie anfragen (+34 922 45 01 93). Die Anlage ist familiengeführt und klein, was den Besuch persönlicher macht als in einer industriellen Destillerie. Wer Rum wirklich verstehen will, verbringt hier eine lohnende Stunde.
Tipp für einen gelungenen Tagesausflug
Verbinden Sie den Besuch der Ron-Aldea-Destillerie mit weiteren Highlights der Umgebung. Nur wenige Gehminuten entfernt liegen die beliebten Naturschwimmbecken von Charco Azul sowie das malerische Dorf San Andrés mit seinen historischen Gassen und der schönen Küstenpromenade. So wird aus der Destillerieführung ganz einfach ein abwechslungsreicher Halbtages- oder Tagesausflug – inklusive Badespaß, Meerblick und kanarischem Flair.
Ron Aldea – die Produktlinie
Ron Aldea Blanco: ungelagert, hellgelb, grasig-frisch – der klassische Basis-Rum für Cocktails. Ron Aldea Añejo: mehrjährig in Eichenholzfässern gereift, goldfarben, mit Vanille, Trockenfrüchten und einer weichen Tanninstruktur. Ron Aldea Extra Añejo: die Spitzenkategorie, länger gereift, komplex – ein Rum zum langsamen Genießen pur.
Dazu gibt es den Ron Miel – den halbsüßen Honigrum, der auf den Kanaren traditionell nach dem Essen getrunken wird. Er wird aus Aldea-Basis-Rum mit lokalem Palmenhonig hergestellt und ist die süßere, einsteigerfreundlichere Alternative.
Puerto Espíndola – der Fischerhafen
Puerto Espíndola ist für sich schon ein Besuch wert. Der kleine Hafen mit seinem Restaurant Mesón del Mar – kanarische Küche direkt am Wasser, Blick auf die Schiffe und die Küstenklippen – ist einer der authentischsten Essensstopps im Nordosten La Palmas. Kombination: Führung bei Ron Aldea, Mittagessen im Mesón del Mar, nachmittags weiter nach Barlovento oder Los Tilos.

| Ron Aldea Destillerie | Puerto Espíndola, San Andrés y Sauces |
|---|---|
| Telefon | +34 922 45 01 93 |
| Führungen | nach Voranmeldung – direkter Kontakt empfohlen |
| Verkostung | inklusive bei Führung |
| Einkauf | Destillerie-Shop + alle Supermärkte La Palmas |
| Kombination | Mesón del Mar Puerto Espíndola + Los Tilos |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht Ron Aldea besonders?
Kann man Ron Aldea in Deutschland kaufen?
Geschichte des Rums auf La Palma
Rum auf La Palma hat eine lange Geschichte, die direkt mit der karibischen Kolonialverbindung zusammenhängt. Die Indianos – Palmeros, die nach Kuba auswanderten, dort Vermögen machten und zurückkehrten – brachten das Wissen der Zuckerrohrverarbeitung mit. Puerto Espíndola hatte eigene Zuckerrohrfelder, deren Saft noch im 19. Jahrhundert zu einfachem Haushalt-Aguardiente verarbeitet wurde.
Die Familie Quevedo Aldea systematisierte diese Tradition ab 1936 und entwickelte sie zu einer echten Destillerie. Heute wird Ron Aldea aus Zuckerrohr angebaut in San Andrés y Sauces hergestellt – die Felder sind direkt am Hafen sichtbar. Das Zuckerrohr wächst hier schnell und aromatisch, dank der feuchten Nordostpassat-Bedingungen und des vulkanischen Bodens.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


