Wanderung Roque de los Muchachos zum Roque Palmero

Die Wanderung vom Roque de los Muchachos (2.426 m) zum Roque Palmero (2.310 m) führt durch die Berglandschaft des Nationalparks mit spektakulären Caldera-Ausblicken: 6,4 km, 274 Hm, moderat, 2:30–3:00 Stunden. Die farbenfrohen Berghänge in Rot-, Orange- und Brauntönen sind ein weiteres Highlight in dieser majestätischen Hochgebirgslandschaft.

Gipfel des Roque Palmero auf 2.310 m – einer der höchsten Punkte im Hochgebirge La Palmas.
Gipfel des Roque Palmero auf 2.310 m – einer der höchsten Punkte im Hochgebirge La Palmas.

Der Roque Palmero ist der zweithöchste Gipfel auf La Palma und Teil des nördlichen Caldera-Kammrings. Die Route führt vom bekannten Gipfelparkplatz nordwärts auf dem Kammweg — in die ruhigere, weniger besuchte Richtung, weg von den Observatorien.

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypHin- und Zurück
Distanz6,4 km
Höhenmeter274 Hm Aufstieg / 274 Hm Abstieg
Höchster PunktRoque de los Muchachos: 2.426 m
Zweiter GipfelRoque Palmero: 2.310 m
Dauer2:30–3:00 Stunden
Schwierigkeitmoderat (Hochgebirge, schwindelfrei, trittsicher)
StartpunktParkplatz Roque de los Muchachos, LP-4/LP-403
SchutzstatusNationalpark Caldera de Taburiente (seit 1954)
AusrüstungWasser, Windschutz, alpines Schuhwerk, Sonnenschutz

Die Route im Detail

Vom Parkplatz am Roque de los Muchachos nordwärts auf dem Kammweg. Der Weg führt von der Observatoriums-Zone weg in die ruhigere Nordflanke des Kammrings. Die Berghänge leuchten in verschiedensten Rottönen — Oxidation des eisenhaltigen Basalts, der hier besonders ausgedehnte Flächen bildet. Vorbei an eingezäunten Bereichen mit Nachzucht-Pflanzen seltener endemischer Arten. Schließlich: Roque Palmero (2.310 m) — zweithöchster Gipfel La Palmas, ruhiger als der Hauptgipfel, mit Blick über den nördlichen Caldera-Rand.

Wanderweg an der Nordflanke des Kammrings zum Roque Palmero
Wanderweg an der Nordflanke des Kammrings zum Roque Palmero

Roque Palmero: der ruhige Nachbargipfel

Wer den Roque de los Muchachos kennt, kennt ihn als belebten Aussichtspunkt mit Touristenbussen und Observatoriums-Besuchern. Der Roque Palmero, nur 6 km entfernt auf demselben Kammring, ist sein stiller Bruder: kein Parkplatz direkt darunter, kein Observatorium, keine Busgruppe. Wer hier steht, ist fast immer allein — mit 2.310 m Höhe und der gleichen Caldera-Kulisse.

Die farbigen Berghänge zwischen den beiden Gipfeln sind eines der eindrucksvollsten geologischen Bilder La Palmas: Rot-, Orange- und Brauntöne, die aus der Oxidation und Mineralanreicherung verschiedener Basaltschichten entstehen. Diese Farben sehen von Weitem aus wie eine abstrakter Malerei — und aus der Nähe wie ein Lehrstück über Vulkangeologie.

Die Observatorien-Zone am Roque

Das Astrophysikalische Observatorium ORM am Roque de los Muchachos beherbergt einige der bedeutendsten Teleskope der Welt: William Herschel Teleskop (das größte optische Teleskop des ORM), Isaac Newton Teleskop, Jacobus Kapteyn Teleskop, und das Magic-Teleskop-System zur Gammastrahlenforschung. La Palma ist seit 2002 offizielles Starlight-Reservat — ein Qualitätssiegel für besonders dunklen Nachthimmel. Der Weg zum Roque Palmero führt aus der Observatoriums-Zone heraus — in die ungestörte Natur des Nationalparks.

Teleskop des Astrophysischen Observatoriums
Teleskop des Astrophysischen Observatoriums auf La Palma

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
April–JuniTajinaste blüht; Farblandschaft intensivBeste Zeit
SommerKlar; intensive Sonne auf 2.300 mSonnenschutz zwingend
HerbstBeste Fernsicht auf alle NachbarinselnBeliebteste Saison
WinterFrost möglichNur bei sicheren Bedingungen
Der La-Palma-Federkopf blüht im Frühsommer
Der La-Palma-Federkopf blüht im Frühsommer

Kombinierbare Touren

TourDatenCharakter
Espigón del Roque Kurztour1,2 km, leichtSüdwärts vom Parkplatz
Pico de la Cruz → Roque → Espigón10,1 km, moderatSüdliche Kammroute
GR-131 Etappe 2: Roque → El Pilar26,1 km, schwerGanztages-Kammroute nach Süden
Wanderweg zum Roque Palmero entlang der Abbruchkante der Caldera de Taburiente
Wanderweg zum Roque Palmero entlang der Abbruchkante der Caldera de Taburiente

GPS-Track und 3D-Routenplaner

Zur Routenseite auf Sunhikes: Roque de los Muchachos – Roque Palmero

3D-Routenplaner von Sunhikes

Der nördliche Caldera-Kammring

Der Roque Palmero liegt auf dem nördlichsten Abschnitt des Caldera-Kammrings — in der Richtung, in der die Caldera de Taburiente noch ihre vollständige Ringform hat, bevor der Barranco de las Angustias im Süden den Ring durchbricht. Auf dem Weg zum Roque Palmero sieht man den Kammring als vollständige Geometrie: einen fast geschlossenen Kreis aus Felsgipfeln, der die Caldera wie eine Mauer umgibt.

Der Roque Palmero ist auf den meisten Wanderkarten und in den meisten Reiseführern kaum verzeichnet. Das ist sein Vorteil: Wer ihn kennt und geht, hat die nördliche Caldera-Kante fast für sich. Der Weg dorthin verläuft auf demselben Kammrücken, den der GR-131 nutzt — aber in der selteneren, nördlicheren Richtung. Auslastung: sehr gering. Besonders unter der Woche.

Wiederansiedlung endemischer Arten

Die eingezäunten Parzellen entlang des Kammwegs auf der Gipfelzone sind Teil eines Wiederansiedlungsprogramms für gefährdete Endemiten der Hochgebirgszone La Palmas. Besonders der Tajinaste (Echium wildpretii) und mehrere Ginsterarten (Chamaecytisus proliferus) werden hier unter kontrollierten Bedingungen bis zur Selbststängigkeit gezüchtet und dann in die offene Hochgebirgsvegetation entlassen. Das Observatorio del Roque de los Muchachos und der Nationalpark finanzieren dieses Programm gemeinsam. Es ist Teil des Starlight-Reservat-Managements: Dunkler Himmel + intakte Natur = vollständiges Reservat.

Tajinaste (Echium wildpretii) in den Höhenlagen des Nationalparks Caldera de Taburiente
Tajinaste (Echium wildpretii) in den Höhenlagen des Nationalparks Caldera de Taburiente

Der Roque Palmero gehört zu den Gipfeln der Kanaren, die kaum in Reiseführern erwähnt werden und genau deshalb lohnend sind. 2.310 m Höhe, gleiches Panorama wie der Roque de los Muchachos, aber in aller Stille. Wer auf dem Gipfel des Roque Palmero steht und auf die Caldera blickt, hat dasselbe Bild wie am Hauptgipfel — aber mit dem Roque de los Muchachos in der Ferne, statt umgekehrt. Das ist die Perspektive, die Postkarten nicht zeigen.

Wer die Roque-Palmero-Tour mit einer Übernachtung am Roque de los Muchachos verbindet (Bivakmöglichkeit für Erfahrene, nicht im Nationalpark, außerhalb der gesperrten Zonen), hat morgens das beste Licht für die farbigen Berghänge: Die Rotbraun-Töne des eisenhaltigen Basalts leuchten im frühen Morgenlicht am intensivsten — das sind die Fotos, die Wanderer von dieser Route nach Hause mitnehmen.

Der Kammweg nördlich des Roque: wenig bekannt, sehr ruhig

Der Kammweg nördlich des Roque de los Muchachos — zwischen dem Hauptgipfel und dem Roque Palmero — ist der am wenigsten besuchte Abschnitt des GR-131. Die meisten Wanderer gehen südwärts (Richtung El Pilar, Cumbre Vieja) oder folgen dem PR-LP-6+7 von der LP-4. Nordwärts zum Roque Palmero: kaum ein Hinweisschild, kaum andere Wanderer, aber dasselbe spektakuläre Gebirge.

Nördlich des Roque de los Muchachos wird der Kamm einsamer
Nördlich des Roque de los Muchachos wird der Kamm einsamer

Der Roque Palmero ist auch ein Kontrollpunkt für das Nationalpark-Monitoring: Wildkameras und Vegetationsbeobachtungsstationen wurden hier installiert, um die Entwicklung der Hochgebirgsfauna zu dokumentieren. Kanarische Raben (Corvus corax canariensis) sind auf dem Kammweg häufig — lautstarke, intelligente Vögel, die Wanderer manchmal in der Hoffnung auf Brotbrocken begleiten. Auch hier gilt: Wildtiere nicht füttern.

La Palma als Sternenhimmel-Reservat

Der Roque Palmero liegt im Kerngebiet des Starlight-Reservats La Palma — einer UNESCO-Auszeichnung für besonders dunklen Nachthimmel und exzellente Beobachtungsbedingungen. Nachts, wenn die LP-4 ohne Autolichter ist, sieht man vom Kammbereich einen Sternenhimmel, der in Mitteleuropa nicht mehr existiert: Milchstraße als breites, leuchtendes Band, Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge sichtbar, Planeten als helle Punkte. Wer La Palma mit Übernachtung im Hochgebirge plant (Bivak für Erfahrene, außerhalb der Nationalparkgrenzen), erlebt das vollständig.

Die Verbindung zwischen Sternenhimmel und Wanderung auf dem Kammweg zum Roque Palmero hat etwas Besonderes: Man geht tagsüber auf dem höchsten Rücken der Insel und weiß, dass dieselbe Landschaft nachts unter einem der klarsten Sternenhimmel Europas liegt. Das macht La Palma zu einer der wenigen Inseln, die Wanderparadies und Astronomie-Hotspot gleichzeitig sind.

Über dem Observatorio del Roque de los Muchachos spannt sich die Milchstraße in ihrer vollen Pracht auf
Über dem Observatorio del Roque de los Muchachos spannt sich die Milchstraße in ihrer vollen Pracht auf

Sonnenuntergang vom Roque Palmero

Der Roque Palmero bietet einen der einsamsten Sonnenuntergänge auf La Palma: 2.307 m Höhe, kaum andere Besucher, freier Blick nach Westen über das Meer bis zu den Nachbarinseln. La Gomera und Teneriffa leuchten am Abendhimmel, wenn die Sonne hinter dem Atlantik sinkt. Wer die Wanderung zum Roque Palmero für den späten Nachmittag plant (Ankunft ca. 1 h vor Sonnenuntergang), erlebt einen Augenblick, der schwer zu beschreiben ist.

Logistik für den Abendbesuch: Auf 2.300 m wird es nach Sonnenuntergang schnell kalt — Windschutz ist Pflicht. Die Rückwanderung zum Roque-Parkplatz (ca. 30–40 Min.) ist bei einsetzender Dunkelheit ohne Stirnlampe nicht ratsam. Entweder früh genug aufbrechen, um im Hellen zurück zu sein, oder Stirnlampe mitnehmen. Der Weg ist gut sichtbar, aber in absoluter Dunkelheit auch auf bekanntem Terrain riskant.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

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