Wanderung Franceses – La Fajana – El Tablado auf dem GR-130

Die Wanderung von Franceses über La Fajana nach El Tablado verläuft auf dem GR-130, dem Camino Real de la Costa, dem historischen Küstenweg La Palmas. Die Tour führt durch die imposante Schlucht Barranco de los Hombres zum einsamen Küstenort La Fajana — im Naturschutzgebiet Guelguén mit üppiger Vegetation und seltenen Pflanzenarten.

Blick entlang der Wanderroute von El Tablado Richtung Franceses
Blick entlang der Wanderroute von El Tablado Richtung Franceses

Franceses und El Tablado sind zwei der charakteristischsten Orte der Nordküste La Palmas: kleine Weiler auf Bergrücken zwischen tiefen Schluchten, nur über alte Caminos oder schmale Stichstraßen erreichbar. La Fajana liegt dazwischen direkt an der Küste. Diese Route verbindet alle drei Orte durch die wildeste Küstenlandschaft der Insel.

Anfahrt: Franceses über die LP-1, Abfahrt über die LP-110 zum Ortsteil Los Machines. El Tablado ebenfalls über LP-1, Abfahrt nahe Roque del Faro. Da Start und Ziel verschieden sind, entweder zweites Auto oder Rückfahrt per Taxi/Bus (Linie 120 und 126).

Routenfakten auf einen Blick

RoutentypStrecke (Franceses → La Fajana → El Tablado)
Distanz11,8 km (GR-130 Abschnitt)
Höhenmeter964 hm Aufstieg / 963 hm Abstieg
Dauer5 – 6 Stunden
Schwierigkeitschwer (Schluchtenquerungen, schwindelfrei, trittsicher)
StartpunktFranceses, LP-110 — Abfahrt LP-1
EndpunktEl Tablado, LP-1 Abfahrt nahe Roque del Faro
WegmarkierungGR-130 (rot-weiß)
SchutzgebietNaturschutzgebiet Guelguén
AusrüstungWasser, Proviant, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz

Anfahrt

Mit dem PKW: Franceses über die LP-1, Abfahrt LP-110 Richtung Los Machines. El Tablado über die LP-1, Abfahrt eine schmale asphaltierte Stichstraße nahe Roque del Faro. Mit dem Bus: Linie 120 verbindet Barlovento mit Puntagorda; Linie 126 fährt El Tablado von Puntagorda aus an.

Die Route im Detail

Franceses durch Kulturlandschaft und erste Schluchten

Der GR-130 führt von Franceses durch die terrassierte Kulturlandschaft der Nordküste. Mehrere kleinere Schluchten werden gequert. Die Vegetation wechselt charakteristisch: auf den trockenen Bergrücken Wolfsmilchgewächse und Agaven, in den feuchten Schluchttiefen Lorbeerwaldvegetation. Dieser Vegetationswechsel bei jeder Schlucht ist das botanische Leitmotiv der gesamten Route.

Kulturlandschaft Franceses – Terrassenäcker, Trockensteinmauern, Drachenbäume
Kulturlandschaft Franceses – Terrassenäcker, Trockensteinmauern, Drachenbäume

Barranco de los Hombres und La Fajana

Die imposante Schlucht Barranco de los Hombres ist der Höhepunkt der Tour: fast senkrechte Wände, tief eingeschnitten, mit Blick auf die Steilküste und den einsamen Küstenort La Fajana. Der Abstieg in die Schlucht und der Aufstieg auf der anderen Seite sind die kräftezehrendsten Abschnitte. La Fajana liegt direkt am Schluchtausgang an der Küste — eine der abgelegensten bewohnten Siedlungen La Palmas.

Küstenvegetation im Naturschutzgebiet Güelguen bei La Fajana
Küstenvegetation im Naturschutzgebiet Güelguen bei La Fajana

La Fajana: Wenige Häuser, kaum Infrastruktur, das Meer direkt davor. Wer die Fajana besucht, betritt einen der letzten wirklich isolierten Küstenorte der Insel. Pause hier einplanen — der Anstieg danach ist lang.

Naturschutzgebiet Guelguén und Aufstieg nach El Tablado

Im Naturschutzgebiet Guelguén wächst eine der artenreichsten Küstenfloren La Palmas. Seltene Pflanzenarten, Lorbeerwald-Enklaven und Greifvögel prägen diesen Abschnitt. Der abschließende Aufstieg nach El Tablado führt auf den Bergrücken zwischen zwei Schluchten — von dem aus sich ein weiter Blick auf die Nordküste öffnet.

Aufstieg nach El Tablado auf dem historischen Camino Real im Nordwesten La Palmas
Aufstieg nach El Tablado auf dem historischen Camino Real im Nordwesten La Palmas

La Fajana: der einsamste Küstenort der Nordküste

La Fajana ist keine touristische Attraktion, sondern ein lebendiger, aber abgelegener Wohnort. Die Häuser wurden direkt in die Felsformation gebaut, die Küste davor ist felsig und ungeschützt. Der Name La Fajana kommt vom spanischen faja (dt. Band, Streifen) und beschreibt die schmale Küstenzone, auf der die Siedlung liegt.

einsamer Küstenort La Fajana
einsamer Küstenort La Fajana

Die Steilküste oberhalb La Fajanas — auf der man wandert — bietet eine Perspektive, die von keinem anderen Punkt der Nordküste so vollständig erlebbar ist: Man sieht die gesamte Nordküste-Silhouette, die tiefen Schluchten, die kleinen Weiler auf den Bergrücken. Das ist das Bild der Nordküste La Palmas, wie es die meisten Urlauber nie sehen.

Franceses und El Tablado: Dörfer am Ende der Welt

Franceses liegt auf einem Bergrücken zwischen zwei Schluchten auf der Nordküste — ein Weiler mit traditionellen Steinhäusern und terrassierten Gärten. El Tablado, das Ziel, ist ähnlich: klein, auf einem Bergrücken, zwischen zwei Schluchten (Barranco Fagundo und Barranco de los Hombres). Beide Orte verbindet der alte GR-130, der in dieser Region über die beeindruckendsten Schluchtenquerungen der gesamten Küstenroute führt.

Gasse im Weiler El Tablado im Gemeindegebiet Garafía
Gasse im Weiler El Tablado im Gemeindegebiet Garafía

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Frühjahr (März–Mai)Vegetation saftig grün, Schluchten wasserreichOptimale Bedingungen
Sommer (Juni–Aug)Kühl in den SchluchtenFrühstart; Schluchtabschnitte schattig
Herbst (Sept–Nov)Nordpassat aktiv, klare SichtBeliebteste Saison; Wind auf Bergrücken
Winter (Dez–Feb)Regen möglich; Pfade rutschigSchluchtenabstiege nach Regen anspruchsvoll

Unterkunft: Garafía — Clariso

El Tablado liegt im Gemeindegebiet Garafía. Ferienhäuser in Garafía auf clariso.eu — Ferienhäuser Garafía. Casa Julia liegt in Las Tricias direkt am Rand des Barranco de Izcaqua — ideale Basis für die Nordküsten-Wanderungen.

Kombinierbare Touren

Diese Route ist Teil des GR-130. Wer die Nordküste in mehreren Etappen erkunden möchte, kombiniert Franceses–La Fajana–El Tablado mit den Nachbar-Etappen:

TourDatenCharakter
El Tablado → Gallegos GR-1309,4 km, schwerWestliche Nachbar-Etappe ab El Tablado
Mirador de la Tosca → Gallegos9,8 km, moderatÖstlichere GR-130-Etappe
PR-LP 9: Los Andenes → Santo Domingo de Garafía18,3 km, schwerGroßer Abstieg vom Kamm ins Dorf

GPS-Track und 3D-Routenplaner

Für diese Strecken-Tour mit verschiedenem Start- und Endpunkt ist ein GPS-Track unerlässlich. Der GR-130 ist gut markiert, aber die Übergänge zwischen Kulturlandschaft und Schluchtenweg sind ohne Track schwer zu identifizieren. Mit dem kostenlosen 3D-Routenplaner lässt sich die Route mit weiteren GR-130-Etappen zu einer mehrtägigen Küstenrundtour kombinieren — direkt im Browser, ohne App.

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wanderung Franceses – La Fajana – El Tablado

3D-Routenplaner von Sunhikes — Route individuell anpassen und kombinieren

Praktische Tipps

Notruf 112. Rückfahrt von El Tablado vorab koordinieren. Linie 126 fährt El Tablado an — Fahrplan auf tilp.es. Keine Einkehrmöglichkeit auf der Strecke. La Fajana bietet keinen Laden oder Restaurant — Pause mit eigenem Proviant.

Hinweis: Naturschutz

Teile der Route im Naturschutzgebiet Guelguén. Wegegebot, Abfallmitnahme.

Häufige Fragen

Was ist das Naturschutzgebiet Guelguén?

Ein Naturschutzgebiet an der Nordküste La Palmas zwischen El Tablado und Barlovento. Schützt die Steilküstenflora und Fauna der Nordküste, darunter Lorbeerwald-Enklaven und seltene endemische Pflanzenarten.

Der GR-130 Camino Real: Küstenweg mit Geschichte

Der GR-130 Camino Real de la Costa y Medianías ist der historische Küstenweg, der La Palma in acht Etappen umrundet. Er folgt den alten Caminos Reales — den königlichen Wegen, die seit der spanischen Kolonisierung im 16. Jahrhundert die Gemeinden der Insel verbanden. Auf diesem Weg transportierten Händler Waren zwischen den Ortschaften, zogen Hirten mit ihren Herden, reisten Pilger zu den Wallfahrtskirchen. Die Route Franceses–La Fajana–El Tablado ist einer der ursprünglichsten Abschnitte dieser historischen Verbindung.

Ruinen bei La Fajana im Landschaftsschutzgebiet Güelguen an der Nordwestküste La Palmas
Ruinen bei La Fajana im Landschaftsschutzgebiet Güelguen an der Nordwestküste La Palmas

Franceses ist ein kleiner Weiler mit traditionellen Steinhäusern und terrassierten Gärten. Der Name verweist auf französische Siedler, die im 18. oder 19. Jahrhundert hier Land bewirtschafteten. Heute leben kaum noch Menschen dauerhaft dort — die terrassierten Gärten sind teils verwildert, die alten Häuser teils renoviert, teils verlassen. Der Weiler ist ein stiller Zeuge der Besiedlungsgeschichte der Nordküste.

Naturschutzgebiet Guelguén: Artenreichtum der Steilküste

Das Naturschutzgebiet Guelguén schützt einen der artenreichsten Küstenabschnitte der Nordküste La Palmas. Die Kombination aus feuchtem Nordpassatklima, tiefen Schluchten mit Lorbeerwald-Enklaven und offenen Steilküstenabschnitten mit Wolfsmilchgewächsen schafft auf kleinstem Raum ein außerordentliches Artenmosaik. Besonders die Übergänge zwischen den Schluchtenböden und den trockenen Bergrücken sind botanisch interessant: Binnen weniger hundert Meter Wegstrecke wechselt die Vegetation vollständig.

schroffe Steilküste im Naturschutzgebiet Guelguén
schroffe Steilküste im Naturschutzgebiet Guelguén

Für Wanderer, die mehrere Tage auf La Palma bleiben, ist die Nordküste des GR-130 eine der lohnendsten Mehrtagsstrecken. Franceses–La Fajana–El Tablado als Etappe 3, El Tablado–Gallegos als Etappe 4 und Gallegos–Mirador de la Tosca als Etappe 5 bilden drei aufeinanderfolgende Tage mit den eindrucksvollsten Schluchten- und Küstenlandschaften La Palmas. Unterkunft in Garafía (Clariso) als Zentralbasis.

Wichtiger Tipp für La Fajana: Der Ort ist am frühen Nachmittag am stillsten. Wer die Fajana zwischen 11 und 13 Uhr erreicht, erlebt sie im vollen Sonnenlicht — die weißen Häuser, das blaue Meer, die schwarzen Felsen. Früher morgens ist der Ort oft im Schatten der Steilwände. Diese Lichtbedingungen entscheiden, welches Bild man von La Fajana mitnimmt.

Der Abschnitt zwischen La Fajana und El Tablado im Naturschutzgebiet Guelguén ist botanisch der reichste Teil der Route. Seltene Endemiten wie die Kanarische Wolfsmilch (Euphorbia canariensis) und verschiedene Echium-Arten wachsen hier dicht. Greifvögel — Turmfalke und Mäusebussard — kreisen über den Schluchtkämmen. Im Frühling: Tajinaste-Blüten in Blau und Violett. Der Abschnitt ist kurz, aber dichter als der Rest der Route.

Für ortskundige Wanderer ist dieser GR-130-Abschnitt zwischen Barlovento und Garafía als einer der wildesten der gesamten Küstenroute bekannt. Kaum Touristen, keine Infrastruktur, keine Rettungsstation. Wer hier wandert, ist auf sich gestellt — und genießt die absolut unverfälschte Nordküste La Palmas.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com