Caldera Höhenwanderweg: Pico de la Nieve zum Roque de los Muchachos
Die Ruta de Crestería ist einer der schönsten Wanderwege La Palmas: 20,5 km, 1.240 Hm, schwer, 7:30–8:30 Stunden. Die Kammroute vom Pico de la Nieve (2.239 m) zum Roque de los Muchachos (2.426 m) verläuft durchgehend über 2.000 Metern Höhe auf dem Caldera-Kamm — mit Ausblicken in den Nationalpark und zur Küste, über das Wolkenmeer der Passatwolken und bis zu den Nachbarinseln.

Der Weg führt über fünf Gipfel: Pico de la Nieve, Pico del Cedro, Pico de Piedrallana, Pico de la Cruz und Pico de Fuente Nueva. Acht geologische Highlights: Lapilli-Felder, Dykes, Pyroklastenfelder, La Pared de Roberto, Mirador de los Andenes (zweimal), die Quelle Fuente Juan Diego und die Teleskopkuppeln des Observatoriums. Im Frühjahr: blühender Drüsenginster, La-Palma-Veilchen, endemischer Natternkopf.
Startpunkt: Parkplatz an der Pista del Pico de la Nieve, LP-4 bei km 22. Nur 4 Fahrzeuge. Alternativ Auto an der LP-4 und Piste zu Fuß. Rückweg: gleicher Weg oder Abkürzung in der letzten Senke vor dem Pico de la Nieve.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Hin- und Zurück (mit Abkürzungsoption) |
|---|---|
| Distanz | 20,5 km |
| Höhenmeter | 1.240 Hm Aufstieg / 1.238 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 2.414 m (Roque de los Muchachos: 2.426 m) |
| Niedrigster Punkt | 2.017 m |
| Dauer | 7:30–8:30 Stunden |
| Schwierigkeit | schwer (gute Grundkondition, schwindelfrei, trittsicher, leicht zu folgen) |
| Startpunkt | Parkplatz Pista del Pico de la Nieve, LP-4 km 22 (max. 4 PKW) |
| Wegmarkierung | PR-LP 3 (gelb-weiß) + GR-131 (rot-weiß) |
| Schutzstatus | Nationalpark Caldera de Taburiente |
| Ausrüstung | Wasser, Proviant, Sonnenschutz, Windschutz, festes Schuhwerk |

Anfahrt
LP-4 von Santa Cruz, bei km 22 auf die Pista del Pico de la Nieve abbiegen. Parkplatz am Ende der Piste (max. 4 PKW). Alternativ: Auto an der LP-4 abstellen, Piste zu Fuß oder unmittelbar abzweigenden PR-LP 3 nehmen (ca. 30 Minuten extra).
Die Route im Detail
Aufstieg zum Kamm und Pico de la Nieve (km 0–1,5)
Vom Parkplatz auf dem PR-LP 3 (gelb-weiß) zunächst hangentlang durch Kiefernwald, dann steil in Serpentinen zur Kammhöhe. Natürlicher Aussichtspunkt mit Blick über die Caldera. Dann rechts, kurze Steigung: Pico de la Nieve (2.239 m) mit Gipfelkreuz. Teneriffa am Horizont bei guten Bedingungen. Weiter auf dem GR-131 (rot-weiß).

Pico del Cedro und Pico de Piedrallana (km 1,5–8)
Ein schöner, schmaler Wanderpfad in leichtem Auf und Ab entlang der Crestería. Man umrundet den Pico del Cedro (2.247 m) in großem Bogen. Dann Aufstieg zum Pico de Piedrallana (2.321 m). Im Frühjahr blüht hier der enzianähnliche Natternkopf, das La-Palma-Veilchen und der Drüsenginster in voller Pracht.

Vom Pico de Piedrallana ist der Pico de la Cruz bereits sichtbar. Der Weg durchquert immer wieder Pyroklastenfelder in Gelb und Rot — abgelagerte Auswurfprodukte explosiver Ausbrüche. An der Fuente Juan Diego kann kurz Rast gemacht werden.
Pico de la Cruz (km 8–10) und Mirador de los Andenes
Am Pico de la Cruz (2.351 m): Kreuz und Relais-Häuschen. Das Observatorium auf der gegenüberliegenden Seite der Caldera wird sichtbar. In eingezäunten Flächen nahe des Gipfels werden gefährdete Pflanzen kultiviert. Der Weg steigt ab, verläuft kurz parallel zur LP-4.

Dann: Mirador de los Andenes (auch Mirador de Francéses) direkt an der Straße. Atemberaubender Blick über den Caldera-Kessel. Der Pfad verläuft dann spektakulär über eine rot-violett schimmernde Lapilli-Fläche — und kurz darauf: La Pared de Roberto, die senkrechte Basaltwand mit der V-Öffnung.

Pico de Fuente Nueva und Roque de los Muchachos (km 10–20,5)
Weiter über groß gepflasterte Abschnitte auf und ab durch die Gipfelkette. Kurzer Abstecher zum zweiten Mirador de los Andenes (oberhalb, lohnend). Dann weiter zum Pico de Fuente Nueva (2.366 m) mit gemauerten Säulen. Teleskopkuppeln des Astrophysischen Observatoriums direkt neben dem Weg.

Letzter Aufstieg: durch Ginstervegetation in zahlreichen Kurven. Rote Steilwände der Caldera als Begleitung. Am Parkplatz des Roque de los Muchachos (2.426 m): gepflasterter Rundlauf um die Felsformationen. Bei Klar: El Hierro, La Gomera, Teneriffa. Wer mag: Erweiterung zum Espigón del Roque (1,2 km extra).

Rückweg auf gleichem Weg. In der letzten Senke vor dem Pico de la Nieve mögliche Abkürzung über einen schmalen, rutschigen Pfad zum Parkplatz.
Die Ruta de Crestería — Kammroute der Kanaren
Die Ruta de Crestería (dt. Kammroute) ist der Name für den Höhenwanderweg entlang des Caldera-Kamms. Sie ist Teil des GR-131 El Bastón, des Fernwanderwegs, der La Palma von Nord nach Süden durchquert. Die Gesamtlänge des GR-131 über die Insel beträgt rund 73 Kilometer. Die Kammroute ist das grandioseste Segment.

Was diese Route auszeichnet: Man wandert durchgehend auf oder nahe dem Caldera-Rand — immer mit dem Blick auf beiden Seiten. Zur Caldera: steil abfallende Wände, Schluchten, Innen-Panorama. Zur Außenseite: das Meer, die Küstendörfer und an klaren Tagen vier andere Inseln. Diese Dualität über 20,5 Kilometer ist nirgendwo sonst auf La Palma so vollständig erlebbar.
Tajogaite-Blick vom Pico de la Cruz
Kurz nach dem Pico de la Cruz bieten sich die ersten Blicke auf den Tajogaite, den 2021 ausgebrochenen Vulkan an der Westseite der Cumbre Vieja. Sein Krater liegt in Blickrichtung hinter dem Pico Bejenado. Das Lavafeld, das 2021 Puerto Naos und Teile von La Laguna bedeckte, ist aus dieser Höhe als dunkle Fläche an der Küste sichtbar. Eine direkte Verbindungslinie zwischen der ältesten Geologie der Insel (Caldera) und dem jüngsten Ausbruch.

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Blüte aller Hochgebirgspflanzen; klare Fernsicht | Beste Bedingungen; 7-8 h einplanen |
| Sommer (Juni–Aug) | Oft wolkenfrei; sehr intensives Licht | Frühzeitig starten (vor 7 Uhr); Hitzeschutz |
| Herbst (Sept–Nov) | Bestes Panoramalicht, beliebteste Saison | Windschutz obligatorisch; stark frequentiert |
| Winter (Dez–Feb) | Schnee möglich ab 2.200 m | Nur bei absolut sicheren Bedingungen |

Kombinierbare Touren
Die Kammroute kann in zwei Tagestouren aufgeteilt werden. Eine Alternative ist, nur den südlichen Abschnitt (ab LP-4 km 31/32) zu gehen — das ist die kürzere, ebenso eindrucksvolle Variante:
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| Wanderung Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos | 10,1 km, moderat | Südlicher Teilabschnitt dieser Kammroute |
| Rundwanderweg Pico de la Nieve – Erita de los Guanches | 5 km, moderat | Kürzere Tour ab gleichem Startpunkt |
| Wanderung Pista Pico de la Nieve – Ermita de la Virgen | 13 km, schwer | Abstieg vom gleichen Start bis zur Ermita |

GPS-Track und 3D-Routenplaner
Für 20,5 km Kammroute ist ein GPS-Track absolut empfohlen. Die Sunhikes-Routenseite stellt Track, Höhenprofil und alle Wegpunkte inkl. Abkürzungsoption in der Senke vor dem Pico de la Nieve bereit.
Zur Routenseite auf Sunhikes: Caldera Höhenwanderweg Pico de la Nieve – Roque de los Muchachos
3D-Routenplaner von Sunhikes — eigene Route im Nationalpark planen
Praktische Tipps
Notruf 112. Auf dem gesamten Kamm kein zuverlässiges Mobilfunknetz. Route mit jemandem teilen, Position und geplante Rückkunft angeben.
7–8 Stunden Gehzeit — früzeitig starten, idealerweise vor 7 Uhr. In dieser Zeit ist der Kamm ruhig und das Licht optimal. Ab Mittag können sich Wolken aufbauen.
Die Tour kann laut Sunhikes in zwei Etappen geteilt werden: Pico de la Nieve – Pico de la Cruz (Tag 1), Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos (Tag 2). Kein Hüttenstandort auf dem Kamm zwischen diesen Punkten.
Hinweis: Nationalpark
Vollständig im Nationalpark Caldera de Taburiente. Wegegebot, Abfallmitnahme, Feuerverbot. Gefährdete Pflanzenbereiche nahe Pico de la Cruz: eingezäunt — nicht betreten.
Häufige Fragen
Was ist die Ruta de Crestería?
Kann man die Tour auf zwei Tage aufteilen?
Was ist die Abkürzungsoption?
Zwei-Tage-Variante: Pico de la Cruz als Splitpunkt
Sunhikes empfiehlt, die 20,5-km-Kammroute an der Weggabelung beim Pico de la Cruz in zwei Etappen zu teilen. Etappe 1: Parkplatz Pista del Pico de la Nieve → Pico de la Cruz → zurück. Etappe 2 (eigener Tag): Vom LP-4-Startpunkt bei km 31/32 → Roque de los Muchachos → Espigón → zurück. Diese zweite Etappe entspricht der Wanderung Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos (10,1 km, moderat). Beide Etappen sind in sich rund und lohnend.
Die Zwei-Tage-Variante hat einen praktischen Vorteil: Kein Übernachtungsplatz auf dem Kamm nötig. Man schläft im Tal (El Paso, Los Llanos oder Santa Cruz) und startet je nach Etappe vom entsprechenden Parkplatz. Das macht die Kammroute auch für Wanderer mit normaler Kondition gängig — statt einer physischen Grenzerfahrung an einem langen Tag ein entspanntes Hochgebirgs-Wochenende.

Ein Detail, das auf der Strecke auffällt: Die Pflanzenschutzzäune nahe dem Pico de la Cruz dienen der Kultivierung gefährdeter Hochgebirgsarten. Die Nationalparkverwaltung sammelt Samen endemischer Pflanzen und zieht sie in geschützten Bereichen auf, bevor sie im Park wieder ausgepflanzt werden. Eine der Arten ist der rosablühende Natternkopf (Echium wildpretii) — eine La-Palma-typische Hochgebirgspflanze, die nicht auf anderen Inseln vorkommt.
Von der Kammroute aus sieht man das Lavafeld des Tajogaite kurz nach dem Pico de la Cruz erstmals in voller Ausdehnung. Das 2021er Lavafeld bedeckte rund 12 km² der Westseite der Cumbre Vieja. Aus dieser Höhe erscheint es als dunkle, fast schwarz-glänzende Fläche an der Küste. Der Kontrast zwischen dem alten, begrünten Caldera-Kamm und dem jungen, kahlen Lavafeld zeigt La Palma in verschiedenen Zeitschichten der Vulkangeschichte gleichzeitig.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


