Rundwanderung Cubo de la Galga: Lorbeerwald und Schlucht im Naturpark Las Nieves
Die Rundwanderung Cubo de la Galga auf dem PR-LP 5.1 ist einer der schönsten Einstiegswege in die Lorbeerwaldlandschaft La Palmas. 8,4 Kilometer, 513 Hm, moderat. Der Weg beginnt an der Landstraße LP-1 am Informationshäuschen zwischen zwei Tunneln kurz hinter km 16 und führt durch die Schlucht Barranco de la Galga hinauf in den Talkessel Cubo de la Galga — ein stilles, feuchtes Waldgebiet mit Lorbeerbaumen, Lianen, Farnen und moosbedeckten Felsformationen.

Ein Highlight auf halber Strecke: ein schön gemauertes Aquädukt mitten im Nebelwald. Den höchsten Punkt der Wanderung markiert der Aussichtspunkt Mirador de la Somada Alta auf einer Kammlinie — mit Blick auf die grünen Wälder, das Dörfchen La Galga und die Ortschaften San Andrés und Los Sauces. Der Rückweg führt oberhalb der Schlucht zurück zum Ausgangspunkt.
Wer mit dem Bus anreist: Linie 120 verbindet Santa Cruz de La Palma mit Barlovento, Haltestelle La Galga. Von dort über den PR-LP 5.1 direkt in die Wanderung einsteigen.
Routenfakten auf einen Blick
| Routentyp | Rundwanderung |
|---|---|
| Distanz | 8,4 km |
| Höhenmeter | 513 Hm Aufstieg / 512 Hm Abstieg |
| Höchster Punkt | 779 m (Mirador de la Somada Alta) |
| Niedrigster Punkt | 362 m (LP-1) |
| Dauer | 3:30–4:00 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat (Trittsicherheit) |
| Startpunkt | Informationshäuschen LP-1, zwischen zwei Tunneln kurz hinter km 16 |
| Wegmarkierung | PR-LP 5.1 (gelb-weiß) |
| Schutzstatus | Naturpark Las Nieves |
| Ausrüstung | Wasser, Proviant, festes Schuhwerk, Regenschutz |
Anfahrt und Startpunkt
Das Informationshäuschen liegt an der inselumrundenden LP-1 zwischen zwei Tunneln kurz hinter km 16 — wer von Santa Cruz aus fährt, nach dem zweiten Tunnel links auf den Parkplatz abbiegen. Links vom Häuschen führt eine asphaltierte Straße aufwärts in den Barranco de la Galga. Am Wegesrand: Tafeln mit Infos zur Umgebung.
Die Route im Detail
Abschnitt 1: LP-1 – Talkessel Cubo de la Galga
Die asphaltierte Straße geht nach etwa einem Kilometer in einen Forstweg über. Weiter entlang der Piste erreicht man den Talkessel Cubo de la Galga. Man passiert einen Wasserkanal durch ein Tor. Das Tal verengt sich. Man wandert vorbei an Lorbeerbaumen, Lianen, Farnen und mit Moosen bewachsenen Felsformationen. An einer Weggabelung hält man sich rechts und folgt dem PR-LP 5.1 (gelb-weiß) durch den Nebelwald. Wenig später: das schön gemauerte Aquädukt.

Abschnitt 2: Aufstieg zum Mirador de la Somada Alta
Über Stufen und Holzgeländer führt der Weg bergauf. Man wechselt die Talseite. Der Pfad verbreitert sich und trifft auf eine Forstpiste — der Beschilderung zum Mirador de la Somada Alta folgen. Auf der Kammlinie: Ausblick auf die grünen Wälder des Cubo de la Galga, das Dörfchen La Galga und bei guten Bedingungen bis San Andrés und Los Sauces.

Rückweg oberhalb der Schlucht
Dem markierten Weg abwärts Richtung La Galga folgen. Nach ca. 600 m erreicht man eine Betonstrae kurz hinter einem Haus. Links abbiegen (PR-LP 5.1). An der nächsten Wegkreuzung erneut links. Der Weg verläuft nun oberhalb der Schlucht und trifft schließlich auf die bekannte Piste zurück zum Informationshäuschen.

Flora: Fayal-Brezal und Lorbeerwald
Die Wanderung führt anfänglich durch Strauchlandschaften und endet in der typischen Fayal-Brezal-Vegetation der mittleren Höhenlagen: Baumheide und Gagelbaum dominieren den oberen Abschnitt. Im Talkessel selbst wachsen Stinklorbeer (Til), Kanaren-Lorbeer und Barbusano. Moose und Farne bedecken Felsformationen und Bachsteine. Der Lorbeerwald des Cubo de la Galga ist ein lebendiges Zeugnis der Tertiärflora, die einst weite Teile Südeuropas bedeckte.
Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | Saftigste Vegetation, volle Wasserführung | Optimale Bedingungen |
| Sommer (Juni–Aug) | Kühl im Talkessel, auch bei Hitze angenehm | Guter Kontrast zur Küstenhitze |
| Herbst (Sept–Nov) | Nebelwald-Stimmung, typisch | Regenschutz immer dabei |
| Winter (Dez–Feb) | Höchste Wasserführung | Bei Starkregen glitschige Pfade |
Kombinierbare Touren
| Tour | Daten | Charakter |
|---|---|---|
| PR-LP 5.1 Cubo de la Galga (längere Variante) | von La Galga über GR 130 | Vom Ort starten statt von LP-1 |
| Tunnelwanderung Marcos y Cordero | 11,1 km, schwer | Am Folgetag; ebenfalls Lorbeerwald-Region |

GPS-Track und 3D-Routenplaner
Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Cubo de la Galga
Praktische Tipps
Notruf: 112. Im tiefen Talkessel kein Mobilfunknetz. Parkplatz am Informationshäuschen ist klein — früh kommen oder Bus nehmen (Linie 120, Haltestelle La Galga).
Hinweis: Naturpark Las Nieves
Die Route liegt im Naturpark Las Nieves. Wegegebot, Abfallmitnahme, kein Feuer.
Häufige Fragen
Gibt es Einkehrmöglichkeiten?
Ist die Route für Kinder geeignet?
Was ist die Fayal-Brezal-Vegetation?
Der Lorbeerwald als lebendes Fossil
Der Cubo de la Galga ist kein gewöhnlicher Wald. Was man hier durchwandert, ist ein Überrest der Laurisilva — des tertiären Lorbeerwaldgürtels, der einst weite Teile Südeuropas und Nordafrikas bedeckte, bevor die Eiszeiten ihn fast vollständig vernichteten. Auf den Kanarischen Inseln überlebte die Laurisilva dank des stabilen, milden Klimas. Sie ist ein lebendes Fossil — ein Biotop aus der Zeit der Dinosaurier.

Im Talkessel des Cubo de la Galga wachsen die vier großen Lorbeerwaldarten der Kanaren: Stinklorbeer (Til), Kanarischer Lorbeer, Barbusano und Indische Persea. Dazu: Kanarische Stechpalme, Erdbeerbaum und Baumheide. Moose und Flechten bedecken fast jeden Stein und jeden Baumstamm. Die Feuchtigkeit in diesem Talkessel kommt nicht nur vom Regen, sondern auch vom Passatnebel, der an den Nordhängen hängenbleibt und als horizontaler Niederschlag die Vegetation tränkt.
Die Fayal-Brezal-Zone im oberen Teil der Wanderung ist die Übergangszone zwischen dem Lorbeerwald und höheren Kieferngebieten: Baumheide (Erica arborea) und Gagelbaum (Myrica faya) geben der Landschaft ihren Namen. Die Baumheide kann bis zu 10 Meter hoch werden. Im Frühjahr blüht sie weiß und füllt den Wald mit einem zarten Honigduft.
Das Aquädukt — Ingenieurkunst des frühen 20. Jahrhunderts
Das gemauerte Aquädukt auf halber Strecke der Wanderung ist ein erhaltenes Zeugnis der Wasserversorgung La Palmas aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das System nutzte die natürlichen Quellen im Lorbeerwald, um das Wasser in die landwirtschaftlichen Flächen der Küstenzone zu leiten. Die Kanalbaukunst ist auch heute noch intakt und funktioniert teilweise noch.

Wer auf dem Weg durch den Cubo de la Galga inne hält und zuhört, hört das leise Rieseln des Wassers im Kanal. Die feuchte Luft, der Moosgeruch, die gedämpften Farben des Lorbeerwaldbodens und das Aquädukt als Bauwerk — das ist die Stimmung des Cubo de la Galga, die man nicht leicht vergisst.
Fauna: Lorbeertaube und Kanaren-Buchfink
Im Lorbeerwald des Cubo de la Galga leben die seltene Lorbeertaube (Columba junoniae) und die Turqué-Taube (Columba bollii) — beide zu den seltensten Taubenarten Europas zählend. Der Kanaren-Buchfink, eine eigene Unterart von La Palma, ist an seiner etwas dunkleren Färbung erkennbar. Amsel, Rotkehlchen und Zilp-Zalp rufen im ganzen Wald. Gelegentlich begegnet man Kanaren-Eidechsen auf sonnigen Steinen am Wegrand.

Wandern in der Region: Naturpark Las Nieves
Der Naturpark Las Nieves erstreckt sich über die gesamte Nordosthälfte La Palmas und umfasst die wichtigsten Lorbeerwald- und Nebelwaldgebiete der Insel. Er ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservats La Palma und schützt einige der artenreichsten Biotope Makaronesiens. Der Cubo de la Galga liegt im Kernbereich des Naturparks, umgeben von weiteren Lorbeerwaldgebieten, die sich über die gesamte Nordflanke erstrecken.
Die Wanderwege im Naturpark Las Nieves — darunter der GR-130 an der Küste, die Tunnelwanderung zu den Marcos y Cordero Quellen und der PR-LP 5.1 im Cubo de la Galga — sind alle gut markiert und regelmäßig gewartet. Die Schwierigkeitsgrade reichen von leicht (Cubo de la Galga) bis schwer (Tunnelwanderung). Für einen Mehrtages-Aufenthalt in der Region lohnt es sich, mehrere Touren zu kombinieren.
Ein Geheimtipp: Die Wanderung nach dem Regen. Im Cubo de la Galga ändert sich die Stimmung nach einem Niederschlag dramatisch. Die Moose leuchten, das Aquädukt führt Wasser, die Luft riecht nach Erde und Lorbeerharz, und die Geräusche des Waldes sind intensiver. Wer die Wahl hat: Cubo de la Galga am Tag nach dem Regen.
Weitere Häufige Fragen
Wie lange ist der asphaltierte Startabschnitt?
Kann man die Route auch vom Ort La Galga starten?
Was ist der Unterschied zwischen PR-LP 5 und PR-LP 5.1?
Anreise nach La Palma und zur Route
La Palma ist per Direktflug aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichbar — saisonal von mehreren Flughäfen. Der Flughafen SPC Santa Cruz de La Palma liegt im Nordosten der Insel. Bis zum Cubo de la Galga an der LP-1 (km 16) sind es vom Flughafen ca. 20 Minuten mit dem Mietwagen.
Ein Mietwagen ist für La Palma empfehlenswert — die öffentlichen Busverbindungen (TILP) erreichen La Galga und damit den Cubo de la Galga zwar (Linie 120), aber der individuelle Zeitplan lässt sich mit Mietwagen besser koordinieren. Die LP-1, die an der Wanderung vorbei führt, ist gut ausgebaut.
Wer mehrere Lorbeerwaldwanderungen plant: Die Tunnelwanderung zu den Marcos y Cordero Quellen nach Los Tiles und der Cubo de la Galga liegen beide im Naturpark Las Nieves und ergänzen sich ideal für zwei aufeinanderfolgende Tage. Unterkunft in Los Sauces, San Andrés oder Barlovento bietet sich an.

Wer die Umgebung vom Informationshäuschen an der LP-1 kennenlernt: Am Wegesrand des ersten asphaltierten Kilometers stehen Informationstafeln zur Geologie, Flora und Fauna des Naturparks Las Nieves. Sie sind gut gestaltet und ein lohnender Einstieg, bevor der Weg in den Lorbeerwald eintaucht. Der erste Kilometer ist der trockenste und am wenigsten beeindruckende der Tour — danach beginnt der eigentliche Cubo de la Galga.
Praktisch für Bus-Nutzer: Wer mit der Linie 120 (Santa Cruz – Barlovento) anreist und in La Galga aussteigt, kann den Wanderweg PR-LP 5.1 direkt vom Ort aufnehmen. Der Rückweg über den PR-LP 5 zur Haltestelle Casa Asterio möglich. Das macht die Route komplett autolos durchführbar — ungewöhnlich für La Palma, aber hier gut möglich.
Die Schlucht ist das ganze Jahr über begehbar. Im Talkessel kühlt es sich auch an heißen Sommertagen auf angenehme 18–22 Grad ab. Das macht die Rundwanderung Cubo de la Galga zu einer der wenigen Routen auf La Palma, die auch im August ein frisches, angenehmes Wanderklima bieten. Der Lorbeerwald ist natürliche Klimaanlage.
Für Familien mit Kindern ist der Cubo de la Galga eine gute Wahl: Die Wege sind breit, die Steigungen moderat und die Schlucht kurzweilig. Kinder ab 6 Jahren gehen die Tour problemlos. Das Aquädukt ist ein beliebter Stopp — das Geplaatzer des Wassers und die Moose auf dem gemauerten Stein machen ihn zum Highlight auch für jüngere Wanderer.
An heissen Sommertagen empfiehlt sich ein früher Start. Zwischen 7 und 9 Uhr morgens ist der Lorbeerwald im Cubo de la Galga am schönsten: Der Boden ist noch feucht von der Nacht, die Vögel sind aktiv und das Licht dringt durch das Blätterdach in weichen Strahlen. Bis 10 Uhr ist man meist wieder am Informationshäuschen — rechtzeitig bevor die Tageswärme den Parkplatz vollmacht.
Unterkunft in der Nähe
Für die Wanderungen im Naturpark Las Nieves bietet sich eine Unterkunft im Nordosten La Palmas an: Los Sauces, San Andrés oder Barlovento sind gut gelegene Orte. Ferienhäuser in der Region kombinieren die Ruhe der Nordostseite mit kurzem Zugang zu den Lorbeerwaldrouten.
Eine gute Auswahl an geprüften Ferienhäusern auf La Palma findet man auf clariso.eu. Für Gemeinden wie Garafía, Puntagorda oder Tijarafe im Norden und Westen bietet Clariso direkt buchbare Häuser.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


