Puerto de Talavera – Wohnhöhlen, Geschichte und klares Wasser
Beinahe unzugänglich wirkt die kleine raue Landzunge an der Nordostküste von Barlovento. Aber das täuscht. Puerto de Talavera war bis weit ins 20. Jahrhundert einer der wichtigsten Anlegeplätze der Nordküste – hier wurden Früchte verschifft, bevor Strassen die Küstengemeinden mit dem Rest der Insel verbanden. Was von dieser Zeit geblieben ist, steht noch.

Wohnhöhlen im Lavagestein
Im Lavagestein von Puerto Talavera wurden Höhlen zu Wohnräumen ausgebaut – die fragil wirkenden Häuschen rundherum entstanden um diese natürlichen Kammern herum. Eisenringe in den Mauern, Abriebstellen an den Steinen, Treppen ins Wasser: das Werkzeug einer Zeit, in der das Meer die einzige Verbindung zur Aussenwelt war. Wer diese Spuren liest, versteht, warum La Palma eine andere Insel ist als Lanzarote oder Fuerteventura.

Faro de Punta Cumplida: In Betrieb seit 1867
Vom Puerto Talavera aus ist er zu sehen: der Faro de Punta Cumplida, der älteste Leuchtturm La Palmas. Gebaut 1861, seit 1867 ununterbrochen in Betrieb. Alle fünf Sekunden dreht die Lampe – 20 bis 23 Seemeilen weit sichtbar. Die alten Hühnerstallungen, in denen die Leuchtturmwärter früher Brieftauben züchteten, stehen noch. Die Umwandlung in einen Hotelbetrieb wurde 2017 für 35 Jahre genehmigt. Im März 2019 wurde das Hotel mit Swimmingpool, Patio, zwei Doppelzimmer-Suiten und einer Suite für bis zu 4 Personen eröffnet.
Ein kurzer Küstenpfad verbindet den Hafen mit dem Leuchtturm – 30 Minuten zu Fuss, mit dem besten Ausblick der Nordostküste als Begleitung.

Baden & Sicherheit
Nordostküste – Atlantik trifft ungebremst auf Fels. Brandung und Strömungen können stark sein.
Schwimmen nur bei ruhiger See und nur für sehr erfahrene Schwimmer.
Das glasklare Wasser eignet sich zum Schnorcheln – bei gutem Wetter ausgezeichnete Sichtweite.
Kein Rettungsdienst vor Ort.
Schnorcheln in Puerto Talavera
Bei ruhiger See ist das Schnorcheln vor Puerto Talavera eine der lohnendsten Unterwassererfahrungen der Nordostküste. Das Wasser ist klar, die Lavaformationen unter der Oberfläche reich an Leben: Papageifische, Barsche, Muränen, Oktopusse. Keine Ausrüstung vor Ort – Maske und Schnorchel selbst mitbringen. Die Wassertemperatur liegt im Winter bei 19 bis 21 Grad, im Sommer bis zu 24 Grad.
Der Küstenpfad: La Fajana – Talavera – Leuchtturm
Ein Küstenpfad verbindet das Naturbad La Fajana im Süden mit Puerto Talavera und dem Faro de Punta Cumplida. Die Strecke dauert insgesamt etwa eineinhalb bis zwei Stunden zu Fuss und ist mässig anspruchsvoll. Naturbad, historischer Hafen, alter Leuchtturm: drei Orte, eine Küste, ein Halbtag. Das ist der beste Einstieg in La Palmas Nordostküste.

| Lage | Nordostküste La Palmas, Gemeinde Barlovento |
|---|---|
| Charakter | Historischer Fischerhafen, Wohnhöhlen, Lavagestein |
| Schnorcheln | Sehr empfehlenswert bei ruhiger See |
| Leuchtturm | Faro de Punta Cumplida (1861) – ältester der Insel |
| Kombinierbar | La Fajana (Naturbad) · Leuchtturm · Barlovento Teeplantage |
| Anreise | Von Santa Cruz ca. 45 min; Mietwagen empfohlen |
Barlovento: Die grünste Gemeinde
Barlovento ist die grünste Gemeinde La Palmas. Die Passatwolken treffen hier zuerst auf das Gebirge, und was sie mitbringen, bleibt: Regen, Nebel, eine Vegetation von fast tropischer Dichte. Das erklärt den Kontrast zwischen der rauhen Küste unten bei Puerto Talavera und der üppigen Landschaft oben. Die Hacienda Las Eras – die einzige Teeplantage Spaniens – liegt wenige Minuten entfernt. Wer Puerto Talavera und die Teeplantage an einem Halbtag verbindet, bekommt die Nordostküste in ihrer ganzen Bandbreite.

Anreise und Tagesplanung
Von Santa Cruz aus dauert die Fahrt nach Barlovento knapp 45 Minuten über die LP-1. Die Anlage ist ausgeschildert. Wer Puerto Talavera, den Leuchtturm und das Naturbad La Fajana kombinieren will, braucht einen halben bis ganzen Tag. Empfohlene Reihenfolge: La Fajana morgens zum Baden, Küstenpfad nach Puerto Talavera, Leuchtturm, Barlovento zum Mittagessen. Rückfahrt nachmittags.
Was man heute noch sieht
Die Verladerampen aus Stein, die Eisenringe für die Taue, die Abriebstellen an den Mauern – das ist das Inventar eines Hafens, der aufgehört hat, Hafen zu sein, aber nicht aufgehört hat, da zu sein. Wer die Hände an diese Steine legt, greift in eine Zeit zurück, in der La Palma noch nicht durch Strassen verbunden war und das Meer die einzige Verbindung war. Das ist Geschichte, die man anfassen kann.
Schnorcheln: Das Beste kommt früh
Die beste Zeit zum Schnorcheln in Puerto Talavera ist der frühe Morgen, wenn die Nordostküste noch ruhig ist und das Wasser nicht von Wellen aufgewühlt wurde. Dann ist die Sichtweite am grössten und die Fische am aktivsten. Papageifische, Muränen, kleine Barsche, gelegentlich ein Oktopus, der zwischen den Felsen wechselt: die Unterwasserwelt der Nordostküste ist nicht weniger vielfältig als die der Westseite – nur weniger bekannt.
Was Barlovento ausserdem zu bieten hat
Die Gemeinde Barlovento hat neben Puerto Talavera, dem Leuchtturm und der Teeplantage noch die Laguna de Barlovento – einen Stausee in den Bergen, der in dieser Form auf La Palma selten ist. Das Wasser liegt ruhig zwischen grünen Hängen, Lorbeerwälder spiegeln sich darin. Ein Spaziergang um die Lagune dauert eine Stunde und gibt eine Ahnung davon, wie das Innere der Insel aussieht, das man von der Küste aus nicht sieht.

Fazit: Puerto de Talavera
Puerto Talavera erzählt eine Geschichte: Wohnhöhlen, Verladerampen, der älteste Leuchtturm der Insel.
Kein Badestrand im klassischen Sinn – aber einer der ehrlichsten Orte der Nordostküste, ideal kombiniert mit La Fajana und dem Faro de Punta Cumplida.
Häufige Fragen
Was ist der Faro de Punta Cumplida?
Kann man in Puerto Talavera schwimmen?
Wie kommt man nach Puerto Talavera?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


