Playa de la Zamora – Zwei Buchten im Süden
An der Südküste La Palmas, wo die Insel spitz ins Meer läuft und Vulkankegel und Leuchttürme die Landschaft prägen, liegt einer der ruhigsten Strände der Insel: die Playa de la Zamora. Zwei schwarze Sandbuchten, durch einen Fels getrennt, fast immer einsam – und doch nah genug an der einzigen touristischen Zone der Insel, um nicht wirklich abgeschieden zu sein.

Zamora Grande und Zamora Chica
Die Playa de la Zamora besteht aus zwei Buchten: der Zamora Grande und der Zamora Chica, getrennt durch eine Felsformation, die bei Ebbe trockenfällt – und dann zu Fuss überquerbar ist. Beide Buchten sind mit mittelgrobem vulkanischen Sand und feinen Kieseln bedeckt, dem sogenannten Picón. Eine vorgelagerte Felsengruppe im Meer dämpft die Brandung spürbar.
Über eine Steintreppe gelangt man auf den naturbelassenen Strand. Es gibt keine Sonnenschirme, keine Liegen– dafür fast immer einen ruhigen Platz, selbst wenn die nahe Ferienzone von Fuencaliente gut besucht ist. Der Kiosko La Zamora bietet frische Fischgerichte und einen unvergesslichen Ausblick auf den Atlantik.

Baden & Sicherheit
Die Strandfahnen geben täglich Auskunft über die Badebedingungen:
Grün: Ungefährliches Baden möglich.
Gelb: Vorsicht – Wellengang oder Strömung. Kinder und unsichere Schwimmer an Land.
Rot: Absolutes Badeverbot. Missachtung ist lebensgefährlich.
Die vorgelagerte Felsengruppe mindert die Brandung – bei auflandigem Wind dennoch auf Strömungen achten.
Kein Rettungsdienst vor Ort. Sonnenschutz unbedingt mitbringen – kein Schatten am Strand.
Tauchen, Schnorcheln, Surfen, Schwimmen
Das klare Wasser der Playa de la Zamora ist auch bei Surfern bekannt. Die Wellen brechen an der Felskante auf eine Art, die Wellenreiter anzieht – ohne die extreme Kraft der offeneren Westküstenstrände.
Für Schnorchler lohnt sich ein Blick unter die Oberfläche: die Lavaformationen rund um die Felsengruppe sind besiedelt. Die Unterwasserwelt rund um die Felsengruppe der Playa de la Zamora ist vielfältig: Lavafels bietet Lebensraum für Oktopusse, Muränen, Papagei- und Lippfische. Das klare Wasser des Südens – weniger beeinflusst vom Auftrieb der Nordküste – erlaubt gute Sichtweiten.

Schwimmen in der Bucht Zamora Grande
Die Zamora Chica ist exponierter und bei rauerer See schnell zu unruhig für entspanntes Baden. Die Zamora Grande ist die bessere der beiden Buchten zum Schwimmen. Die vorgelagerte Felsengruppe dämpft die Brandung und schafft ein ruhigeres Wasser, als man an der Südküste erwarten würde. Das Wasser ist klar, der Einstieg über den Kiesstrand ist mässig anspruchsvoll. Badeschuhe sind empfehlenswert – der Picón-Kies ist scharf. Bei ruhiger See ist die Bucht auch zum Schnorcheln geeignet: die Felsformation mit ihren Spalten und Höhlen ist reichhaltig besiedelt.

Anfahrt und Parken
Am besten erreicht man die Playa de la Zamora von Fuencaliente über Las Indias. Nach der steilen Abfahrt führt eine kleine Strasse rechts ab durch Bananenplantagen zur Küste. Oberhalb der Bucht liegt ein kleines Fischrestaurant. Parkplatz vorhanden, aber begrenzt.
| Lage | Südküste La Palmas, Gemeinde Fuencaliente, nahe Las Indias |
|---|---|
| Buchten | Zamora Grande + Zamora Chica (bei Ebbe verbunden) |
| Strand | Schwarzer Sand mit Picón-Kies, naturbelassen |
| Wellenbrecher | Vorgelagerte Felsengruppe |
| Infrastruktur | Fischrestaurant oberhalb, kein Kiosk am Strand |
| Parken | Begrenzt, frühzeitig kommen |
| Sonnenschutz | Kein natürlicher Schatten – Sonnenschutz Pflicht |
Der Süden La Palmas: Vulkane, Wein und Salinen
Die Playa de la Zamora liegt in der Gemeinde Fuencaliente – dem südlichsten Zipfel der Insel und einer der interessantesten Ecken La Palmas. Die Landschaft ist jung: Vulkankegel, Lavafelder, Weinberge auf schwarzem Boden. Die Malvasia-Traube der Bodega Teneguía wächst auf Asche, die beim Ausbruch 1971 fiel. Ein Besuch bei den Leuchttürmen, den Salinen und einem der lokalen Weingüter ergänzt den Strandtag um Stunden, die man nicht vergisst.

Unterkunft in der Nähe
Wer Fuencaliente erkunden möchte, findet in Los Llanos de Aridane und Villa de Mazo eine Auswahl an Unterkünften von Clariso. Beide Orte liegen in angenehmer Fahrdistanz zur Südküste und eignen sich hervorragend als Ausgangspunkt, um den Süden der Insel zu entdecken.
Fuencaliente: Weinbau auf Vulkanerde
Die Gemeinde Fuencaliente ist bekannt für ihren Wein. Die Malvasia-Trauben wachsen auf geschichtsträchtigem Boden: Die Reben wurden ursprünglich auf der Vulkanerde des San-Antonio-Ausbruchs (1677) gepflanzt und sind heute von der tiefschwarzen Ascheschicht bedeckt, die der Teneguía 1971 über das Land spie. Das Ergebnis ist ein Wein mit einem mineralischen, fast salzigen Charakter. Die Bodega Teneguía, direkt an der Küstenstrasse, bietet Weinproben an. Nach dem Strandbesuch an der Playa de la Zamora ist ein Abstecher zu den Weinbergen naheliegend.

Sonnenuntergang an der Südküste
Die Playa de la Zamora liegt an der Südküste – nahe genug zur Westseite, um Sonnenuntergänge zu erleben, die die schwarzen Felsen in Orange und Rot tauchen. In den Sommermonaten, wenn die Sonne erst spät untergeht, ist die Bucht am Abend eine andere: das Licht ist wärmer, die Brandung meist ruhiger, und die wenigen Besucher, die noch da sind, gehören zum Ort wie die Felsen selbst. Für Fotografen ist dieser Zeitpunkt das Optimum.
Lavafeldspaziergang und Vulkankrater
Von der Playa de la Zamora aus ist das Teneguía-Lavafeld in wenigen Minuten Fahrzeit erreichbar. Der Wanderweg zum Krater des Volcán Teneguía dauert etwa eine Stunde und gibt Einblicke in die Entstehung des Lavafelds. Die Kombination aus Strandbesuch und Kraterwanderung ist einer der kompaktesten Halbtagsausflüge La Palmas.

Die Küste zwischen Zamora und Las Indias
Der Küstenabschnitt zwischen der Playa de la Zamora und Las Indias ist einer der unbekanntesten der Südküste. Kleine Fischerhütten, alte Bootsrampen und Lavagestein, das bis ins Wasser reicht – diese Küste wurde nie touristisch erschlossen.
Anfahrt mit Mietwagen
Die Playa de la Zamora ist mit einem normalen Mietwagen gut erreichbar. Die Strasse von Fuencaliente über Las Indias zur Küste ist asphaltiert, aber eng und steil. Im letzten Abschnitt durch die Bananenplantagen verengt sich die Fahrbahn auf eine Spur. An Wochenenden und in der Hochsaison kann es eng werden – früh kommen ist auch hier das beste Rezept. Für die Rückfahrt empfiehlt sich ein Abstecher in die Bodegas von Fuencaliente, die meist bis zum Nachmittag geöffnet haben.
Bodega-Besuch nach dem Strand
Die Bodegas von Fuencaliente liegen nur wenige Minuten von der Playa de la Zamora entfernt. Die bekannteste, die Bodega Teneguía, ist an der Küstenstrasse ausgeschildert und bietet Weinproben an. Der Malvasia von den Vulkanböden des Teneguía hat einen Charakter, den man kaum woanders findet: mineralisch, leicht salzig, trocken. Eine Flasche zum Mitnehmen ist der beste Souvenir des Südens – und passt beim Abendessen zu gegrilltem Fisch ebenso gut wie zum Ende eines langen Strandtags.
Fazit
Zwei Buchten, eine Felsengruppe, kaum Touristen – die Playa de la Zamora ist der ruhigste Naturstrand des Südens.
Wer die touristisch erschlossene Zone von Fuencaliente hinter sich lassen will, findet hier in wenigen Minuten Fahrt eine völlig andere Stimmung.
Kein Komfort, kein Schatten – dafür Ursprünglichkeit, die man an der Südküste nicht erwartet.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Zamora Grande und Zamora Chica?
Gibt es einen Rettungsdienst an der Playa de la Zamora?
Wie kommt man zur Playa de la Zamora?
Kann man an der Playa de la Zamora surfen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


