La Palma Rundreise – 7 Tage, die die ganze Insel zeigen

Sieben Tage auf La Palma sind der perfekte zeitliche Rahmen: nicht zu kurz, um die enorme Vielfalt der Insel zu verstehen, und lang genug, um ohne Hektik in die verschiedenen Welten einzutauchen. Obwohl La Palma überschaubar wirkt, ist sie extrem vieldimensional. Von den tiefen Erosionskratern der Caldera über die kargen Vulkane des Südens bis hin zu den feuchten Lorbeerurwäldern im Nordosten liegen Welten, die sich dir in dieser Woche voll erschließen.

Ein Blick, der die ganze Insel umfasst — vom Roque de los Muchachos reicht das Panorama von der Caldera bis zum Atlantik
Panorama der Caldera de Taburiente – Herzstück jeder La-Palma-Rundreise

Dieses Itinerar ist für Reisende konzipiert, die einen Mietwagen haben, aktiv unterwegs sein wollen und La Palma jenseits der Poolterrasse kennenlernen möchten. Die Reihenfolge ist logistisch optimiert – jeder Tag baut auf den vorherigen auf und lässt die Insel wachsen.

Tag 1 – Ankunft & Erste Eindrücke: Santa Cruz und Ostküste

Nach der Landung übernimmt man den Mietwagen direkt am Flughafen und startet entspannt in den Urlaub. Für den ersten Tag reicht es völlig aus, die Insel langsam kennenzulernen. Die historische Altstadt von Santa Cruz de La Palma gehört zu den schönsten der Kanaren und lässt sich bequem zu Fuß erkunden.

Ein Spaziergang entlang der Avenida Marítima mit ihren berühmten Holzbalkonen, ein Besuch der Plaza de España mit dem Renaissance-Rathaus sowie ein Bummel durch die kleinen Gassen vermitteln bereits einen guten ersten Eindruck der Insel. Am Abend bietet sich ein Essen in einer der Tapasbars oder Fischrestaurants der Altstadt an.

Holzbalkone der Avenida Marítima — Wahrzeichen Santa Cruz de La Palmas.
Holzbalkone der Avenida Marítima — Wahrzeichen Santa Cruz de La Palmas.

Tag 2 – Caldera de Taburiente: Nationalpark von oben

Der zweite Tag gehört dem Herzstück La Palmas. Früh morgens fährt man hinauf zur La Cumbrecita (1.833 m). (Parkplatz vorab unter reservasparquesnacionales.es reservieren). Von der Cumbrecita führen kurze und hervorragend angelegte Wanderwege zu den Aussichtspunkten Mirador de los Roques und Mirador Lomo de las Chozas. Bereits diese Rundwanderung vermittelt eindrucksvoll die Dimensionen der Caldera de Taburiente und gehört zu den schönsten Naturerlebnissen der Insel.

Am Nachmittag lohnt sich ein Besuch des modernen Besucherzentrums des Nationalparks in El Paso. Anschließend bietet sich ein entspannter Spaziergang durch Los Llanos de Aridane an. Rund um die Plaza de España laden Cafés und Restaurants zu einer Pause ein und bilden einen angenehmen Kontrast zum Naturerlebnis des Vormittags.

Hinweis:

Die Große Caldera Wanderung ab Los Brecitos eignet sich nicht für diesen Tag. Die komplette Wanderung bis zum Barranco de las Angustias beansprucht einen ganzen Tag und sollte separat geplant werden.

La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.
La Cumbrecita – Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente, Nationalpark La Palma.

Tag 3 – Roque de los Muchachos: Über den Wolken

Früh auf die LP-4 – der Gipfel auf 2.426 Metern ist morgens meist am klarsten, bevor sich die Passatwolken bilden. Am Roque de los Muchachos warten der Espigón del Roque, die Aussicht auf die Caldera de Taburiente und die Sternwarte mit ihren weltbekannten Teleskopen. Wer eine Führung im Observatorium besuchen möchte, sollte diese mehrere Wochen im Voraus reservieren.

Heute geht es auf den höchsten Punkt der Insel. Über die spektakuläre Höhenstraße LP-4 erreicht man den Roque de los Muchachos (2.426 m). Morgens sind die Sichtverhältnisse meist am besten, bevor sich im Tagesverlauf häufig die Passatwolken bilden. Neben dem Aussichtspunkt lohnt sich unbedingt der kurze Spaziergang zum Espigón del Roque, von dem sich eines der eindrucksvollsten Panoramen der gesamten Kanaren eröffnet. Die Teleskope des Observatoriums können von außen besichtigt werden; Führungen müssen mehrere Wochen im Voraus reserviert werden.

Die Rückfahrt führt über Garafía und die wilde Nordwestküste. Kleine Orte wie Santo Domingo de Garafía oder El Tablado eignen sich hervorragend für eine Mittagspause.

TIPP:

Wer den Roque nachts besuchen möchte, sollte beachten, dass die Gipfelstraße aus Gründen des Lichtschutzes für die Sternwarte in den Nachtstunden gesperrt wird. Für Astrofotografie bieten sich stattdessen zahlreiche frei zugängliche Aussichtspunkte in mittleren Höhenlagen an.

Roque de los Muchachos (2.426 m), das Dach La Palmas
Roque de los Muchachos (2.426 m), das Dach La Palmas

Tag 4 – Tajogaite und Bootstour an der Westküste

Der Vormittag steht ganz im Zeichen des jüngsten Vulkans Spaniens. Vom Mirador de Las Hoyas oder vom Aussichtspunkt in Tajuya bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf den 2021 entstandenen Tajogaite und seine gewaltigen Lavafelder.

Am Nachmittag folgt eines der schönsten Erlebnisse der Reise: eine Bootstour ab Puerto de Tazacorte. Vom Meer aus zeigt sich die Westküste aus einer völlig neuen Perspektive. Die Touren führen entlang der hohen Steilküste zur leuchtenden Cueva Bonita und passieren in den meisten Fällen auch den spektakulären Porís de Candelaria, die berühmte in einer Höhle versteckte Siedlung, die oft als Piratenbucht bezeichnet wird. Mit etwas Glück lassen sich unterwegs Delfine oder sogar Wale beobachten.

Den Abend verbringt man entspannt an der Promenade von Puerto de Tazacorte.

der 2021 entstandene Tajogaite, der jüngste Vulkan der Cumbre Vieja auf La Palma
der 2021 entstandene Tajogaite, der jüngste Vulkan der Cumbre Vieja auf La Palma

Tag 5 – Fuencaliente: Vulkane, Salinen und Wein

Heute geht es in den Süden der Insel. Erste Station ist das Besucherzentrum des Volcán San Antonio, von dessen Kraterrand sich ein beeindruckender Blick über die junge Vulkanlandschaft eröffnet. Wer gerne wandert, kann von hier aus weiter zum Volcán Teneguía gehen. Die Tour dauert etwa zwei bis drei Stunden und führt durch eine der jüngsten Vulkanlandschaften Europas bis fast ans Meer.

Anschließend lohnt sich ein Besuch der historischen Leuchttürme und der Salinas de Fuencaliente, in denen bis heute Meersalz gewonnen wird. Zum Abschluss empfiehlt sich eine Weinprobe in einer der Bodegas von Los Canarios, denn Fuencaliente zählt zu den bedeutendsten Weinbaugebieten La Palmas.

Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas
Blick vom Volcán San Antonio zum Volcán Teneguía – Vulkankette am Südkap La Palmas

Tag 6 – Der grüne Nordosten: Lorbeerwald, Rum und Naturpools

Nach den Vulkanlandschaften des Südens zeigt sich heute eine völlig andere Seite der Insel. Ziel ist der feuchte Nordosten mit seinen ursprünglichen Lorbeerwäldern. Den Auftakt bildet eine Rundwanderung durch den Cubo de la Galga, einen der schönsten und am leichtesten zugänglichen Lorbeerwälder La Palmas. Wer anschließend noch Zeit hat, fährt weiter nach Los Tilos, dem ältesten Schutzgebiet der Insel und Kerngebiet des UNESCO-Biosphärenreservats. Der kurze Spaziergang bis zum Wasserfall gehört zu den beliebtesten Ausflügen im Nordosten.

Am Nachmittag bietet sich ein Besuch der Ron-Aldea-Destillerie in Puerto Espíndola an. Nach einer Führung und Verkostung kann man den Tag in den Meerwasserbecken des Charco Azul entspannt ausklingen lassen.

Wasserfall Cascada De Los Tilos im Lorbeerwald
Wasserfall Cascada De Los Tilos im Lorbeerwald

Tag 7 – Puntagorda, Mirador del Time & Abreise

Am letzten Urlaubstag entscheidet die Abflugzeit darüber, wie viel von der Insel noch entdeckt werden kann. Wer genügend Zeit hat, fährt in den Nordwesten nach Puntagorda, einem der ursprünglichsten Orte La Palmas. Besonders Ende Januar und im Februar verwandelt die Mandelblüte die Terrassenlandschaft in ein weiß-rosa Blütenmeer und zählt zu den schönsten Naturschauspielen der Insel.

Auf dem Rückweg lohnt sich ein Halt am Mirador del Time. Von hier reicht der Blick über das gesamte Aridane-Tal, die Westküste und den Atlantik – ein würdiger Abschied von La Palma. Anschließend geht es je nach Flugroute über den neuen Straßentunnel oder die Ostküste zurück zum Flughafen.

Wer einen sehr frühen Rückflug hat, sollte die letzte Nacht besser in Santa Cruz de La Palma oder Los Cancajos verbringen, um die Anfahrt zum Flughafen möglichst kurz zu halten.

Blick auf Puerto de Puntagorda – natürlicher Küstenabschnitt mit Meerwasserbecken an der Nordwestküste La Palmas
Puerto de Puntagorda – Meerwasserbecken an der Nordwestküste La Palmas

Übernachtungsempfehlungen für die Rundreise

Bei einer siebentägigen Rundreise ist es nicht notwendig, jeden zweiten Tag die Unterkunft zu wechseln. Zwei Standorte reichen völlig aus und sorgen für deutlich mehr Ruhe während des Urlaubs.

ReiseabschnittEmpfohlene BasisWarum?
Tag 1–3Santa Cruz de La Palma oder Los CancajosIdeal für Anreise, Ostküste, Caldera und Roque de los Muchachos.
Tag 4–7Los Llanos de Aridane, El Paso oder TazacortePerfekte Ausgangslage für Tajogaite, Westküste, Bootstour, Fuencaliente und den Nordwesten.

Praktische Hinweise

Ein Mietwagen ist für diese Rundreise praktisch unverzichtbar und sollte möglichst früh reserviert werden. Am komfortabelsten ist die Übernahme direkt am Flughafen.

Für die Zufahrt zur La Cumbrecita ist eine kostenlose Parkplatzreservierung über reservasparquesnacionales.es erforderlich. In den Ferien und an Feiertagen sind die verfügbaren Zeitfenster oft mehrere Wochen im Voraus ausgebucht.

Wer das Observatorium am Roque de los Muchachos besichtigen möchte, sollte Führungen rechtzeitig über das Instituto de Astrofísica de Canarias reservieren. Zu beachten ist außerdem, dass die Gipfelstraße nachts zum Schutz der Sternwarte gesperrt wird.

Auch die beliebten Bootstouren ab Puerto de Tazacorte sind besonders in der Hauptsaison häufig ausgebucht. Eine Reservierung ein oder zwei Tage vorher ist daher empfehlenswert.

Für Wanderungen in den Hochlagen gehört selbst im Sommer eine leichte Jacke ins Gepäck. Zwischen Küste und Roque de los Muchachos liegen oft mehr als 15 Grad Temperaturunterschied.

Unterkunft für die Rundreise

La Palma eignet sich hervorragend für Ferienhäuser und Fincas. Anders als auf den großen Kanaren dominieren hier keine Hotelanlagen, sondern individuelle Unterkünfte mit viel Ruhe und häufig traumhaftem Meerblick.

Für eine Rundreise empfiehlt sich eine Unterkunft auf der Westseite der Insel. Von Los Llanos de Aridane, El Paso oder Tazacorte erreicht man die Caldera de Taburiente, den Tajogaite, die Westküste und den Süden in kurzer Zeit. Auch der Nordwesten und der Roque de los Muchachos sind von hier gut erreichbar.

Wer lieber direkt am Meer wohnen möchte, findet in Tazacorte und Puerto Naos zahlreiche Ferienwohnungen. Für Naturliebhaber bieten die Fincas rund um El Paso und Los Llanos einen idealen Ausgangspunkt.

Auf Clariso.eu findet man eine große Auswahl geprüfter Ferienhäuser und Fincas in den schönsten Regionen der Insel – von der ruhigen Alleinlage bis zum Haus mit Pool und Meerblick.

Praktische Planung auf einen Blick

HighlightTagPlanungstipp
Santa Cruz de La PalmaTag 1Perfekt für den Ankunftstag, alles bequem zu Fuß erreichbar.
Caldera de Taburiente (La Cumbrecita)Tag 2Parkplatz unbedingt vorab reservieren.
Roque de los MuchachosTag 3Morgens besuchen – dann sind die Sichtverhältnisse meist am besten.
TajogaiteTag 4Aussichtspunkte Tajuya oder Mirador de Las Hoyas kombinieren.
Bootstour ab TazacorteTag 4Frühzeitig buchen; Cueva Bonita und Porís de Candelaria sind meist inklusive.
FuencalienteTag 5San Antonio, Salinen und Leuchttürme lassen sich gut an einem Tag verbinden.
Cubo de la Galga & Los TilosTag 6Ideal für einen abwechslungsreichen Naturtag im Nordosten.
Puntagorda & Mirador del TimeTag 7Perfekter Abschluss vor der Rückfahrt zum Flughafen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Reicht eine Woche aus, um La Palma kennenzulernen?

Ja. Sieben Tage reichen aus, um die wichtigsten Landschaften und Sehenswürdigkeiten der Insel ohne großen Zeitdruck zu erleben. Wer mehrere anspruchsvolle Wanderungen unternehmen oder auch abgelegene Regionen wie Garafía intensiver erkunden möchte, sollte zehn bis vierzehn Tage einplanen.

Sollte man die Unterkunft während der Rundreise wechseln?

Nicht unbedingt. Viele Reisende kommen mit zwei Standorten hervorragend aus. Wer möglichst wenig Zeit mit Kofferpacken verbringen möchte, kann die gesamte Rundreise sogar von einer zentral gelegenen Unterkunft auf der Westseite aus unternehmen.

Braucht man für diese Rundreise einen Mietwagen?

Ja. Die Busse verbinden zwar die wichtigsten Orte der Insel, viele Highlights wie der Roque de los Muchachos, La Cumbrecita oder zahlreiche Wanderparkplätze sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer oder gar nicht erreichbar.

Wann ist die beste Reisezeit für diese Rundreise?

Frühling und Herbst gelten als die angenehmsten Jahreszeiten. Zwischen März und Mai zeigt sich die Insel besonders grün und die Temperaturen sind ideal zum Wandern. Im Winter ist das Klima ebenfalls mild, während der Sommer vor allem an der Westküste sehr sonnig und trocken ist.

Kann man die Rundreise auch von einer Unterkunft aus machen?

Ja. Besonders Unterkünfte in Los Llanos de Aridane, El Paso oder Tazacorte eignen sich hervorragend als zentrale Basis. Dank der guten Straßenverbindungen bleiben die täglichen Fahrzeiten meist überschaubar.

Lohnt sich eine Bootstour auch ohne Interesse an Walen?

Auf jeden Fall. Schon die Fahrt entlang der bis zu 600 Meter hohen Steilküste, die Cueva Bonita und der Blick auf den Porís de Candelaria gehören zu den eindrucksvollsten Landschaftserlebnissen der Insel – unabhängig davon, ob Delfine oder Wale gesichtet werden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com