Cueva Bonita – Die schöne Höhle

Sechs Kilometer nördlich von Puerto de Tazacorte, dort wo die Steilküste des Barranco del Jurado ins Meer mündet, öffnet sich in den schwarzen Basaltfelsen eine Grotte. Sie hat zwei Eingänge, aber nur einer ist mit dem Boot zugänglich. Wer hineinfahrt, weiß, warum sie la Cueva Bonita heißt – die schöne Höhle.

einen spektakulären Anblick bieten die Felswände in der Cueva Bonita
einen spektakulären Anblick bieten die Felswände in der Cueva Bonita

Das Wasser schlägt in dunkles Blau um, die Basaltwände wölben sich über dem Boot, und wenn die Sonne am Nachmittag den richtigen Winkel findet, verwandeln sich die Mineraleinschlüsse im Gestein in ein Farbenspiel aus Orange, Gelb und Grün. Geologen und Meereskundler bezeichnen die Grotte als einzigartig – nicht nur wegen der Farbigkeit des Gesteins, sondern wegen der Formationen, die der Atlantik über Jahrtausende in den Fels geschlagen hat.

Nur per Boot – ein Alleinstellungsmerkmal

Die Cueva Bonita ist von Land aus nicht erreichbar – keine Straße, kein Wanderweg führt zur Höhlenöffnung. Der einzige Zugang ist das Wasser: ein Boot, das aus dem Hafen von Tazacorte ausfährt und die Steilküste entlangführt, bis es in die Grotte hineinfährt. Dieses Alleinstellungsmerkmal macht den Ausflug zu einem der exklusivsten Naturerlebnisse La Palmas.

Die Höhlenöffnung der Cueva Bonita an der Westküste La Palmas ist nur vom Wasser aus zugänglich
Die Höhlenöffnung der Cueva Bonita an der Westküste La Palmas ist nur vom Wasser aus zugänglich

Die alten Fischer kennen die Legende: Wer in der Cueva Bonita von Verfolgern überrascht wurde, konnte durch den zweiten, heute versiegelten Ausgang Punta del Moro fliehen – unsichtbar für die, die draußen warteten. Ob die Geschichte stimmt, ist unbekannt. Aber sie gibt der Grotte eine Schicht Geschichte jenseits der Geologie.

Das Lichtspiel am Nachmittag

Der beste Zeitpunkt für den Besuch der Cueva Bonita ist der frühe Nachmittag. Wenn die Sonne von Westen einfällt und der Einstrahungswinkel stimmt, tauchen die Sonnenstrahlen durch die Wasseroberfläche ins Innere und werfen farbige Reflexe an die Grottenwände. Dieses Phänomen dauert nur wenige Minuten – aber es ist das Kernbild, für das die meisten Fotografen kommen.

Morgens ist die Höhle schöner durch das diffuse Licht – ruhiger, blauer, kontemplativer. Nachmittags ist das Farbenspiel intensiver. Wer die Wahl hat, nimmt die Nachmittags-Tour.

Gut zu wissen: Cueva Bonita oder Porís de Candelaria?

Die Cueva Bonita wird häufig mit dem Porís de Candelaria verwechselt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei völlig unterschiedliche Ausflugsziele. Der Porís de Candelaria ist eine kleine Siedlung mit den charakteristischen weiß-blauen Häusern in einer geschützten Felsbucht und kann über einen Wanderweg erreicht werden. Die Cueva Bonita hingegen ist eine natürliche Meereshöhle ohne Bebauung. Sie liegt etwas weiter südlich an der Steilküste und ist ausschließlich vom Wasser aus – beispielsweise mit dem Boot oder Kajak – zugänglich.

Bootstouren ab Tazacorte

Nahezu alle Bootstouren ab Tazacorte schließen die Cueva Bonita in ihr Programm ein. Die Standardroute führt entlang der Steilküste, macht einen Stopp an schwer zugänglichen Buchten, zeigt das Tajogaite-Lavadelta von der Seeseite – und fährt in die Höhle hinein. Dauer der gesamten Tour: ca. 3 Stunden.

Bootstouren ab Tazacorte — Westküste und Piratenbucht vom Meer aus.
Bootstouren ab Tazacorte — Westküste und Piratenbucht vom Meer aus.

Anbieter im Hafen von Tazacorte (Auswahl): Ocean Explorer mit dem Glasbodenboot Flipper (ca. 3 Std., ab 58 €, mit Meeresbiologe), Fancy II Katamaran (ca. 3 Std., ab 61 €, mit Tapas und Cava), Bussard Holzkutter (ca. 4 Std., max. 12 Gäste, ab 55 €). Alle Touren führen in die Cueva Bonita – der Unterschied liegt im Bootstyp und im Begleitprogramm.

Praktisches für die Tour

Abfahrtshafen: Puerto de Tazacorte, Westküste La Palmas

Dauer: ca. 3 Stunden (inkl. Küstenroute)

Bester Zeitpunkt: früher Nachmittag (Lichtspiel)

Preise: ab ca. 50–61 € je nach Anbieter

Buchung: direkt am Hafen oder GetYourGuide

Seasickness-Tipp: größere Boote (Fancy II, Flipper) stabiler; Mitte des Bootes wählen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man die Cueva Bonita schwimmen?

In der Regel nein – der Eintritt in die Höhle ist den Booten vorbehalten. Schwimmen in der Nähe der Höhle ist wegen der Strömungen und der Steilküste nicht ratsam. Einige Touren legen an ruhigen Buchten der Küste an, wo ein Badestopp möglich ist.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Bei hohem Wellengang können Touren abgesagt werden – die Einfahrt in die Cueva Bonita erfordert ruhige See. Im Sommer sind Absagen selten. Im Winter und Herbst empfiehlt sich Flexibilität bei der Terminplanung. Die Anbieter informieren am Morgen des Ausflugstages über die Bedingungen.

Kann man die Cueva Bonita bei jedem Wetter besuchen?

Nein. Ob eine Einfahrt in die Höhle möglich ist, hängt vollständig von den aktuellen Wind-, Wellen- und Dünungsverhältnissen ab. Bereits mäßiger Atlantikschwell kann die Einfahrt gefährlich machen. Erfahrene Kapitäne und Guides entscheiden deshalb vor jeder Tour, ob ein Besuch sicher durchgeführt werden kann.

Kann ich zur Cueva Bonita wandern?

Nein. Die Cueva Bonita ist ausschließlich vom Meer aus erreichbar. Wer die Höhle besuchen möchte, benötigt ein Boot oder Kajak. Wanderwege führen zwar entlang der spektakulären Steilküste, jedoch nicht zur Höhle selbst.

Warum werden Touren manchmal kurzfristig abgesagt?

Die Sicherheit hat Vorrang. Ändern sich Wind oder Seegang, kann die Einfahrt in die Höhle selbst bei zunächst guten Bedingungen zu riskant werden. Seriöse Anbieter verschieben oder stornieren Touren daher lieber, als ein unnötiges Risiko einzugehen.

Die Steilküste von Tijarafe

Die Cueva Bonita liegt an einem der wildesten Küstenabschnitte La Palmas: die Steilküste von Tijarafe, wo der Barranco del Jurado senkrecht ins Meer fällt und Klippen aus Basalt und Tuff abwechselnd in das Wasser ragen. Kein Strand, kein Fußweg, keine Anlegestelle – die Küste ist auf diesem Abschnitt für Boote ausgelegt, nicht für Menschen zu Fuß.

Vom Wasser aus zeigt sich La Palma von seiner mächtigsten Seite — die Steilküste von Tijarafe
Vom Wasser aus zeigt sich La Palma von seiner mächtigsten Seite — die Steilküste von Tijarafe

Von der Bootstour aus sieht man, was man von keinem Wanderweg aus sehen kann: die Strukturen der Steilküste in ihrer ganzen Höhe, die dunklen Einschnitte der Schluchten auf Meereshöhe, die schwarzen Lavazungen, die ins Wasser tauchen. Diese Küstenperspektive ist eines der stärksten Argumente für einen Bootsausflug auf La Palma – unabhängig davon, ob man Wale sucht oder in Höhlen schauen will.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026

www.sunhikes.com