Maroparque – Wo Tiere eine zweite Chance bekommen
Hoch oben in Breña Alta, am Steilhang oberhalb der Ostküste La Palmas, liegt ein Park, der von außen wie ein Garten aussieht und von innen eine Geschichte erzählt: die Geschichte von Tieren, die aus schlechten Verhältnissen gerettet wurden und hier ein neues Zuhause gefunden haben. Der Maroparque ist kein klassischer Zoo – er ist eine offizielle CITES-Auffangstation für beschlagnahmte, ausgesetzte oder verletzte exotische Tiere, die gleichzeitig botanischen Garten und Familien-Ausflugsziel ist.

Was den Maroparque von anderen Tiereinrichtungen unterscheidet: die Direktheit des Erlebnisses. In den begehbaren Volieren fliegen Papageien, Sittiche und Tukane frei um die Besucher herum – und landen nicht selten auf Schultern. Dieses unmittelbare Erlebnis mit Wildtieren, die eigentlich in keinem menschlichen Haushalt leben sollten, ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen eindrücklich.
Die Tiere des Maroparque
Die Bewohner des Parks kommen aus aller Welt – genauer gesagt: aus Beschlagnahmungen des Zolls, aus Polizei-Einsätzen gegen illegalen Tierhandel und aus privaten Abgaben. Albino-Kängurus, Stachelschweine, verschiedene Affenarten, Reptilien und eine große Vielfalt an Vögeln – Papageien, Pfaue, Kakadus und Eulen – gehören zum dauerhaften Bestand.

An der Kasse kann man spezielles Futter kaufen, um einige der Tiere direkt zu füttern. In den begehbaren Volieren ist man mittendrin: Vögel landen auf ausgestreckten Armen, nähern sich neugierig und zeigen ein Verhalten, das man normalerweise nur in der freien Wildbahn beobachtet. Für Kinder ist das Maroparque eines der eindrücklichsten Erlebnisse La Palmas.
Der botanische Garten
Parallel zur Tieranlage erstreckt sich durch den Park ein botanischer Garten mit kanarischen Endemiten und tropischen Pflanzen. Die Lage am Steilhang sorgt für ein Klima, das eine außergewöhnliche Pflanzenvielfalt ermöglicht – von Sukkulenten in den trockenen Oberhängen bis zu Tropenpflanzen in den feuchten Schluchten. Ein Rundgang durch den Garten dauert rund 30 Minuten zusätzlich zur Tierbesichtigung.
Panoramablick auf die Ostküste
Die Lage des Maroparque ist ein Ausflugsziel für sich: Der Park liegt auf einem Berghang hoch über Breña Alta mit einem ungehinderten Blick auf die gesamte Ostküste La Palmas, den Atlantik und – an klaren Tagen – bis zu den Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera. Mehrere Aussichtspunkte innerhalb des Parks bieten diese Perspektive ohne jede Einschränkung.
Praktisches für den Besuch
Das Gelände des Maroparque ist an einem Hang angelegt und führt über Rampen, Holzbohlen und Treppenstufen. Der Park wird offiziell als barrierefrei bezeichnet – praktisch können einzelne Abschnitte für Rollstühle oder Kinderwagen aufgrund der Steigung anspruchsvoller sein. Gutes Schuhwerk ist empfehlenswert.
Praktisches für den Besuch
Maroparque: Breña Alta, La Palma
Öffnungszeiten: tägl. 10:00–18:00 Uhr
Eintritt Erwachsene: ca. 11,00–12,50 €
Dauer Rundgang: ca. 1–1,5 Stunden
Futter kaufen: an der Kasse erhältlich – empfohlen
Parkplatz: kostenlos vor Ort (begrenzte Plätze)
Anfahrt ab Santa Cruz: LP-2 Richtung Breña Alta, Beschilderung Maroparque – ca. 15 Min.
Praktische Tipps für Ihren Besuch im Maroparque
Festes Schuhwerk einplanen
Der Maroparque liegt spektakulär an einem steilen Hang über einer Schlucht. Die Wege führen über Pflasterflächen, Treppen und teilweise steile Passagen bergauf und bergab. Rutschfeste Schuhe sind deshalb deutlich empfehlenswerter als Sandalen oder leichte Freizeitschuhe.
Eingeschränkte Barrierefreiheit
Aufgrund der natürlichen Hanglage mit vielen Stufen und schmaleren Wegen ist der Park für Rollstühle oder größere Kinderwagen nur eingeschränkt beziehungsweise nicht geeignet. Familien mit kleinen Kindern sind mit einer Tragehilfe meist besser unterwegs.
Pause mit Aussicht
Ein besonderer Pluspunkt ist die Panoramaterrasse am Park. Im Café oder Restaurant lässt sich der Besuch entspannt unterbrechen – mit einem beeindruckenden Blick über die Schluchtlandschaft bis hinunter nach Santa Cruz de La Palma und zum Atlantik.
Ideal kombinierbar mit weiteren Aussichtspunkten
Der Besuch des Maroparque lässt sich hervorragend mit einer Fahrt durch die grüne Gemeinde Breña Alta verbinden. Besonders schön ist die Kombination mit dem nahe gelegenen Mirador de La Concepción, einem der spektakulärsten Aussichtspunkte im Osten der Insel.
Kombination mit Santa Cruz de La Palma
Da der Maroparque in Breña Alta liegt, bietet sich eine Kombination mit einem Besuch der Hauptstadt an. Die Fahrt nach Santa Cruz dauert nur 10–15 Minuten. Wer morgens den Park besucht und nachmittags durch die Altstadt schlendert, hat einen vollständigen Ausflugstag: Balcones Típicos, Calle O’Daly, Plaza de España und die berühmten hölzernen Balkone bilden eine würdige Ergänzung zum Tierpark-Erlebnis.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Maroparque für kleine Kinder geeignet?
Warum kostet der Eintritt so viel?
Kann man im Maroparque Tiere kaufen oder adoptieren?
Ist der Maroparque barrierefrei?
Welche Kleidung sollte man tragen?
Was kann man mit dem Maroparque verbinden?
CITES – was das bedeutet
Der Maroparque ist ein offiziell anerkanntes CITES-Zentrum. CITES ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten reguliert. Wenn Zollbehörden oder Polizei in Spanien Tiere beschlagnahmen, die illegal eingeführt oder gehalten werden, kommen viele von ihnen in Einrichtungen wie dem Maroparque.
Das bedeutet: Die Tiere, die man hier sieht, kommen nicht aus einer Zucht für touristische Zwecke. Sie kommen aus schlechten Verhältnissen – aus zu kleinen Käfigen, aus dem Kofferraum von Schmugglern, aus privaten Haushalten, die die Anforderungen eines Wildesels oder Stachelschweins unterschätzt hatten. Der Maroparque gibt ihnen ein artgerechteres Leben, soweit das möglich ist.
Förderung und Entwicklung
Im März 2026 erhielt der Maroparque eine Zusage über staatliche Fördermittel in Höhe von 140.000 Euro durch die Regierung der Kanarischen Inseln. Das Geld fließt in die Erneuerung und Vergrößerung der Anlagen sowie in die Stärkung des Tierrettungsprogramms. Der Park ist damit nicht nur betriebsfähig, sondern aktiv im Ausbau – was den Besuch in den nächsten Jahren zunehmend attraktiver machen wird.
Tipps für den Besuch mit Kindern
Der Maroparque ist für Familien mit Kindern ab etwa 4 Jahren ideal. Das Futter an der Kasse kaufen – das ist der erste Tipp jedes Stammgastes. In den offenen Volieren kommen die Vögel von selbst, wenn man die Hand mit Futter ruhig hinhält. Geduld ist keine Anforderung – die Tiere sind neugierig. Die begehbaren Volieren sind der Höhepunkt für die meisten Kinder, und das Erlebnis, einen Papagei auf der Schulter sitzen zu haben, ist eines, das man nicht so schnell vergisst.

Beste Reisezeit und Tagesplanung
Der Maroparque öffnet täglich um 10:00 Uhr. Wer die Tiere bei der Fütterung erleben möchte, kommt kurz nach der Öffnung – dann sind die Tiere am aktivsten. Gegen Mittag ist der Park am vollsten. An Wochentagen außerhalb der Schulferien ist er ruhiger und das Erlebnis in den Volieren entspannter.
Für Familien mit Kindern empfiehlt sich eine Kombination: Maroparque am Morgen, Santa Cruz (Altstadt, Hafen, Eis an der Avenida Marítima) am Nachmittag. Die Fahrt zwischen beiden Orten dauert nur 10–15 Minuten. So wird aus dem Ausflug ein vollständiger Tag.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


