La Zarza y La Zarcita – Die Botschaft der ersten Palmeros
Tief im Lorbeerwaldgürtel des Nordens, auf rund 1.000 Metern Höhe, verbergen sich in einem oft nebelumhüllten Waldstück die eindrucksvollsten Zeugnisse der Ureinwohner La Palmas. La Zarza und La Zarcita sind die bedeutendsten archäologischen Fundstätten der gesamten Kanarischen Inseln – und Orte, an denen die Geschichte der Benahoaritas, der Urbevölkerung der Insel, buchstäblich in Stein gemeißelt ist.

Die Fundstätte wurde erst 1941 entdeckt. In den Felsen sind verschlungene Spiralen, Kreise, Mäander und geometrische Linien eingeritzt – von Menschen, die weder Schrift noch Metall kannten, aber ein Mitteilungsbedürfnis hatten, das bis heute spürbar ist. In La Zarza befinden sich 29 Tafeln mit Gravuren, in La Zarcita weitere 18. Was sie bedeuten, ist bis heute nicht vollständig entschlüsselt.
Die Benahoaritas – Ureinwohner La Palmas
Bevor die spanischen Eroberer im 15. Jahrhundert auf La Palma landeten, lebten hier die Benahoaritas – Nachfahren nordafrikanischer Berberstämme, die die Kanaren vor über 2.000 Jahren besiedelten. Sie kannten keine Schrift, kein Rad, kein Metall. Aber sie hinterließen in den Felsen Zeichen, die bis heute rätselhaft und faszinierend sind.
Forscher vermuten, dass die Petroglyphen als Kommunikationsmittel, Kalender oder religiöse Symbole dienten. Gesichert ist, dass die Höhlen und Felsvorsprünge über viele Generationen hinweg genutzt wurden – die Schichten der Einritzungen überlagern sich. Neben den Gravuren wurden an diesen Fundstätten auch Hirtensiedlungen und Wohnhöhlen entdeckt.

Der Kulturpark und Rundweg
Vom Besucherzentrum am Parkplatz führt ein rund 30- bis 40-minütiger, leichter Rundweg zu den Fundstellen. Er führt zunächst zur Fuente de La Zarza (Dornbuschquelle) und weiter zur Fundstätte La Zarcita. Informationstafeln am Wegesrand erklären Flora, Fauna und archäologische Zusammenhänge. Im Besucherzentrum gibt es eine Ausstellung zu den Benahoaritas und ihrer Lebenswelt.
Der Park liegt mitten im feuchten Lorbeer- und Kiefernwald von Garafía – einem der artenreichsten Waldgebiete La Palmas. Die mystische Atmosphäre aus Nebel, alten Bäumen und den stillen Felsgravuren macht diesen Ort zu einem der einprägsamsten Ausflugsziele der gesamten Insel. Wer den Norden La Palmas besucht, sollte mindestens einen halben Tag für La Zarza einplanen.
Fototipp: Mystische Stimmung im Norden
Die besondere Atmosphäre von La Zarza entsteht durch das Zusammenspiel aus alten Felszeichnungen, dichtem Grün und dem feuchten Klima des Nordens. Besonders stimmungsvoll sind Besuche am frühen Vormittag oder nach leichtem Nebel, wenn die Vegetation glänzt und die Schluchtlandschaft ihre mystische Wirkung entfaltet.
Wanderwege in der Umgebung
La Zarza ist nicht nur Kulturpark, sondern auch Ausgangspunkt für mehrere Wanderrouten in die umgebende Schlucht- und Waldlandschaft. Direkt ab dem Kulturpark startet die mittelschwere Rundwanderung La Zarza – Don Pedro (ca. 15 km), die durch tief eingeschnittene Schluchten bis zum Küstendorf Don Pedro führt. Der Wanderweg PR LP 9 von Santo Domingo de Garafía zum Mirador de Los Andenes beginnt ebenfalls in unmittelbarer Nähe.
Aktuelle Routeninformationen und GPS-Tracks zu allen Wanderwegen rund um La Zarza findet man auf Sunhikes: Wanderrouten Garafía auf Sunhikes

Wichtiger Hinweis zum Besuch
Der offizielle Zugang zum Kulturpark und das Besucherzentrum können vorübergehend geschlossen sein – vor dem Besuch empfiehlt sich eine Anfrage bei der Gemeinde Garafía oder ein Blick auf deren aktuelle Mitteilungen. Wanderwege in der direkten Umgebung sind jedoch meist auch dann zugänglich. Aktuellen Status prüfen unter: garafia.es
Besucherinformationen
Parque Cultural La Zarza: Gemeinde Garafía, La Palma
Lage: an der LP-1 zwischen Barlovento und San Antonio del Monte
Höhe: ca. 1.000 m ü. M.
Rundweg: ca. 40 Minuten, leicht
Eintritt: ca. 1,80–2,00 € (bei regulärem Betrieb)
Öffnungszeiten: tägl. 11:00–17:00 Uhr (Winter) / 19:00 Uhr (Sommer) – vorab prüfen
Anfahrt ab Santa Cruz: LP-1 Richtung Barlovento, weiter Richtung Garafía – ca. 1 h 15 min
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind Petroglyphen?
Wie kommt man nach La Zarza?
Was ist der Unterschied zwischen La Zarza und La Zarcita?
Was sind die Felszeichnungen von La Zarza und La Zarcita?
Kann man La Zarza spontan besuchen?
Welche Kleidung brauche ich für La Zarza?
Wie lange sollte man für den Besuch einplanen?
Wo kann ich mehr über die Ureinwohner La Palmas erfahren?
Unterkunft in Garafía
El Tablado und Santo Domingo de Garafía liegen nur wenige Kilometer entfernt. Wer einen oder mehrere Tage in der Gegend verbringen möchte, findet auf Clariso geprüfte Ferienhäuser in der Gemeinde Garafía: Ferienhäuser Garafía auf Clariso
Praktische Tipps für Ihren Besuch im Kulturpark La Zarza und La Zarcita
Aktuelle Hinweise zu Zugang und Besucherzentrum
Der Kulturpark La Zarza und La Zarcita war in der Vergangenheit zeitweise von Einschränkungen betroffen, unter anderem durch Sanierungsarbeiten und Maßnahmen zur Sicherung einzelner Bereiche. Da sich Öffnungszeiten und Zugänge ändern können, empfiehlt es sich, vor dem Besuch den aktuellen Stand zu prüfen.
Auch wenn das Besucherzentrum möglicherweise nicht immer geöffnet ist, lassen sich die eindrucksvollen Petroglyphen und der Naturraum über die ausgeschilderten Wege erkunden. Besonders der Rundweg durch die grüne Schluchtlandschaft vermittelt einen authentischen Eindruck von diesem besonderen Ort.
Die richtige Kleidung für den Norden La Palmas
Garafía gehört zu den feuchteren und kühleren Regionen der Insel. Im Bereich von La Zarza sorgen die Passatwolken für eine üppige Vegetation, aber auch für feuchte und teilweise rutschige Wege. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist deshalb sehr empfehlenswert.
Eine leichte Regen- oder Windjacke gehört ebenfalls ins Gepäck – selbst wenn an der Küste anderer Inselbereiche die Sonne scheint, kann es im Lorbeerwald und den Schluchten im Norden deutlich kühler sein.
Geschichte weiter entdecken: Kombination mit dem MAB
Wer die Kultur der Ureinwohner La Palmas, der Benahoaritas, besser verstehen möchte, sollte den Besuch mit dem Museo Arqueológico Benahoarita (MAB) in Los Llanos de Aridane verbinden. Dort werden zahlreiche Fundstücke, Rekonstruktionen und Hintergrundinformationen zur Lebensweise der ersten Bewohner der Insel gezeigt.
Kombinierbare Ausflüge
| Ziel | Entfernung | Charakter |
|---|---|---|
| Barranco Fagundo / El Tablado | ca. 10 km | wildeste Schlucht des Nordens |
| Puerto de Garafía | ca. 12 km | alter Hafen, Atlantikküste |
| Santo Domingo de Garafía | ca. 8 km | Dorfmarkt, Ethnografisches Museum |
| Roque de los Muchachos | ca. 25 km | höchster Punkt La Palmas |

Die Petroglyphen im kanarischen Kontext
La Palma ist nicht die einzige kanarische Insel mit Petroglyphen – aber La Zarza und La Zarcita gelten unter Archäologen als die bedeutendsten und am besten erhaltenen Fundstätten des gesamten Archipels. Die Muster, die die Benahoaritas in die Felsen ritzten, unterscheiden sich von Insel zu Insel: Auf Teneriffa überwiegen einfachere lineare Formen, auf La Palma sind die Spiralen und Mäander von einer Komplexität, die auf eine elaboriertere symbolische Tradition hindeutet.

Ein Vergleich mit Petroglyphen in Nordafrika – dem Ursprungsgebiet der Guanchen-Vorfahren – zeigt auffällige Ähnlichkeiten. Ob die Symbole religiöse, territoriale oder astronomische Bedeutungen hatten, ist Gegenstand laufender Forschung. Sicher ist: Die Benahoaritas auf La Palma lebten in einer organisierten Gesellschaft mit eigener Sprache (dem Benahorí), eigener Rechtsprechung und einer Kultur, die sich über mehr als 1.500 Jahre auf der Insel hielt.
Mystik und Lorbeerwald – die Atmosphäre von La Zarza
Was La Zarza von anderen archäologischen Stätten unterscheidet, ist nicht nur der Inhalt, sondern der Kontext: Die Fundstellen liegen inmitten eines alten Lorbeer- und Kiefernwaldes auf 1.000 Metern Höhe, der häufig von Nebel durchzogen wird. Dieses Zusammenspiel aus uralten Zeichen, feuchtem Wald und bewegten Wolken schafft eine Atmosphäre, die über das rein Archäologische hinausgeht.
Früh morgens, wenn der Nebel noch tief liegt und die ersten Sonnenstrahlen durch das Kronendach fallen, ist La Zarza ein Ort von einer seltenen Stille. Wer die Möglichkeit hat, frühzeitig zu kommen – vor den Reisebussen aus dem Süden – sollte sie nutzen.

GR-130 und La Zarza
Der historische Küstenweg GR-130 Camino Real de la Costa verläuft durch die Gemeinde Garafía und berührt auch die Region rund um La Zarza. Wer die Route in mehreren Etappen geht, kann La Zarza als Tagesetappen-Zwischenstopp einplanen. Die Kombination aus Wanderung auf dem alten Königsweg und dem Besuch der Petroglyphen ergibt eine der tiefgründigsten Begegnungen mit La Palmas Geschichte, die möglich sind.
Beste Reisezeit für La Zarza
La Zarza ist das ganze Jahr zugänglich, zeigt sich aber in den Wintermonaten (Dezember bis März) von seiner mystischsten Seite: Nebel hüllt den Lorbeerwald ein, die Felsgravuren glänzen feucht, und die Stille ist absolut. Im Sommer und Herbst ist die Sicht klarer, aber weniger dramatisch. Frühling (März bis Mai) bringt die artenreichste Waldvegetation.
Anreisende aus den Küstenorten sollten warme Kleidung einpacken – auf 1.000 Metern Höhe kann es auch im Hochsommer frisch und feucht sein. Festes Schuhwerk ist auf dem Rundweg empfehlenswert, besonders nach Regen.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


