Fuencaliente – Wo La Palma am südlichsten Punkt ins Meer taucht
Ganz unten, am äußersten Zipfel der Insel, stehen sie nebeneinander wie stille Wächter: der alte und der neue Leuchtturm von Fuencaliente. Der ältere ist halb verschluckt von der Lava des Teneguía-Ausbruchs von 1971 – ein steinernes Zeugnis dafür, dass diese Insel noch atmet. Wer nach Fuencaliente kommt, kommt an einen Ort, an dem die Kräfte der Erde besonders nah sind.

Die Leuchttürme – alt und neu, Lava und Geschichte
Der Faro de Fuencaliente viejo wurde 1876 errichtet. Als der Vulkan Teneguía im Oktober 1971 ausbrach, versiegelten seine Lavaströme das Umland und gruben sich bis ans Meer. Der Leuchtturm überlebte – aber bis heute sind seine Fundamente halb in der erstarrten Lava gefangen. Sein moderner Nachfolger steht seit 1985 wenige Meter weiter und tut seinen Dienst. Zusammen bilden sie ein Bildmotiv, das kaum zu überbieten ist.

Sonnenuntergang am Faro
Wer abends kommt, wenn die Sonne über dem Atlantik versinkt und die Lavaküste im Gegenlicht glüht, versteht, warum dieser Ort auf jeder La-Palma-Fotoliste steht. Die Leuchttürme von Fuencaliente im Abendlicht, flankiert von den weißen Salzbecken und dem schwarzen Lavastrand – das ist ein Bild, das lange nachhallt.
Die Salinen – weißes Gold aus der Vulkanerde
Direkt neben den Leuchttürmen erstrecken sich die Salinas de Fuencaliente: flache Becken, in denen das Atlantikwasser verdunstet und das berühmte Sal de Teneguía zurücklässt – von Hand gewonnenes Meersalz, das in La-Palma-Restaurants zu Recht als Delikatesse gilt. Die Salinen sind nicht nur Produktionsstätte, sie sind auch Fotomotiv: Der Kontrast zwischen dem kristallweißen Salz, dem tiefblauen Wasser der Becken und der schwarzen Vulkanerde drumherum ist schlicht unglaublich.

Volcán San Antonio und Volcán Teneguía
Wer Fuencaliente vollständig erleben will, bleibt nicht bei den Leuchttürmen. Das Besucherzentrum Volcán San Antonio am Ortsrand von Los Canarios ist der Ausgangspunkt für Erkundungen der beiden Vulkankrater. Vom Kraterrand des San Antonio aus blickt man direkt auf den Teneguía – den jüngsten Vulkan La Palmas vor dem Tajogaite, der erst 1971 ausbrach und dabei 29 Hektar neues Land ins Meer schob.

Wanderung Volcán San Antonio und Teneguía
Schwarze Asche unter den Füßen, der Atlantik als ständiger Begleiter am Horizont: So beginnt die Vulkanwanderung im Süden La Palmas, die vom Besucherzentrum des Volcán San Antonio hinab zum Südkap führt. Der Weg schlängelt sich durch eine karge Mondlandschaft vorbei am Volcán Teneguía, dessen Gipfelgrat – Relikt des Ausbruchs von 1971 – bei gutem Wetter zur Besteigung einlädt. Je weiter der Abstieg voranschreitet, desto eindrücklicher wird der Kontrast zwischen tiefschwarzer Lava und tiefblauem Meer. Am Ziel warten der rot-weiße Leuchtturm Faro de Fuencaliente und die farbenprächtigen Salzgärten der Salinen.
Hitze-Warnung:
Der schwarze Lavaboden rund um die Vulkane speichert Sonnenhitze extrem. Früh morgens oder spätnachmittags kommen – mittags kann es an exponierten Stellen wesentlich heißer sein als in den Küstenorten.
Weinbau an der Südspitze
Fuencaliente ist nicht nur Vulkan und Salz – es ist auch eines der wichtigsten Weinbaugebiete La Palmas. Die Reben wachsen in Trockensteinmauern aus Lavagestein, kaum einen halben Meter über dem schwarzen Boden, direkt am Atlantikwind. Die Weine aus dieser Zone – insbesondere Malvasía Volcánica und Listán Negro – tragen die Vulkanerde im Glas. Einige Bodegas bieten Besichtigungen und Weinproben an.
Besucherinformationen
Besucherzentrum Volcán San Antonio: C. los Volcanes, 38740 Los Canarios, La Palma
Telefon: +34 922 44 40 01
Öffnungszeiten: tägl. 9:00–18:00 Uhr
Eintritt Besucherzentrum: ca. 5–6 € (Führung möglich)
Teneguía: frei zugänglich (Markierung beachten)
Anfahrt ab Santa Cruz: LP-2 Richtung Villa de Mazo, LP-207 Richtung Fuencaliente – ca. 40 Min.
Anfahrt ab Los Llanos: LP-2 über Los Canarios – ca. 45 Min.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man die Leuchttürme von Fuencaliente betreten?
Was ist der Unterschied zwischen San Antonio und Teneguía?
Wo kauft man das Sal de Teneguía?
Lohnt sich ein ganzer Tag in Fuencaliente?
Weintrinken in Fuencaliente
Die Weinbauregion Fuencaliente ist die südlichste der vier DOC-Zonen La Palmas. Hier wachsen die Reben auf schwarzem Lavaboden, in traditionellen Trockensteinmauern aus Lavagestein (sogenannten Bancales), die die Weinberge gegen den Wind schützen. Die wichtigsten Sorten sind Malvasía Volcánica – ein goldgelber, vollmundiger Weißwein, der nach dem Boden schmeckt, auf dem er gewachsen ist – und Listán Negro für die Rotweine.

Mehrere Bodegas in der Region bieten Besichtigungen mit Weinprobe an. Die Bodega El Níspero in Los Canarios ist für ihre Malvasía Dulce bekannt – einen halbsüßen Dessertwein, der auf La Palma traditionell zum Abschluss eines Essens getrunken wird. Eine Weinprobe hier, kombiniert mit Blick auf das Lavafeld und die Leuchttürme, ist eine der stillsten und schönsten Stunden, die Fuencaliente zu bieten hat. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison – ein Anruf oder eine kurze Nachricht vorab ist empfehlenswert.
Essen in Fuencaliente
Die Restaurants in Fuencaliente und Los Canarios setzen auf einfache, gute kanarische Küche: Papas arrugadas mit frischer Mojo roja, gegrillter Fisch vom Tag, Ziegenkäse aus der Gegend. In vielen Lokalen gibt es das Sal de Teneguía direkt auf den Tisch – in seiner besten Form genossen man es auf einer Scheibe getoastetem kanarischen Brot mit etwas Olivenöl.
Eine Einkehr nach dem Vulkan-Ausflug ist nicht nur für die Verpflegung wertvoll: Die Lokale in Fuencaliente sind auch ein guter Ort, um mit Einheimischen zu sprechen und Geschichten vom Teneguía-Ausbruch 1971 zu hören – es gibt noch Menschen in der Gegend, die sich persönlich an die Nacht erinnern, als die Erde aufging.
Ferienhaus mieten im Süden La Palmas
Wer den Süden La Palmas intensiv erkunden möchte, findet in Villa de Mazo Ferienhäuser und Fincas in guter Lage. Mazo liegt zwischen Fuencaliente und Santa Cruz, hat eine eigene Töpfertradition und bietet Zugang zu Stränden, Vulkanen und dem Weinbaugebiet gleichermaßen. Auf Clariso.eu gibt es eine Auswahl an geprüften Unterkünften in Villa de Mazo.
Die Weinstraße des Südens
Rund um Fuencaliente, Los Canarios und Jedey erstreckt sich eines der interessantesten Weinbaugebiete La Palmas. Die Weine aus dieser Zone – besonders die Malvasía Volcánica und der legendäre Vino de Tea, der in Pinien-Fässern gelagert wird – sind von einem Terroir geprägt, das es so kein zweites Mal gibt. Ein Selbstfahrer-Rundkurs durch die kleinen Bodegas lässt sich gut mit dem Ausflug zu den Leuchttürmen und Vulkanen verbinden.

Die bekannteste Adresse ist die Bodega El Níspero in Los Canarios – kleine Produktion, hohe Qualität, und das Personal erklärt die Besonderheiten des Vulkan-Weinbaus auf Anfrage gerne persönlich. Besichtigungen sind meist ohne Voranmeldung möglich, ein Anruf vorab schadet aber nicht.
Besondere Erlebnisse im Süden
Eine der schönsten Möglichkeiten, Fuencaliente zu erleben, ist eine frühe Morgenwanderung vom Besucherzentrum San Antonio über den Weg zwischen den beiden Vulkanen bis hinunter zu den Leuchttürmen. Der Weg ist gut markiert, dauert rund 2 Stunden und endet direkt am Strand Playa del Faro – einem kleinen, dunklen Kiesstrand, der zu den wildesten und schönsten Badeplätzen La Palmas zählt.

Wer den Playa del Faro aufsucht, sollte wissen: Dieser Strand ist nichts für Familien mit kleinen Kindern. Die Brandung ist stark, der Untergrund uneben, und Schwimmen ist nur bei ruhiger See sicher möglich. Aber die Kombination aus schwarzem Kiesstrand, dem alten Leuchtturm im Hintergrund und dem türkisfarbenen Atlantikwasser ist ein Bild, das bleibt.
Fazit: Fuencaliente
Fuencaliente am Südkap vereint auf engem Raum alles, was La Palma ausmacht: Vulkanlandschaft, Meeressalinen, kanarische Weinkultur und den Blick ans Ende der Welt. Die Leuchttürme im ersten Morgenlicht, ein Aufstieg auf den Teneguía mit Blick bis La Gomera, eine Weinprobe in einer kleinen Bodega danach – das ist ein vollständiger La-Palma-Tag. Früh morgens aufbrechen, Mittagspause in Los Canarios, nachmittags am Strand Playa del Faro.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Mai 2026


